Das Brennstoffzellen-Joint-Venture Hyvia von Renault und dem US-Unternehmen Plug Power durchläuft in Frankreich seit Dezember ein Insolvenzverfahren. Nun wurde mitgeteilt, dass mangels eines Übernahmeangebots das Gemeinschaftsunternehmen liquidiert wird.
Hyvia gab bekannt, dass das zuständige Gericht das seit einigen Wochen laufende Insolvenzverfahren am 18. Februar in eine gerichtlich angeordnete Liquidation umgewandelt habe. Als Grund gibt das Joint Venture an, dass der Insolvenzverwalter bei seiner Suche nach Kaufinteressierten auf kein „glaubwürdiges Übernahmeangebot“ gestoßen sei.
„Die Schwierigkeiten, mit denen Hyvia konfrontiert ist, ergeben sich im Wesentlichen aus dem zu langsamen Entstehen von Ökosystemen für die Wasserstoffmobilität in Europa und den sehr hohen Entwicklungskosten, die für Wasserstoffinnovationen erforderlich sind“, heißt es.
Nach seinem Insolvenzantrag im Dezember am Handelsgericht von Versailles hatte Hyvia zwischenzeitlich eine Verlängerung des sogenannten gerichtlichen Sanierungszeitraums erwirkt, um doch noch einen Käufer zu finden. Das ist aber nicht gelungen.
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2021, um von Frankreich aus leichte Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in Europa zu kommerzialisieren. Anschließend ließ Hyvia zwei Versionen von H2-Transportern zu und leitete die Entwicklung einer dritten Generation ein. 2022 wurde im französischen Flins 2022 ein Werk für die Montage und Prüfung von Brennstoffzellen eingeweiht.
Hyvia hat auch öffentliche Gelder eingesammelt. So wurde das Joint Venture etwa als wichtiges Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse („IPCEI – Hy2Tech“) anerkannt. In Europa wollte man bis 2030 einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen. Die Belegschaft wuchs bis zur Insolvenz auf 110 Mitarbeiter.
Kürzlich hatte Hyvia erklärt, als eines der ersten Unternehmen drei Jahre lang in die Wasserstoffmobilität investiert zu haben, um ein Angebot auf einem Markt zu entwickeln, „der leider immer noch nicht vorhanden ist“.


Gunnar meint
Zusätzlich ist folgendes zu lesen:
„H2 Mobility schließt 22 H2-Tankstellen“
Das wird bis Ende Juni diesen Jahres in Deutschland passieren. Es handelt sich dabei um H2-Tankstellen für PKWs. H2 Mobility möchte sich vor allem auf die Versorgung von Nutzfahrzeugen konzentrieren. Ok. H2 Mobility gibt damit jetzt selber zu, dass Wasserstoff im PKW keine Chance hat. Geben wir ihnen noch ein zwei Jahre, dann haben sie die gleiche Erkenntnis auch im LKW- und Bus-Bereich.
Vielleicht als Nischenanwendung im Agrarbereich für Landmaschinen. Diese haben enormen Energiebedarf, welcher mit heutigen Akku definitiv nicht zu decken ist.
Mäx meint
Die Landwirte haben dann aber vermutlich auf dem Hoch entsprechende Drucktanks und lassen sich den Wasserstoff in 700bar anliefern so wie jetzt den Diesel.
Es will ja keiner mit dem Mähdrescher 50km zur nächsten Wasserstofftankstelle gondeln.
Rolando meint
… oder es gibt unter den Landmaschinen kompatible Wechselakkus die vom Dach der Scheune geladen werden.
Michael meint
Wie sagt man, besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Gut, fürs Elektroauto eignet sich Wasserstoff nicht, aber vielleicht gibt es ja irgendwann eine Methode um Wasserstoff quasi umsonst zu erzeugen oder zu „schürfen“, dann kann man ja die alten Pläne wieder rausziehen. Aber heute, alles richtig gemacht. Absteigen wenn das Pferd tot ist.
eCar meint
Wo bleiben die Durchhalteparolen von Müller und Sperling?
Ben meint
Nach dem Artikel von Dachser und der letzten Folgen vom Elektrotrucker haben die keinen Bock mehr.
Mary Schmitt meint
Kann ich dir liefern, weil es ähnlich abgehängte Fraktionen gibt, deren Argumente ich öfter lese und daher besser kenne: Europa ist ein unwichtiger Markt. Nach dem Modellwechsel in Q2 wird alles besser. Es geht nicht nur um Fahrzeuge, sondern um ganz doll viel anderes. Der schlechte Ruf ist egal, die Interessenten gucken nur auf das Fahrzeug.
Dieseldieter meint
Yeah, nehmt das Wasserstoffschwurbler!
Wir kriegen unsere BEVs zwar nicht in ausreichender Zahl an den Mann, und die EU ist gerade dabei die Zeit zurückzudrehen.
Umso schöner ist es doch, wenn man dann irgendwo machtreten kann, wo es noch miserabler läuft.
Thomas meint
Dieseldieter, Du machst es Dir nicht einfacher, wenn Du rein emotional in irgendwelchen Wagenburgen argumentierst. Es geht hier doch nicht um Sportteams, sondern um die Frage, wie man zukünftig nachhaltigen Verkehr organisiert. Und hier ist H2 unwirtschaftliche, ressourcenaufwändige Steuergeldverschwendung. Und Akku-Elektromobilität ist hier bis heute ohne wirtschaftliche Alternative.