Das zukünftige BMW-Group-Werk im ungarischen Debrecen geht in den Zielsprint: Mit der Inbetriebnahme der Montagelinie beginne das Herz des Werks zu schlagen, teilt der Konzern mit. Hier entstehe der Taktschlag für alle Technologien des Werks, hier arbeiteten auch die meisten Mitarbeiter des zukünftigen Elektroauto-Werks. Ein weiterer Meilenstein sei damit erreicht.
In der Montage werden die einzelnen Komponenten und Systeme in die lackierte Karosserie verbaut, am Ende rollt ein fahrbereites Auto vom Band. Die Fahrzeugarchitektur der bald startenden Elektroauto-Plattform „Neue Klasse“ eröffnet dabei in der Montage laut BMW neue Möglichkeiten: „Mehr Effizienz dank Modularisierung, weniger unterschiedlicher Verbindungselemente und einer vereinfachten Installation des Kabelbaums. Auch die innovative Cockpitmontage sorgt für mehr Geschwindigkeit.“
Das BMW-Werk Debrecen produziert bereits Erprobungsfahrzeuge des ersten Modells der Neuen Klasse: des neuen BMW iX3. Neuland für alle seien einige Besonderheiten der Neuen Klasse, erklärt BMW. Der Kabelbaum sei im Vergleich zu bisherigen Modellen in mehrere Teile gegliedert und damit leichter und ergonomischer verbaubar. Die zonale Kabelbaumarchitektur komme mit 600 Metern weniger Kabeln aus und bringe ein Gewichtsersparnis von 30 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration.
Andererseits setze man auf die Modularisierung von Bauteilen. Aus vielen kleinen Einzelteilen werde also eine Baugruppe. Auch die Varianz an Verbindungselementen sei bei der Neuen Klasse drastisch reduziert. Dadurch verringere sich die Anzahl der unterschiedlichen Stecker, Schrauben und Klemmen. Das alles vereinfache die Montage enorm. Mit der Neuen Klasse ließen sich zudem diverse Qualitätschecks bereits digital am Band durchführen. Diese Vorgehensweise soll nach dem Ersteinsatz in Debrecen auch an weiteren Standorten umgesetzt werden. Nächster Einsatzort ist das Stammwerk München, das ab 2026 die Limousine der Neuen Klasse fertigen wird.

„Für zusätzliche Geschwindigkeit im Werk Debrecen sorgt die innovative Cockpitmontage“, heißt es weiter. „Sie ist eine der kompaktesten im Produktionsnetzwerk der BMW Group, ermöglicht aber trotzdem volle Flexibilität und Vielfalt. Analog dem Werk Lydia in China befindet sich die Cockpit-Vormontage unmittelbar am Hauptband. Nach erfolgter Vormontage wird das Cockpit wenige Meter weiter direkt im Fahrzeug verbaut.“
Im BMW-Werk Debrecen soll Ende 2025 die Serienproduktion des neuen iX3 starten. Das ungarische Werk ist auf die Produktion von rein vollelektrischen Fahrzeugen ausgelegt. Die Produktionskapazitäten sollen nach dem Produktionsstart sukzessive hochfahren. Als erstes Automobilwerk der BMW Group werde der Standort vollständig ohne den Einsatz von fossilen Energieträgern arbeiten, betont der Konzern.
Im Werk München soll stufenweise bis 2027 auf E-Modelle der Neuen Klasse umgestellt werden, parallel dazu läuft die Verbrennerproduktion noch bis Ende 2027 weiter. Dann sollen Debrecen und München zu den ersten reinen E-Autowerken im BMW-Netzwerk werden.
Atzler meint
Hochqualitativer Automobilbau setzt exzellentes Prozess- Know- How und große Erprobungstiefe voraus. Beides kann BMW wie sonst kaum ein anderer, Tesla konnte es nie und kann es bis heute nicht. Was Tesla produziert ist binnen weniger Jahre nichts weiter als teurer Sondermüll.
Future meint
Endlich wieder eine Elektroplattform für BMW. Das wird auch Zeit nach 12 Jahren Pause. Das spart einiges an Produktionskosten und drinnen ist auch mehr Platz. Wir dürfen gespannt sein, was da schönes aus Ungarn kommt. Das Land scheint sich ja zum Superstandort für moderne Grüne Technologien zu entwickeln.
brainDotExe meint
Bei den Modellen die jetzt kommen wird sich eine definierte Platform aufgrund der Stückzahlen rechnen, das macht ja auch Sinn.
Andere Modellreihen, mit geringeren Stückzahlen, werden weiterhin auf der Mischplattform (CLAR) basieren, zum Beispiel der kommende iX5.
Was da aus Ungarn kommt ist bekannt, der iX3 und höchst wahrscheinlich danach der iX4.
Viel spannender wird wohl was nächstes Jahr aus München kommt, nämlich der i3 und danach der iM3.
brainDotExe meint
*dedizierte Platform
Jürgen W. meint
Sehr schön.
Wenn ich mir die Ausmaßen des Werks anschaue, dann frag ich mich allerdings wieso man da nichts von Umweltaktivisten gehört hat? Abholzung, Wasserprobleme, Umsiedlung der Eidechsen und Haselmäusen usw. usf.
Anscheinend sind wir die einzigen in Europa, die Firmenansiedlungen mit solchen Sachen verhindern und hinauszögern wollen. Aber dann jammern, wenn die Firmen woanders ansiedeln und die schönen Arbeitsplätze weg sind.
Sehr traurig.
Mäx meint
Vielleicht hört man auch nur weniger weil es weiter weg ist…
BMW gibt sich bei dem Werk sehr viel Mühe auf Nachhaltigkeit zu setzen.
Vollständig erneuerbare Energieversorgung (kein Öl oder Erdgas sollen Verwendung finden bei der Energieversorgung) und andere Dinge.
Gegen CATLs Batteriewerk in relativer Nähe gab es z.B. Proteste (befürchtete Umweltschäden und Wasserverbrauch).
Aber da greift der Orban eben einmal durch und dann wird das trotzdem gemacht.
Kann man sich wünschen…ob das am Ende glücklicher macht weiß ich nicht.
Mary Schmitt meint
BMW hat sich aber auch in Deutschland deutlich schlauer angestellt als Tesla. Das ist ja erst 1,5 Jahre her seit man in Straßkirchen, Niederbayern, ein Batteriewerk bauen durfte. Wie hat man das gemacht? Man ist mit den Vernünftigen gezielt in einen Dialog auf Augenhöhe eingetreten und hat die Querulanten der Initiative „Lebenswerter Gäuboden“ isoliert. Man kann also auch hierzulande erfolgreich sein, wenn man schlau ist.
Jörg2 meint
Die Vernünftigen waren damals genau diese Bürgerinitiative.
Sie hat dafür gesorgt, dass im Nachgang keine Protestwelle aufkommt.
Der Gemeinderat hatte (Kraft seines Rechts), über die Köpfe der Anwohner hinweg, für die Ansiedlung gestimmt. Die Bürgerinitiative hat eine Bürgerbefragung durchgesetzt. In dieser konnten sich die Bürger dann dazu äußern.
Das Ergebnis: Die Mehrheit möchte die Ansiedlung.
Es entstand Klarheit und der Raum für Proteste wurde minimiert.
Future meint
Das Batteriewerk in Straßkirchen ist eine kleine Akkumontage. Das kann man doch nicht vergleichen mit dem neuen großen modernen Automobilwerk in Ungarn. Ein neues Automobilwerk wird es in Deutschland nie mehr geben. Da war Tesla der letzte Investor. Das macht überhaupt keinen Sinn mehr.
Dan meint
Das können die Deutschen. Bei Tesla stellte sich ja früh die Frage, warum ein Gussteil im Model Y 171 Metallteile und 1600 Schweißnähte im Model 3 ersetzen konnte. Die Antwort ist: Weil das Model 3 fehlkonstruiert ist. Da ist das übrigens bis heute so. Das Gigacasting wurde bei Tesla nicht mehr erweitert. Warum wohl? Sicher nicht, weil es so problemlos und günstig lief.
Zurück zu BMW wird hier gezeigt, wie bereits beim Entwurf der Architektur das Thema effiziente Montage berücksichtigt wurde. Das ist Geld sparen an einer Stelle, die dem Kunden nicht weh tut. Schlau konstruieren also, aber auch neue Weg in der Produktion gehen. Vormontage am Hauptband ist keine gängige Methode. Da muss man viel richtig gemacht haben, wenn man sich das zutraut.
Envision meint
Sechs neue Modelle in zwei Jahren auf der Basis zeigt halt auch wie weit Tesla hinten ist bei R&D, die Chinesen teils noch schneller.
Bei Elon „soll“ das Fügeltürcoupe als „urbanes“ (lol) Robotaxi ja in drei?! Monaten kommen und die 2017!er Roadster Besteller warten ja auch noch, Anzahlung war ja ganz ordentlich.
Dan meint
True. Und die Lücken gehen zu. Tesla wollte ja z.B. auch einen Van für Auslieferungen bauen. Gibt es nicht, aber würde es ihn in 3-4 Jahren geben, dann haben doch schon alle den eVito mit 90 kWh netto für 46k. Und das ist ein Mercedes, eine Marke, die auch in gewerblichen Kreisen einen exzellenten Ruf hat. Was soll der Tesla da kosten, um eine Chance zu haben?
Fred Feuerstein meint
Und Da.vid, was hat nun Tesla mit BMW und dem Werk in Ungarn zu tun? Nichts? Ach war ja klar…Du hast echt ein Problem