Der Mercedes‑Benz eIntouro, der neue batterieelektrische Überlandbus von Daimler Buses, hat Anfang April seine erste Kunden-Erprobungsfahrt abgeschlossen. Der seriennahe Prototyp absolvierte die rund 380 Kilometer lange Testfahrt auf der regulären Route des sogenannten Eurobus-Rustexpress vom schweizerischen Bassersdorf über Zürich zum Europa-Park im badischen Rust und zurück.
Der eIntouro wird seine Weltpremiere auf der Messe Busworld im Oktober in Brüssel feiern. Der Produktionsbeginn ist für 2026 geplant. Eines der ersten Serienfahrzeuge soll dann auf einer Linie des Rustexpress zum Einsatz kommen. Thomas Knecht, Inhaber der Knecht Gruppe, zu der Eurobus gehört: „Unsere regelmäßigen Shuttle-Einsätze umfassen eine einfache Streckenlänge von 200 bis 300 Kilometer mit anschließender mehrstündiger Wartezeit. Es bietet sich geradezu ideal an, diese Wartezeit zu nutzen und daher die Stecke mit elektrischen Überlandbussen mit Reisebus-Einsatz zu betreiben.“
Die Testfahrt zeigte laut dem Hersteller, dass die beiden Hochvoltbatterien des eIntouro mit einer Gesamtkapazität von 414 kWh mehr als ausreichend Reserven bieten, um die knapp 200 Kilometer langen Einzelstrecken selbst mit eingeschalteter Heizung oder Klimaanlage zu jeder Jahreszeit zurückzulegen. „Zugleich zeigten sich die Teilnehmer begeistert von den sehr leisen Fahrgeräuschen des elektrischen Antriebs. Der Reisekomfort für die Passagiere erreiche dadurch ein ganz neues Niveau, so einer der Teilnehmer“, so Daimler Buses.
Der Mercedes-Benz eIntouro basiert auf dem bekannten, dieselgetriebenen Hochbodenbus Mercedes‑Benz Intouro, verfügt aber über einen rein batterieelektrischen Antrieb. Damit will Daimler Buses die Umstellung auf Elektromobilität nun erstmals auch für die klassischen Überlandlinien, Schulbusfahrten und kleineren Reisen ermöglichen.
Neben dem eIntouro mit 12,18 Meter Länge wird es den eIntouro M mit 13,09 Meter Länge geben. Damit lassen sich Bestuhlungsvarianten ab 50 bis maximal 63 Sitzplätzen abdecken.
Monica meint
Solche Fahrten sind ein no-brainer.
Schwierig wird es, wenn der Bus, während die Mannschafft in Rust im Park, eine andere Fahrt zu machen hat. Z.b. wenn ein zweiter Fahrer dabei ist. Ein Bus verdient nur Geld, wenn er fährt… daher fahren die Flix Busse fast 24h durch, immer mit Fahrerwechsel nach geltendem Recht am Ort der Übergabe. Die Motoren bei denen werden eigentlich nie kalt. 200.000 km p.a. sind eher durchschnittlich.
JuergenII meint
Da kann man ja Mercedes nur gratulieren, dass sie 2026 so weit sind, wie BYD in 2024. Da haben die schon E-Busse präsentiert, mit deutlich größeren Akkus inkl. e-Gelenkbussen mit bis zu 140 Personen. Gut, das sind normalerweise Stadtbusse, die im Innenraum aber auch für Überlandfahrten entsprechend abgeändert werden können.
Stefan meint
Mercedes hat schon seit etwa 2020 elektrische Gelenk-Stadtbusse im Programm (eCitaro G).
Für elektrische Überlandbusse hat DaimlerTruck bisher anscheinend keinen großen Markt gesehen.
Stefan meint
Man kommt auch in etwa 3 h (2:40 h – 3:30 h) per Zug von Bassersdorf bei Zürich nach Ringsheim bei Rust. Der Zugweg hat natürlich mehrere Unterwegshalte und mehrere Umstiege.
Thomas meint
Irgendwie finde ich die hohen Verbräuche im Bus-Sektor nicht nachvollziehbar. Ein voll beladener 44-Tonner eActros benötigt keine 120 kWh/100km. Der Verbrauch des Busses scheint nach den Äußerungen ja ähnlich hoch zu sein.
Stefan meint
Busse bremsen öfter an Haltestellen und beschleunigen danach, zusätzlich werden die Türen geöffnet. Es kommt also öfter zu warme oder zu kalte Luft ins Fahrzeug, was dann die Heizung oder Klimaanlage wieder belastet. Mit angeschnallten Fahrgästen können Busse auch Tempo 100 fahren, bei stehenden Fahrgästen auch außerorts aber nur 60.
LKW fahren gleichmäßiger und haben weniger Heiz/Kühlbedarf.
Monica meint
als ich noch Bus gefahren bin, also als Passagier und Schulranzen um die Schulter, waren die Busse im Sommer warm wie eine Sauna und im Winter so kalt wie der Ar… an der Betonwand der Schule bei Ankunft.