Hyundai präsentiert die zweite Generation seines Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektroautos Nexo. Besonderes Augenmerk wurde bei der Entwicklung laut den Südkoreanern auf die Sicherheit gelegt. Der Nexo könne außerdem in fünf Minuten für bis zu 700 Kilometer Reichweite getankt werden.
Basierend auf dem im letzten Jahr gezeigten Initium-Konzept verkörpert der nächste Nexo die neue Hyundai-Designsprache „Art of Steel“, die „die natürliche Stärke und Formbarkeit von Stahl“ widerspiegeln soll. Die neue Generation ist länger, breiter und höher als der Vorgänger, was für mehr Platz und Komfort im Innenraum sorgt. Das Interieur bietet dabei Relax-Sitze in der ersten Reihe mit Beinauflagen.
Nachhaltige Materialien würden im gesamten Fahrzeug verwendet, betont Hyundai. Darunter bio-gefertigtes Leder, Bio-PU-Leder, recycelte PET-Stoffe, Leinenstoff, Bio-Kunststoff, Bio-TPO, Bio-Lack, Bio-PU-Schaum und recycelter Kunststoff aus Abfallprodukten der Automobilindustrie.
Der neue Nexo kommt mit Fortschritten beim Antriebsstrang. Die Überarbeitungen konzentrieren sich auf das Brennstoffzellensystem und die Leistungselektronik und führen zu einer gesteigerten Leistung und Performance. Ein neues Motorsystem ergänzt die Neuerungen und erhöht die Leistung des Systems sowie die Batteriekapazität. Daraus resultierend steigt die Gesamtleistung von zuvor 135 auf 190 kW (184 auf 258 PS) und die Batterieleistung verdoppelt sich von 40 auf 80 kW. Diese Verbesserungen tragen zu einer schnelleren Beschleunigung von 0 auf 100 km/h bei, die sich von 9,2 Sekunden der Vorgänger-Generation auf 7,8 Sekunden reduziert.
Der Brennstoffzellen-Stack des neuen Nexo liefert nun eine maximale Leistung von 110 kW, was eine Steigerung um 16 Prozent bedeutet, während der neue Elektromotor bis zu 150 kW/204 PS Leistung bietet. „Der Stack wurde auch optimiert hinsichtlich des Betriebs bei sehr niedrigen Temperaturen sowie einer gesteigerten Haltbarkeit“, heißt es. Die „Wake Up“-Funktion für den Brennstoffzellen-Stack bei Frost und weitere Systemoptimierungen sollen über das ganze Jahr für die Startfähigkeit sorgen. Die Wasserstofftankkapazität ist von 6,33 auf 6,69 Kilogramm gestiegen.
Aerodynamische Anpassungen, wie Optimierungen des Unterbodens und eine verbesserte Luftstromlenkung, verringern den Luftwiderstand und steigern die Effizienz. Technologien wie „Active Noise Control-Road“ und geräuschabsorbierende Reifen reduzieren laut dem Hersteller die Geräuschentwicklung des Fahrzeugs, insbesondere während der Beschleunigung auf unebenen Straßen. Zudem bietet der Nexo in Europa eine Anhängelast von bis zu 1.000 Kilogramm.
Der neue Nexo verfügt über die neueste Hyundai-Software ccNC (Connected Car Navigation Cockpit) mit einem Curved-Display, das ein 12,3-Zoll digitales Cockpit und ein 12,3-Zoll Infotainment-System kombiniert. Es unterstützt Over-the-Air-Software-Updates und KI-Spracherkennung. Das System bietet drahtloses Apple CarPlay und Android Auto sowie ein Premium-Soundsystem von Bang & Olufsen mit bis zu 14 Lautsprechern. Ein 12 Zoll messendes Head-Up Display projiziert wichtige Fahrzeuginformationen auf die Windschutzscheibe.
Ähnlich wie die batterieelektrischen Modelle von Hyundai, ist der Nexo Vehicle-to-Load-fähig. Innen kann man beispielsweise die Steckdose in der Mittelkonsole nutzen, um kleinere Elektrogeräte zu betreiben. Außen können elektronische Geräte ohne separaten Adapter über einen direkten V2L-Anschluss geladen oder betrieben werden.
Der Nexo ist mit einem digitalen Rückspiegel ausgestattet, der die Sicht nach hinten optimiert. Ein Reinigungssystem sprüht Waschflüssigkeit auf die Kamera. In ausgewählten Märkten ersetzen digitale Seitenspiegel traditionelle Außenspiegel durch Kameras und Monitore. Zu den Hauptfunktionen gehören die Bildschirmvergrößerung beim Rückwärtsfahren, Hilfslinien für den Spurwechsel und die Monitoranzeige für den Totwinkelwarner.
Der neue Nexo wurde laut dem Hersteller entwickelt, um in den wichtigsten globalen Sicherheitsprüfungsprogrammen höchste Bewertungen zu erzielen. Das Fahrzeug verfüge über eine Multi-Skelettstruktur und bis zu neun Airbags zum Schutz der Passagiere und des Wasserstofftanks. Zusätzlich sei es mit neuesten Fahrassistenzsystemen ausgestattet, um Kollisionen zu verhindern.
Mit der Vorstellung des neuen Nexo bekräftige man das Engagement für eine diversifizierte Elektrifizierungsstrategie, die über batterieelektrische Fahrzeuge und Hybride hinausgehe, erklärt Hyundai. Der neue Nexo soll in diesem Jahr starten. Preise verrät man noch nicht, das auslaufende Modell kostete hierzulande zuletzt knapp 77.000 Euro.
Monica meint
naja, die 700 KM Reichweite in 5 Min. haste auch bitter nötig. Bei der Anzahl an Tankstellen, die dir den freundlichen grünen Wasserstoff verkaufen wollen. Was ich aber wirklichh nicht kapiere, was soll ich in einem teuren Auto mit Bio Abfallmüll, PET Flaschen und so? Ich dachte das entsorgen wir in Afrika, oder im Baumarkt als neue Gartenstühle.
Thomas meint
Mega! Wer auf diese Ressourcenverschwendung steht, muss sich allerdings beeilen: in Deutschland werden dieses Jahr allein bis Ende des zweiten Quartals 26% aller H2-Tankstellen geschlossen (siehe Ecomento-Bericht dazu). Und ein Ende dieses langjährigen Trends ist nicht in Sicht. Die Physik ändert sich schließlich nicht und das H2-Auto gerät immer weiter ins Hintertreffen.
Stand aktuell gemäß h2.live: 68 Stk. (also am 01.07. dann noch etwa 57 Stk. – in ganz Deutschland)
BEV meint
ohne Wasserstoff als BEV könnte es interessant sein
F. K. Fast meint
Zumindest schicker als der verkorkste Kona. Aber Esjuweh ist ohnehin außerhalb meines Beuteschemas.
Dieseldieter meint
700 km in 5 Minuten?
Wow. Wenn das Wasserstoffnetz wie von der EU geplant ausgebaut wird, könnte sowas echt interessant werden.
eBikerin meint
Nicht mitbekommen, dass die EU irgend ein H2 Tankstellen-Netz für PKW plant.
Also 2024 wurden in ganz Europa 42 H2 Tankstellen gebaut – und 22 sollen dieses Jahr geschlossen werden. Also wenn der Ausbau so weiter geht, dann hat mal wohl so in 500 Jahren ein brauchbares europäischen Netz.
Ach ich hoffe du hast das mit den zig Milliarden für das H2 Netz nicht falsch verstanden – da geht es nicht um Tankstellen sondern um den Ersatz für das Gas-Netz
Dieseldieter meint
Wenn man „Wasserstoff“ liest kann man entweder sofort den Kopf ausschalten und auskeilen, oder kurz googlen falls man es nicht weiß:
„Ab 2030 muss eine sowohl für Pkw als auch Lkw geeignete Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur an allen städtischen Knoten sowie alle 200 km auf den Strecken des TEN-V-Kernnetzes errichtet werden. So soll ein ausreichend dichtes Netz für Fahrten mit Wasserstoff-Fahrzeugen innerhalb der gesamten EU gewährleistet sein.“
Quelle: Website der europäischen Kommission.
@Mäx: abwarten, Diesel wird schließlich auch subventioniert. 500 km reale Reichweite und dann 7 Minuten laden macht für Firmen auch von den Arbeitskosten her einen Unterschied. Wenn du nach 300 km Autobahn 25 Minuten lädst und das als Arbeitszeit vergütet bekommst, läppert sich das.
Mäx meint
700km WLTP.
Einen Abschlag darauf muss man wohl wie bei den BEVs auch machen.
Sagen mal grob 500km Realreichweite 100-0.
Dann geht man davon aus, dass 1kg pro Minute getankt werden kann.
6,69kg sind im Tank, 5% Rest (auch nur wenn man genügend Tankstellen findet)
> 6,35kg nachzutanken > ca. 6,5 Minuten
Preis? Wir sind mal nett und nehmen 15€/kg an
> 95€ auf ca. 500km oder 19€/100km
BEV mit 25kWh/100km inkl. Ladeverluste liegt so bei 10-15€/100km
Mark Müller meint
Schönes und hochwertiges Auto.
Für mich eine Kategorie zu gross.
eBikerin meint
Wer soll den kaufen? In ganz Europa gibt es keine 300 Tankstellen. In Süd-Korea kann ich es mir ja noch vorstellen, dort gibt es 170 Tankstellen – verteilt auf weniger als 1/3 der Fläche Deutschlands, und man wird wohl nicht mir dem Auto übers Meer nach Japan fahren.
Und dazu noch der Preis. Wenn der alte 77K gekostet hat, wird der nun auch nicht günstiger werden. Dafür bekommt man aber zB nen A6-eTron mit der großen Batterie (ja ist kein SUV – ich mag keine SUV)
Anti-Brumm meint
Ganz klar kein Auto für Europa. Das sieht man alleine schon am Design, irgendwas zwischen Pontiac Aztek und AMC Pacer :-)
eBikerin meint
Merkwürdige Designs gibts ja viele – und manche werden auch gekauft – man erinnere sich nur mal an den Multipla. Aber mal ernsthaft und ganz Technologie offen: wer soll ein so teures Auto kaufen, mit dem man auf Grund der Infrastruktur einen extrem begrenzten Radius hat? Gerade gelesen – in Südkorea gibt 198 Tankstellen. Ja da kann man sich das irgendwie vorstellen – der Renner sind H2 Autos aber auch da nicht.
Stefan meint
Es gibt doch Autofähren von Südkorea (Busan) nach Japan!?
EdgarW meint
Auch dort: sinkenden Nachfrage, auch in Japan gibt’s ja die sinnvolle Lösung: BEV.
Frage an ene bekannte KI zum japanischen H2-Pkw-Markt, Antwort:
„Sinkende Verkaufszahlen: Im Jahr 2023 wurden nur etwa 420 neue Wasserstoff-Pkw in Japan zugelassen. Im ersten Halbjahr 2024 stieg die Zahl zwar leicht auf 440 Einheiten, bleibt aber insgesamt gering.
Starke Konkurrenz durch E-Autos: Der Markt für batterieelektrische Fahrzeuge wächst in Japan deutlich schneller, was Wasserstoff-Pkw weiter unter Druck setzt.“
2024 wurden in Japan knapp 60.000 BEV verkauft.
Gunnar meint
viel wichtiger: das Facelift des Ioniq 6 wurde auch präsentiert.