Der französische Ladedienstleister Electra ist seit Ende letzten Jahres auch in Deutschland aktiv. Geschäftsführerin Kerstin Schmidt sprach mit dem Portal Edison über die Herausforderungen hierzulande.
Mit dem Einstieg in Deutschland habe man lange gewartet, weil der Markt schon sehr etabliert sei. „Es gibt viele Player, der Markt ist gesättigt“, so die Chefin von Electra Deutschland. Der hiesige Markt sei wegen seiner Größe und Finanzkraft aber interessant. Nach dem Start im November habe man einige Standorte gesichert, um dort Ladestationen aufzubauen. Zehn Stationen seien bereits in Arbeit.
Electra trete zu einem schwierigen Zeitpunkt in den deutschen Markt ein, sagte Schmidt. Der Hochlauf der E-Mobilität laufe langsamer als angenommen. Als reiner CPO (Charge Point Operator) habe man das Ziel, Standorte auszuwählen, die attraktiv für die Kunden sind: „Kann ich dort einkaufen? Kann ich vor Ort etwas essen oder auf Toilette gehen?“, die Bedürfnisse wolle man erfüllen. Electra baue zum Beispiel wann immer möglich ein Dach auf die Ladestation. Und man biete eine Reservierungsfunktion, die auch die Navigation zur Station beinhalte und die Reservierungszeit anpasse, wenn man etwa im Stau steht.
„Unsere interne Bezeichnung ist ‚Death Valley'“
Zur aktuellen Situation des Ladeinfrastrukturmarkts sagte die Managerin: „Unsere interne Bezeichnung für die aktuelle Marktsituation ist ‚Death Valley‘“. Das sei kein rein deutsches Phänomen. Es seien viele Akteure in den Lademarkt gestartet und alle hätten eine steilere Kurve im Hochlauf der Elektromobilität erwartet. Der Hochlauf sei aber bislang ausgeblieben und dadurch sei auch die Investorenstruktur ein bisschen zurückgegangen. Gerade kleineren Akteuren fehle es an Finanzkraft für neue Investitionen.
Die Erträge, welche die aufgebaute Infrastruktur liefert, seien vielleicht gerade ausreichend, um die laufenden Kosten zu decken, erklärte Schmidt. „Sie spülen aber kein frisches Kapital rein, um neu zu investieren.“ Bei Electra glaube man, dass in den nächsten zwei Jahren einige Akteure verschwinden oder fusionieren werden. Es würden neue Angebote geschaffen, wie die Spark Alliance mit Atlante, Fastned und Ionity, die die E-Mobilität für Endkunden vereinfachen und attraktiver machen sollen. Zusätzlich glaube man aber auch, dass bei der Ladeinfrastruktur in Zukunft noch sehr viel passieren wird.
Der Markt lerne gerade, was funktioniert und was nicht. Der Endkunde müsse das Gefühl haben, dass das Laden des E-Autos genauso einfach und bequem ist wie das Tanken an der Tankstelle, so Schmidt abschließend. „Wir sind auf einem guten Weg, aber Verbesserungen sind immer möglich.“


volsor meint
„Und man biete eine Reservierungsfunktion, die auch die Navigation zur Station beinhalte und die Reservierungszeit anpasse, wenn man etwa im Stau steht.“
Wie dumm ist das denn? Ohne Worte.
Monica meint
Da hat dann einer reserviert, steht aber im Stau und kommt ne Stunde später wie geplant. In der Zeit hätten zwei laden können…. Dinge die die Welt (nicht) braucht.
McGybrush meint
Reservierungsfunktion abschafen.
Stehe ich auch nur 1x vor eine leeren Ladesäule und darf da nicht laden weil in 10min einer erst ankommt ist der Betreiber für mich 5 Jahre Geschichte.
Reservieren löst auch kein Problem.
Wenn 1 Ladesäule 10 Autos pro Tag schafft. Aber 11 pro Tag laden wollen dann erreicht man mit Reservierungen nur noch mehr leere Standzeiten wo einer laden könnte es aber nicht tut.
Die einzig Möglichkeit. Mehr Ladesäulen bereitstellen als benötigt werden.
Reservieren und AC Blockiergebühr also nix für mich. Da werd ich kein Kunde.
Donald meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
Mäx meint
Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde bereits entfernt. Die Redaktion.
Monica meint
ich fand das lustig.