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Neuer staatlicher Elektroauto-Booster soll Milliarden kosten

04.06.2025 in Politik von Thomas Langenbucher | 17 Kommentare

Audi-A6-Avant-e-tron-

Bild: Audi

Finanzminister Lars Klingbeil von der SPD bringt ein umfassendes steuerpolitisches Gesetzespaket ins Kabinett ein. Ziel des „Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ ist es, Investitionen in der Wirtschaft anzuregen. Die dazu von Union und SPD geplanten steuerlichen Entlastungen sollen bis 2029 wirken und dem Staat dabei rund 46 Milliarden Euro an Steuereinnahmen kosten.

Ein Aspekt des Gesetzes betrifft Elektroautos: Betriebliche Stromer sollen künftig steuerlich deutlich günstiger abgeschrieben werden können. Konkret können Unternehmen Fahrzeuge mit einem Wert bis 100.000 Euro steuerlich geltend machen, bislang lag die Grenze bei 70.000 Euro. Allein diese Regelung bedeutet laut der Berliner Zeitung einen Steuerausfall von rund 595 Millionen Euro, dies gehe aus den Berechnungen des Finanzministeriums hervor.

Zusätzlich soll eine degressive Abschreibung eingeführt werden: 75 Prozent der Fahrzeugkosten können im ersten Jahr abgesetzt werden, im zweiten Jahr noch 10 Prozent, anschließend folgen kleinere Abschreibungsstufen. Diese Maßnahme soll weitere 1,77 Milliarden Euro kosten.

Wer diese Prognosen unter welchen Faktoren berechnet hat, wollte ein Sprecher des Ministeriums der Berliner Zeitung nicht sagen.

„Investitions-Booster“

Ein weiterer zentraler Punkt des Pakets ist der sogenannte „Investitions-Booster“. Unternehmen sollen bis 2027 bewegliche Wirtschaftsgüter wie Maschinen oder Roboter zu 30 Prozent steuerlich absetzen können. Diese Maßnahme soll vor allem der Industrie zu echten Zukunftsinvestitionen verhelfen. Die erwartete Belastung des Haushalts: 26 Milliarden Euro.

Nach Ablauf des Boosters soll ab 2028 die Körperschaftssteuer schrittweise von 15 auf 10 Prozent bis 2032 gesenkt werden. Dies soll Unternehmen mehr Planungssicherheit bieten und Deutschland als Investitionsstandort stärken. Die Maßnahme führt laut Prognose zu weiteren Einnahmeverlusten in Höhe von 17,3 Milliarden Euro.

Kritik kommt unter anderem vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Präsident Dirk Jandura bemängelt gegenüber der Berliner Zeitung, dass die Maßnahmen vor allem Großunternehmen zugutekämen. Für kleine und mittelständische Betriebe, die in der Vergangenheit besonders unter der wirtschaftlichen Lage gelitten hätten, fehlten gezielte Impulse.

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Via: Berliner Zeitung
Tags: FörderungAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Wolfgang Lange meint

    05.06.2025 um 16:09

    …über die Förderung der Fossilien spricht überhaupt niemand, dieser Wegfall würde alle Förderungen der E-Mobilität sehr gut abdecken…

  2. hu.ms meint

    04.06.2025 um 18:08

    Eigentlich muss doch nur der mehrpreis von BEV gegenüber stinkern zusätzlich gefördert werden. Also max. 20% im ersten jahr mehr AFA.
    Bei privaten sind das auf 72 monate leasing ca. 50 € im monat, die mann über den gerade in einrichtung befindlichen auszahlungsweg für alle steuerpflichtigen, rentnern und studenten fliessen lassen könnte.

  3. Rüdiger meint

    04.06.2025 um 09:50

    @Ecomento

    Bitte die Überschrift ändern. Das heißt nicht Kosten, sondern Sondervermögen 🤡🥳🤡

  4. Jens meint

    04.06.2025 um 09:42

    Der Artikel ist nicht richtig und die Aktion ist Schwachsinn.
    Eine frühzeitigere Abschreibung verschiebt nur die Verluste auf einen früheren Zeitraum. Die Steuerausfälle werden spätestens beim Verkauf wieder bezahlt. Verluste der Unternehmen treten nur später auf. Ab da tatsächlich irgendjemand ein Autokauf vorzieht oder verändert, wage ich zu bezweifeln.

    • hu.ms meint

      04.06.2025 um 18:03

      Es werden keine „verluste“ verschoben, sondern eine steuerermäßigung.
      Weiter wird es für firmen möglicherweise interessant, bereits nach einem jahr und 50% AfA auf ein neues BEV zu wechseln. Hängt beides vom anzuwendenen steuersatz ab, der bekanntlich bei personengesellschaften der progression unterliegt.

  5. South meint

    04.06.2025 um 09:15

    Eine gezielte Förderung der Premiumhersteller, nochdazu von überteuerten Luxusfahrzeugen auf Kosten der Allgemeinheit auf Pump mit freundlicher Unterstützung der SPD…. ein Bärendienst für die E Mobilität…

    • CaptainPicard meint

      04.06.2025 um 09:19

      Und im anderen Artikel spricht die SPD darüber dass man die Umweltprämie nicht neu auflegen möchte weil davon ja zu stark Besserverdiener profitiert hätten.

      • South meint

        04.06.2025 um 09:54

        Ist ja eh schon grenzwertig überhaupt Individualverkehr zu fördern, noch dazu in nem stark gesättigten Automarkt. Dann ist eine Förderung von neuen Autos per se eine Luxusförderung, egal ob gewerblich oder privat. Wer wirklich wenig Geld hat kauft kein neues Auto und ganz sicher nicht den oberen Klassen.
        Dann. Je nach Marktmachtlage kassieren das meiste sehr wahrlich die Hersteller, der kleinere Rest dann der eh gut betuchte Nutzer. Die Geringverdiener, würde sogar sagen die Normalverdiener, sind die Gelackmeierten, denn selbst Gebraucht sind die viel zu teuer. Und auch das wird vergessen, auch deutlich Umweltschädlicher als kleine Sinnvollere Modelle.
        Das Schlimmste aber. Die Zeche zahlt der Steuerzahler und dennoch ist es eher unwahrscheinlich, dass wir damit er Industrie einen gefallen tun, denn letztendlich nimmt es den Druck raus endlich an die Kosten ranzugehen….

        • eCar meint

          04.06.2025 um 10:06

          So ist es. Es gab in den letzten Jahren wirklich genug BEV-Förderung und nichts ist passiert. Sowas ist massive Steuerverschwendung. Stattdessen sollte man das Geld in die Ladeinfrastruktur stecken.

    • Rüdiger meint

      04.06.2025 um 09:51

      ach komm. 100 mrd. p.a. für Mig. ranten sind aber in Ordnung?

      • South meint

        04.06.2025 um 10:26

        Nö, für Flüc htlinge geben wir ca. 26 Mrd. p.a. aus, trotzdem eine hohe Summe und auch ich bin der Meinung das wir unkontrollierten Zus trom von ungelernten Kräften soweit es geht beschränken müssen, vorallem As ylmis sbrauch, ohne das wichtige Grun drecht zu verlieren. Das sind sich übrigens alle Parteien sogar einig.
        Das Problem haben nahezu alle Industriestaaten und unabhängig der jew. Regierung ist das schwer umzusetzen. Die einfachen Lösungen von Pop ulisten sind meist leicht durchschaubare Feigenblätter mit ext rem begrenzter Wirkung, egal ob Trumps Mauer oder die Grenzkontrollen oder ein teurer Bau in Albanien. Sinnvolle Rü ckführ ungsabkommen von abgelehnten Bewerbern gibts genausowenig wie Handelsabkommen über Nacht…
        Trotzdem. Die BRD hat in der Vergangenheit stark von Zuwan derung profitiert, welche dien starken Geburtenrückgang kompensiert hat. Sonst hätten wir riesige Probleme wie Japan. Seit Jahrzehnten kein Wachstum mehr, stark überschuldet, Rentenintrittsalter die bei uns undenkbar wären….

      • South meint

        04.06.2025 um 10:35

        Und wenn wir clever in Europa sind. Dann nutzen wir den unglaublichen Rückenwind, den wir gerade von der schwachen und inkompetenten Regierung von Amerikas Populisten unter Trump bekommen. Wenn wir es clever anstellen, dann haben wir mittlerweile die historische Chance von den Ländern die High Potentials anzuziehen, die vor Jahren nicht einmal auf die Idee gekommen wären, nach Deutschland zu kommen. Aber cleveren High Potential, der Wohlstand von Morgen, gehen nicht eine blau-braun verseuchte Gegend und lassen sich von minderbemittelten von der Seite anrülpseln….

        • Mäx meint

          04.06.2025 um 16:08

          „Aber cleveren High Potential, der Wohlstand von Morgen, gehen nicht eine blau-braun verseuchte Gegend und lassen sich von minderbemittelten von der Seite anrülpseln“
          Das ist der Punkt. Man hätte die Möglichkeit den Braindrain der USA zu nutzen, aber eben nicht wenn man selbst die gleichen Fehler macht.

      • Stromspender meint

        04.06.2025 um 11:12

        AheffDeee G’schichten aus dem Paulanergarten. Spoiler: Die 100 Mrd. € sind erstunken und erlogen.

        In Wahrheit gibt es diverse Studien die belegen, dass Migranten über die Zeit mehr Geld in unser Steuer- und Sozialsystem einzahlen, als sie „gekostet“ haben.
        Für zwei Drittel der (Arbeits-)Migranten gilt das sogar von Anfang an: Sobald sie arbeiten – und das machen die meisten – bringen sie dem Staat Einnahmen. Außerdem sind Migranten im Schnitt jünger als die einheimische Bevölkerung und haben häufiger Kinder – damit tragen sie zur Verlangsamung des demographischen Wandels bei.

        • Mäx meint

          04.06.2025 um 16:10

          Rüdiger oder Monica kann nichts anderes als Ragebait.
          Billige Plattitüden, schnell hingerotzt, die man dann langatmig gerade rücken muss.
          Alleine schon dieses dumme Whataboutism zu Flüchtlingen ist doch Standard Populisten Vorgehen.

  6. CJuser meint

    04.06.2025 um 09:03

    Na prima. Man will also nur noch mehr teure BEVs auf den Gebrauchtwagenmarkt bringen, die sich gebraucht trotzdem kaum einer leisten kann oder haben will. Und das alles nur, um die überteuerten deutschen Premium-Hersteller zu bevormunden.

    • Kasch meint

      04.06.2025 um 09:54

      Den Drogensüchtigen, die deutsche Industrie, die ihren Stoff aus der ganzen Welt preiswert beziehen konnte, mit EU-Kollegen inzwischen längst auf der Intensivstation, will man jetzt mit teuren Ersatzdrogen aus China heilen ? Der gesamte Organismus der EU-Patienten ist geschädigt, vom CEO, über Arbeiter bis hin zum Rest der Bevölkerung, der vorwiegend mit nicht wertschöpferisch, unsinniger Verwaltungstätigkeit beschäftigt wird. Hinkt sicherlich der Vergleich, veranschaulicht aber evtl. die Fragwürdigkeit aktueller Behandlungsmethoden.

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