Mit einem „Investitionsbooster“ will die Bundesregierung der Wirtschaft neuen Schwung verleihen. Unter den milliardenschweren Steuerentlastungen für Unternehmen befinden sich auch neue Steuervorteile beim Kauf von Elektroautos. Eine direkte Kaufförderung für Verbraucher wie den früheren „Umweltbonus“ wird es wohl nicht mehr geben, 2027 könnte aber ein „Sozialleasing“ eingeführt werden.
„Wir werden die E-Mobilität mit Kaufanreizen fördern“, heißt es im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Eine neue Kaufprämie bedeutet das laut Isabel Cademartori nicht. Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion sagte dem MDR: „Ich gehe aktuell nicht davon aus, dass wir die Kaufprämie, wie wir sie früher mal hatten, unter dem Titel ‚Umweltprämie‘ wieder aufleben lassen können. Das war auch ein sehr teures Instrument, was vor allem Menschen zugutekam, die ohnehin besser betucht sind und die sich dann auch die Elektroautos leisten konnten.“
Der zu zwei Dritteln vom Staat und einem Drittel von den teilnehmenden Herstellern finanzierte „Umweltbonus“ betrug zuletzt bis zu 9.000 Euro. Er wurde Ende 2023 wegen Sparmaßnahmen der damaligen Bundesregierung abrupt eingestellt. Seitdem ist die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland deutlich zurückgegangen. Deshalb sind nun neue Fördermaßnahmen geplant.
Konkret soll der Kauf eines Elektroautos für Unternehmen steuerlich attraktiver werden: Wer sich einen neuen betrieblich genutzten Stromer anschafft, soll im Kaufjahr 75 Prozent der Kosten von der Steuer absetzen können. Im auf den Kauf folgenden Jahr ließen sich dann noch 10 Prozent absetzen, im zweiten und dritten Folgejahr jeweils 5 Prozent, im vierten Folgejahr 3 Prozent und im fünften 2 Prozent. Die Sonderregelung soll für Käufe zwischen Juli 2025 und Dezember 2027 gelten.
Auch die Verbraucher könnten von den Förderungen für die Wirtschaft profitieren: Später sollten viele der von den Unternehmen gekauften E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft werden. Normalerweise halten die gewerblichen Halter die Fahrzeuge drei Jahre, anschließend gehen sie zurück an die Leasinggeber oder werden wieder in den Markt verkauft.
Der Verband der Automobilindustrie VDA sieht weiter auch Bedarf an einer Kaufprämie. Schriftlich antwortet er auf eine Anfrage von MDR Aktuell: „Weitere Kaufanreize für E-Autos können eine unterstützende Maßnahme für den Markthochlauf darstellen. Dabei entscheidend: Eine anhaltende Debatte über Fördermaßnahmen führt zu einer Kaufzurückhaltung, daher brauchen die Verbraucherinnen und Verbraucher baldmöglichst Klarheit über möglicherweise beabsichtigte Maßnahmen.“
SPD-Politikerin Cademartori stellte eine Förderung in Aussicht, von der einige Verbraucher direkt profitieren sollen. Man wolle „ein soziales Leasingprogramm auf den Weg bringen“. Das bedeute, „dass wir den Menschen mit sehr ermäßigten Leasingraten die Möglichkeit geben, ein kleineres E-Auto zu leasen“. Dieses Programm könne aber erst 2027 auf den Weg gebracht werden. Erst dann würden die dafür benötigten Mittel aus dem europäischen Klima-Sozialfonds zur Verfügung stehen.

F. K. Fast meint
Sofortige Abschreibung von 75% sind durchaus interessant, da es die Liquidität erhöht und mehr den Kauf statt Leasing fördert.