Genesis, die Edelmarke des Hyundai-Konzerns, will künftig auch mit besonders sportlichen Modellen punkten. Manfred Harrer, Head of Vehicle Development Tech Unit bei der Hyundai Motor Group, erzählt in einem von dem Unternehmen veröffentlichten Interview vom Hochleistungsansatz der neuen Genesis-Submarke Magma sowie von den Plänen zur Einführung von Hybridmodellen und Elektroautos mit sogenanntem Range Extender (EREV).
Aktuell stehe die Marke Genesis für Luxus und Komfort, was auch ideal zu der aktuellen Modellpalette passe, so der Manager. Mit Magma schlage man nun eine Brücke zu leistungsstärkeren Antrieben, einem dominanteren Erscheinungsbild, breiteren Karosserieformen und einem tieferen Fahrzeugschwerpunkt. Die Submarke richte sich an die Kunden, die in jedem Segment mehr Leistung, mehr Geschwindigkeit und eine sportlichere Note wünschen. Das erste in Serie produzierte Magma-Modell wird der vollelektrische GV60 Magma sein.
„Wir arbeiten Tag und Nacht an neuen Technologien“
Der Motorsport gelte als das härteste Testfeld in der gesamten Automobilwelt. Hier gehe es um Hochgeschwindigkeit, Aerodynamik, ideale Kühlung und die Haltbarkeit über 24 Stunden. „Was wir hier lernen, wird uns wichtigen Input für die weitere Entwicklung unserer Produkte liefern“, so Harrer. „Wir arbeiten Tag und Nacht an neuen Technologien speziell für Genesis-Fahrzeuge. Das digitale Erlebnis ist für uns sehr wichtig, ebenso wie die nächste Generation von Antriebssystemen, mit der wir noch mehr Leistung und Effizienz erreichen.“
Konkret arbeite Genesis derzeit an der Weiterentwicklung der Luxuslimousine G90. Es gebe zahlreiche Ideen für neue Technologien, etwa für ein besseres digitales Erlebnis und ein besseres Fahrerlebnis, sagte der Manager. „Zudem sind wir dabei, unser gesamtes Antriebsprogramm zu optimieren. Dazu gehören auch elektrifizierte und hybride Lösungen.“ Auch der G90, der aktuell ausschließlich mit Verbrennungsmotor angeboten wird, soll künftig mit weiteren Antriebsvarianten verkauft werden.
„Noch nicht jeder bereit, auf Elektromobilität zu setzen“
Bei der Elektromobilität resultiert die Lücke zwischen den „Early Adopters“ und dem restlichen Markt laut dem Manager daraus, dass der vollständige Umstieg auf Stromer länger dauert als erwartet. „Dies ist eine Lektion für die gesamte Automobilindustrie und auch wir müssen darauf reagieren und innovativ sein. Wir können uns nicht weiterhin darauf fokussieren, ausschließlich Elektroautos auf den Markt zu bringen. Dies war ein gewagtes Ziel von uns, doch wir müssen uns anpassen und auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen. Schließlich ist noch nicht jeder bereit, auf Elektromobilität zu setzen.“
In dieser Übergangszeit entwickele der Konzern Hybrid- und Hybrid-ähnliche Technologien für die Kunden, bevor er voll und ganz auf rein elektrische Lösungen setzt. „Wir werden schon bald sowohl neue Elektroautos als auch aktualisierte Modelle mit neuen Antriebsvarianten anbieten. Dazu zählen Hybrid- oder auch EREV-Antriebe, also Elektrofahrzeuge mit Range Extender“, erklärte Harrer. Bei diesem Antriebskonzept erzeugt ein kompakter Verbrenner als Stromgenerator bei Bedarf Energie für den E-Motor.
Das Besondere an der EREV-Technologie liegt Harrer zufolge in der Kombination von Vorteilen aus beiden Antriebsarten. „Kunden erleben die Fahreigenschaften eines Elektroautos – eine direkte hohe Beschleunigung sowie ein sehr ruhiges Fahrgefühl – und können sich gleichzeitig auf eine hohe Reichweite verlassen. Es ist eine Art moderner Hybridantrieb.“ Im Alltag lasse sich das Fahrzeug vollelektrisch nutzen, auf längeren Reisen könne man jedoch direkt starten, ohne sorgfältig seine Ladestopps zu planen.
„Doch Fahrzeuge mit EREV-Antrieb haben noch mehr zu bieten als eine große Reichweite. Sie ermöglichen ebenfalls hohe Anhängelasten, was beispielsweise für das Ziehen von Pferdeanhängern benötigt wird – ein Punkt, an dem reine Elektroautos häufig an ihre Grenzen stoßen“, so der Manager.
Neue E-Auto-Plattform wird für Hybride fit gemacht
Vor ein paar Jahren kündigte die Hyundai Motor Group die Entwicklung einer Elektroauto-Plattform der nächsten Generation an, die im Vergleich zur aktuellen Stromer-Plattform E-GMP eine deutlich höhere Reichweite mit einer einzigen Ladung bieten soll. Um auf die Marktanforderungen zu reagieren, habe man bereits damit begonnen, diese Plattform zu überarbeiten, um sie auch an Technologien wie EREV-Antriebe anpassen zu können, verriet Harrer.
Danach gefragt, welche Strategien verfolgt werden, um die bestmögliche Fahrleistung dieser neuen Plattform zu erreichen, sagte der Manager: „Am Gewicht der im Fahrzeugboden montierten Batterien können wir bei Elektroautos wenig ändern. Wir können jedoch die Gewichtsverteilung eines Fahrzeugs optimieren, indem wir verschiedene Komponenten neu platzieren oder austauschen und dadurch die Fahrzeugbalance ändern. Auch kann durch unterschiedliche Reifentypen vorne und hinten die Bodenhaftung verbessert werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Abstimmung des Antriebsstrangs. Künftig dürfte es noch leistungsstärkere Elektromotoren mit einem klareren Fokus auf die Hinterräder geben. Indem auf diese Weise das Fahrzeug von hinten angeschoben wird, entsteht ein ausbalancierteres Fahrverhalten.“
„Wir arbeiten derzeit an einem neuartigen Torque-Vectoring-System für kommende Genesis-Modelle, allen voran der Magma-Reihe“, so Harrer weiter. „Dieses System ist wirklich innovativ und wird bei allen Geschwindigkeiten für mehr Agilität sorgen. In Kombination mit der richtigen Bereifung wird dies die Dynamik und Leistung zusätzlich steigern.“

Sebastian meint
Tja. Premium reicht ja nicht, min edelmarke. Drunter macht es heute keiner mehr.
An dem Bild oben stören mich einzig die Schuhe. Mein Hausmeister trägt bessere.
Sebastian meint
Und der Anzug sieht aus als vom LKW auf der Autobahn runter gefallen.
Donald meint
Die schauen aber beide ganz schön traurig in die Kamera.
Sebastian meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
Sebastian meint
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Gernot meint
Ich fasse zusammen: „Wir arbeiten daran, für den deutschen Markt noch irrelevanter zu werden.“
Natürlich wird ein G90, der in der Standardvariante für 112.000 Euro schon nicht gekauft wird, in einer Sportvariante für 150.000 Euro erst recht nicht gekauft. Dem Teil fehlen ja nicht PS. Das Verhältnis aus Status/Reputation und Preis passt nicht. Und es wird mit teureren Sportvarianten noch mal schlechter.
David meint
Man hat es nicht geschafft, in Europa die Hyundai deutlich teurer zu verkaufen, indem man etwas Plastikchrom addiert hat und den Preis verdoppelt. Die Leute merken das. Das ist dasselbe, was auch für die Chinesen gilt. Man kann nicht beschließen, Premium zu sein.
Yupi meint
Hyundai i30N Nachfolger ist mit dem Ioniq 5N (und ja, dass ist der Nachfolger laut diverser Autozeitungen) doppelt so teuer geworden.
Hyundai will ins höhere Preissegment und zusätzlich mit der Billigmarke Kia.
Leider sind Kunden koreanischen Hersteller preissensibel. Hyundai/Kia stand für preiswerte gute Fahrzeuge.
Heute will man Premium und hat sich damit verzettelt. Folgen sind 10 Prozent Absatzeinbruch im 2 wichtigsten Absatzmarkt für Hyundai nach den USA nämlich Europa.