Honda Motor Co. hat den ersten Verlust seit dem Börsengang 1957 gemeldet. Das Defizit im letzten Geschäftsjahr lag bei 2,6 Milliarden Dollar (ca. 2,2 Mrd. Euro), berichtet Automotive News. CEO Toshihiro Mibe erklärte, dass die Japaner das Ziel eines Verbrenner-freien Fahrzeugangebots aufgeben und den Kurs auf 15 neue Hybride bis 2030 ausrichten.
Mibe zeigte zwei Prototypen für die kommenden Hybride. Eine silberne Fastback-Limousine deutet dem Bericht zufolge auf einen künftigen Accord oder Civic hin (Mittelklasselimousine). Ein Crossover erinnere an einen künftigen Acura RDX (mittelgroßes Edel-SUV). Beide Fahrzeuge sollen in den kommenden zwei Jahren starten.
Ein Teil der geplanten Hybride soll auf bestehenden Modellnamen basieren. Andere Fahrzeuge sollen vollständig neu sein. Honda will zudem Architekturen und Komponenten der angekündigten 0-Series-Elektroautos für die benzin-elektrische Modellreihe umfunktionieren.
Die Japaner meldeten einen Nettoverlust von 2,7 Milliarden Dollar. Abschreibungen und Wertminderungen im Zusammenhang mit E-Fahrzeuge summierten sich laut Automotive News auf 9,9 Milliarden Dollar. „Wir müssen die Blutung so schnell wie möglich stoppen und den Weg für künftiges Wachstum ebnen“, sagte Mibe.
Für das laufende Geschäftsjahr stellte Mibe eine Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht. Für das Geschäftsjahr bis zum 31. März 2029 peilt Honda ein Rekord-Betriebsergebnis von 8,8 Milliarden Dollar an. Für das Geschäftsjahr bis zum 31. März 2027 erwartet der CEO ein Betriebsergebnis von 3,1 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Weitere Stromer-Belastungen von 3,1 Milliarden Dollar sind in dieser Prognose enthalten.
Hybride sollen Aufschwung tragen
Die neuen Hybride sollen den Aufschwung tragen. Das erste Modell soll im kommenden Jahr debütieren. Insgesamt sind 15 Modelle weltweit geplant, mit Schwerpunkt auf Nordamerika. Das globale Hybrid-Absatzziel für 2030 steigt von 2,2 Millionen auf 2,5 Millionen Fahrzeuge.
Honda plant kürzere Entwicklungszeiten und geringere Kosten. Entwicklungsdauer, Kosten und Arbeitsaufwand sollen bis 2030 halbiert werden. Der schnellere Ansatz soll bei kleinen Modelländerungen in diesem Geschäftsjahr beginnen und ab 2028 bei vollständigen Modellwechseln greifen. Die Produktionseffizienz soll um 20 Prozent steigen.
Im März strich Honda zwei reine Stromer der 0-Series, einen vollelektrischen Acura RSX und Erstlingswerke für die neue Marke Afeela aus dem Gemeinschaftsprojekt mit Sony. Zugleich verlängerte Honda in den USA die Lebenszyklen von Verbrennermodellen wie Accord und HR-V. In China spricht man über die Aussetzung einer oder beider Fertigungslinien für Verbrenner und Hybride. Diese Linien haben eine Kapazität von einer Million Fahrzeugen und könnten im Juni oder Juli gekürzt werden.
Honda hat außerdem Pläne für ein Elektrofahrzeug- und Lieferkettenzentrum in Kanada eingefroren. Das Unternehmen will das weitere Vorgehen prüfen und politische Entwicklungen beobachten. Zum aufgegeben Ziel eines Verbrenner-freien Angebots bis 2040 sagte CEO Mibe: „Das ist derzeit nicht realistisch. Wir haben dieses Ziel zurückgezogen.“
Stattdessen verfolgt Honda das Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Der Ansatz umfasst Hybride, „saubere“ Verbrennungsmotoren, CO2-neutrale Kraftstoffe, Wasserstoff-Brennstoffzellen und vollelektrische Fahrzeuge. Honda entwickelt drei neue Hybridantriebe für kleine, mittlere und große Fahrzeuge. Die Kosten der nächsten Hybridgeneration sollen gegenüber dem 2023 im Accord eingeführten System um mehr als 30 Prozent sinken.

Elvenpath meint
Milliardenverluste durch E-Antriebsstrang? Klingt für mich nicht glaubwürdig, da Honda im E-Bereich doch nichts anzubieten hat. Da wird wohl ein Sündenbock gesucht.
M. meint
Neue Prototypen?
Wer will hier Hüllen für Fahrzeuge sehen, wenn sich die Technik darunter ändert?
Zeigt die Technik. Die Hüllen sind nicht das Problem, und nicht die Rettung.
Die Strategie wird auch scheitern. Für dieses sauberen Verbrenner bräuchten wir glatt eine zweite Erde als Rohstofflieferant.
Egon_meier meint
Honda kann es einfach nicht – kein japanischer Konzern kann es.
Wolle sie einfach nicht?
Mazda, Nissan, Honda, Toyota .. alle versagen bei Einführung der Elektromobilität.
Warum eigentlich?
Was meckern wir eigentlich immer über die deutschen Autokonzerne – DIE schaffen es, die japanischen nicht.
cbzac meint
Ds meiste davon stand ja schon im Artikel vom 16.3.
https://ecomento.de/2026/03/16/honda-erwartet-milliardenverlust-nach-neubewertung-der-elektroauto-strategie/
Aber den Lacher zur vermeintlichen Lösung im neuen Artikel nehme ich natürlich gerne mit: „Der Ansatz umfasst Hybride, „saubere“ Verbrennungsmotoren, CO2-neutrale Kraftstoffe, Wasserstoff-Brennstoffzellen und vollelektrische Fahrzeuge.“
Honda hat also sie saubere Benzinverbrennung entdeckt und wird mit Fahrzeugen auf Basis von E-Fuels und Brennstoffzelle Geld verdienen – nachdem sie an BEVs gescheitert sind.
Das Management ist definitiv nicht mit Kompetenz gesegnet.