Die erste vollelektrische Version des großen Porsche-SUV Cayenne soll „besser denn je Performance, Alltagstauglichkeit, Langstreckenkomfort und Offroadtauglichkeit vereinen“. Einen ersten Vorgeschmack darauf gab der Hersteller weit vor der Markteinführung des Cayenne Electric im Rahmen einer Filmproduktion in England.
Beim Bergrennen von Shelsley Wals mischte sich ein seriennaher Prototyp für Dreharbeiten zu einem Filmprojekt unter die Teilnehmer der Britischen Hillclimb-Meisterschaft. Gabriela Jílková, Simulator- und Entwicklungsfahrerin für das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team, pilotierte den getarnten Cayenne Electric auf dem an einigen Stellen nur gut dreieinhalb Meter schmalen, bis zu 16,7 Prozent steilen und 1.000 Yards (914 Meter) langen Asphaltstreifen. Gleich im ersten gewerteten Versuch unterbot Jílková die bisherige Rekordzeit für SUV um über vier Sekunden.
„Die Strecke ist herausfordernd und verzeiht keine Fehler. Es gibt keine Auslaufzonen und wenig Spielraum für Korrekturen. Aber das aktive Fahrwerk gibt dem neuen Cayenne eine enorme Stabilität und Präzision. Das Auto hat sich jederzeit vollkommen souverän angefühlt“, so Jílková.
Der Cayenne Electric war mit Porsche Active Ride ausgestattet, das die Marke zukünftig auch in ihrem SUV anbieten wird. Das aktive Fahrwerk hält den Aufbau auch bei dynamischen Brems-, Lenk- und Beschleunigungsvorgängen stets horizontal und soll durch eine ausgewogene Verteilung der Radlasten eine optimale Anbindung an die Straße sicherstellen. „Durch Porsche Active Ride vergrößert sich die Bandbreite zwischen Fahrdynamik und Fahrkomfort beim neuen Cayenne noch einmal deutlich“, sagt Michael Schätzle, Leiter der Baureihe Cayenne.
Neben der Rekordzeit von 31,28 Sekunden betont Porsche noch eine andere in Shelsley Walsh realisierte Zahl: Der erste Messpunkt nach 60 Fuß (18,3 Meter) hinter der Startlinie wurde nach nur 1,94 Sekunden passiert. Das schafften ansonsten nur die einsitzigen und eigens für diesen Zweck aufgebauten Rennwagen mit Slickbereifung. Das lässt eine sehr hohe Antriebsleistung des neuen Elektro-SUV von Porsche erahnen, das mit konventionellen Sommerreifen ausgestattet war. Schätzle versichert, dass die finale Abstimmung des Cayenne Electric für den Marktstart zwar noch in vollem Gange sei, „Antriebsleistung und Ausstattung des Rekordautos waren aber bereits auf Serienniveau“.
Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen
Porsche gab in England auch einen ersten Ausblick auf die Alltagstauglichkeit des Cayenne Electric. Der britische TV-Moderator Richard Hammond nutzte den getarnten Prototyp im Rahmen des Filmdrehs, um einen mehr als 100 Jahre alten und über zwei Tonnen schweren Oldtimer von seiner Werkstatt in Hereford zu seiner Garage zu transportieren. Dabei mussten inklusive Anhänger rund drei Tonnen gezogen werden. „Ich habe das hohe Gewicht hinter mir kaum wahrgenommen. Der Cayenne hat die Aufgabe souverän gelöst“, so Hammond.
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Man habe den Cayenne Electric hinsichtlich Karosserie, Antrieb und Thermomanagement des Hochvolt-Systems so robust konzipiert, damit das SUV alle Voraussetzungen erfüllt, um als eines der ersten Elektroautos weltweit konfigurationsabhängig eine Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen zu erreichen und auch die entsprechende Zulassung zu erhalten – genau wie das aktuelle Cayenne-Modell mit Verbrennungsmotor, erklärt Porsche. „Unsere Kunden schätzen seit jeher den hohen Nutzwert des Cayenne. Daher wollten wir bei der Entwicklung des vollelektrischen Modells keine Kompromisse eingehen“, sagt Baureihenleiter Schätzle.
Ursprünglich war geplant, den Cayenne ausschließlich als Elektroauto neu aufzulegen. Wegen der weniger dynamisch als erwartet ausfallenden Nachfrage nach Stromern wird die Baureihe aber länger auch als Verbrenner angeboten. Der erste rein elektrische Cayenne wird 2026 erwartet. Er basiert auf der PPE-Plattform (Premium Platform Electric), die auch beim neuen, nur als Vollstromer gebauten Porsche Macan verwendet wird. Damit erhält das SUV die neueste Technik des Volkswagen-Konzerns für hochwertige E-Autos wie ein 800-Volt-System.
„Unseren Kunden stehen bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein auch leistungsstarke und effiziente Verbrennungsmotor- und Hybridmodelle zur Verfügung, wofür wir die aktuelle Modellgeneration mit hohem Aufwand weiterentwickeln“, so Schätzle. „Das in England erstmals öffentlich demonstrierte Performance-Niveau erreichen wir allerdings nur durch die Potenziale der Elektrifizierung. Der Cayenne Electric wird neue Maßstäbe setzen – ohne Kompromisse bei Alltagstauglichkeit und Nutzwert.“









Powerwall Thorsten meint
Also 3,5 t Anhängelast, finde ich einmal eine Ansage- wenn jetzt der Preis auch noch stimmt, ist das sicher ein Auto auf das sehr viele aktive Menschen mit unterschiedlichsten Hobbys sehnsüchtig gewartet haben.
Gut gemacht.
Sebastian meint
3,5 t zieht jeder Pickup für ca. 40t Euro.
M. meint
Nicht jeder elektrisch, und darum geht es.
Und „Pickup“ ist nicht für jeden das passende Fahrzeug.
CJuser meint
Was ist eigentlich mit den Konzerngeschwistern? Audi Q7 bzw. Q8 e-tron, Bentley Luxury Urban SUV und VW Touareg. Porsche lässt man den Vortritt und Bentley kommt hier geplant als letztes, trotzdem ist es hier ziemlich still geworden. Das wirklich letzte neue PPE-Modell soll ja nach aktuellen Informationen der Cupra Terramar ungefähr zum Dekadenwechsel werden.
Tadeky meint
Porsche aus dem Ostblock Werk in Bratislava Nein Danke!
Ein Porsche kann nur aus Deutschland kommen!
Fred Feuerstein meint
Hast du nicht gesehen, dass die Marge von Porsche im freien Fall ist? Sie können nicht anders und müssen in billigere Standorte verlagern.
Yupi meint
Porsche verdient schon lange das meiste Geld mit SUVs. Der 911er ist noch was für Nostalgiker.
Nur versagt man sich langsam das Image, wenn der 15 Jahre alte Cayenne Trubo S für 5 K beim Fähnchenhändler steht.
Fred Feuerstein meint
Na ja, das meiste Geld ist derzeit nicht viel. Sie sind jetzt noch bei der Marge von einst Volkswagen, bei 5,8 %… Na ja, der ganze Konzern liegt nur noch etwas oberhalb des Tagesgeldzinssatzes. Deshalb werden auch nicht mehr Elektroautos verkauft, sonst wird die Marge noch weiter sinken.
IDFan meint
Du bist was Großem auf der Spur und merkst nach 23 Jahren, wo der Cayenne gebaut wird. Jetzt verrate ich dir mal was, aber psssst: der Bentley Bentayga und der Lamborghini Urus werden da auch gebaut. Und noch kein Käufer, der dafür 300 k ohne Zucken auf den Tisch gelegt hat, fühlte sich betrogen. Dagegen Leute, die sich nicht einmal einen gebrauchten Touareg der ersten Serie leisten können…
Yupi meint
Ein Touareg der ersten Generation kauft auch keiner mit Verstand.
Und nein. Porsche hat um das Gerücht mit der Slowakei jahrelang ein Geheimnis gemacht. Die fertigen Karossen wurden via abgedeckten Transportzug nach Leipzig in der Nacht gefahren, um sie dann in das dortige Werk zum aufkleben der Schilder und Schriftzüge für Made in Germany überführt.
IDFan meint
Verschwörungstheorie sondergleichen. Lässt sich in Sekunden widerlegen, indem du im Browser deiner Wahl „Cayenne Bratislava“ eingibst und als Suchzeitraum „bis 2003“ auswählst.
Yupi meint
@IDFan
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.porsche-verlagert-produktion-der-porsche-cayenne-verabschiedet-sich-aus-leipzig.5a479a4f-7418-4f6f-9dad-6244885161a7.html
eBikerin meint
Ja das muss ein wirklich schlecht gehütetes Geheimnis gewesen sein ;-)
Ausserdem wurde da nur die Karosserie hergestellt – also nix mit fertigen Karossen.
Tinto meint
Schon davor, ab 1997 ging ein Teil der Boxster Produktion zu Valmet nach Finnland , Usikaupunki.
Das sind doch keine Geheimnisse.
Calimator meint
Porsche? Ist das nicht diese Marke die früher mal Sportwagen gebaut hat?
Till meint
…und Traktoren. Daher ist ein geländegängiges SUV passend im Portfolio.
CJuser meint
Ich bin ja mal gespannt, ob das Akkupack etwas größer ausfallen wird, im Vergleich zum Macan Electric. Das würde allerdings auch eine neue Modulgröße bedeuten.
Mäx meint
Der Macan hat einen Radstand von ~2,9m
Der aktuelle Cayenne hat das ebenfalls.
Ich gehe aber davon aus, dass der elektrische Cayenne einen größeren Radstand bekommen wird.
Vergleichen wir mal mit BMW iX, der hat ja ungefähr die Abmessungen des Cayennes, und hat exakt 3m Radstand und hat 111kWh brutto.
In die Richtung wird es denke ich gehen, also 110-120kWh aufgrund eines Radstands von 3m – 3,1m.
CJuser meint
Schaue dir hierzu bitte mal den Unterbau der bisherigen PPE-Modelle an. Dort kann man nicht einfach ein, zwei Module bei (nehmen wir mal an) 3,2m Radstand dazu packen.
David meint
Aus welchem Grund genau nicht? Was ich sehe, sind in der höchsten Auslegung zwölf Module in drei Reihen hintereinander und vier Modulen nebeneinander. Da ist es auf jeden Fall möglich, zwei Module quer anzufügen. Macht brutto 116,6 kWh. Davon gehe ich aus.
Mäx meint
Hab gerade mal noch ein wenig gesucht und dabei eine Folie aus 2022 gefunden, die den max. Radstand mit 3.080mm angibt.
Das könnte schon gut hinkommen.
Stimme übrigens zu, dass es schwierig erscheint, dort mehr Kapazität einzubauen.
Ich kann mir aber einfach nicht vorstellen (oder hoffe viel mehr), dass man das nicht bedacht hat.
Auf der Folie steht übrigens auch, dass die J1 Plattform von der Kapazität her weniger bieten soll. Weil das vor dem Facelift der J1 war, kann man davon ausgehen, dass es um 93kWh J1 gegenüber ~100kWh im PPE ist.
J1 hat aber dann ein Update bekommen, welches die Kapazität auf 103kWh gesteigert hat.
Beim Cayenne könnte man einen Weg gehen und kein zusätzliches Modul einbauen, sondern Zellen mit gesteigerte Kapazität gegenüber den Zellen im Macan/Q6.
Mal schauen. 100kWh fände ich eher enttäuschend.
CJuser meint
100 Brutto-kWh wären hier auf jeden Fall enttäuschend. Ca. 120 kWh sollten es auf jeden Fall sein. Wegen der Verschaltung und Kühlung wird man bestimmt nicht Module in quer und längs kombinieren (können). Ich vermute deswegen, dass die Module ein neues Maß bekommen und länger werden. Es somit bei 12 Modulen bleibt.
IDFan meint
Die Module bleiben wie sie sind, die Plattform hat Reserven. Sie war ja von Anfang an für den Cayenne mitgeplant worden Es werden mehr als 12 Module werden.