Mercedes-Benz beschleunigt offenbar die Einführung seines EQE-Nachfolgers, dem vollelektrischen Pendant zur E-Klasse. Ursprünglich für 2028 geplant, soll das neue Modell nun bereits im zweiten Halbjahr 2027 erscheinen. Der Beschluss folgt auf die schwache Marktperformance des aktuellen EQE, wie der Blog JESMB unter Berufung auf Konzernchef Ola Källenius berichtet. Der neue Zeitplan gehe auch mit einem Plattformwechsel einher.
Statt auf der ursprünglich vorgesehenen neuen MB-EA.L-Architektur, die für große E-Autos konzipiert ist, wird die nächste Generation der elektrischen E-Klasse demnach nun auf der kleineren MB.EA-M-Plattform entwickelt. Diese Plattform soll ihr Debüt bereits im September mit dem neuen GLC EQ feiern – einem im Frühjahr 2026 startenden vollelektrischen Mittelklasse-SUV. Kurz darauf soll die elektrische C-Klasse folgen. Beide Modelle sollen Hinweise auf die technische Basis des neuen EQE geben.
Die MB.EA-M-Plattform nutzt Antriebseinheiten der Generation „eATS2.0 Large“, die laut dem Bericht bei Heckantrieb 250 kW/340 PS und bei Allradantrieb bis zu 360 kW/490 PS Systemleistung ermöglichen. Im Gegensatz zur ursprünglich geplanten „Cell to Body“-Bauweise der größeren Plattform, bei der die Energiespeicher direkt in die Karosseriestruktur integriert sind, soll es bei einer modularen Batterieanordnung bleiben – ähnlich wie beim jüngsten CLA auf der neuen Mercedes Modular Architecture (MMA).
Designtechnisch soll Mercedes mit der neuen elektrischen E-Klasse zurück zu klassischen Werten wollen. Die Rede ist von einer „status-orientierten Geschäftslimousine“ im traditionellen Drei-Box-Design. Selbst der aufrecht stehende Kühlergrill mit Chrom-Optik, einst ein Markenzeichen des Herstellers, soll wieder Teil des Auftritts sein. Damit rückt das Modell näher an die Verbrenner-E-Klasse heran, die es ergänzt.
Der EQE konnte als aktuelles elektrisches E-Klasse-Pendant die Erwartungen weder auf dem Heimatmarkt noch in den wichtigen Märkten USA und China erfüllen. Besonders das als sehr aerodynamisch vermarktete „One-Bow-Design“ mit seiner rundlichen Form wird vielerorts abgelehnt. Die Verkaufszahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück, die Reaktionen der Kunden fielen verhalten aus.
Autocar berichtete kürzlich, dass Mercedes-Benz die Produktion der Elektroauto-Reihe EQE im kommenden Jahr einstellen werde. Dies gehe auf eine interne Neubewertung der Modellstrategie zurück, bei der Überschneidungen im bestehenden Angebot identifiziert wurden. Die EQE Limousine und das EQE SUV werden laut dem Bericht nicht direkt ersetzt. Den Kunden sollen zunächst die technisch fortschrittlicheren E-Auto-Versionen der C-Klasse und des GLC angeboten werden.

Rudolf meint
Ich oute Ich mich hiermit: der EQE hat ein tolles Design und der Fahrkomfort / Geräuschpegel ist große Klasse.
Die zu steile Rücksitzlehne, der fehlende Frunk unter der riesigen Motorhaube und der zu kleine Kofferraum sind ein anderes Kapitel.
Gernot meint
Meistens ist es Zeichen purer Selbstüberschätzung von Kommentatoren hier, wenn sie glauben, es besser zu wissen als die Experten bei Mercedes. Aber man fragt sich schon, wofür Källenius und Co eigentlich bezahlt werden. Der durchschnittliche Kommentator hier hätte Mercedes jedenfalls für kleines Geld zuverlässig vorhersagen können, dass EQE und EQS scheitern werden. Letztlich aus ähnlichen Gründen, aus denen auch die ganzen Chinesen scheitern, die meinen hier ins Premiumsegment einsteigen und Mercedes, Audi und BMW aufmischen zu können.
In der Preisklasse ab 60.000/70.000 Euro aufwärts zahlen die Kunden nicht, um komfortabel mit paar Gimmicks von A nach B zu kommen. Sie zahlen für Status und Prestige: „Ich bin wichtig. Ich hab’s geschafft“. Kann man albern finden oder als Ausdruck von Minderwertigkeitskomplexen werten, ist aber trotzdem so. Die Chinesen bieten null Prestige und Status und scheitern deshalb und EQE und EQS geht eben auch der klassische Mercedes-Status ab.
Das rundgelutsche Design repräsentiert keinen Mercedes und hinzu kommen peinlich billige Detaillösungen beim Design, die jeden Premiumanspruch zerstören: Der nicht zentrierte Sensor im „Kühlergrill“; die mit Hilfsstreben kleinteilig zerstückelten Seitenscheiben, damit man die versenkbaren Seitenfenster schön billig konstruieren kann; die Extraöffnung für das Scheibenwaschwasser; usw. Kann man an einem Fiat Panda machen, aber nicht an einer elektrischen E- bzw. S-Klasse. Ob man durch die Aerodynamik 1,50 Euro pro Monat bei den Stromkosten spart, interessiert die Zielgruppe nicht und für ausreichende Reichweite baut man in der Preisklasse dann eben paar mehr kWh mehr Batteriekapazität ein.
Nachdem man unter Källenius einmal mehr Milliarden für nichts verbrannt hat, scheint man ja zur selben Ansicht gekommen zu sein: „status-orientierte Geschäftslimousine“
Rudolf meint
Und einen Kombi bitte!!!
Dann klappt’s auch mit der angeblich ´schlechten Nachfrage’ – tsetsetse Kopfschüttel. Wenn ich allein an die zusammengebastelten PlugIn Hybride denke, mit verkleinertem Kofferraum weil man die Batterie einfach nur ‘reingelegt’ hat … wäre es nicht Mercedes, könnte man glauben das Unternehmen sei völlig unseriös. Aber ich will mal heute gnädig sein. Halbherzig. Halbherzig und verlogen. Tsetsetse … der Kunde ist schuld, ich muss immer noch den Kopf schütteln …
Wasco meint
Was stimmt nun? Erneuern oder einstellen?
M. meint
2026 wird der EQE eingestellt. Falls der vorher noch mal erneuert wird, sollte jemand dafür büßen. ;-)
Ich würde nicht mehr viel Geld da reinstecken. Das Auto reißt nichts mehr. Besser steckt man das Geld in den Nachfolger.
Skodafahrer meint
Es kommt keine MOPF mit 800 V für den EQE.
Dafür kommt die neue Modellgeneration mit neuem Namen auf einer moderneren Plattform ein Jahr früher.
Maffei meint
Wird auch Zeit! Ich würde eine E-Klasse mit dem Antrieb aus dem EQE nehmen… 96 kWh, WLTP 650 km und ein schönes Mercedes Design. Der CLA zeigt doch das es geht!
Gunnar meint
„96 kWh, WLTP 650 km“
Das ist für eine Limousine ein viel zu hoher Verbrauch bzw. eine viel zu geringe Reichweite bei einem so großen Akku.
Das kann Mercedes besser – siehe CLA: 85kWh und 792 km WLTP.
M. meint
Denk‘ ich auch.
Der Antrieb inkl. Inverter ist mindestens 1 Generation überholt, wenn nicht zwei. Am Luftwiderstand scheitert das Auto ja schon mal nicht…
Mit einem aktuellen Antrieb (inkl. ganzem HV-System) könnte der EQE zum CLA sicher aufschließen, aber hübscher wird er dadurch auch nicht.
Tinto meint
Der Motor des EQE kommt aus dem Regal des Zulieferers Valeo, das ist natürlich nicht ideal. In Zukunft baut Mercedes seine Motoren selber, die sind dann wesentlich effizienter.
David meint
Das ist natürlich eine Folge des CLA. Wenn der auf den Straßen fährt, kann man den zwei Generationen zurückhängenden größeren Wagen nicht mehr zu einem teureren Preis verkaufen. Mercedes wusste das auch. Als das Lastenheft des CLA aus dem EQ XX herauskam, waren damit die bisherigen Fahrzeuge tot. Die Frage war halt nur, wie lange man das herauszögern kann. Offenbar nicht lange, dafür werden A6 und Q6 zu gut an der Firmenwagenfront verkauft. Das mittlere Management hat indessen verstanden, dass eine 15 Minuteh Ladepause unterwegs keine verlorene Zeit sind, sondern enorm helfen, alle Bälle in der Luft zu halten.