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Deutschlandfonds soll privates Kapital für Investitionen mobilisieren

22.12.2025 in Politik von Thomas Langenbucher | Kommentieren

enbw-batteriespeicher-haeusern

Bild: EnBW (Symbolbild)

Die Bundesregierung und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) haben zum Ende des Jahres den „Deutschlandfonds“ gestartet. Damit wird in der Bundesrepublik ein Rahmen geschaffen, der es privaten und kommunalen Unternehmen erleichtert, in großem Umfang zu investieren. Der Bund stellt dafür öffentliche Mittel und Garantien in Höhe von rund 30 Milliarden Euro bereit. Damit sollen insgesamt Investitionen von rund 130 Milliarden Euro ausgelöst werden – als Investitionsoffensive neben dem staatlichen Sondervermögen.

Zentrale Felder, in denen der Deutschlandfonds private Investitionen anregen soll, sind Industrie und Mittelstand, Wagniskapital sowie die Energieinfrastruktur. Dazu gehören beispielsweise große Zukunftsinvestitionen in neue Technologien und Produktionsanlagen, der Ausbau von Erneuerbaren Energien, Wärmenetzen und Stromnetzen, aber auch die Gewinnung von Rohstoffen und die Finanzierung von innovativen Technologien in den Bereichen Deep Tech, KI und Biotech sowie die Entwicklung von Lösungen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.

„Mit dem Deutschlandfonds mobilisieren wir private Investitionen in die Jobs von morgen. Wir setzen öffentliche Mittel gezielt ein, damit deutlich mehr privates Kapital in Deutschland investiert wird: in Zukunftssektoren wie KI und Biotechnologie, in Industrie und Mittelstand, in unsere Sicherheit und in unsere Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen“, so Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. „Für viele Investoren ist Deutschland ein attraktiver Standort. Sie sehen die Innovationskraft und die hochqualifizierten Arbeitskräfte, die wir haben. Für diese Investoren schaffen wir mit dem Deutschlandfonds eine Andockstelle. Der Deutschlandfonds kann Risiken absichern und so dafür sorgen, dass die besten Ideen in Deutschland entstehen und hier auch groß gemacht werden.“

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Die aktuelle Lage unserer Wirtschaft macht deutlich, wie hoch der Investitionsbedarf für die Modernisierung unseres Landes ist. Entscheidend ist, privates Kapital gezielt dorthin zu lenken, wo Innovation entsteht, wo wir unsere Lieferketten resilienter aufstellen und Deutschland zukunftsfähig machen können. Der Deutschlandfonds mobilisiert hierfür privates Kapital mit öffentlichen Mitteln und ermöglicht so wirksame Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche.“

Wer profitiert vom Deutschlandfonds?

Genutzt werden sollen die Finanzierungsmöglichkeiten des Deutschlandfonds von Industrieunternehmen, mittelständischen Unternehmen, Start-ups, jungen Wachstumsunternehmen, privaten und kommunalen Energieversorgungsunternehmen, Unternehmen der Verteidigungs- und Rohstoffwirtschaft. Um die gesamte Breite an Bedarfen zu adressieren, ist der Deutschlandfonds kein Investmentfonds, sondern stellt eine Dachstruktur für verschiedene Bausteine dar, die diese Bedarfe spezifisch adressieren.

Im Baustein Industrie und Mittelstand wird über den Deutschlandfonds die Finanzierung von Zukunftsinvestitionen in die Wettbewerbsfähigkeit erleichtert. Dazu zählt das Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien, mit dem Großinvestitionen der Industrie, beispielsweise in den Bereichen Stromerzeugung oder Wasserstoff, aber auch in der Automobilindustrie, bei mittelständischen Zulieferern und im Maschinenbau unterstützt werden. Mit dem Rohstofffonds werden Eigenkapital-Beteiligungen und Kredite der KfW bereitgestellt, um Vorhaben zur Gewinnung von kritischen Rohstoffen für die deutsche Wirtschaft zu finanzieren, wie die Förderung der Lithium-Gewinnung in Deutschland.

Beispiel: Ein Unternehmen investiert in den Ausbau von Batteriespeicheranlagen. Die KfW sichert gemeinsam mit Bankpartnern die Lieferung der Anlagen durch eine Bürgschaft ab. Dies ermöglicht dem Unternehmen ein höheres Investitionsvolumen.

Im Baustein Energie ist geplant, die Kreditaufnahme von Stromverteil- und Wärmenetzbetreibern abzusichern, damit diese ihre in den nächsten Jahren stark steigenden Investitionen in die Stromverteil- und Wärmenetze stemmen können. Im Bereich Geothermie wird das Risiko, bei Bohrungen nach unterirdischen Heißwasserquellen nicht fündig zu werden (Fündigkeitsrisiko), abgesichert.

Darüber hinaus sei es angesichts der hohen Investitionsbedarfe notwendig, dass private und kommunale Energieversorgungsunternehmen über die für die Finanzierung erforderliche Eigenkapitalbasis verfügen, erklärt das Wirtschaftsministerium. „Hierzu wollen wir in einen Dialog mit den Bundesländern treten und arbeiten daran, dass Investoren und Energieversorger leichter zusammenfinden können.“

Beispiel: Ein Energieversorgungsunternehmen plant die Modernisierung oder Erweiterung ihres Stromverteilnetzes. Um die Investition stemmen zu können, stellt die KfW in Zusammenarbeit mit den Hausbanken einen Kredit von bis zu 100 Millionen Euro bereit, dessen Risiken sich die KfW mit den Hausbanken teilt. Dafür bekommt die KfW eine Garantie des Bundes. Dies ermöglicht Energieversorgern, die substantiellen Investitionsbedarfe zu adressieren.

Im Baustein Start-ups und Scale-ups tritt die KfW ab sofort auch als Co-Investor auf, um zusammen mit privaten Kapitalgebern aus dem KfW Capital-Fondsportfolio direkt in Start-ups in Deutschland zu investieren. Hierfür stehen pro Investition maximal 50 Millionen Euro und insgesamt 1 Milliarde Euro bis Ende 2030 zur Verfügung. Weitere 300 Millionen Euro stehen für die Beteiligung an Kreditfonds zur Verfügung, die in den Ausbau neuartiger Industrietechnologien investieren. Zur Stärkung der Wagniskapitalfinanzierung soll der Zukunftsfonds ab 2026 aufgestockt und verstetigt werden.

Beispiel: Junge Unternehmen, beispielsweise aus dem Verteidigungssektor, erhalten Wagniskapital von Fonds, an denen die KfW sich beteiligt. „So unterstützen wir die Entwicklung zukunftsfähiger Produkte und fördern Innovation“, heißt es vom Wirtschaftsministerium.

Die neuen, zusätzlichen Mittel aus dem „Wachstums- und Innovationskapital („Zukunftsfonds II“)“ werden den Angaben zufolge für Wagniskapitalfinanzierungen, insbesondere in den Bereichen DeepTech, BioTech und Sicherheit und Verteidigung sowie zur Deckung bestehender Finanzierungsbedarfe im Mittelstand eingesetzt.

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Via: Bundeswirtschaftsministerium
Tags: Förderung

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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