Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) zieht eine positive Zwischenbilanz zu dem im Januar veröffentlichten Förderaufruf für den Aufbau eines initialen Netzes zur Betankung schwerer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff in Deutschland. Bis zum Ende der Einreichungsfrist am 30. Juni 2026 gingen 526 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von 455 Millionen Euro beim Projektträger ein. Darunter sind 71 Anträge für Tankstellen und 455 Anträge für Fahrzeuge und Fahrzeugflotten. Dafür stellt das BMV insgesamt 220 Millionen Euro bereit.
„Die starke Resonanz auf unseren Förderaufruf für den Aufbau eines initialen Netzes zur Betankung schwerer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff in Deutschland zeigt: mit unserem Ansatz kommen wir genau zur richtigen Zeit. Denn die Branche setzt neben der Elektromobilität auch auf Wasserstoffmobilität bei den schweren Lkw“, so Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Der CDU-Politiker weiter: „Mit unserer kombinierten Förderung von einer großen Anzahl von Tankstellen und Fahrzeugen schaffen wir es, den entscheidenden Impuls zur Überwindung der Henne-Ei-Problematik zu geben. Damit legen wir den Grundstein für den zügigen Hochlauf einer klimafreundlichen Wasserstoff-Lkw‑Flotte. So stärken wir Innovation, Planungssicherheit und Wertschöpfung in Deutschland.“
Die Förderung werde auch in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld als wichtiger Impuls für die Branche wahrgenommen. Die breite Beteiligung, auch führender Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge, unterstreiche die industriepolitische Bedeutung des Vorhabens.
Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) hebt die Relevanz des Förderaufrufs in seinem aktuellen Informations- und Grundlagenpapier vom 18. Juni 2026 zu Wasserstoffbedarfen hervor. Er bezeichnet ihn als möglichen „Game-Changer“ für den Markthochlauf und sieht darin die Basis für den Aufbau eines Grundnetzes an Wasserstofftankstellen bis etwa 2030. „Legt man dieses zugrunde, dann ist eine Wasserstoff-Lkw-Flotte von einigen tausend Fahrzeugen bis 2030 möglich“, so der NWR.
Die Auswahl der Projekte erfolgt in einem wettbewerblichen Verfahren auf Basis der vorher festgelegten Kriterien. Die priorisierten Anträge sollen eine Bewilligung in der zweiten Jahreshälfte erhalten.

Gunnar meint
455 Anträge für Wasserstoff-LKWs in 6 Monaten. Toll.
Allein im Juni wurden mehr als 84.000 BEVs in Deutschland neu zugelassen mit einem Anteil 28,36%.
Nimm dass, Wossastoff-Aiwanger!
brainDotExe meint
Wer hat behauptet dass H2-LKWs mehr als eine Nische darstellen werden?
M. meint
Jeder, der dafür Hunderte Millionen Euro verschleudert.
Sonst würde man das ja nicht machen.
Wenn die Nische erstmal bei Diesel bleibt, ist nichts verloren. Die Masse muss umgestellt werden, die letzten 3% kann man sich später anschauen. Dafür braucht man für die Masse aber Klarheit, was die Richtung angeht. Und es ist schwer vorstellbar, aus H2 mal ein Business zu machen, das sich selbst trägt. Das ginge nur global, nicht mit ein paar LKWs in Deutschland. Und global läuft da nichts.
Daniel meint
Wir verschwenden 500 Millionen Euro für eine Technologie, die sich vielerorts als Sackgasse erweist. Unternehmen, die sie im direkten Vergleich mit batterieelektrischen Lösungen getestet haben, kehren ihr bereits wieder den Rücken, weil sie zu teuer, zu komplex und wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig ist. Traurig für Deutschland.
Jeff Healey meint
„Wir verschwenden 500 Millionen Euro für eine Technologie, die sich vielerorts als Sackgasse erweist.“ (…)
Wir ham‘s doch…🙄
South meint
220m für nur 71 Tankstellen und 455 Fahrzeuge. Wenn der Staat einfach komplett alles zahlt, hat das überhaupt nix mit Erfolg zu tun. Und auch sehr fragllich, ob man dies als Anschubssubvention verteidigen kann. Das Geld ist Puff verbrannt, denn damit kann man bestenfalls ein paar Landkreise und ein paar Großspeditionen abdecken.
Mit 220m und den knapp 80m, dass der Staat auch noch bei BMW für H Autos versenkt hat, geschweige denn für Projekte wie Laster mit Oberleitungssystemen. Für das verschleuderte Geld hätte Deutschland bereits ein funktionierendes MW Schnellladenetz aufbauen können, was funktioniert und auf alle Fälle gebraucht werden wird.
Der größte Fehler in der BRD ist die fehlende Verantwortung. In den USA wird man natürlich auch vom Staat unterstützt und das sogar ordentlich, da sollte man sich nicht täuschen, aber man muss deutlich Risikokapital mit einbringen, der Unternehmer haftet also deutlich mit eigenem Geld. Bei uns darf ein Zipse was von Technologieoffenheit faseln Geld verbrennen und hurra, es zahlt der Staat. Hier läuft was gewaltig schief. Wer als Manager für eine außergewöhnliche Lösung plädiert, dann muss er gefälligst dafür zahlen… d
CJuser meint
Hier sollte das Thema der Wartung von H2-Tanks wohl weniger ins Gewicht fallen, weil dann längst abgeschrieben. ;)
Justin Case meint
Hohe Nachfrage nach FÖRDERUNG, nicht nach den Produkten. Diese Differenzierung ist wichtig.
Jeff Healey meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
cbzac meint
Genau das.
Es zeigt, dass das Förderpaket trotz der Technik für den Antragsteller vorteilhaft ist. Mehr nicht.
Futureman meint
220.000.000€ verschwendet für eine Technik, die im Straßenverkehr dank schneller Batterieentwicklung nichts mehr zu gewinnen hat.
Jeff Healey meint
Ich kann da eigentlich nur noch drüber lachen, wie unser sauer verdientes Steuergeld zum Fenster rausgeworfen wird…