Volvo stellt im Januar den neuen EX60 als erste Elektroauto-Version des Mittelklasse-SUV XC60 vor. Vor der Premiere betonen die Schweden noch einmal, wie fortschrittlich und praxistauglich das Modell sein soll. Der EX60 werde mit einer Reichweite von bis zu 810 Kilometern pro Ladung in der Allradversion (vorläufige Angaben) punkten. Zudem setze er mit seiner Ladegeschwindigkeit neue Maßstäbe.
„Der Umstieg auf Elektroantrieb erfordert keine Kompromisse mehr – das macht der neue Volvo EX60 mehr als deutlich“, wirbt der Hersteller. „Er fährt weiter und lädt schneller als jedes andere Volvo Elektroauto zuvor und ist damit sowohl für den alltäglichen Einsatz als auch für die Fahrt auf der Langstrecke perfekt zugeschnitten.“
Der EX60 sei entwickelt worden, um neue Maßstäbe zu setzen, sagt Volvos Technologiechef Anders Bell. „Mit unserer neuen Architektur für Elektrofahrzeuge gehen wir direkt auf die wichtigsten Bedenken ein, die Kunden haben, wenn sie über den Umstieg auf ein vollelektrisches Fahrzeug nachdenken. Das Ergebnis sind Bestwerte in Bezug auf Reichweite und Ladezeiten, die der Reichweitenangst ein Ende setzen.“
Der neue EX60 habe nicht nur die größte Reichweite aller Volvo-Elektroautos, er lade auch schneller als alle bisherigen Stromer der Premium-Marke – „und das bei allen Wetterbedingungen“. An einer 400-kW-Schnellladestation lasse sich in zehn Minuten eine Reichweite von bis zu 340 Kilometern nachladen. Damit dauere ein Ladestopp kaum länger als ein gewöhnlicher Tankstopp. Zusätzliche Sorgenfreiheit gewähre die bis zu zehnjährige Garantie auf die Batterie des EX60.
Erstes Volvo Modell auf neuer SPA3
Die Basis für den EX60 bildet mit der SPA3 die laut dem Unternehmen bislang fortschrittlichste Elektroauto-Architektur von Volvo Cars. Sie sorge für maximale Effizienz bei den wichtigsten Fahrzeugsystemen. Die Batterie sei durch Cell-to-Body-Technik direkt in die Fahrzeugstruktur integriert, das steigere zusammen mit den im eigenen Haus entwickelten E-Motoren die Energieeffizienz und spare Gewicht ein. Die Batterie verfüge zudem über ein neues Zelldesign, das für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Energiedichte und Leistungsabgabe sorge und so die Reichweite zusätzlich erhöhe.
Neuland betritt der EX60 auch im Bereich Herstellung: Er ist das erste Volvo-Modell, in dem ein im Megacasting-Verfahren produziertes Bauteil verwendet wird. Dabei ersetzt ein „hochpräzises“ Gussteil Hunderte kleinerer Teile. Das Gewicht sinkt dadurch, was wiederum die Reichweite erhöht.
Die schnellen Ladegeschwindigkeiten werden durch das neue 800-Volt-Bordnetz von Volvo und die intern entwickelte Software ermöglicht, die zusammen die Energie effizienter in die Batterie leiten. Eine geringere Wärmeentwicklung und die Verwendung leichterer Materialien tragen ebenfalls zu schnelleren Ladezeiten bei.
Die Software des EX60 nutzt zudem intelligente Algorithmen, die von Breathe Battery Technologies entwickelt wurden, einem Unternehmen aus dem Portfolio von Volvo Cars. „Diese ermöglichen eine kontinuierliche Anpassung der Energieaufnahme der Batterie, um sie so jederzeit und bei allen Wetterbedingungen im idealen Betriebsbereich zu halten“, heißt es.






teamracer meint
Klingt alles gut.
Wenn er jetzt noch eine Länge von unter 4,90 meter hat, schau ich mir den ersten Test an.
CJuser meint
Hoffentlich sogar unter 4,8m.
South meint
Yoa, langsam setzen die Hersteller um. Der Knackpunkt ist das Schnellladen. Natürlich wird es Kunden geben, die auf die 810km WLTP schielen, aber es muss nicht immer das Wettrennen um den größten Accu sein, 600-700 WLTP mit Schnellader, reichen normalerweise bis unters Dach und ist aus Kosten- und Gewichtsgründen wirklich clever…
M. meint
WLTP interessiert nicht.
Nur die Realität interessiert, und die hängt von Faktoren ab, die sich stellenweise von deinen Randbedingungen unterscheiden.
Wenn’s keiner braucht oder will, kauft es keiner.
Das wird ein ganz, ganz einfacher Gradmesser.
MrBlueEyes meint
Natürlich interessiert WLTP… weil es eine normierte Vergleichsbasis ist.
Ist WLTP für den Realverbrauch realistisch? –> Nein
Hängt der Realverbrauch vom Fahrstil und Umgebungsbedingungen ab? –> Ja
Kann man trotzdem auf Basis des WLTP-Wertes die Effizienz und Reichweite grob einschätzen und Fahrzeuge somit gegeneinander erst einmal vergleichen? –> JA
M. meint
Für einen Vergleich verschiedener Angebote mag das noch taugen, aber die Zahlen kann man vergessen – das wollte ich sagen.
South meint
Wie MrBlueEyes schon richtig geschrieben hat, für einen Vergleich ist WLTP schon passend. Wenn man gut schnell Laden kann, und das können der EX60, X3, A6etron etc., dann wäre es cleverer das nicht mit einen unnötig teuren und auch schweren Accu vollzustopfen.
Natürlich kann ich auch nicht Wissen, ob die Kunden trotzdem einfach immer das höchste WLTP nehmen, aber wenn man das nicht braucht, dann ist das echt nachteilig. Ich sehe das beim ID.3 Pro S, da ich beide Varianten habe, den 60er und eben den 80er. Das merkt man beim Fahren und natürlich auch beim Preis… das sollte man Kauf echt bedenken… bis vor wenigen Jahren galt immer die Devise, der Accu kann nicht groß genug sein und ich selbst hab ja auch so gedacht, aber die Technik ist jetzt deutlich besser geworden…
Herbert Diess meint
Liest sich wie der Pressetext vom iX3. Preis wird vermutlich ähnlich sein. Wie ich Volvo kenne, wird er anders als die Deutschen aber nicht die Hartplastikseuche haben. Großes Fragezeichen ist die Software. Was man da zu EX90 und den neuen Polestars tlw. lesen muss, erinnert an den VW I.D. Rollout.
MrBlueEyes meint
Die Informationen sind leider noch sehr dünn.
Für diese Reichweite bräuchte der EX60 mindestens 105 bis 110 KWh Netto so wie der iX3 ca.
Mal schauen, was Volvo da bewerkstelligen kann.
Aber eins zeigt der Wagen wahrscheinlich -> Tesla wird gerade links und rechts bei einfach allem (Akku, Reichweite, Ladegeschwindigkeit) überholt…
Wird spannend, wie lange Tesla braucht, um mal ein MidSize-SUV mit mindestens 800 Km WLTP vorzustellen… der Pioneer wird so langsam zum Bummelletzten…
Gernot meint
Vor allem waren leistungsstarke Motoren, die aus dem Geely-Regal kommen, bislang nicht sonderlich effizient. Das ist auch nicht so verwunderlich. Wenn in China die kWh 8-9 Cent kostet, dann lohnen viele Effizienz-Maßnahmen einfach nicht. 1 kWh weniger Verbrauch auf 100 km spart dann nur knapp 1 Euro pro Monat. Da lohnt es dann nicht, 500-100 Euro mehr in effizientere Fahrzeugtechnik zu investieren. In Europa mit vielfach höheren Strompreisen ist das anders. Da scheint Geely teils noch ein bisschen lernen zu müssen (siehe auch Polestar).
WDSE meint
Die Motoren sind aber nicht von Geely sondern von Volvo in Göteburg. Durfte das Entwicklungszentrum mal besuchen
Gernot meint
Danke für die Info. Ex30/EX40 sind auch keine Offenbarung in Sachen Effizienz. Und bei Polestar, die die gleichen Plattformen wie Volvo nutzen, ist die Effizienz ja zumindest teilweise auch ein Problem und das liegt u.a. an weniger effizienten Motoren.
WDSE meint
Am 21.01. ist die online Vorstellung des EX60. Im Februar schaue ich mir den EX60 live in Düsseldorf an, freue mich schon darauf.
Ansonsten immer der Hinweis auf Tesla, ist doch langweilig. VW hat schließlich an dieser Stelle auch nichts zu bieten.