Das Institut für Strukturmechanik und Leichtbau (SLA), der Lehrstuhl für Höchstfrequenzelektronik (HFE) und der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen haben im Forschungsprojekt „upBUS“ erfolgreich den ersten Prototypen ihres Elektrobus-/Seilbahn-Vehikels getestet.
In dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Vorhaben entsteht ein Mobilitätssystem, das autonom fahrende Elektro-Minibusse mit urbanen Seilbahnen vereinen und einen nahtlosen Übergang zwischen beiden Verkehrsträgern ermöglichen soll.
Im Mittelpunkt der ersten Testphase mit dem „Minimum Viable Product“ stand der von der RWTH eigens entwickelte vollautomatische Kopplungsprozess, mit dessen Hilfe die Passagierzelle während der Fahrt innerhalb weniger Sekunden zwischen Seilbahngehänge und Straßenfahrmodul wechselt. Zu diesem Zweck hatten die Forscher ein reduziertes Seilbahnmodell mit einem geführten Schlitten auf einer Länge von 20 Metern aufgebaut und den Wechsel der Fahrgastzelle vom Straßenfahrzeug in den Seilbahnmodus und umgekehrt erfolgreich demonstriert.
Die Testkampagne habe zahlreiche Erkenntnisse zum komplexen Kopplungsprozedere geliefert, die sich den Forschern zufolge ausschließlich durch Versuche mit einem realen System gewinnen lassen.
Feldversuche für Sommer 2026 geplant
„Ein zentrales Ergebnis dieser ersten Phase ist, dass sich die Mechanismen und Methoden des Start-up-Ökosystems sehr gut auf die Technologieentwicklung im Forschungskontext übertragen lassen“, erklärt SLA- und upBUS-Leiter Professor Kai-Uwe Schröder: „Durch die Entwicklung eines ‚Minimum Viable Product‘ sind wir bereits zu einem frühen Zeitpunkt auf wesentliche Herausforderungen gestoßen, die sich bei der Projektplanung noch nicht absehen ließen.“ Die Erfolgswahrscheinlichkeit habe sich dadurch maßgeblich erhöht: „Schnell und gleichzeitig sorgfältig zu sein, ist kein Widerspruch mehr.“
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Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen entwickeln die beteiligten Institute derzeit ihre Technologien weiter. Für den Sommer 2026 sind Feldversuche geplant, um eine reproduzierbare, sichere Kopplung während der Fahrt im Realmaßstab zu demonstrieren. „In diesem Projekt werden wir die Robustheit und Eleganz von Seilbahnen mit der Intelligenz und dem Komfort des autonomen Fahrens zusammenbringen“, sagt HFE-Leiter Professor Renato Negra.
In einem Nachfolgeprojekt soll eine Pilotstrecke in der am Projekt beteiligten Gemeinde Simmerath in Betrieb genommen werden. In der ersten Phase einer Machbarkeitsstudie wurde die grundsätzliche technische, räumliche und naturschutzfachliche Umsetzbarkeit einer solchen Pilotstrecke bereits positiv bewertet. In der Folge sollen die Wirtschaftlichkeit der Pilotstrecke beurteilt und eine detaillierte Wirkungsanalyse vorgenommen werden.
„Unser bisheriger ÖPNV stößt überall an seine Grenzen“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker: „Das ‚upBUS‘-Konzept erweitert den Verkehrsraum um eine zusätzliche Ebene, was Staus reduziert, Flächen entlastet und Emissionen im Straßenverkehr senkt.“

MC meint
Großartiges Konzept, gefällt mir sehr gut. Schön auch, dass es nicht nur eine Animation ist, sondern anscheinend bereits in der Praxis funktioniert. So etwas würde ich mir für meine Stadt wünschen (hügelig, eng, Verkehrschaos…). Nur leider… bis so etwas hierzulande real wird, dauert es sicher noch sehr lange.
ID3Driver meint
Dass Gondeln sich als Verkehrsträger eignen zeigen ja schon etliche Städte, auch Metropolen. Ich hoffe aber dass sich in der frühen Projektphase dieses Projektes auch gezeigt hat dass das in der Animation gezeigte Verkehrskonzept mit wechselndem Rechts- & Linksverkehr sich nicht umsetzen lassen wird und diesbezüglich nochmal eine Korrektur erfolgt bevor es da zu realen Tests kommt. ;-)
R2D2 meint
Solche autonome Systeme hätten dann den Vorteil, das man als nicht öffentlich-beschäftigter, der kein Grundrecht auf Streik hat und auch „sonst es nicht wert ist“, pünkklich wo ankommen könnte… also, das meine Tochter rechtzeigt in der Kita ist (falls die auch grad nicht streiken – bei 4 Wochen Sommer und 3 Wochen Winterurlaub), und ich im Nachgang meinen Kundentermin wahr nehmen kann. Damit dann der Auftrag zustande kommt, von dem ich dann Steuern, Abgaben, Gewerbesteuer und auch die obliatoirsche MwSt. zum Abgabetermin per Überweisung anweisen kann. So hab ich das mal im BWL Eingangstermin gesagt bekommen, wie ein Land funkioniert.
also ich würde so ein System auf jeden buchen, wenn das dann noch mit Strom aus Öko-Kultur betrieben wird… YES.