Kia erweitert das Angebot an leicht zugänglicher Mobilität in seinem elektrischen „Platform Beyond Vehicle (PBV)“-Geschäft um ein rollstuhlgerechtes WAV-Modell (Wheelchair Accessible Vehicle). Der neue PV5 WAV soll ab Mitte Juli gebaut werde. Der Termin der Markteinführung wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Entwickelt wurde der PV5 WAV im Rahmen der Kia-Umbaustrategie „Made-In-Plant“ (MIP). Es handelt sich dabei um eine von mehreren PV5-Varianten, die entweder direkt auf den Kia-Fertigungslinien oder in dem speziellen Umbauzentrum des Unternehmens hergestellt werden. „Dieser Ansatz trägt zu einheitlichen Qualitätsstandards bei und unterstützt eine skalierbare Produktion für die europäischen Märkte“, erklären die Südkoreaner.
Mit der seitlichen Rampe führe der PV5 WAV eine im S-Van-Segment bisher einzigartige Konfiguration ein, die Rollstuhlfahrern einen direkten Zugang vom Straßenrand aus ermöglicht, heißt es. Die räumliche Anordnung ist den Angaben zufolge für Anwendungsfälle der innerstädtischen Mobilität optimiert, einschließlich Privattransporte, Taxidienste und Shuttle-Betrieb. Ein zweiteiliges, teleskopartig ausziehbares Rampensystem ist für unterschiedliche Straßen- und Gehwegbedingungen ausgelegt. Die Rampe hat eine Steigung von maximal 13,1 Grad, die sich beim Zugang über eine 15 Zentimeter hohe Bordsteinkante auf 11 Grad reduziert.
Der zentral positionierte Rollstuhlplatz schafft eine integrierende Kabinenumgebung für die Insassen. Eine asymmetrisch geteilte (40:60), hochklappbare Sitzbank im Fond ermöglicht es einer Begleitperson mitzufahren. Neben dieser 2-0-1-Sitzanordnung für den Rollstuhlbetrieb erlaubt der PV5 WAV auch eine 2-0-3-Konfiguration für den Standard-Personentransport. Der Innenraum des PV5 WAV soll durch verstärkte Bodenstrukturen eine hohe Strapazierfähigkeit bieten. Ein integriertes Verankerungssystem gewährleistet eine sichere Positionierung des Rollstuhls während des Transports.
Der PV5 WAV ist Teil einer breiter angelegten Strategie für rollstuhlgerechte Fahrzeuge innerhalb des PBV-Portfolios von Kia. Eine weitere PV5-Variante, die Rollstuhlfahrern den Zugang über eine Heckrampe ermöglicht, wurde in Zusammenarbeit mit AMF-Bruns, einem Spezialisten für rollstuhlgerechte Umbauten, entwickelt. Der seit März erhältliche PV5 mit AMF-Bruns-Umbau bietet flexible Sitzkonfigurationen für bis zu sieben Passagiere ohne Rollstuhl oder fünf Passagiere plus einen Rollstuhlfahrer.
„Zusammen bieten diese Lösungen den Kunden eine Reihe von Konfigurationen, die auf unterschiedliche Anwendungsfälle und gesetzliche Anforderungen in ganz Europa zugeschnitten sind“, so Kia.
Der PV5 WAV Side Entry baut auf dem Ende 2025 eingeführten Kleinbus PV5 Passenger mit 2-0-3-Sitzanordnung auf. Er basiert auf der Kia-Plattform E-GMP.S (Electric Global Modular Platform for Service), die Langlebigkeit, Modularität und fortschrittliche Konnektivität, einschließlich der Integration in Flottenmanagementsysteme, gewährleisten soll.

Axel Poeschmann meint
Großes Kompliment an Kia! Eine ähnliche Lösung hätte ich mir als Rollstuhlfahrer vor 4 Jahren schon beim ID. Buzz von Volkswagen ab Werk gewünscht. Aber für solche Speziallösung war und ist der Konzern zu träge und zu unbeweglich. Stattdessen hat man damals im Zuge der Einführung des Agenturmodells den Sonderrabatt für Menschen mit Behinderungen von 15 auf 4% gesenkt – danke Volkswagen!
eBikerin meint
Bei VW gibt’s mehrere Modelle mit Rollstuhlgerechter Installation. Und den Buzz kann man nachrüsten – genau wie das eine Freundin von mir seit 30 Jahren macht.
Und zwar zum selber fahren .
Powerwall Thorsten meint
Du weisst aber schon, daß „Behinderungen“ ein sehr großes Spektrum haben und nur relativ wenige Rollstuhlfahrer selber fahren können – aber sehr viele einfach nur irgendwie mitfahren?
Frag mal deine Freundin, was ihr Umbau dann gekostet hat und wie oft die Krankenkasse das in welcher Höhe unterstützt?
Du wirst staunen, wie schwierig sich das finanziell in der Realität darstellt.
Paule meint
Es ist möglich, jedes Auto im eigenen Auftrag in irgendetwas umbauen zu lassen.
So könnte ich extern so ziemlich alle Features in meinem Auto nachrüsten lassen, die nicht auf der Ausstattungsliste des Herstellers stehen, und darum unentwegt Kritik geübt wird.
Deine Argumentation folgend wäre es nicht notwendig, das Autohersteller überhaupt irgendwelche zusätzlichen Ausstattungsmerkmale selbst anbieten. Kann man sich ja nachrüsten lassen.
Reinhard meint
Ich bin genauso entäuscht von dem Laden. Den TDI Multivan können wir jetzt nach 130000km in den Schrott schieben, Motor zum 2.ten mal tototot. <nie wieder VW egal wie der ID Buzz gehiptstert wird. Kia macht sich ein Kopf. Super
derJim meint
Und wann kommt endlich der 7-Sitzer? :)