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E-Autos dominieren Pkw-Produktion in Ostdeutschland

18.02.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

Produktion-VW-ID.3-Werk-Zwickau-

Bild: VW (Symbolbild)

60 Prozent aller 2025 in Ostdeutschland hergestellten Pkw waren Elektroautos. Das geht aus Berechnungen der Leipziger Initiative Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) auf Basis von Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegen.

In Westdeutschland machen Elektro-Pkw nur 35,1 Prozent der Produktion aus, in Deutschland insgesamt sind es 40,2 Prozent. In absoluten Zahlen werden im Westen aber mehr Elektroautos produziert, ebenso wie mehr Wagen insgesamt. Schwerpunkte sind Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Der hohe E-Auto-Anteil in den ostdeutschen Werken geht vor allem auf die reinen E-Standorte von Tesla und Volkswagen zurück. Die Wolfsburger hatten ihr Werk in Zwickau bis 2020 zum ersten auf Elektroautos spezialisierten Standort umgebaut, wo auch Batteriemodelle von Audi und Cupra gebaut werden.

2022 eröffnete US-Elektroautopionier in Brandenburg in der Gemeinde Grünheide nahe Berlin sein bisher einziges Werk in Europa. Autowerke gab es in dem Bundesland bis dahin nicht. Die größere Stückzahl entfällt im Osten aber auf Sachsen: Neben VW Zwickau kommen dort die Werke von BMW und Porsche in Leipzig hinzu, wo neben Verbrennern auch E-Autos vom Band rollen. BMW Leipzig war 2013 mit dem Start des damaligen Kleinwagens i3 das erste deutsche Werk, in dem Elektroautos gebaut wurden.

Viele Industriearbeitsplätze im Osten hängen am Automobil

„Deutlich über 200.000 Menschen arbeiten in der Automobilindustrie und den Zulieferern in Ostdeutschland. Damit hängen mehr Industriearbeitsplätze im Osten der Republik am Thema Automobil als in Westdeutschland“, sagte der Geschäftsführer des ADOC, Jens Katzek, der dpa. Damit sei Ostdeutschland Vorreiter. Allerdings sei dort auch der Druck besonders hoch, dass die Umstellung auf Elektromobilität funktioniere.

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), betonte, jeder vierte Industriearbeitsplatz in Ostdeutschland hänge am Automobilsektor, der unter großem Druck stehe durch internationalen Wettbewerb, Zölle und die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe. Die Bundesregierung habe schon einiges für die Stützung der Autoindustrie getan. „Dabei brauchen wir jetzt auch ein klares Signal der Unternehmenszentralen, dass im Gegenzug Arbeitsplätze am ostdeutschen Standort gesichert werden.“

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) forderte: „Jetzt kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass insbesondere auch die Vorreiterstandorte wie Zwickau dauerhaft abgesichert sind.“

Die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, verlangte Investitionen und „klare, verbindliche Standortzusagen“ in Ostdeutschland. Sie sprach sich für sogenannte Local-Content-Verpflichtungen für ausländische Hersteller aus: „Wer hier verkaufen will, muss auch einen wesentlichen Teil hier fertigen.“ Der Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie VDA, Andreas Rade, warnte vor Verlagerungen von Investitionen ins Ausland. „Wir haben in Deutschland ein massives Standortproblem. Die Politik muss daher nun alles tun, was Wachstum schafft.“

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Tags: ProduktionAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. R2D2 meint

    18.02.2026 um 18:43

    Das mit den „blühenden Landschaften im Osten“ haben viele damals falsch verstanden… Polen, Tschechien und Ungarn sind östlicher… die 5 zugekauften Bundesländer (Schlesien wurde vergessen), tragen kaum bei. Aber eine Meldung ist es immerhin wert. Schön das wir deutsche BEVs überwiegend im osten von Schland bauen. Dort wäre sogar deutlich mehr möglich, wenn es denn überhaupt noch sinnvoll wäre tätig zu sein.

    Antworten
  2. Jeff Healey meint

    18.02.2026 um 15:28

    „E-Autos dominieren Pkw-Produktion in Ostdeutschland“

    Ob das den vielen AfD-Wählern in Ostdeutschland auch bekannt ist?
    Viele von denen sind ja nicht so für „grüne“ Themen zu haben…, Stichwort „die Windmühlen der Schande“, ein Zitat der Frau Weidel von der AfD.
    Werden die Produktionslinien dann zeitnah nach den Wahlen wieder für PKW mit Verbrennungsmotor umgerüstet?
    Ich frage für einen Freund.

    Antworten
    • Citystromerer meint

      18.02.2026 um 15:51

      Und ob das den vielen AfD-Wählern in West,-Nord- und Süddeutschland auch bekannt ist?

      Antworten
      • R2D2 meint

        18.02.2026 um 18:45

        naja, wohin uns das ganze gezupsel seit 30 Jahren gebracht hat… sehen wir ja aktuell. Aber hey, jetzt haben wir endlich jemanden gefunden der an allem schuld ist. die schmudligen von der A eff däh.

        Antworten
      • M. meint

        18.02.2026 um 21:21

        Da sind’s weniger als im Osten.
        Musst du mir nicht glauben – informiere dich selbst.

        Antworten
        • Citystromerer meint

          18.02.2026 um 22:03

          Danke für den Hinweis. Dadurch habe ich auch gelernt, wo die AfD aktuell die stärksten Zuwächse hat. Interessant.

          Nicht finden konnte ich die Antwort auf meine Frage, ob das den vielen AfD-Wählern in West,-Nord- und Süddeutschland auch bekannt ist. Du hast zwar irgendwas geschrieben, ist aber weit von einer Antwort entfernt.

        • Citystromerer meint

          19.02.2026 um 07:58

          Die Antwort zu blockieren ist natürlich auch eine Form, die unbequemen Meinungen zu unterdrücken. Ich hätte mich höflich bedankt und auf den überproportionalen Zuwachs in den alten Bundesländern bezogen, und dies nicht mal bewertet. Meine ursprüngliche Frage ist noch nicht einmal beantwortet.

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