Der chinesisch-schwedische Elektroautobauer Polestar bringt in den nächsten drei Jahren vier neue Modelle zu den Kunden. Darunter befindet sich auch eine Variante des aktuell nur als SUV-Coupé vom Band rollenden Polestar 4. Das Derivat wird eine Art Kombi, der auf ein zentrales Feature des bisherigen Formats verzichtet.
Das erste der vier neuen Modelle wird eine neue Variante des Polestar 4 sein – der aktuelle Bestseller des Unternehmens. Diese wird laut Unternehmensangaben die Form eines eleganten Kombis haben, aber wie der aktuelle Polestar 4 aufgrund seiner Elektroauto-Plattform höher sein.
CEO Michael Lohscheller beschreibt das kommende Modell als „eine Kombination aus dem Platzangebot eines Kombis und der Vielseitigkeit eines SUV“. Im Gegensatz zum aktuellen Coupé zeigt ein Vorschaubild, dass die Erweiterung der Polestar-4-Baureihe eine herkömmliche Heckscheibe haben wird und kein komplett geschlossenes Heck mit Kamera für den Blick nach hinten.
🚨 Polestar just folded on the no-rear-window debate… sort of.
The company is launching 4 new models in the next 3 years, including a Polestar 4 Estate that officially BRINGS THE GLASS BACK. 🔙🪟
Is this a smart pivot or a step backward in design? 👇 pic.twitter.com/pAWFewZoiU
— Autocar (@autocar) February 18, 2026
„Der Polestar 4 ist ein Erfolgsmodell“, erklärt Lohscheller, „aber manche Leute wünschen sich etwas mehr Funktionalität und Praktikabilität: Manche Leute haben Hunde.“ Das neue Modell biete alle Vorzüge des aktuellen Polestar 4, sei jedoch „etwas praktischer“. Schweden sei berühmt für Kombis und seine SUVs „genießen weltweit höchste Anerkennung“, so der CEO. „Wir kombinieren den Raum eines Kombis und die Vielseitigkeit eines SUVs mit der dynamischen Performance, die Polestar auszeichnet.“
Starten soll die neue Variante noch in diesem Jahr und den Namen Polestar 4 tragen, schreibt Autocar. Das aktuelle Modell wird in Polestar 4 Coupé umbenannt. Beide Elektroautos werden nebeneinander in Busan, Südkorea, produziert, sodass sie ohne die zusätzlichen Zölle auf in China hergestellte E-Autos exportiert werden können.
Ob sich das Polestar-4-Derivat beim Antrieb vom aktuellen Modell unterscheidet oder beide ein überarbeitetes Antriebsportfolio bieten, bleibt abzuwarten. Das Coupé ist hierzulande in zwei Versionen ab 61.900 Euro verfügbar. Die Grundversion hat einen 200 kW/272 PS starken Heckantrieb mit 620 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm. Die mindestens 69.900 Euro teure Topversion mit Allradantrieb und einer Systemleistung von 400 kW/544 PS schafft pro Ladung offiziell 590 Kilometer.

Shino meint
Wäre das mit der Kamera und der fehlenden Heckscheibe bei einem (vollgeladenen) Kombi nicht sinnvoller?
MK meint
War man nicht erst so stolz daruf, über die fehlende Heckscheibe ein Alleinstellungsmerkmal zu haben?
Ich glaube, im Endeffekt stelt Polestar grade fest, was z.B. BMW mit dem damaligen ersten i3 und auch viele andere Hersteller mittlerweile festgestellt haben: Die Mehrheit der Kunden will keine Revolution, sondern eine Evolution: Nichts vollkommen anderes als ihr vorheriges Auto, was von jedem sofort von weitem als „besonders“ erkannt wird, sondern ein Auto wie ihr vorheriges, das in der Masse (die aktuell nun Mal 08/15 Verbrenner sind) nicht auffällt, nur halt mit Elektroantrieb.
Future meint
Na ja, wenn BMW damals keinen i3 hinten links in der Ecke im Autohaus gehabt hätte, dann wäre ich auch niemals zu BMW gegangen. Da BMW später den Vision Circular nur fürs Museum entworfen hat, würde ich auch nie wieder zu BMW gehen.
Sicherlich gibt es Kunden, die auch aus ganz bestimmten Gründen zu Polestar gehen und nicht zu BMW oder den anderen.
Die »Mehrheit« der Kunden ist möglicherweise nicht mehr ganz so, wie sie früher immer waren. Die Elektromobilität mit ihren vielen neuen Angeboten und Veränderungen hat die großen und kleinen Märkte in der Welt und damit das Kaufverhalten aufgemischt. Das zeigt sich wohl am deutlichsten im chinesischen Markt.
MK meint
@Future:
Da haben Sie sicher recht: Sowohl ein Polestar ohne Heckscheibe als auch ein BMW i3 haben ja ihre Kunden gefunden bzw. tun dies im Fallle von Polestar noch.
Die Frage ist ja immer: Welche Kundengruppen sind am vielversprechendsten? Es müssen ja sowohl das Interesse, ein solches Auto zu kaufen als auch der Geldbeutel mit der nötigen Tiefe zusammenkommen.
Und wenn man sich anschaut, wie sich z.B. die Elektroverkaufszahlen bei VW (insbesondere ID.7) und Skoda letztes Jahr entwickelt haben und wie die Entwicklung bei Polestar war, haben offensichtlich die Fahrzeuge, die von entsprechenden Verbrenner-Pendants kaum zu unterscheiden sind (aber trotzdem auf einer vernünftigen Elektro-Plattform beruhen), letztes Jahr offensichtlich deutlich mehr vom insgesamt wachsenden Markt profitiert als eher „besonders“ aussehende. Weil: Auch z.B. BYD sehen so aus, dass es sich genauso gut um Verbrenner-Modelle eines „etablierten“ europäischen oder japanischen/koreanischen Herstellers handeln könnte. Also auch auf dem chinesischen Markt setzen sich ja nicht die „experimentellen“, sondern eher die „klassischen“ Fahrzeugdesigns durch…ich rede da natürlich explizit vom äußeren. Das Innendesign ist nochmal etwas vollkommen anderes. Das mit einem Auto, das in der Mittelkonsole ein kleines Display tief unterhalb der Lüftung hat, heutzutage die Massen nicht mehr zu begeistern sind, ist auch klar. Und ich rede auch nicht von technischen Funktionen, sondern wirklich einzig und alleine von der äußeren Optik. Wie heißt es: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck…
Future meint
Das ist richtig. Als Massenmodell sind Autos gefragt, die eher langweilig und gewöhnlich aussehen. Allerdings glaube ich, dass Polestar sich nicht als Massenhersteller positionieren will, sondern eine besonders designaffine Zielgruppe ansprechen will. Aus meiner Sicht ist das keine so schlechte Strategie von Geely. Massenmodelle hat Geely ja auch im Regal stehen.
Gunnar meint
Die abgrundtief schlechte Effizienz des Polestar 4 sollten die Ingenieure unbedingt beheben.
Mit 95 kWh netto Kapazität nur 620 WLTP Kilometer zu erreichen, ist schon ein Kunststück.
Der Polestar 2 schafft mit 16 kWh weniger mehr Reichweite. Was ist da schief gelaufen?
Wenn jetzt jemand meckert und sagt, aber der Polestar 2 ist ja kleiner, das kann man nicht vergleichen. Gut, nehmen wir den ID7. Mit 9 kWh weniger fast 90 Kilometer mehr Reichweite bei identischer Höhe, aber 13 cm mehr Länge.
Deity meint
Die Heckscheibe habe ich jetzt nicht herbei gesehnt.
Viel wichtiger ist, dass Sie mit diesem „Facelift“ auch auf Ihre vorhandene 800V Plattform umschwenken. Nur so wird es ein im Marktumfeld bestehen können. Noch wichtiger als die Ladegeschwindigkeit ist hier die Effizienz welche bisher ein großes Manko generell bei chinesischen Modellen ist.
McGybrush meint
Bei mir andersrum.
Ich würde 100x eher ein ein gutes 400V mit Heckscheibe kaufen als wiederwillig ein 800V ohne Heckscheibe. Also egtl würde ich gar kein Auto ohne Heckscheibe kaufen. Es spricht nix dagegen trotzdem einen Elektrischen Innen Rückspiegel optional anzubieten.
800V und Heckscheibe natürlich noch besser.
Deity meint
Aber der Polestar 4 hat doch einen elektrischen Innenspiegel mit Heckkamera?
McGybrush meint
Wenn er zusätzlich zu einer Klassischen Scheibe verbaut wird, warum nicht. Aber er sollte immer zu einem Normalen Spiegel zurückgeklappt werden können.
Envision meint
Ah, endlich was für Brillenträger gerade Gleitsicht, leider sonst wohl technisch unverändert zum weitergebauten Polestar 4 Coupe, was nun doch langsam in die Jahre kommt?, aber man muss ja auch sparen, wäre schön wenn er preislich unter dem Coupe herauskommt, dann schaue ich mir die Konditionen im Leasing nochmal an, mag das Design.
GH meint
An alle die glauben die Rückspiegelkamera des P4 wäre als Bildschirm ein Problem für Augen und Brillenträgern. Bitte denkt mal nach wo ihr seit Jahrzehnten hinschaut ohne dies zu beanstanden!
Ja, es ist der „Tacho“ und genauso der zentrale „Bildschirm“. Wenn euch das auch Probleme mit der Umstellung der Augen macht dann bitte ich um Entschuldigung. Ansonsten ist der „Rückbildschirm“ ebenso ein Bildschirm wie der Tacho und Navi. Besser „ausgeleuchtet“ ist er als ein echter Spiegel, und bei Regen, Schnee und Eis sieht man was im Gegensatz zum Spiegel.
Envision meint
Tja, fahre viele Langstrecke und bin leider nicht jünger geworden, HUD und normaler Innenspiegel ist perfekte Lösung, vermeidet Anstrengung/Ermüdung durch Reduzierung der Nahfokussierungen. … und gerade mit der Gleitsichtbrille ist das Spiegel Display – oben! – echt blöd.
Niklas meint
Habe den Polestar 4 als Mietwagen mehrere Tage gefahren. Wenn ich normal auf der Autobahn fahre ist das mit der Kamera OK. Wird es eng und ich muss zum rangieren den Kopf aus der Normalposition nehmen, und dann mal in den Rückspiegel gucken… sehr unangenehm, weil die Augen immer neu fokussieren müssen. Ich bin Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen, aber im Alltag sehe ich keinen Vorteil zu einem Spiegel mit Rückfahrkamera im Entertainentsystem.
Und ein Fenster würde unserem Hund auch gefallen. (Wir hatten einen ID7 Tourer reserviert)