Angesichts hoher Spritpreise empfiehlt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE), bei der Anschaffung eines Fahrzeugs grundsätzlich auch ein Elektroauto in Betracht zu ziehen. Die Rahmenbedingungen hätten sich deutlich verbessert: Die Infrastruktur sei gut ausgebaut, die Preise hätten sich den Verbrennern angenähert und staatliche Förderungen würden zusätzlich Anreize schaffen. „Jeder, der sich ein neues Auto zulegt, egal ob gebraucht oder neu, sollte darüber nachdenken“, sagt Hack im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen.
Ein zentrales Argument ist die Kostenersparnis im Betrieb. Selbst öffentliches Laden sei derzeit oft günstiger als Tanken. Wer zu Hause lädt, zahlt laut Hack etwa 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und kommt damit auf rund sieben Euro pro 100 Kilometer. Im Vergleich dazu lägen die Kosten für Benzin bei über zwei Euro pro Liter bei etwa 14 Euro pro 100 Kilometer – also doppelt so viel. Zudem seien Strompreise weniger anfällig für geopolitische Krisen.
Auch öffentliches Laden könne sich lohnen, obwohl es häufig teurer sei als das Laden zu Hause. Mit Ladekarten und Abonnements lasse sich der Preis pro Kilowattstunde senken. Selbst ohne solche Modelle könne sich das Laden angesichts der aktuellen Spritpreise rechnen. Hack kritisiert aber die intransparenten und teils hohen Preise an öffentlichen Ladesäulen sowie einen „Wildwuchs“ bei den Tarifen.
Beim Leasing zeigt sich ein differenziertes Bild: Für Privatpersonen sei es finanziell meist nicht die beste Option, während Unternehmen durch steuerliche Vorteile profitierten. Neue staatliche Förderprogramme könnten das Leasing jedoch attraktiver machen. Die angekündigte neue E-Auto-Kaufprämie der Bundesregierung sieht für einkommensschwächere Haushalte Zuschüsse von bis zu 6000 Euro vor, abhängig von Einkommen und Familienstand.
Ein Problem bleibt die geringe Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos, die nicht gefördert werden. Hier herrscht Hack zufolge weiterhin Unsicherheit, vor allem wegen der Batterie. Diese Sorge hält er allerdings für unbegründet: Aktuelle Untersuchungen zeigten eine hohe Lebensdauer der Akkus mit oft noch 90 bis 95 Prozent Restkapazität nach mehreren Jahren.
Auch das Argument, Elektroautos seien nur für Kurzstrecken geeignet, weist Hack zurück. Entscheidend sei die Lademöglichkeit, nicht die Strecke. Gerade im ländlichen Raum seien durch private Wallboxen oft bessere Voraussetzungen gegeben. Allerdings könne sich die wirtschaftliche Attraktivität bei sinkenden Spritpreisen wieder verändern. Ein wichtiger Richtwert ist Hack zufolge der Strompreis: Liege dieser unter etwa 60 bis 65 Cent pro Kilowattstunde, sei das E-Auto-Fahren im Alltag günstiger als mit einem Verbrenner. „Wer aber zum Beispiel viel Langstrecke fährt und diese auch zügig fährt, für den lohnt sich ein Umstieg finanziell auch wegen der vielen Ladestopps eher weniger“, so Hack. „Gleichzeitig könnte man hier sagen: Je mehr Kilometer ich fahre, desto mehr lohnt sich der Umstieg allein schon der Umwelt zuliebe.“
Letztlich hänge die Entscheidung stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Wenigfahrer profitierten kaum von einem Umstieg, während Vielfahrer sowohl finanziell als auch ökologisch Vorteile haben könnten.

Andre meint
Ja wir kennen alle den Grund warum die Politik sich aus dem Iran Konflikt raushält. Weil überhaupt kein Interesse daran besteht den Benzinpreis zu stabilisieren. Man will die energiewende durchboxen. Mit Zwang an der zapfsäule, das gleichen Atemzug Artikel wie dieser erscheinen verständlich
Elvenpath meint
Ja, genau, gaaanz bestimmt. Das war auch die Absicht von Trump: Er hat den Krieg angezettelt, damit die Spritpreise hoch gehen und die Leute Elektroautos kaufen.
Ernsthaft: Glaubst du den Verschwörungsmist, den du da schreibst, eigentlich selber?
Unsere Politiker, speziell Merz und die CDU, halten deswegen den Mund, weil sie kein Rückgrat haben und vor Trump einknicken. Und weil man auf die Rhetorik des Faschisten und Massenmörders Netanjahu hereinfällt, der sagt, dass es Antisemitismus ist, wenn man seinen Krieg und seine Morde kritisiert.
MK meint
@Andre:
Sie können sich doch mal den Spaß machen und alle staatlichen Abgaben aus dem Dieselpreis rausrechnen und dann schauen, wo das Geld tatsächlich landet.
Rechenbeispiel:
Anfang des Jahres war Diesel teils für 1,60 € zu bekommen. Davon sind 47 ct Energiesteuer (gute 2 ct pro kWh Energiegehalt wie beim Strom auch…) und 17,3 ct CO2-Abgabe (berechnet pro Tonne CO2-Ausstoß wie beim Strom auch…).
Zieht man von den 1,60 € erstmal die Mehrwertsteuer (ca.30 ct) ab und die oben genannten Steuern, sind 0,66 € wirklich für den Sprit angekommen.
Jetzt kostet der Diesel 2,30 €. Energiesteuer und CO2-Abgabe sind unverändert. Die MwSt von dem Betrag beträgt knapp 0,44 €. Heißt also, es kommen 1,22 € beim Verkäufer an. Ein Anstieg um 85%. Der Ölpreis, der ja auch nur einen kleinen Teil der Herstellkosten ausmacht (Raffinerien, Pipelines, Transport per Schiff, Tankstellen etc. wollen auch finanziert werden und sind in den letzten Wochen nicht plötzlich teurer geworden), ist in der gleichen Zeit um rund 50% gestiegen. Wo ist also der Rest? Sie werden sehen: Es läuft wie 2022 nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs: Die Konzerne heulen,d ass sie politische Unterstützung bräuchten, damit die Leute sich ihren Sprit noch leisten können, um dann später für eben dieses Jahr absolute Rekordgewinne zu vermelden. Das nicht politisch auch noch zu subventionieren, finde ich richtig. Es gilt das alte Prinzip von Angebot und Nachfrage: So lange die Leute unvermindert weiter kaufen, erhöhen die Konzerne auch weiterhin die Preise, egal, was die Politik tut. Das einzige, was also helfen würde: Wenn alle (also auch Dienstwagenfahrer, die den Sprit nicht selber bezahlen), teure Tankstellen z.B. an Autobahnen meiden, sich an die Richtgeschwindigkeit halten würden und möglichst viele Wege zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV zurückegen würden, um Sprit zu sparen…oder gleich ganz aufs eAuto umsteigen, wo nicht eine Hand voll Konzerne den Markt beherrscht, sondern hunderte Anbieter im Wettbewerb stehen und viele Leute gleich direkt zumindest einen Teil der verbrauchten Energie zu Hause selber gewinnen. Aber fahren Sie doch mal auf die großen Autobahnen: Es wird gerast wie eh und je…und so lange das so ist, ist der Sprit scheinbar nicht zu teuer.
Als Fazit: Es liegt nicht an der Politik, es liegt an Ihnen ganz persönlich…und natürlich auch allen anderen Einwohnern Deutschlands.
R2D2 meint
Warum werden hier Artikel veröffentlicht, wo „Experten“ darlegen das man häuslich für 40 cents laden kann? Das zahle ich nicht mal öffentlich.
MK meint
@R2D2:
Geht mir genauso: Bei uns 36 ct bei den lokalen Stadtwerken an mittlerweile dutzenden verschiedenen Stellen bei uns im Kreis…und 1 € Aufschlag pro Ladevorgang ersetzen darüber hinaus sonst noch jede weitere Parkgebühr, so dass ich da teils noch mal spare
TomTom meint
Nette Idee ein Bild von Aral über den Artikel zu stellen.
Bei deren Preisen spielt es keine Rolle ob sie einem das Geld per Sprit oder per Strom aus der Tasche ziehen – profitieren tun sie so oder so…
Mark Müller meint
Anbieter von Produkten und Dienstleistungen dürfen von den Kunden profizieren und müssen rentieren, sonst gibt es sie bald nicht mehr.
Der freie Markt sorgt dann normalerweise dafür, dass sie nicht überborden.
Franky meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
Gunnar meint
„Wer zu Hause lädt, zahlt laut Hack etwa 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh)“
Veralteter Preis von vor drei vier Jahren. Wir sind bei Neukundenverträgen schon längst bei deutlich unter 30ct angekommen.
ID3ver meint
Stimmt, mit Octopus Energy lade ich aktuell sogar für 25 Cent die kWh zu Hause. Das macht bei einem Schnitt von 16 kWh über die letzten 45.000 km gerade mal 4€ auf 100km.
Wer als Viel- (Fern-)fahrer auf Schnellader angewiesen ist kann sich für 12€ im Monat Preise zu 39 Cent an Schnellader sichern das wären dann knapp über 6€ auf 100km.
MK meint
@Gunnar:
Das habe ich mir auch gedacht: Es gibt sicher einzelne Menschen, die so viel zahlen. Spätestens die Anschaffung einer Wallbox sollte dann aber doch zum Wechsel des Stromtarifs anregen. Und selbst wenn die Neuverträge, weil ja durchaus Strom aus Gas im Netz steckt, wieder teurer werden: Bis 40 ct sind es doch ein weiter, aktuell nicht zu sehender Weg.
South meint
Kann ich nur bestätigen. 40ct sind unrealistisch, dafür kann man ja sogar schon bei einem externen Anbieter laden.
Und der monatliche Grundbetrag bei sich zu hause, den muss man ja immer zahlen, egal ob der Haushalt ein E Auto hat oder nicht. Es zählt also der Arbeitspreis und der sollte doch locker unter 30ct sein… deshalb, wer an ner Steckdose zum HH Stromtarif laden kann, fährt auf alle Fälle auf 100km günstiger….
David meint
Verrückt! Wie sind sie darauf gekommen? Diese Schlussfolgerung bietet sich doch gar nicht an, sondern ist auf einem Niveau mit der Beweisfindung zur Riemannschen Vermutung.