Selbst der auf Effizienz getrimmte weltgrößte Autohersteller Toyota sieht angesichts der großen Herausforderungen für die Branche seine Existenz bedroht. CEO Koji Sato hat die wichtigsten Lieferanten des Konzerns eindringlich aufgefordert, ihre Produktivität deutlich zu steigern, wenn sie in einer von neuen Technologien und schärferem Wettbewerb geprägten Branche überleben wollen. Die Warnung erfolgte laut Automotive News auf der Toyota Supply Partners Convention am 25. März vor rund 700 Führungskräften aus 484 Unternehmen.
Sato erklärte, dass Toyota gegenüber schneller und kosteneffizienter arbeitenden Konkurrenten zurückfalle und unter globalen Handelszöllen leide. Um den Herausforderungen zu begegnen, müssten das japanische Unternehmen und seine Lieferanten Kosten kontrollieren, gemeinsam an innovativen Technologien arbeiten und auch über die traditionelle Autoindustrie hinaus nach neuen Partnern suchen.
„Wenn sich nichts ändert, werden wir nicht überleben. Ich möchte, dass sich alle dieses Gefühl der Krise bewusst machen“, sagte Sato und unterstrich damit die Dringlichkeit, mit der die Branche seiner Meinung nach handeln muss. Er lobte zugleich die Lieferanten für ihren Beitrag zu Rekordgewinnen und -umsätzen der vergangenen Jahre und für die gegenseitige Unterstützung in Krisen.
Fokus auf Qualität, Effizienz und Kosten
Gleichzeitig kritisierte Sato Produktionsunterbrechungen durch Rückrufe und technische Ausfälle, die die Effizienz und Ausstoßmenge minderten. „Wir lassen weiterhin viele Kunden warten. Viele dieser Produktionsausfälle waren auf Probleme mit der Ausrüstung oder der Qualität sowohl bei Toyota als auch bei unseren Zulieferern zurückzuführen“, erklärte er. Er forderte die Lieferanten des Konzerns auf, Qualität in jeden Prozess zu integrieren, um die Fahrzeugproduktion zu erhöhen.
Toyota plant, die Vielfalt an Software und Antriebssträngen über die Modellpalette hinweg zu konsolidieren und Teilevorgaben zu lockern, die bisher als übermäßig streng galten. Ziel ist es, Lieferanten zu entlasten, damit sie in die Zukunft investieren können. Der Autohersteller präsentierte bei der Toyota Supply Partners Convention mehr als ein Dutzend Initiativen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Noch-CEO Sato forderte die Zulieferer auf: „Setzen Sie so viele dieser Ideen wie möglich in die Praxis um und entwickeln Sie bessere Autos.“
Der Toyota-Manager betonte, dass die Branche angesichts von profitmindernden Zöllen, schwankenden Vorschriften, Künstlicher Intelligenz und neuer Konkurrenz aus China im Krisenmodus sei. Eine engere Zusammenarbeit, Innovation sowie pragmatische Planung und Produktentwicklung seien entscheidend, um gemeinsam zu bestehen.
Sato übergibt im April die Leitung an Kenta Kon. Kon warnte davor, sich durch Toyotas hohe Gewinne und Verkaufszahlen von zehn Millionen Fahrzeugen jährlich in Sicherheit zu wiegen: „Angesichts der in unserem Jahresabschluss veröffentlichten Zahlen könnten manche den Eindruck gewinnen, Toyota befinde sich in einer sicheren und komfortablen Lage. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall.“ Der neue CEO will die Wettbewerbsfähigkeit stärken, den Break-even-Punkt senken und unter anderem auf Digitalisierung, bessere Personalentwicklung, Fachkräftemangel, Logistikeffizienz, „Future Factory“-Technologien und eine neue Fahrzeugplattform setzen.

Steffen meint
Ehrlich, er will auf Fachkräftemangel setzen?
Mary Schmitt meint
Das steht da. Da es einen geben wird, ist es nicht blöd, den als Strategie zu nutzen. Es entwickeln und bauen also künftig Laien die Toyota. Das ist allerdings nicht neu, das wird in der Nähe von Berlin schon gemacht.
Klardenker meint
Das ist bei Toyota völlig normal. Gerade in Zeiten in denen der Konzern wächst und gedeiht, wird immer wieder solch eine Brandrede gehalten.
Das soll Trägheit in der Belegschaft, in den Führungskräften und Zulieferern verhindern.
Dies ist Teil des TPS bzw des Toyota Wegs.
Sobald man sich selbstzufrieden zurück lehnt, und bei Toyota haben sie allen Grund dazu zufrieden zu sein, kann ganz schnell der Anschluss verloren werden.
So weit soll es ja nicht kommen.
Joe Green meint
Wenn Toyota weiterhin die Elektromobilität verschläft, wird Toyota untergehen. Das ist klar.
David meint
Ist ja komisch, hier wurde immer Toyota als klassischer OEM genannt, der ausgezeichnet in modernen Zeiten zurecht kommt. Auch dieses Narrativ ist jetzt ungültig. Sicher, es hatte vor einiger Zeit ein Führungswechsel stattgefunden und damit begann langsam eine andere, eher unjapanische Kommunikation. Aber das ist schon harter Tobak, den eigenen Untergang an die Wand zu malen.
Fred Feuerstein meint
„ Aber das ist schon harter Tobak, den eigenen Untergang an die Wand zu malen.“ Stimmt, das kennt man normalerweise nur von Volkswagen.
David meint
Da hat es aber einen guten Grund. Damit die Gewerkschaften nicht frech werden.
M3P_2024 meint
Ah, und ich dachte es geht nur um Lobby und Subventionen…
Andre meint
Wie wäre es, wenn Toyota anfängt, gute konkurrenzfähige E-Autos mit ansprechendem Design zu bauen?
Hybrid als Lösung ist schon lange überholt.
Walter meint
Andre: Toyota baut die besten autos der Welt! Und das wird so bleiben!
ph91 meint
Jahrelang die E-Mobilität verschlafen und jetzt jammern. Kennen wir ja schon von den hiesigen Autobauern.
South meint
Na aber hallo was für eine Erkenntnis, wer sich nicht verändert, wird an Bedeutung verlieren oder sogar verschwinden… und das steht auch Toyota nicht über den Dingen…
David meint
Für Tesla lässt du das allerdings nicht gelten. Nur für alle anderen.
BEV meint
die Firmen von Elon verändern sich ständig
Steffen meint
Stimmt, immer wieder wird der Name umbenannt oder der Firmensitz ändert sich oder eine schluckt die andere.
Powerwall Thorsten meint
Wusstest du es nicht – Telsa baut schon sehr gute Elektroautos und muß nichts mehr Abwickeln, so wie dein „noch“-Arbeitgeber