Der chinesische Elektroautohersteller und Stellantis-Partner Leapmotor hat in München seinen ersten Forschungs- und Entwicklungsstandort außerhalb des Heimatmarkts eröffnet. Das Unternehmen hat Räumlichkeiten in der Parkstadt Schwabing bezogen. Der neue Standort mit dem Namen Leapmotor Europe Innovation Centre konzentriert sich auf Forschung, Entwicklung und Design.
Mit der Eröffnung in München will Leapmotor den nächsten Schritt seiner Internationalisierung gehen. Bislang existierten vergleichbare Innovationszentren ausschließlich in den chinesischen Städten Hangzhou und Shanghai. Unklar bleibt derzeit, ob der neue Standort organisatorisch direkt zum Mutterkonzern gehört oder dem Gemeinschaftsunternehmen mit Stellantis namens Leapmotor International zugeordnet ist.
Der Münchner Standort soll laut einer Mitteilung dazu beitragen, Fahrzeuge stärker an die Bedürfnisse europäischer Kunden anzupassen. Bei der Einweihung wurde das Modell A10 präsentiert, das unter der Bezeichnung B03X noch im laufenden Jahr in Europa eingeführt werden soll. Das Fahrzeug basiert auf der Designphilosophie „Tech-Natural Aesthetics 2.0“ und ist für eine Einführung in fast 40 Ländern vorgesehen.
Parallel dazu gewinnt das Exportgeschäft für Leapmotor zunehmend an Bedeutung. Von insgesamt 596.555 verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr entfielen 67.052 Einheiten auf internationale Märkte. Diese Entwicklung trug dazu bei, dass das Unternehmen die Gewinnschwelle erreichen konnte.
Der neue Standort in München dürfte laut dem Portal Electrive vergleichsweise klein ausfallen. Das Unternehmen habe sich in einem Bürogebäude mit mehreren Mietparteien eingemietet, was auf eine eher begrenzte Größe schließen lasse. Eine Belegschaft von bis zu 100 Mitarbeitern erscheine zunächst realistisch.
Leapmotor folgt damit einem bereits etablierten Trend: Mehrere chinesische Elektroautohersteller haben München zuvor als Standort für Forschung, Entwicklung oder Design gewählt, darunter Nio, Xpeng, Xiaomi und Li Auto.

Ihre Meinung