JLR (Jaguar Land Rover) will den chinesischen Partner Chery nicht daran hindern, die neue elektrifizierte Freelander-Marke nach Großbritannien zu bringen. Das sagte CEO PB Balaji gegenüber Autocar.
Die in China gebauten SUVs würden nach Einschätzung von Balaji keine aktuellen Land-Rover-Produkte kannibalisieren, falls sie dort verkauft werden. Demzufolge könnten die in China entwickelten und produzierten Freelander-Marke in nicht allzu ferner Zeit auch in europäischen Ländern angeboten werden.
Der Freelander 8 wurde Anfang Mai als großes Allrad-SUV vorgestellt. Er ist das erste Modell einer neuen Reihe von elektrifizierten Fahrzeugen mit Freelander-Logo, die weltweit verkauft werden sollen. Chery plant, in den kommenden fünf Jahren alle sechs Monate ein neues Modell einzuführen.
Die Fahrzeuge entstehen im Rahmen eines seit Langem bestehenden Gemeinschaftsunternehmens der beiden Autohersteller. JLR hat den bisher nur als Modellbezeichnung genutzten Namen Freelander an Chery lizenziert und die Designs der Fahrzeuge entworfen. Entwicklung und Bau der Stromer der neuerdings eigenständigen Automarke übernimmt Chery in China.
Der Verkauf soll später in diesem Jahr zunächst in der Volksrepublik beginnen. Danach sollen Freelander-Modelle in weitere Regionen exportiert werden. Chery prüft laut dem Bericht bereits, in welche Märkte die Modelle gehen könnten. Europa und Großbritannien würden dabei nicht ausgeschlossen.
Freelander-CEO Wen Fei hat zuvor gesagt, nach Europa exportierte Fahrzeuge würden keine angepassten China-Markt-Modelle sein. Stattdessen seien spezifische Ableger vorgesehen, die auf die Anforderungen der jeweiligen Märkte zugeschnitten seien. Auf die Frage, ob JLR Chery den Verkauf von Freelander-Modellen in Großbritannien erlauben würde, verwies Balaji Autocar zufolge auf Chery. Er sagte, es sei „Cherys Auto“, und JLR werde den Partner entscheiden lassen. Aus Sicht von JLR bestehe die Rolle darin, sicherzustellen, dass das Design mit dem übereinstimme, wofür das britische, schon länger zum indischen Tata-Konzern gehörende Unternehmen stehe.
Balajis Aussagen deuten laut Autocar darauf hin, dass mögliche Freelander-Modelle in Großbritannien und Europa nicht von JLR vermarktet oder in JLR-Showrooms ausgestellt würden. Zur möglichen Kannibalisierung von JLR-Modellen meinte Balaji, er sei nicht besorgt. Er verwies darauf, dass Preispositionierung und Produktangebote von Freelander und JLR unterschiedlich seien.


David meint
Der Inder erlaubt es dem Chinesen. Die Frage ist eher, ob der Europäer kauft.