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Zeekr setzt beim Deutschlandstart auf freie Werkstätten

09.04.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 6 Kommentare

Bild: Zeekr

Mit Zeekr startet eine weitere Marke des chinesischen Geely-Konzerns in Deutschland. Der Elektroautobauer positioniert sich als Premiumanbieter und richtet den Blick insbesondere auf den hiesigen Markt. „Deutschland ist für uns ein wichtiger Markt mit den anspruchsvollsten Kunden Europas“, sagt Europa-Chef Lothar Schupet gegenüber der Automobilwoche.

„Unsere Haltung, ein emotionales Premiumprodukt- und -fahrerlebnis sowie beste Preis-Leistung zu bieten, trifft das Herz und die Erwartungshaltung deutscher Premiumkunden, die objektiv vergleichen und nicht nur nach traditionellen Marken schauen“, so Schupet.

Zum Marktstart verfolgt Zeekr einen eigenständigen Ansatz. Statt eines klassischen Händlernetzes kooperiert der Hersteller eng mit der Werkstattkette Global Automotive Service (G.A.S.), unter deren Dach rund 1700 freie Betriebe organisiert sind. Über dieses Netzwerk werden sowohl Serviceleistungen als auch Teile des Vertriebs abgewickelt.

Der Ausbau der Serviceinfrastruktur erfolgt schrittweise. Laut dem für Deutschland verantwortlichen Manager Lukas Dohle startet Zeekr mit 31 Service-Stützpunkten und plant, diese Zahl bis Ende Juni auf 100 zu erhöhen. Ziel sei es, möglichst schnell eine flächendeckende Präsenz aufzubauen, wofür die Zusammenarbeit mit einem etablierten Partner als notwendig beschrieben wird.

Digitales Vertriebsmodell

Im Vertrieb setzt Zeekr zunächst auf ein digitales Modell: Fahrzeuge werden ausschließlich online bestellt, während Probefahrten über die Servicepartner organisiert werden. Dafür stehen zum Start sieben Standorte zur Verfügung. Der Ablauf sei bewusst einfach gehalten, so der Hersteller.

Die Kooperation mit der Werkstattkette umfasst neben Service auch Vertriebsunterstützung. Die Mitarbeiter der beteiligten Betriebe sollen entsprechend geschult werden. Im zweiten Halbjahr ist eine Evaluierung des Netzwerks vorgesehen, um die nächsten Schritte vorzubereiten.

Ab 2027 plant Zeekr nach Informationen der Automobilwoche den Aufbau eines klassischen Händlernetzes. Mittelfristig sind rund 50 Vertriebsstandorte sowie eine dreistellige Zahl an Servicepunkten vorgesehen. Details zu Standards und Investitionen sind jedoch noch offen. Auch die Rolle der Händler im Flottengeschäft ist bislang nicht abschließend definiert.

Zum Start liegt der Fokus auf gewerblichen Kunden. Laut Dohle gebe es bereits erste Bestellungen und Rahmenvereinbarungen mit großen Unternehmen. Für das laufende Jahr plant Zeekr, eine vierstellige Zahl an Fahrzeugen in Deutschland auf die Straße zu bringen.

Deutschland zählt neben Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien zu den fünf Schlüsselmärkten in Europa, die Zeekr erschließen will. Bis Ende 2026 soll die Marke in mehr als 90 Prozent Europas vertreten sein. Seit der Gründung im April 2021 hat Zeekr neun Fahrzeugmodelle entwickelt, über 640.000 Fahrzeuge ausgeliefert und ist in mehr als 40 Märkten aktiv.

Die 2021 gegründete chinesische Elektroauto-Marke ist bereits im letzten Jahr in Deutschland gestartet, nachdem sie zuvor in kleineren europäischen Märkten Fuß gefasst hatte. Zunächst können drei Modelle geordert werden: Das Kompakt-SUV Zeekr X ist ab 37.990 Euro verfügbar. Das Ober-Mittelklasse-SUV SUV Zeekr 7X kostet mindestens 54.990 Euro. Das Topmodell Zeekr 001, ein sportlicher Shooting Brake, beginnt bei 59.990 Euro. Im Januar wurde zudem der neue Kombi 7GT vorgestellt.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: VertriebUnternehmen: Zeekr
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. JL meint

    09.04.2026 um 17:28

    Ich hatte Interesse an dem 7GT, aber die Leasingrate ist etwa doppelt so hoch wie bei einem A6 e-tron für 85k.
    Und dann noch XY Werkstätten – das gibt (erstmal nix). Warum hat wohl Leapmotor einigermaßen Erfolg…

    Antworten
  2. Tinto meint

    09.04.2026 um 15:52

    Ich musste erstmal googeln wer oder was G.A.S überhaupt ist, die gibts hier im Süden nicht, oder sind mir zumindest nie aufgefallen. Die Bewertungen sprechen auch eine deutliche Sprache. Mit Premium hat das alles nichts zu tun, ich wünsche Geely dennoch viel Glück.

    Antworten
  3. M. meint

    09.04.2026 um 12:08

    Äh… naja.
    Ich will da nicht zu tief in die Details, aber…
    Sagen wir mal so: BEV brauchen wenig Wartung, diese hier hoffentlich auch wenige Reparaturen. Dann könnte das Konzept als Sicherungsnetz aufgehen. Sollte man den Service tatsächlich brauchen… schwierig, bei den Preisen. Da hätte man ja was mit anderen Geely-Marken machen können, weil die Technik eh die gleiche ist, aber… ist aber auch egal. Let’s go. Die Kunden lieben das Abenteuer. 🙃

    Antworten
  4. Gernot meint

    09.04.2026 um 12:08

    „Mit Zeekr startet eine weitere Marke des chinesischen Geely-Konzerns in Deutschland.“

    Ich habe den Satz mal korrigiert:

    Mit Zeekr startet eine weitere Totgeburt des chinesischen Geely-Konzerns in Deutschland.

    Geely hat bereits Volvo, Polestar, Lotus, Lynk, (Smart) als Marken am Start, die in ihren Segmenten auch irgendwie alle Premium sein sollen. Und Premium und reiner Online-Vertrieb schließen sich aus. Nichts am Online-Kauf ist Premium. Online ist nur maximal kostengünstig und effizient. Genau darum geht es bei Premium aber nicht.

    Dazu kommt: Wenn ich mir die Preise im Konfigurator von Zeekr anschaue, dann weiß ich nicht, wer die zu den Preisen bestellen soll. Ein Zeekr X ist 18,8cm größer als ein ID3. und fängt mit kleiner 49 kWh und 330 km WLTP-Reichweite bei 39.000 Euro an. Einen ID.3 mit 52 kWh-Batterie bekommt man für unter 30.000. Natürlich ist der Zeekr deutlich besser ausgestattet, aber er wird auch noch den deutlich höheren Wertverlust haben. Um überhaupt auch nur ansatzweise zu überlegen, einen Zeekr zu kaufen, würde ich einen fetten Rabatt erwarten. Wo soll der online herkommen?

    Antworten
    • Steffen meint

      09.04.2026 um 15:53

      Newsletter bestellen für 10 % Online-Rabatt. ;-)
      Hab‘ ich gerade online bei Gardena gemacht, hihi. ;-)

      Antworten
    • SB meint

      09.04.2026 um 20:14

      Auf der Suche welche dubiosen Werkstätten das sind, bin ich über folgendes gestolpert:
      „ Mit unserem zentralen europäischen Lager in Amsterdam stellen wir sicher, dass rund 80 % der ZEEKR‑Ersatzteile unsere Servicepartner in nur 4–5 Werktagen erreichen für einen schnellen und zuverlässigen Support.“

      Meinen die das wirklich ernst? Man muss fast eine Woche auf ein Ersatzteil warten?
      Üblich sind über Nacht oder schneller.
      Wenn man Premium sein will, braucht man auch einen Premium-Service.

      Antworten

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