Die Verbrauchskosten von Elektroautos lagen im März 2026 in Deutschland um bis zu zwei Drittel niedriger als bei vergleichbaren Verbrennern. Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die dem Spiegel vorliegt, zeigt, dass der Preisvorteil von E-Autos beim Treibstoff damit historisch hoch ist. Grund für den Unterschied sind die hohen Spritpreise als Folge des Kriegs im Iran.
Laut Verivox kostete Haushaltsstrom im März durchschnittlich 31,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Ein Mittel- oder Oberklasse-Elektroauto mit einem Durchschnittsverbrauch von 16,9 kWh pro 100 Kilometer verursachte bei 1000 Kilometern im Monat Stromkosten von rund 53 Euro.
Ein vergleichbarer Verbrenner kostete für die gleiche Fahrleistung rund 160 Euro für Super E10 oder rund 113 Euro für Diesel. Daraus ergibt sich, dass das Fahren eines Elektroautos 67 Prozent günstiger als bei einem Benziner und 53 Prozent günstiger als bei einem Diesel war. Angaben zu Klein- und Kompaktwagen fehlen im Bericht.
Verivox weist darauf hin, dass einen ähnlich starker Unterschied bei den Antriebskosten zuletzt nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 beobachtet wurde. Damals stiegen die Strompreise in den Folgemonaten stark, da hohe Gaspreise für Gaskraftwerke relevant wurden.
Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, sagt, dass sich der Unterschied im April voraussichtlich weiter verstärken werde. Während die Spritpreise gestiegen seien, würden die Strompreise „erst bei längerer Dauer des Konflikts im Nahen Osten nachziehen“.
Um den vollen Preisvorteil von Elektroautos auszuschöpfen, sei eine heimische Wallbox notwendig, erklärt Verivox. Das Laden an öffentlichen Ladesäulen sei meist teurer, auch wenn eine Schnellladung mit 60 Cent pro kWh im März noch günstiger als Benzin und Diesel gewesen sei. Viele E-Auto-Besitzer nutzten zu Hause flexible Tarife oder eigenen Solarstrom, um die Kosten weiter zu senken.

Dunkel-O meint
Soll das heißen weil jemand 60 € im Monat sparen kann, wird er 30.000 € plus x in die Hand nehmen um sich schnell ein neues Elektroauto zu kaufen?
Steffen meint
Eher nicht. Aber falls eine Neuanschaffung sowieso ansteht, dann wird er vielleicht die 3.000 € mehr in die Hand nehmen um tatsächlich ein E-Auto zu nehmen. Das amortisiert sich schnell bei 100 € Kostenvorteil pro Monat.
PS: Mein BEV war beim BLP sogar 1.000 € günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner.
M. meint
Die Rechnung ist durchaus richtig, solange man davon ausgeht, zu Hause laden zu können.
Aber im Artikel steht ja auch: Kann man das nicht, ist sofort Essig damit.
Dann stehen je nach lokalem Angebot Lademöglichkeiten für 39 oder auch 59ct, manchmal ist es noch teurer. Bei 59 ct. liegen die Kosten (der Rechnung nach wenigstens) beinahe gleichauf, und für „gleichauf“ kauft sich niemand ein neues Auto. Schon gar nicht, wenn der „Benefit“ überwiegend aus ungleich längeren Ladezeiten und häufigerem Laden (umgerechnet auf 1000 km) besteht.
Deswegen muss – so wahnsinnig das auch klingt – dieser von Verrückten gestartete Konflikt im nahen Osten weitergehen, wenn auch auf möglichst niedrigem Niveau natürlich, damit nicht noch mehr Mädchenschulen und Wohnhäuser bombardiert werden.
Weil, wenn er endet, fallen die Spritpreise wieder, und hohe Spritpreise sind gut.
Gut für die Kostenrechnung und die richtigen Schlüsse daraus, weil das nach nur 2 Monaten zu keinen Kaufentscheidungen führt, und
gut für ein großes Land auf der anderen Seite des Ozeans, wo Spritpreise Wahlen entscheiden.
MK meint
@M.
Und wer bitte lädt dauerhaft für 59 ct?
Ich weiß, dass die 36 ct bei unseren lokalen Stadtwerken auffallend günstig sind. Aber mit 52 ct ist man bei EWE bundesweit dabei, selbst bei EnBW sind es ohne Grundgebühr nur 56 ct und mit Grundgebühr kann man den Preis auch auf 39 ct drücken. Von daher: Ich kenne keinen Ort in Deutschland, wo man darauf angewiesen ist, dauerhaft für 59 ct „oder noch teurer“ zu laden…das ist ein rein fiktives Beispiel zur Angstmacherei vom Stammtisch.
„Schon gar nicht, wenn der „Benefit“ überwiegend aus ungleich längeren Ladezeiten und häufigerem Laden (umgerechnet auf 1000 km) besteht.“
Dieses Zitat von Ihnen kann eigentlich auch nur von jemandem stammen, der Elektromobilität nicht verstanden hat: Natürlich brauche ich häufiger als beim Verbrenner Energienachschub. Trotzdem spare ich Zeit. Beim Verbrenner biege ich extra zur Tankstelle ab, fahre an die Zapfsäule, stecke den Zapfhahn an, warte dösig neben meinem Auto, bis der Tank voll ist (die Zeit reicht ja nicht mal für einen Toilettengang, wenn kein Dixiklo direkt neben der Zapfsäule steht), ziehe den Zapfhahn, gehe zur Kasse, stehe dort ggf. an, bezahle, gehe wieder zum Auto, fahre dann wieder zur Straße, die ich eigentlich lang fahren wollte. Beim eAuto fahre ich direkt da hin, wo ich hin will (Arbeit, Sport, Supermarkt etc.), stecke das Kabel an, scanne einen QR-Code und gehe. Dann, wenn ich sowieso wieder weiter fahren will, ziehe ich das Kabel und fahre nach Hause/wohin auch immer. Macht grob überschlagen beim Verbrenner je nachdem, ob man zur Tankstelle einen Umweg hat, 3 bis 10 Minuten Zeitaufwand. Beim eAuto? 20 Sekunden, wenn ich anfangs noch ungeübt bin? Wenn ein Verbrenner 1.000 km Reichweite hat (was grade Benziner meist real auch nicht erreichen), dürfte ein eAuto also maximal 125 km Reichweite haben, damit kein Zeitnachteil für den Verbrenner entsteht. Da kommen die meisten heute doch auch real auf locker das dreifache.
M. meint
In Kurzform: alte Formeln neu aufgewärmt, keinen Mehrwert geliefert.
Laden: nein, nicht überall kann man laden, um etwas nebenbei zu machen. Das gibt es, aber nicht automatisch, nicht überall, UND DANN
2) eben nicht automatisch zum „besten Preis“.
EnBW haben wir auch. Aber der Standort ist auf Autobahnnähe ausgelegt, die meisten Menschen würden dorthin 45 Minuten laufen, und wieder zurück – was nachvollziehbarerweise niemand tut, also bleibt man wohl zum Laden oder, Achtung…
…man lässt es.
Es gibt Aldi, AC, 29 ct. Wird genutzt, aber nicht von Einkaufskunden, sondern von Menschen, die dort über Stunden laden. Müssen wir über den Zeitbedarf noch sprechen, oder lieber nicht?
Ein Kaufland haben wir auch, da gibt es 50kW für 49ct., aber nur mit Datenkrake (App). Und die hat sogar die Verbraucherzentrale schon abgemahnt. Kurz: inakzeptabel.
Sonst zahlt man dort eben mehr. Da ist 59ct. gar nicht die Grenze.
Und was nutzt das jemand, der dort nicht einkauft?
Geschenkt.
36 ct. gibt es hier bei den Stadtwerken auch, aber
1) nur für die eigenem Stromkunden (oder Roaming, dann aber nicht für 36ct.)
2) AC Lader im Stadtgebiet verteilt. Also laufen.
Oder hab ich da was nicht verstanden?
Es ist leicht, immer aus der eigenen Situation zu berichten, oder besser noch aus dem Elfenbeinturm der Wallboxeigner, aber damit löst man keine Probleme von Menschen, die diese Situation nicht haben.
MK meint
@M.
Wie gesagt, stamme ich nicht aus dem „Elfenbeinturm der Wallboxeigner“, sondern habe mich bewusst gegen eine eigene Lademöglichkeit zu Hause entschieden: es lohnt sich einfach nicht.
Und ja, natürlich berichte ich aus der eigenen Situation und natürlich weiß ich, dass das Ladenetz nicht in allen Regionen Deutschlands gleich gut ausgebaut ist. Aber es wird ja mit jedem Tag dichter und besser und meine Situation dürfte durchaus für zig Millionen Menschen repräsentativ sein.
Natürlich kann ich auch dann nicht „überall“ laden, wo ich was anderes mache. Bei den heutigen Reichweiten reicht aber doch den meisten einmal Laden pro Woche (das Durchschnitts-Elektro-Fahrzeug, wo überproportional viele recht neue, viel genutzte Dienstwagen dabei sind, wird laut KBA-Auswertung rund 300 km pro Woche gefahren). „Überall“ ist also gar nicht notwendig. Es reicht doch den meisten, wenn es an einem einzigen regelmäßig aufgesuchten Ort eine solche Möglichkeit gibt.
PS: Bei uns gelten die die 36 ct für alle…also auch, wer zu Hause irgendeinen Internet-Billiganbieter für den Strom wählt und nicht die Stadtwerke…und ja, natürlich stehen die „übers Stadtgebiet verteilt“, z.B. eben auf dem Parkplatz des Fitnessstudios, das ich besuche, vorm Restaurant, wo ich letzte Woche essen war, in großen öffentlichen Parkhäusern, auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums usw….also eben genau da, wo man sowieso hin fährt. Und bei den paar, die doch in Wohngebieten stehen: Auch da ist es ja für viele näher als sie sonst einen Parkplatz finden würden. Und wer nicht vor 17 Uhr mit laden fertig ist, kann bis zum nächsten Morgen um 8 das Auto an der Ladesäule stehen lassen ohne Blockiergebühren zu zahlen. Wer erst um 18 Uhr oder später den Akku voll hat, sogar bis 9 Uhr am nächsten Morgen.
PPS: Das Problem ist häufig nicht eine tatsächlich schlechte Situation, sondern die Unwissenheit über die Möglichkeiten. Beispiel: Ich habe an einer Ladesäule der Stadtwerke schon mal mitbekommen, dass jemand mit der EWE-Karte bezahlt hat…bin ich für Langstrecke großer Fan von, da halt nicht: 62 ct kostet das dann, weil die Stadtwerke Roaming-Partner sind. Selbst Adhoc-Laden ohne App oder Ladekarte bequem bezahlt z.B. per Paypal kostet hingegen nur 50 ct. Manchmal lohnt es sich halt, einmal 10 Minuten Arbeit zu investieren und herauszufinden, wie man an den für einen am besten gelegenen Ladesäulen am günstigsten lädt und oftmals tun sich dabei überraschende Möglichkeiten auf. Erst letzte Woche sind wieder Nachbarn auf mich zugekommen, weil die mein eAuto gesehen habe und haben mich angesprochen, ob wir nicht zusammen mit dem Vermieter reden wollten für eine eigene Wallbox, weil das für die Bedingung wäre, bevor sie sich ein eAuto anschaffen wollten. Als ich denen dann erzählt habe, dass ich mich dagegen entschieden habe und warum, also wo und zu welchen Preisen man bei uns in der Stadt überall laden kann, war die Wallbox am Parkplatz der Mietwohnung dann auch auf einen Schlag kein Thema mehr.
Also: Ich bin 45.000 km im Jahr in ganz Deutschland unterwegs, habe kein Abo, wo ich irgendwelche festen monatlichen Gebühren bezahle und noch nie habe ich auf das Laden meines Autos gewartet, noch nie musste ich extra zum Auto gehen, um es von einer Ladesäule wegzuholen, noch nie habe ich mehr als die 52 ct bei EWE am Schnelllader bezahlt und der zusätzliche Fußweg hat sich vielleicht mal auf 20 m belaufen, weil die Ladesäule auf dem Parkplatz des Supermarktes z.B. vielleicht besagte 20 m weiter vom Eingang entfernt ist als der grade zum Eingang nächstgelegene freie Parkplatz auf dem selben Parkareal liegt. Aber diesen nächstgelegenen würde ich sowieso nicht nutzen…das ist halt wieder mein ganz persönliches Trauma, weil meine Großeltern mir von Klein-Auf eingetrichtert haben, dass da das Risiko, dass jemand weiter entferntes das Auto im „vorbeifahren“ mit dem Einkaufswagen beschädigt, da zu hoch sei.
M. meint
Sorry, zu viel Text.
Dann mach‘ den Missionar quer durch’s Land und schule die Menschen.
Ich hatte genug von diesen Diskussionen, ich mach’s nimmer, und bestimmt nicht unter den hiesigen Umständen.
Wo es passt, super. Umsteigen.
Future meint
@MK, so mache ich es seit 2017. Am Anfang musste ich mich daran gewöhnen, bevorzugt Parkplätze mit Ladeinfrastruktur anzusteuern. Aber das geht ganz schnell. Damals gab es noch die Flatrates – für 12 Euro im Monat konnte ich im Roaming so viel laden wie ich wollte. Heute ist das natürlich anders. Aber ich bin mir sicher, dass sich fast jeder Dieselfahrer auch eine App holen würde, wenn er damit 25 Prozent Rabatt bekäme an den Tankstellen.
MK meint
@Future:
Sehe ich genauso. Die „Ich will aber keine App und erst recht kein Abo“-Debatte ist eher eine Neid-Debatte. Dass es bei den Tankstellen Programme gibt, die genauso Daten sammeln und dafür im Gegenzug viel geringere Rabatte bieten, aber trotzdem die gleichen Daten sammeln (Payback bei Aral, Clubsmart oder ADAC bei Shell,…), wird dann dabei verschwiegen.