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Bund erwartet 8 Millionen Elektroautos in Deutschland im Jahr 2030

21.04.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 13 Kommentare

Volvo-C40-laedt

Bild: Volvo

Die bundeseigene Now GmbH hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) kartellrechtskonforme Gespräche mit führenden deutschen und internationalen Pkw-Herstellern geführt, um Markt- und Technologieentwicklungen im Bereich der E-Pkw zu erfassen. Die Erkenntnisse sollen die Bewertung laufender Maßnahmen im Bereich der E-Mobilität unterstützen und fließen in die datenbasierten Bedarfsplanungen der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur ein. Das Ziel ist der vorauslaufend Ausbau einer flächendeckenden und bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur.

Die sogenannten „Cleanroom-Gespräche Pkw“ fanden im Sommer 2025 statt und wurden zum dritten Mal geführt. Die teilnehmenden Unternehmen, die laut den Organisatoren gemeinsam mehr als 80 Prozent des Pkw-Absatzes und über 90 Prozent der E-Pkw-Absätze in Deutschland repräsentieren, haben hierfür Einblick in ihre Absatz- und Technologieprognosen für den deutschen Pkw-Markt gegeben. Neben einer Datenabfrage wurden Gespräche durchgeführt, in denen strategische, technische und marktspezifische Aspekte thematisiert wurden.

„Das Cleanroom-Format ist in seiner Art einzigartig: In einem systematischen und kartellrechtskonformen Verfahren erheben und analysieren wir die Absatzplanungen der Automobilindustrie. Dies erlaubt fundierte Aussagen und Empfehlungen zu entscheidenden Fragen für die Mobilität der Zukunft“, sagt Dagmar Fehler, Sprecherin und CEO der Now GmbH. „Mit den Ergebnissen der Cleanroom-Gespräche geben wir als Now Orientierung – für die Politik, für Wirtschaft und Wissenschaft sowie für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Für die nächsten Jahre sehen wir einen klaren Trend: Eine wachsende Modellauswahl, größere Reichweiten und schnelleres Laden machen das Fahren eines E-Autos immer attraktiver.“

Marktprognosen 2030: Solides Wachstum

Basierend auf den Absatzprognosen der Hersteller mit Stand Sommer 2025 hat die Now GmbH die mögliche Entwicklung des Gesamtbestandes an elektrifizierten Pkw in Deutschland für die Jahre 2026 bis 2030 ermittelt. Daraus ergibt sich für das Jahr 2030 ein erwarteter Pkw-Bestand von rund 8 Millionen rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und 2,4 Millionen Plug-in-Hybriden (PHEV).

Der Pkw-Absatz im Jahr 2030 wird auf circa 1,8 Millionen BEV und 0,2 Millionen PHEV geschätzt, was einem Elektroanteil am Gesamtabsatz von rund 70 Prozent entspricht. Zwischen 2026 und 2030 wächst der prognostizierte BEV-Absatz in Deutschland jährlich um durchschnittlich 24 Prozent und damit stärker als bisher angenommen.

Technologische Entwicklungen: Mehr Reichweite, Schnell- und bidirektionales Laden

Die Befragung zeigt deutliche technische Fortschritte in den kommenden Jahren. Demnach wächst die Modellauswahl: Die Anzahl der BEV-Modelle soll zwischen 2026 und 2030 um 40 Prozent steigen, während das PHEV-Angebot leicht zurückgeht. Die durchschnittlich nutzbaren Batteriekapazitäten nehmen um rund 5 Prozent zu, in oberen Fahrzeugsegmenten sogar um bis zu 30 Prozent.

Die Reichweiten aller Fahrzeugsegmente wachsen, mit besonders starken Fortschritten in oberen Segmenten. BEV in mittleren und oberen Segmenten sind bereits heute für besonders schnelles Laden (HPC, ≥ 150 kW) ausgelegt. Auch für kleinere Modelle wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren zunehmend HPC-Fähigkeit erwartet. Bidirektionales Laden (V2X) wird bis 2030 bei BEV-Neuzulassungen deutlich verbreitet sein.

Die Ergebnisse (PDF) zeigen laut der Now GmbH das klare strategische Bekenntnis der Automobilindustrie zur Elektromobilität. Die BEV-Produktion werde in allen relevanten Märkten strategisch priorisiert. Nach 2030 würden jährliche BEV-Neuzulassungen von über zwei Millionen Pkw erwartet – „der Markt etabliert sich damit als echter Massenmarkt“, so die Now GmbH.

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Via: Now GmbH
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gernot meint

    21.04.2026 um 18:44

    Erst war man zu optimistisch. Jetzt ist man zu pessimistisch. Die Gespräche, auf deren Basis man jetzt 8 Mio. BEV errechnet hat, fanden schon im Sommer 2025 statt. Da gab es keine neue Kaufprämie und keinen Iran-Krieg. Insofern dürfen die 8 Mio. als überholt gelten.

    Im März 2025 hatten wir 16,6% BEV-Anteil bei den Neuzulassungen. Jetzt im März 2026 waren es schon 24,0%. Wenn man dieses Wachstum fortschreibt, sind wir rechnerisch in 4 Jahren – also 2030 bei 100% BEV-Anteil. Wie gesagt: Wenn man dieses Wachstum linear fortschreibt und keine Beschleunigung unterstellt, die es aber definitiv geben wird. Da viele BEV 3-6 Monate Lieferzeit haben, sind in den März-Zahlen die Auswirkungen der neuen Kaufprämie noch kaum abgebildet. Und überhaupt noch nicht abgebildet sind die Auswirkungen des Iran-Krieges und der sprunghaft gestiegenen Spritpreise.

    Jede Wette, dass wir 2030 10 Mio. BEV auf den Straßen haben – einfach weil elektrisch Fahren deutlich günstiger und komfortabler ist und Verbrenner rasend an Wert verlieren. 2029 werden wir 85+ % BEV-Anteil bei den Neuzulassungen haben.

    Antworten
  2. Stefan meint

    21.04.2026 um 17:44

    Was wurden hier die letzten Jahre für Rechnungen aufgestellt, welche Verkaufszahlen es für 15 Mio BEV/PHEV im Jahre 2030 braucht…
    Dafür hätte es mindestens 50% Marktanteil ab 2025 benötigt.

    Antworten
    • David meint

      21.04.2026 um 19:04

      Selbst die 8 Millionen sind ja noch nicht gesetzt. Da muss alles klappen ab jetzt. Und wenn man das auf Stückzahlen herunterbricht, kann VW alleine das nicht gewährleisten. Sie sind ja jetzt schon deutlich stärker bei den BEV als bei den normalen PKW. BMW ist schon gut, die können trotzdem mehr und Mercedes hat erst recht noch Potenzial. Aber beides sind Premiumhersteller und keine Massenhersteller. Man braucht Hyundai. Leider haben die ein seltsames Design und wenig Innovation, Da sind Zuwächse drin, aber keine Explosion. Vor allem aber braucht man zusätzlich Renault, Stellantis, Ford und die Japaner. Bei Renault passiert noch ein bisschen was, die drei anderen sind echte Ausfälle. Tesla flog aus dem Game, die Chinesen kommen nicht richtig rein.

      Antworten
  3. Mäx meint

    21.04.2026 um 09:57

    „Nach 2030 würden jährliche BEV-Neuzulassungen von über zwei Millionen Pkw erwartet“
    Das heißt 60-70% Marktanteil für BEV.
    Warum macht man sich dann so ins Hemd wegen des Neuzulassungsverbots von fossil betriebenen Verbrennern?

    Antworten
    • David meint

      21.04.2026 um 13:13

      Macht „man“ sich ja nicht. Nur bestimmte Kreise. Sollten es aber 8 Millionen werden, wäre das immer noch eine kleine Zahl gegen den Bestand.

      Antworten
      • Mäx meint

        21.04.2026 um 15:07

        „Macht „man“ sich ja nicht.“
        So? Warum dann das ganze Brimborium um die Aufweichung von 2035?
        Ich höre immer nur mimimi der Hersteller.
        Bin ja mal gespannt was nun tatsächlich irgendwann mal verabschiedet wird in Brüssel…noch steht 2035 ja und Deutschland stimmt schon mal nicht für den aktuellen Vorschlag weil er nicht weit genug geht…

        „Sollten es aber 8 Millionen werden, wäre das immer noch eine kleine Zahl gegen den Bestand.“
        Wasser ist nass…danke für diese wichtige Einschätzung.
        8 Mio. wären grob 15% im Bestand, Norwegen ist nach erreichen der 100% BEV Quote im Bestand bei 25%….das dauert eben…soweit so bekannt.

        Antworten
    • brainDotExe meint

      21.04.2026 um 20:12

      Weil man sich die letzten 5% Verbrenner behalten will?

      Antworten
  4. Apr590 meint

    21.04.2026 um 09:30

    Nach 2030 wird der Markt ein echter Massenmarkt.
    Die Aussage passt. Das schreibe ich schon seit Jahren.
    Volumenmodelle wird es ab 2030 geben.

    Antworten
    • Ossisailor meint

      21.04.2026 um 13:18

      Sind fast 25 % Zulassungsanteil noch kein Massenmarkt?

      Antworten
      • David meint

        21.04.2026 um 16:43

        Nicht für Meik.

        Antworten
    • MK meint

      21.04.2026 um 15:07

      @Apr590:
      Zählt man Skoda Enyaq und Skoda Elroq zusammen (diese sind bis zur C-Säule identisch und unterscheiden sich nur in der Länge des Kofferraumes; Golf und Golf Variant werden ja auch zusammen gezählt…), kommen alleine die auf rund 6.000 Neuzulassungen alleine in Deutschland pro Monat. Der ID. 4 bringt es mittlerweile auf fast 1 Millionen verkaufte Fahrzeuge Das Tesla Model Y dürfte demnächst 5 Millionen verkaufte Stück erreichen. Auch BYD und Wuling gehen mit einzelnen
      Um das meistverkaufte eAuto des Jahres zu werden, muss man längst an jedem einzelnen Werktag des Jahres im Schnitt über 4.000 Fahrzeuge eines einzigen Modells absetzen.
      Ich weiß also nicht, wo Sie die letzten Jahre waren, aber „Volumenmodelle“ gibt es längst und sie fahren längst Millionenfach auf den Straßen der Welt rum.

      Antworten
    • Future meint

      21.04.2026 um 20:52

      Schön ist demnach doch, dass es beim Dieselauto schon länger vorbei ist mit den Massenmodellen. Bei 14 Prozent Marktanteil bei den Neuwagen ist der Diesel doch nur noch etwas für Liebhaber. Es sind natürlich immer noch viel zu viele Diesel. Aber vielleicht wird der Stoff ja noch etwas teurer oder knapper und das macht ja bestimmt auch was mit den Menschen.

      Antworten
      • MK meint

        22.04.2026 um 11:53

        @Future:
        Wird ja spannend, wie viele neue Modelle überhaupt noch Diesel-Varianten bekommen. Bei Mercedes CLA und GLB sowie bei VW z.B. beim T-Cross haben die Diesel-Varianten die Modellwechsel schon mal nicht überlebt.

        Spannender Fun Fact dazu, der mir auch erst seit einigen Tagen bewusst ist: Diesel, Benzin und Kerosin entstehen ja aus unterschiedlichen Teilen des Rohöls. Da wir in Deutschland solche Diesel-Fanatiker sind/waren, hat das Verhältnis hier nie gepasst: Deutsche Raffinerien produzieren mehr Benzin als Deutschland verbrauchen kann, um wenigstens annähernd genug Diesel zu erhalten…reichen tut es trotzdem nicht. Wir kaufen also Diesel teuer aus dem Ausland zu und verscherbeln unser Benzin billig dorthin, um Angebot und Nachfrage aufeinander einzupendeln. Auch wenn es lange hieß, Diesel seien effizienter als Benziner usw., macht ein Diesel-PKW also gesamtwirtschaftlich gar keinen Sinn: Um genügend Diesel zu erhalten, muss man das Benzin sowieso produzieren. Also kann man es auch verwenden…
        Wenn bisherige Abnehmerländer für unser Benzin wie Norwegen immer weiter ausfallen, hat man einen Benzinüberschuss. Benzin könnte dann an den Tankstellen deutlich günstiger werden. Allerdings sind Raffinerien extrem energieintensiv (irgendwie verdrängen Leute, die fragen, wo der Strom für eAutos herkommen solle, immer, wie viel Strom man alleine dort schon einspart…) und in Deutschland teuer zu betreiben: Schon der Benzin-Preis von rund 1,60 € letzten Herbst lag wohl für einige Raffinerien unter Herstellpreis. Aufgefangen werden muss das dann von dem Stoff, bei dem die Nachfrage höher ist als das Angebot: Beim Diesel. Phasen, in denen Diesel an den Tankstellen trotz niedrigerer Steuern als beim Benzin teurer verkauft wird, werden also immer häufiger werden.

        Antworten

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