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E-Fahrzeuge vermieden 2025 laut Analyse 2,3 Millionen Barrel Ölverbrauch pro Tag

28.04.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 31 Kommentare

Tesla-Model-3

Bild: Tesla (Symbolbild)

Die wachsende weltweite Verbreitung von Elektrofahrzeugen hat 2025 den Verbrauch von 2,3 Millionen Barrel Öl pro Tag vermieden. Diese Zahl stammt aus einem modellierten Szenario der Marktforscher von BloombergNEF. Claudio Lubis, Ölanalyst bei BNEF, sagte, die Einsparungen bei fossilen Brennstoffen dürften in jedem Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts steigen, weil mehr Fahrer auf batteriebetriebene Fahrzeuge umsteigen.

Die Forschungsgruppe erwartet, dass der vermiedene tägliche Verbrauch bis 2030 im Szenario des „wirtschaftlichen Übergangs“ auf 5,25 Millionen Barrel steigen könnte. In diesem Szenario setzen Regierungen Technologien ein, die wirtschaftlich sind, statt vor allem Klimaziele politisch umzusetzen. Damit könnte der vermiedene tägliche Ölverbrauch bis 2030 mehr als doppelt so hoch liegen wie 2025.

Den größten Anteil am vermiedenen Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr haben der Studie zufolge derzeit zwei- und dreirädrige Fahrzeuge. Grund ist der schnelle Anstieg elektrischer Motorräder, besonders in Entwicklungsländern. Später in diesem Jahrzehnt sollen Elektroautos mehr Ölnachfrage senken, wenn sie häufiger werden.

Ein separater Bericht der Londoner Denkfabrik Ember kam laut Bloomberg für das vergangene Jahr auf 1,7 Millionen Barrel vermiedenen Ölverbrauch pro Tag. Analyst Daan Walter sagte dem Nachrichtenportal, die niedrigere Zahl beruhe auf konservativen Schätzungen dazu, wie oft Plug-in-Hybridautos mit fossilen Brennstoffen fahren, sowie auf hohen E-Fahrzeug-Verkäufen.

China spart besonders viel bei Ölimporten

Ember berechnet außerdem Einsparungen bei Ölimporten bei heutigem Verbrauch und einem Ölpreis von 80 Dollar je Barrel. China würde durch seine große E-Flotte mehr als 28 Milliarden Dollar pro Jahr sparen, Europa 8 Milliarden Dollar und Indien 600 Millionen Dollar pro Jahr.

Das Wachstum der globalen E-Verkäufe sollte sich laut BNEF in diesem Jahr verlangsamen, unter anderem wegen auslaufender Subventionen in China, aufgegebener europäischer Pläne zum Ausstieg aus Verbrennungsmotoren bis 2035 und einer Kehrtwende der USA bei der Clean-Tech-Politik.

Stark steigende Kraftstoffpreise infolge des Konflikts in Westasien haben das Interesse an Elektrofahrzeugen jedoch wieder belebt. „Elektrofahrzeuge werden preislich immer wettbewerbsfähiger gegenüber Benzinfahrzeugen“, so Walter. „Angesichts der Schwankungen auf dem Ölmarkt sind Elektrofahrzeuge eine vernünftige Wahl für Länder, die sich vor künftigen Schocks schützen wollen.“

Der Anteil von Elektroautos an den Gesamtverkäufen liegt inzwischen in 39 Ländern über 10 Prozent, berichtet Bloomberg. 2019 waren es vier Länder. Asiatische Länder gehören zu den schnellsten Anwendern. Die Ember-Analyse zeigt, dass dieser Trend das Wachstum der Ölnachfrage bereits bremst. 2025 erreichte China erstmals mehr als 50 Prozent E-Anteil an den Verkäufen, Vietnam 38 Prozent und Thailand 21 Prozent.

Der globale Ölverbrauch erreichte 2025 mit schätzungsweise über 102 Millionen Barrel pro Tag seinen Höhepunkt, wobei Prognosen je nach Quelle zwischen etwa 102 und über 105 Millionen Barrel pro Tag variieren.

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Via: Bloomberg (kostenpflichtig)
Tags: NachhaltigkeitAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Future meint

    28.04.2026 um 16:03

    Wer die Ölscheiche am Golf, in Russland und in Amerika ärgern möchte, der fährt schon lange elektrisch. Die Verbrennerhersteller ärgern sich natürlich auch über so viele Elektroautos, die sie immer verhindern wollten. Wenn der Krieg ein paar Jahre dauern sollte, ist es wohl vorbei mit den Verbrennern.

    Antworten
    • M. meint

      28.04.2026 um 17:07

      … weil die sich über die Elektroautos so ärgern, bauen sie welche. 🤫

      Antworten
      • eBikerin meint

        28.04.2026 um 18:10

        Ja wunder gibt es immer wieder …

        Antworten
      • David meint

        28.04.2026 um 18:28

        Ja, bei gewisser Klientel hier herrscht ein sehr einfaches, meist dualistisches Weltbild vor.

        Antworten
      • Future meint

        28.04.2026 um 19:19

        Die Hersteller bauen sich 10 bis 20 Prozent Elektroautos, weil sie dazu gezwungen wurden. Ohne Quote wären es viel weniger oder gar keine.

        Antworten
      • Fred Feuerstein meint

        29.04.2026 um 00:11

        Weil sie es müssen…🤫

        Antworten
      • rr meint

        29.04.2026 um 08:32

        sie könnten viel mehr bauen wenn sie wollen würden.

        Antworten
        • hu.ms meint

          30.04.2026 um 09:54

          Sehr einföltige meinung zur BEV-produktion
          Warum haben dann viele hersteller nur 75 % ihrer vor jahren für 2025 geplanten BEV-kapazität genutzt ? Müssen schichten streichen und zulieferer einschränken ? Kostet alles richtig geld – ohne dass mehr umsatz hereinkommt.
          Klare antwort: weil die neuwagenkäufer nicht soviele BEV kaufen wie vor jahren für 2025 mit rd. 25% von den herstellern geplant.

        • Future meint

          03.05.2026 um 22:29

          Die Neuwagenkäufer kaufen ja BEV. Aber sie kaufen diese eben auch woanders ein und nicht nur bei den Altherstellern, die angeblich mal »25 Prozent BEV« verkaufen wollten, wie VW das mal in der gewohnten Großspurigkeit verkündet hat. Es liegt wohl auch daran, dass die Althersteller nicht so attraktive BEVs im Portfolio haben, um davon ein paar mehr verkaufen zu können. Die Märkte sind eben im Wandel – nicht nur in China und Amerika. Aber immerhin ist BMW als einziger alter Haase nah dran an diesen 25 Prozent.

        • M. meint

          05.05.2026 um 10:33

          Die Neuwagenkäufer kaufen trotzdem zu 75% Verbrenner, und ignorieren dafür sogar das attraktive Angebot der „Startups“.
          Abgesehen natürlich von dem Teil der attraktiven Angebote der Startups, das aus Verbrennern besteht.

          China 2025:
          50% Verbrenner
          20% PHEV / REX (= Verbrenner)
          30% BEV

          Soviel zum Thema, dass alle nur noch BEV verkaufen, außer die deutschen OEM. Auch die Chinesen verkaufen noch Verbrenner.

      • Micha meint

        29.04.2026 um 09:21

        Weil sie müssen, durch politischen Druck und Konkurrenz v.a. aus China. Natürlich hätten die alten Platzhirsche am liebsten, dass alles so bleibt wir immer, und sie weiterhin mit ihren Verbrennern gutes Geld verdienen. Vor dem Hintergrund ist auch das ständige Lobbygetöse zu verstehen, um den „hocheffizienten“ Verbrenner möglichst lange am Leben zu halten.

        Antworten
        • M. meint

          29.04.2026 um 10:42

          Was’n Quark.
          Keine Firma ändert ihr Geschäftsmodell, solange das gut funktioniert.
          Das Problem, das Firmen wie VW fraglos haben, sind die aufgebauten Panzer, die effektiv das Eindringen neuer Informationen über Kundenanforderungen verhindern. Die musste man erst aufbrechen, aber ich denke, bei den meisten ist das angekommen. Ja, das hat wegen dieser Panzer deutlich zu lange gedauert.
          Lobbyisten sind (haben) die alle. Nur, weil du die einen wahrnimmst, und die anderen nicht, heißt das nicht, dass es die anderen nicht gibt.

    • South meint

      29.04.2026 um 17:09

      Also ich würde mal sagen, Future hat da im Grunde doch Recht. Fast genauso wichtig wie der Umweltaspekt ist die Reduzierung von Abhängigkeiten von fraglichen Staaten und das pumpen von enormen Geldsummen in diese Richtung.
      Viel Öl kommt aus totalitären Staaten wie Russland, Venezuela, Iran, Saudi Arabien und natürlich sind sich die bewusst, dass eine Umstellung auf EE und eAutos sie langfristig Einnahmen kosten wird. Ganze Haushalte sind davon abhängig.
      Wir bezahlen Öl quasi nicht nur an der Zapfsäule, sondern müssen zudem auch noch die Suppe auslöffeln, die uns diese Staaten einbrocken. Russland kann sich die aggressive Politik gegen den Westen und den Krieg nur dank der Rohstoffe leisten.
      Öl zahlen wir im wahrsten Sinne des Wortes doppelt. Aus vielen Gründen, nicht nur aus Umweltgründen, sollten wir dem Öl wirklich keine Träne nachweinen…

      Antworten
      • Future meint

        29.04.2026 um 18:27

        So ist es. Wenn der »Dieseldieter« nur ahnen könnte, was er damit alles anrichtet in der Welt, wenn er an der Tanke wieder mal seinen beliebten teuren Saft zapft.

        Antworten
  2. Futureman meint

    28.04.2026 um 14:02

    Da sich jetzt einige Staaten bewusst sind, wie schnell man die Ölpreise durch nur ein paar „Eingriffe“ in die Höhe schnellen lassen kann und gleichzeitig E-Autos und PV/Akku-Strom immer günstiger wird (obwohl bereits jetzt unschlagbar günstig), wird der Ölausstieg nicht mehr durch Umweltgesetze, sondern eher durch wirtschaftliche Gründe schneller gehen als gedacht.
    Selbst in den USA ist PV inzwischen die größte Kraftwerkstechnik beim Zubau. Und das in Größenordnungen, die um das hundertfache gegenüber Kernkraft liegen.
    Lade übrigens gerade auch wieder gratis mein E-Auto und erzähle es jedem, auch dem Dieseldieter, der lieber nach Spritentlastungen schreit, als sich ein E-Fahrzeug zu besorgen.

    Antworten
    • eBikerin meint

      28.04.2026 um 15:50

      hat dein Dieseldieter den auch ein EFH und PV? Oder erzählst du wieder mal ne Geschichte? Ach wusstest du, dass der PV Boom in den USA stark durch den IRA getrieben wird?

      Antworten
      • Futureman meint

        28.04.2026 um 16:58

        Dieseldieter hat bisher nur einen Kamin, aber er könnten sich kostenlos einen Börsenstromtarif holen. Dann wäre er z.B. am letzten Sonntag sogar dafür bezahlt worden, wenn er sein Auto lädt. Da das aber zu 100% Strom aus nicht qualmenden oder strahlenden Kraftwerken wäre, ist das für ihn Hexenwerk und er schimpft weiter über die Politik und hohe Spritpreise.

        Antworten
        • eBikerin meint

          29.04.2026 um 07:29

          Jaja eine schöne Geschichte, mal ernsthaft wenn du deine tollen Geschichten mit.“ Da das aber zu 100% Strom aus nicht qualmenden oder strahlenden Kraftwerken wäre, ist das für ihn Hexenwerk“ ausschmückst, wer soll dir das dann immer glauben?

      • elektromat meint

        28.04.2026 um 17:36

        Also der Dieter den ich kenne fährt ein Elektroauto. Kenn aber nen DieselDaniel

        Antworten
        • F. K. Fast meint

          29.04.2026 um 09:37

          Beide Daniels, die ich kenne, fahren elektrisch – EV6 bzw. TM3.

    • eBikerin meint

      28.04.2026 um 16:02

      Ach noch ne Frage: warum erwähnst du Kernkraft? Schon mal geschaut was an Gaskraftwerken im Bau und in Planung ist?

      Antworten
      • Futureman meint

        28.04.2026 um 17:03

        Also in Deutschland ist gerade dank neuer Regierung nichts in wirklicher Planung bzw. Ausschreibung im Bereich großer Gaskraftwerke. Die bestehenden sorgen übrigens dank hoher Weltmarktpreise in Zeiten ohne Sonne und Wind für immens hohe Strompreise an den Börsen. Daher ist es gut, dass die erneuerbaren schon in vielen Stunden für supergünstigen Strom sorgen.
        Allerdings ist es bei dem Szenario schwierig zu verstehen, warum Sonne und Wind beim Ausbau begrenzt werden soll (Speicher übrigens auch), teure Gaskraftwerke aber (irgendwann) zugebaut werden sollen. Aus welchen Bereich kommt/geht unsere aktuelle Lobby- äh Wirtschaftsministerin eigentlich?

        Antworten
        • eBikerin meint

          28.04.2026 um 18:14

          Erstens es gibt keine Weltmarktpreise beim Strom – solltest du wissen.
          Und ohne Wind und Sonne werden diese Kraftwerke immer teurer , weil die Fixkosten gleich bleiben, der Absatz des Stromes aber auf immer weniger Stunden reduziert wird. Eigentlich ganz einfach. Sonne und Wind sollen nun begrenzt werden – weil in diesen Zeiten der Stro, bezahlt werden muss obwohl man ihn nicht nutzt und sogar Länderübergreifend Geld bezahlt werden muss , dass man unseren Strom abnimmt. Und nein Speicher sollen nicht begrenzt werden.

        • Jeff Healey meint

          28.04.2026 um 21:05

          Kartellerina Reiche?
          Kam von Westenergie, einem Energieversorgungsunternehmen mit einem nicht geringen Anteil von Gaslieferungen.
          Was Sie übrigens zuletzt in einer Pressekonferenz auf die Frage eines Medienvertreters („Jung und Naiv“) hin verleugnet hat.
          Eine dreiste Lüge Ihrerseits.
          Herr Merz täte gut daran, Ihr bald „Sein vollstes Vertrauen“ auszusprechen (Synonym für „Ich lege Dir deinen Rücktritt nahe“)…, wenn Er nicht noch mehr Wählerstimmen verlieren möchte.

  3. Soeri# ch meint

    28.04.2026 um 13:45

    Einfach toll, wenn man diese hohe Zahl liesst.
    Soviel Öl wird eingespart. Dass freut die Ölmultis sicher nicht. Es müssten viel mehr Menschen, sich ein E Auto anschaffen. Damit es noch mehr wird.

    Antworten
  4. ID.alist meint

    28.04.2026 um 13:36

    In Perspektive.
    Weltweit täglicher Verbrauch: Über 102,5 Millionen Barrel pro Tag.

    Es bleibt bei über 100 Millionen Barrel pro Tag.

    Antworten
    • Futureman meint

      28.04.2026 um 17:04

      Ohne Anfang kein Ende…

      Antworten
      • ID.alist meint

        29.04.2026 um 10:18

        Finde ich auch,
        aber ohne Ziel auch kein Weg.

        Antworten
    • M3P_2024 meint

      28.04.2026 um 23:46

      Eine unvorstellbar hässliche Zahl. Man stelle sich die Menge mal bildlich vor… :-/

      Antworten
    • Ben meint

      29.04.2026 um 09:36

      Kennt man ja, zur Einordnung, man braucht keine Steuer zu zahlen denn die paar Euro von mir machen ja nix im Haushalt.

      Antworten
    • Future meint

      03.05.2026 um 22:34

      Angeblich fehlen durch den Krieg jetzt täglich 25 Prozent dieser Ölförderung. In einigen asiatischen Ländern ist es wohl schon kritischer als bei uns. Also, das ist bestimmt auch wieder so ein Anfang, der sich auswirken wird auf die Elektromobilität in den Märkten.

      Antworten

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