Dachser wird als erstes Unternehmen den neuen Mercedes-Benz NextGenH2 Truck im Praxiseinsatz nutzen. Ab Ende Dezember 2026 soll zunächst eine Sattelzugmaschine mit Flüssigwasserstoff-Technologie eingesetzt werden. Zwei weitere baugleiche Fahrzeuge sollen bis Mitte 2027 folgen. Die drei Wasserstoff-Lkw werden am Dachser-Logistikzentrum Karlsruhe stationiert und vor allem im Fernverkehr eingesetzt.
Die Fahrzeuge gehören zu einer Kleinserie von insgesamt 100 Wasserstoff-Lkw, die Daimler Truck ab Ende des Jahres an ausgewählte Kunden ausliefern will. Die Serienproduktion des Mercedes-Benz NextGenH2 Truck soll in den frühen 2030er-Jahren beginnen. Die drei für Dachser vorgesehenen Fahrzeuge sind die ersten Modelle dieser Kleinserie.
Stefan Hohm, Chief Development Officer bei Dachser, betont die Bedeutung leistungsfähiger Null-Emissions-Fahrzeuge für den Fernverkehr. Er verweist darauf, dass batterieelektrische Lkw in den vergangenen Jahren große Entwicklungsschritte gemacht hätten und inzwischen Serienfahrzeuge mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern verfügbar seien. Gleichzeitig bezeichnet er die Netzanschlussleistung weiterhin als große Herausforderung. Im Dachser-Netzwerk sind derzeit mehr als 190 E-Lkw im täglichen Einsatz, darunter auch mehrere Mercedes eActros 600.
Hohm sieht Brennstoffzellen-Lkw mit Flüssigwasserstoff als mögliche Ergänzung der bestehenden E-Lkw-Flotte, insbesondere bei sehr hohen Reichweiten oder kurzen Betankungszeiten. Er sagt: „Mit einer ausgereiften und wirtschaftlichen Wasserstofftechnologie könnten logistische Anforderungen abgedeckt werden, die sich derzeit nur schwer mit batterieelektrischen Lkw realisieren lassen.“ Deshalb engagiert sich Dachser nach seinen Angaben auch im Bereich Forschung und Entwicklung rund um die Wasserstoffmobilität.
Reichweiten von 1000+ Kilometern
Der Mercedes-Benz NextGenH2 Truck nutzt eine Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff elektrische Energie für die Elektromotoren erzeugt. Als Energieträger dient Flüssigwasserstoff, der eine höhere Energiedichte als gasförmiger Wasserstoff aufweist. Die Technologie ermöglicht den Angaben zufolge Reichweiten von deutlich über 1000 Kilometern bei hoher Nutzlast. Zudem kann der Lkw innerhalb von 10 bis 15 Minuten betankt werden.
Die in Karlsruhe stationierten Fahrzeuge sollen in bestehende Systemverkehre integriert werden, darunter auch Verbindungen ins europäische Ausland. Das Logistikzentrum befindet sich rund 30 Kilometer vom Mercedes-Benz-Werk in Wörth entfernt. Dort kann eine geeignete Flüssigwasserstoff-Tankinfrastruktur genutzt werden.
„Unser Standort Karlsruhe bietet ideale Voraussetzungen, um neue Technologien im realen Betrieb zu testen“, sagt Bernd Großmann, General Manager von Dachser Karlsruhe. „Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung im Einsatz alternativer Antriebe und bringen unsere Erkenntnisse systematisch in das gesamte Dachser-Netzwerk ein.“ Karlsruhe zählt gemeinsam mit Freiburg und Hamburg zu den E-Mobilitäts-Standorten des Unternehmens.
„Neue Antriebskonzepte unter realen Bedingungen zu erproben, ist für uns ein zentraler Bestandteil unserer Innovationsstrategie“, so Dachser-Manager Hohm. Durch die Zusammenarbeit mit Herstellern wolle das Logistikunternehmen Entwicklungen früh begleiten und einschätzen, welchen Beitrag unterschiedliche Technologien künftig im eigenen Netzwerk leisten können. Die Einführung der ersten drei NextGenH2 Trucks soll hierfür weitere praktische Erfahrungen liefern.

Die Wahrheit meint
Wie viele Kilometer schafft ein LKW Fahrer während seiner Lenkzeiten?
In der Ruhezeit läd ein E-LKW ohne Zeitverlust nach.
Der TESLA Semi Truck kommt jetzt nach Europa. Da wird sich schnell zeigen, welches Konzept sich in der Praxis durchsetzt.
Was man jetzt schon sagen kann, in der Anschaffung ist der E-LKW dem alternativen Antrieben weit überlegen. Und was kostet noch mal ein Liter Wasserstoff?
Wie viele Wasserstofftankstellen gibt es und wie viele davon wurden alleine in Deutschland wieder abgebaut?
eBikerin meint
Was genau wird der Tesla zeigen, was die bereits erhältlichen und im Einsatz befindlichen eLKW nicht können? Außer dass er wegen der Form zu lange für Standarttrailer ist?
Paule meint
„…wird sich schnell zeigen, welches Konzept sich in der Praxis durchsetzt.“
Michael meint
Diese LKW tanken flüssigen Wasserstoff. Dafür gibt es noch gar keine Tankstellen. Aber gegen Elektro wird sich diese Technik vermutlich nicht durchsetzen.
SB meint
Es gibt Anwendungen, in denen die LKWs mit wechselnden Fahrern 24/7 unterwegs sind. Oft mit Aufbauten die ein vielfaches des LKW kosten. Da kann die geringere Betankung Dauer des Wasserstoff LKWs ein riesengroßer Vorteil sein.
Beim PKW ist das Rennen für das Elektroauto entschieden. Im LKW gibt es derart viele Anwendungsfälle, wo in einigen Fällen der Wasserstoff gegenüber dem BEV die bessere Lösung sein kann.
Das ist sicher nicht der Standard-Fernverkehr und auch nicht der Verteilerverkehr. Aber gibt es noch weitere Anwendungen und im Gegensatz zu den den beiden vorherigen kann man da als Spediteur noch richtig Geld verdienen.
M. meint
Ja, es gibt einige Anwendungen, die elektrisch nicht funktionieren.
Aber das ist in Summe so wenig Stoff, dass sich dafür keine H2-Infrastruktur lohnt.
Diese Anwendungen würde ich aktuell lassen wie sie sind, und langfristig vielleicht auf eFuels umstellen. Das wird auch nicht teurer, als Milliarden Euro in kaum genutzten H2-Tankstellen zu versenken.
Vor allem aber würde ich mich um die Masse der LKW in eben diesem Fern- und Verteilerverkehr kümmern, weil hier am meisten Einsparung zu holen ist, finanziell und für die Umwelt.
M. meint
Was sich durchsetzt, hat man schon komplett ohne den Kurztrailer-Semi rausgefunden.
Fährt täglich da draussen rum. Mach mal dir Augen auf.
Ben meint
Also kann dieser LKW nur im Umkreis von max. 500km eingesetzt werden weil nur am Standort FlüssigH² zu tanken geht, zumindest hab ich gerade bei H²live keine Tankstelle gefunden somit ist dieser LKW nicht nur im Betrieb massiv teurer als der BEV LKW sondern als Bonus noch unflexibler.
Aber hey ist bestimmt wieder so ein vom Bund geförderter Modelversuch und Mercedes übernimmt bestimmt wieder kostenlos die Wartung und Tankkosten, hat mit Hyundai in der Schweiz auch nicht funktioniert.