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Granulat aus recycelten Reifen soll Elektroautos leiser machen

10.06.2026 in News & Trends von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

Mercedes-CLA-Elektro-Shooting-Brake

Bild: Mercedes‑Benz (Symbolbild)

Elektroautos zeichnen sich durch eine geringe Geräuschentwicklung aus. Das führt jedoch dazu, dass andere akustische Signale wie das Sirren der Elektronik oder hochfrequentes Pfeifen deutlicher wahrnehmbar werden. Da bei niedrigen Geschwindigkeiten künstliche Töne zur Warnung von Fußgängern und Radfahrern nötig sind, verändert sich die Klangwelt im Fahrzeug umfassend. Forscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickeln eine Methode, um ungewollte Geräusche ohne zusätzlichen Platzbedarf oder Gewichtserhöhung zu reduzieren. Dabei setzen sie auf die Autoreifen.

Zusätzliche Dämmmatten würden Gewicht und Materialeinsatz erhöhen. Stattdessen sollen vorhandene Hohlräume in Bauteilen mit Granulat aus recycelten Autoreifen gefüllt werden. In Deutschland fallen laut den Projektverantwortlichen jährlich etwa 50 Millionen Altreifen an, von denen meist nur ein kleiner Teil wiederverwendet werde. Das meiste werde etwa in Zementwerken verbrannt oder lande als Matten auf Sport- oder Spielplätzen.

„Wir zeigen eine zusätzliche Anwendung dieses Materials in der Fahrzeugtechnik und verbinden akustischen Komfort, Leichtbau und Kreislaufwirtschaft“, sagt Hermann Rottengruber, Leiter des Instituts für Mobile Systeme an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Das Verfahren nutzt die Bewegung der Gummipartikel innerhalb des Bauteils, vergleichbar mit Sand in einer Rassel, um Schwingungen direkt an der Quelle auszubremsen. „Die Partikel entziehen der Struktur Energie, bevor daraus störende Geräusche werden“, erläutert Projektleiter Braj Bhushan Prasad.

In Laborversuchen konnte eine Reduktion der Geräusche um etwa 6,5 Dezibel im für Menschen sensiblen Frequenzbereich erzielt werden. „Das klingt wenig, ist aber deutlich hörbar“, so Rottengruber. „Es kann den Unterschied machen zwischen einem auffälligen Sirren und einem unauffälligen Hintergrundgeräusch.“

Die technische Umsetzung ist jedoch komplex, da Größe, Material, Menge der Partikel sowie Temperatur und Bauteilgeometrie die Wirkung erheblich beeinflussen. Die Forschung muss nun die optimalen Kombinationen unter verschiedenen Bedingungen ermitteln. Langfristig könnte das Verfahren den Wissenschaftlern zufolge auch weit über Elektroautos hinaus Anwendung finden – „überall dort, wo elektrische Systeme Schwingungen ausgesetzt sind anderen elektrischen Systemen Anwendung finden“.

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Via: MDR
Tags: Forschung, Geräusche & Sound, Nachhaltigkeit, ReifenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Matze meint

    10.06.2026 um 12:27

    Also leisere Reifen, damit das Auto in der Stadt beim fahren lauter piepen muss?

    Antworten
  2. David meint

    10.06.2026 um 10:30

    „Zusätzliche Dämmmatten würden Gewicht und Materialeinsatz erhöhen. Stattdessen sollen vorhandene Hohlräume in Bauteilen mit Granulat aus recycelten Autoreifen gefüllt werden“

    Und recycelte Autoreifen wiegen nichts und bestehen nicht aus Material? Gute Idee und 6,5 dbA sind enorm aber diesen Schluss bezüglich Material und vor allem Gewicht verstehe ich nicht.

    Antworten
  3. EcologyIsTheNewEconomy meint

    10.06.2026 um 09:33

    Schön dass über Möglichkeiten zur Lärmreduzierung nachgedacht wird aber …
    Das Portal ecomento wird seinem Namen leider nicht gerecht, wenn es solche Informationen der Reifenindustrie in regelmässigen Abständen ohne kritisches Hinterfragen verbreitet. So ein Artikel muss m.A. nach immer mit der Frage enden, warum das Thema Mikroplastik, dass zur Verunreinigung von Luft, Böden und Wasser führt nicht grundsätzlich angegangen wird, indem zum Beispiel biologisch abbaubare Grundstoffe bei der Herstellung benutzt werden. Ein bisschen Recycling wird das Problem nicht lösen.

    Antworten

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