Daten von Autoscout24 zeigen, dass die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland weiter steigt und sich der Trend aus dem Jahresanfang auch im April 2026 fortgesetzt hat. Als zusätzlicher Booster neben der angekündigten Förderung werden gestiegene Kraftstoffpreise genannt. Besonders stark wächst das Interesse an elektrischen Neuwagen.
Zwischen Dezember 2025 und April 2026 nahm der Elektroanteil der Nachfrage in allen Segmenten deutlich zu, berichtet das Portal Autohaus unter Berufung auf Autoscout24. Im Neuwagen-Kauf stieg er von 16,1 auf 35,5 Prozent, im Neuwagen-Leasing von 27,0 auf 57,4 Prozent. Auch bei gebrauchten Fahrzeugen zeigte sich ein klarer Zuwachs.
Im Neuwagen-Leasing wurde im April ein markanter Wendepunkt erreicht: Erstmals entfielen mehr als die Hälfte aller Anfragen auf Elektroautos. Der Anteil stieg von 49,1 Prozent im März auf 57,4 Prozent. Auch beim Neuwagen-Kauf legte die Nachfrage weiter zu: Der Elektroanteil erhöhte sich innerhalb eines Monats von 30,2 auf 35,5 Prozent. „Die Zahlen zeigen klar: Elektromobilität gewinnt weiter an Breite und Relevanz“, sagt Andreas Jans, Vertriebsdirektor bei der Autoscout24-Tochter Leasingmarkt.de.
Auch gebrauchte Elektroautos wurden stärker nachgefragt. Im Gebrauchtwagen-Kauf stieg der Elektroanteil im April auf 8,0 Prozent, nach 6,4 Prozent im März und 3,8 Prozent zum Jahresanfang. Im Gebrauchtwagen-Leasing blieb der Elektroanteil trotz eines leichten Rückgangs mit 33,8 Prozent hoch, nach 36,8 Prozent im März, und lag damit weiterhin deutlich über dem Niveau vom Jahresanfang.
Mit der steigenden Nachfrage zeigten sich auch erste Preiseffekte. Gebrauchte Elektroautos kosteten im April im Durchschnitt rund 36.100 Euro und damit etwa sieben Prozent mehr als im März. Das war der dritte moderate Preisanstieg in Folge. Zugleich deutet die Entwicklung darauf hin, dass ein Teil der potenziellen Käufer vor einer Kaufentscheidung abwartet und Preise vergleicht.

David meint
Die Förderung hat wohl noch nicht so große Spuren hinterlassen. Denn im Grunde genommen kaufen die, die im Sinne der Förderung klare Fälle für 3000€ und mehr sind, sehr selten Neuwagen. Und unter den anderen sind vermutlich viele Edge Cases, für die man die genauen Förderichtlinien und die nachgewiesenen versteuerten Einkünfte noch einmal in Ruhe nebeneinander legen muss. Das wird sich aber ändern, wenn das besser geklärt ist und vor allen Dingen von VW die Vierlinge bestellbar sind.
Die Kraftstoffpreise sind dagegen ganz sicher ein Booster. Denn der Mensch neigt dazu, Verbrauchskosten beim Auto überzubewerten. War man bei früheren Preiserhöhung in diesem Bereich der Sache hilflos ausgeliefert, man konnte nur hoffen, dass es sich schnell normalisiert, schwindet da nach drei Monaten Krieg die Hoffnung. Aber dafür gibt es jetzt – anders als früher – einen Ausweg, das Elektroauto. Das Gute dabei ist, dass auch Gebrauchtwagen in den Fokus rücken. Sie sind verfügbar und günstig.
Future meint
Interessant wird es, wenn der Krieg ein paar Jahre weitergeht oder regelmäßig wieder neu aufflammt. Dieses Szenario könnte durchaus eintreten. Dann würde das ein sehr großer Booster für die Elektromobilität – sicherlich nicht nur in Deutschland.
Till meint
Die höchste Förderung gibt es bis 45.000€ Jahresbruttoeinkommenin Höhe von 5.000€.
Es gibt in Deutschland sehr viele Singlehaushalte über alle Altersklassen hinweg. 45.000€ pro Jahr brutto bedeuten monatlich 2.400€ netto. Natürlich ist der Großstadtmieter damit am Ende der Fahnenstange, doch der Erbe von „Omas klein Häuschen“ auf dem Lande, kann sich da locker eine Sparquote von über 500€ mtl. leisten. Das reicht gut für ein ID3 Leasing, oder auch den Kauf eines adäquaten Neuwagens. Die gleiche Situation bei 80K brutto ergibt Netto 4.000€ mtl. . Das reicht sogar für ein Porsche EV. Über 40% aller Haushalte sind Singlehaushalte. Weitere 33% sind Zweipersonenhaushalte. Viele davon DINKS. Auch dort wird es im Bereich der E-Mobilität verstärkt zu Neuwagenkäufen und Förderungsansprüchen kommen. Warum? Weil der Gebrauchtwagenmarkt unattraktiv ist. Bsp. Renault R5. Halbwegs brauchbar ausgestattete Gebrauchte liegen bei 25K. Der Gleiche laut LP neu bei bsp. 34K (Beides urban Range) . Aktuell gibt es beim R5 eine 11% Aktion. Dann noch die Förderung weg, liegt man bei ca 27K. Da wird kaum Jemand gebraucht kaufen. Und beim Porsche ist es in Relation gesetzt kaum anders. Ein Macan 4 EV kostet neu, brauchbar ausgestattet bis 110K. Gebraucht kostet das Vergleichsmodell dann immernoch 90K. Aktuell gibt es mit Verhandlungsgeschick gut 10% auf den Neuwagen, 7% sind es mindestens. Da sind es nur 9K Unterschied zum Gebrauchtwagen, mit der miesen Software von 24/25.
Also ich vermute, daß die Prämie schon nächstes Jahr ausgeschöpft sein wird. Allein der Twingo „rennt“ jetzt schon, dann demnächst der ID Polo.
MK meint
@Till:
Damit die Prämie schon nächstes Jahr ausgeschöpft ist, müssten Privatleute wohl plötzlich zu 100% BEV sein…2/3 der Neuwagen gehen nun Mal an Firmen und sind damit bei der Prämie per Sé außen vor…auch, weil wer 80.000 € brutto verdient, sicher in vielen Fällen einen Firmenwagen hat.
Also: Ja, Sie haben sicher recht, dass es über Erbe usw. viele Leute gibt, die viel Kapital bei geringem/keinem zu versteuernden Einkommen haben. Ich wage aber zu bezweifeln, dass das eine entscheidende Masse ist.
Stefan meint
Der Renault 5 ist zu neu für attraktive Gebrauchtwagenpreise. Die 4-5 Jahre alten Autos im Kleinwagen-Bereich sind vor allem bei der Ladeleistung oder Batteriegröße oft schlechter als aktuelle E-Autos. Dafür aber deutlich günstiger.