Der spanische Autobauer Seat will sich weiter von seiner Schwestermarke Cupra abgrenzen. CEO Markus Haupt gab im Gespräch mit Autocar erste Hinweise darauf, dass neue Seat-Modelle kommen könnten. Die Volkswagen-Tochter plant, ihre beiden Marken durch eigenständige Produktlinien voneinander zu trennen.
Seat hat nach einer längeren Phase ohne Neuheiten kürzlich Facelifts für den Kleinwagen Ibiza und den Crossover Arona vorgestellt. Für das nächste Jahr sind neue Mild-Hybrid-Motoren für diese beiden Modelle angekündigt. Ein Großteil der Ressourcen und Investitionen des Konzerns fließt derzeit aber in den Ausbau der noch jungen Marke Cupra, die sich zu einer globalen Premiummarke entwickeln soll.
Markus Haupt betonte gegenüber Autocar die bleibende Bedeutung der Marke Seat für das Unternehmen. „Wir können uns unser Unternehmen ohne Seat nicht vorstellen“, erklärte der CEO. Er verwies auf die historische Bedeutung der Marke in Spanien sowie anderen Ländern und bekräftigte fortlaufende Investitionen.
Ein entscheidender Punkt der Strategie ist die Differenzierung der Marken. Haupt schloss aus, dass das kleine Cupra-Elektroauto Raval durch Reduzierung der Ausstattung auch zu einem Modell mit Seat-Logo werden könnte. Alle künftigen Cupra-Modelle sollen eigenständige Entwicklungen sein, nicht lediglich angepasste Versionen von Seat-Modellen wie Ateca und Leon. Das Ziel sei es, dass beide Marken ihre eigene Identität festigen.
„Die Markenpositionierung ist völlig anders, der Kundenstamm beider Marken ist unterschiedlich“, so Haupt. „Und wir dürfen die Märkte in Übersee nicht vergessen, wo die Elektrifizierung noch nicht so weit fortgeschritten ist wie in Europa.“ Seat soll deshalb bis auf Weiteres Anbieter erschwinglicher Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bleiben, auch in elektrifizierter Form.
Die Einführung von Elektroautos wird bei Seat erst angestrebt, wenn die Produktionskosten für entsprechende Plattformen weiter sinken. Haupt merkte an, dass angesichts strengerer CO2-Regulierungen in den Jahren 2029 und 2030 Diskussionen über die Zukunft der Marke notwendig werden könnten. Was das konkret bedeuten könnte, sagte er nicht.

Ihre Meinung