Martin Sander, seit fast zwei Jahren für Vertrieb, Marketing und Aftersales in der Pkw-Sparte von Volkswagen zuständig, vergleicht die Entwicklung hin zu Elektroautos mit dem historischen Wandel von Pferden zu Autos. Er meinte im Gespräch mit AutoExpress, dass Menschen sich über die Zeit organisch für effizientere Fortbewegungsmittel entscheiden würden.
Sander kritisierte die aktuelle Debatte über Verbrennungsverbote. Laut seiner Einschätzung ist es wenig hilfreich, Kunden lediglich mit Verboten von Fahrzeugen zu konfrontieren, die sie über Jahrzehnte gewohnt sind. Stattdessen müsse der Fokus auf der Überzeugung durch Vorteile liegen.
Um Kunden für die neue Technologie zu gewinnen, sieht Sander zentrale Handlungsfelder. Dazu gehören der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie positive Kommunikation über die Vorzüge elektrischer Fahrzeuge. Auch das Thema Energiepreise spiele eine Rolle für die Akzeptanz.
„Wir müssen wettbewerbsfähig sein. Es gibt keine Alternative“
Volkswagen verfolgt den Weg der Elektromobilität bereits offensiv, ist dabei aber mit einer zunehmenden Bedrohung durch chinesische Hersteller konfrontiert. „Alles, was wir in China lernen, wird uns helfen, auf allen anderen Märkten weltweit wettbewerbsfähig zu sein, auf denen wir mit den Chinesen konkurrieren“, sagte Sander. „Für uns geht es vor allem um Größenvorteile, Effizienz und Kosten, und daran arbeiten wir mit Hochdruck. Wir müssen wettbewerbsfähig sein. Es gibt keine Alternative.“
Hinsichtlich der Antriebstechnologien wird Volkswagen keine Range-Extender-Elektrosysteme nach Europa bringen. Hierbei hat ein E-Fahrzeug einen kompakten Verbrennermotor an Bord, der als reiner Stromgenerator ohne Verbindung zu den Rädern für mehr Reichweite dient. Stattdessen setzt Volkswagen hierzulande laut dem Manager auf ein breites Spektrum mit Verbrennern, Mild-Hybriden, Voll-Hybriden und Plug-in-Hybriden sowie reinen E-Autos.
Der Manager sieht für Range-Extender-Setups derzeit keine Marktchancen in Deutschland oder Europa, räumt jedoch ein entsprechendes Marktpotenzial in China ein. Das Ziel von Volkswagen sei es, durch eine vielfältige Auswahl an Antriebssträngen und Batteriegrößen ein wettbewerbsfähiges Angebot zu schaffen.
Zukünftige Produktneuheiten bei der Kernmarke von Europas größtem Automobilhersteller umfassen den ID. Polo als elektrische Alternative zum beliebten Benzin-Kleinwagen sowie ein umfangreicheres Facelift für das Kompakt-Elektroauto ID.3. Zudem sind der ID. Polo GTI als sportlicher Kleinwagen und ein mittelgroßes Batterie-SUV namens ID. Tiguan geplant.

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