Der chinesische Stromer-Riese BYD verfolgt laut Berichten das Ziel, innerhalb der nächsten fünf Jahre Toyota als weltweit führenden Autohersteller zu überholen. Diese Ambition äußerte Medien zufolge Gründer Wang Changfu während der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns.
Um diesen Meilenstein zu erreichen, müsste BYD seine Verkaufszahlen im letzten Jahr von rund 4,6 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybriden massiv steigern. Damit lag man 2025 auf dem sechsten Platz. Der bislang führende Automobilhersteller Toyota aus Japan hatte insgesamt 11,3 Millionen Fahrzeuge verkauft, wobei dieser Wert auch die Verkäufe der Töchter Daihatsu und Hino umfasst.
„BYD wird in fünf Jahren hinsichtlich der Größe wahrhaftig zum weltweit führenden Automobilhersteller werden“, prognostizierte Changfu bei der Veranstaltung. Angesichts der massiven und schnellen Expansion chinesischer Hersteller ins Ausland, insbesondere BYD, erscheint dieses ehrgeizige Vorhaben durchaus möglich.
Das Erreichen dieses Ziels erfordert eine große Steigerung der Exporte aus China heraus, da das Unternehmen auf dem heimischen Markt derzeit Schwierigkeiten hat. Die Verkaufszahlen in der Volksrepublik sind in den letzten acht Monaten rückläufig. Gründe dafür sind eine stagnierende Nachfrage nach Neuwagen sowie ein Preiskampf mit Konkurrenten wegen Überkapazitäten. Hinzu kommt die Hochlaufphase der zweiten Generation von BYDs „Blade“-Batterie.
Die Blade-Technologie ist zentral für BYDs anhaltende Offensive. Die hauseigene LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) gilt als ein Kernbestandteil der vertikalen Integration des Konzerns. Mit der zweiten Generation will man Energiedichte, Kostenstruktur und Ladeleistung weiter verbessern. In Verbindung mit dem angekündigten besonders schnellen Aufladen („Flash Charging“) soll daraus ein zusätzliches Argument für die internationale Expansion werden. Der Konzern versucht, seine Modelloffensive nicht allein über Preise zu treiben, sondern zunehmend auch über fortschrittliche Batterietechnik und Ladefähigkeit zu differenzieren.

Jeff Healey meint
Selbstbewusst sind sie ja, aber ob das bis 2031 mit der Weltmarktführerschaft klappt, das bezweifle ich ehrlich gesagt noch etwas. Ich halte das jedoch zu einem späteren Zeitpunkt durchaus für möglich. Technisch gesehen ist BYD gut mit dabei, mit Stärken hier und Schwächen dort, mit der eigenen Batterieproduktion sind sie kostenmässig im Wettbewerb im Vorteil.
Das Design ist in der letzten Zeit deutlich gefälliger geworden, hin zu klareren Linien, weniger „aufgeregt“ als es zum Beispiel noch beim Dolphin oder Dolphin Surf der Fall war. Das tut den BYD Fahrzeugen richtig gut.
Für die Märkte in Europa wären meiner bescheidenen Meinung nach weitere Zugeständnisse bei Garantien und Gewährleistung zur langfristigen Ersatzteile-Versorgung notwendig. So bin ich persönlich derzeit von dem Gedanken abgerückt mir irgendwann vielleicht ein chinesisches Auto zu kaufen, weil ich mich informiert und mitbekommen habe, wie kurz die Entwicklungszyklen der chinesischen Automobil-Hersteller sind, und dort der Trend hingeht zum „Verbrauchs- und Wegwerfartikel Auto“. Das kann und darf es nicht sein, bei einem Objekt, das für den Käufer so teuer zu erwerben ist (in Europa nach dem Wohnen der zweithöchste Kostenfaktor), und in der Produktion so hohe Ressourcen benötigt. Ich beobachte diesen Trend, auch in der europäischen Automobilproduktion, mit sorgenvollem Blick.
In dieser Hinsicht wünsche ich mir, aber bestimmt nicht nur ich alleine, einen größeren Fokus aller Hersteller, nicht nur der chinesischen, auf leichte und preiswerte Reparierbarkeit wichtiger Komponenten ihrer Produkte. Und zwar über viele Jahre. Ein so teures Produkt wie ein Auto muss nicht nur aus meiner Sicht über mindestens zwanzig Jahre nutzbar sein. Ein klares Bekenntnis zu dieser langfristigen Produk-„Umsorgung“ wäre ein deutliches Zeichen für die Verantwortungsbereitschaft der Hersteller, und hätte einen direkten, sehr großen Einfluss auf die Absätze in den jeweiligen Märkten.
Jörg2 meint
Auch in China werden keine Autos weggeworfen.
Es gibt einen regen Gebrauchtwagenhandel. Hauptsächlich online. In China staatlich gefördert.
So passiert in China bereits das, was man sich in D wünscht: Preiswerte Rückläufer sind auf dem Markt und der klassische Gebrauchtwagenkäufer kann aus einer Vielzahl von BEV wählen.
Und natürlich gibt es für diese Fahrzeuge auch Ersatzteile. Das ist integrales Geschäft der Hersteller.
Nicht jeder Schweinchenmeinung glauben, die durchs Mediendorf getrieben wird.
Jeff Healey meint
„Nicht jeder Schweinchenmeinung glauben, die durchs Mediendorf getrieben wird.“
Weiss nicht, ob man diese „Schweinchen-Meinungen“ so einfach abtun kann. Schwer zu sagen, wie die Ersatzteile-Versorgung und der technische Support nach 15 Jahren je nach Hersteller aussehen wird. Gerade wegen der heutigen Komplexität der Technik. Das möchte ich in Bezug auf alle großen Hersteller verstanden wissen. Manche, vermutlich die Größeren, werden sich kümmern, Andere vielleicht weniger oder gar nicht.
Daher würden feste Zusagen in der Hinsicht vermutlich Vertrauen schaffen, so meine Meinung.
Futureman meint
Gerade erst haben sie Ford bei den Zulassungszahlen überholt, sind bei den Batterien der zweitgrößte Hersteller der Welt (übrigens als einziger Autohersteller überhaupt dort unter den Top20), bauen einen Autotransporter nach dem anderen (für den Export in viele neue Märkte) und sind auch bei Schnellladern führend. Kein anderer Hersteller weltweit investiert so massiv in Zukunftstechniken. Es ist also nur eine Frage der Zeit und sie selbst haben jetzt einfach mal 2031 in den Raum geworfen. Ob es dann 1 oder 10 Jahre später wird ist eigentlich egal, außer für die, die jetzt an der Spitze stehen, denn weltweit werden nicht unbedingt mehr Autos verkauft.
MK meint
Bezogen auf die reine Stückzahl (und nicht auf den Umsatz) halte ich dieses Ziel auch für realistisch. Zumal eine starke Konsolidierung auf dem chinesischen Markt erwartet wird: Konkurrenten auf dem großen Heimatmarkt werden also sicher zu einem Gutteil verschwinden oder eben z.B. von BYD aufgekauft. Dabei dürfte man für die PR der chinesischen Regierung mittlerweile einen „To big to fail“-Status erreicht haben, ist also selber wahrscheinlich gut abgesichert.
Dazu kommt, dass Toyota als mittlerweile mit großem Abstand führender Anbieter bei der eMobilität nicht wirklich voran kommt. In einigen Jahren wird das auch in bisher noch gut funktionierenden Märkten Probleme bereiten…und dann kann es gut sein, dass BYD gar keine 11, sondern vielleicht z.B. „nur“ 9 Millionen Fahrzeuge für die Marktführerschaft absetzen muss.
South meint
Gut gebrüllt Löwe. Miau. Es ist halt wie immer, das Fell des Bären kann erst verkauft werden, wenn er denn erlegt wurde. Nur mit guter Preis- Leistung, also entsprechender fortschrittlichen eTechnik wie Accu, Ladeleistung etc., kann man ein gute Marktpositionierung erreichen.
Also wie schauen denn die Wettbewerber aus. Toyota ist momentan abgeschlagen. Stellantis und GM haben auch fast nix. VW kann immerhin liefern, hat aber mit den ID Modellen technisch betagte Technik anzubieten. Hyundai etwas besser, aber auch weit weg von großen Sprüngen. Und jetzt kommts halt darauf an wer was und wichtig, wann abliefert. Ankündigungen sind Schall und Rauch. Tesla hat bei weitem nicht seine dominante Marktstellung erreicht, weil eben die anderen Hersteller spät, aber dann doch geliefert haben.
Aktuell sind die Rahmenbedingungen für BYD und Co. also gar nicht so schlecht, ein gutes Stück vom Kuchen zu erhaschen. Trotzdem. Die heimischen Hersteller mögen teilweise noch abgeschlagen sein, aber sie haben ihre Hausaufgaben besser gemacht als die Japaner oder viele amerikanischen Hersteller.
Wie auch immer. Man merkt langsam, der Zahltag kommt. Wer kein gutes eAuto mehr liefern kann, steht vor seinen ersten merklichen Lücken…
Es geht schon lange nicht mehr um die Frage, ob das eAuto kommt, sondern nur noch, wer den Kuchen abbekommt und wer doof aus der Röhre kuckt…
Die Wahrheit meint
„… die Karren …“
Arroganz war noch nie ein guter Move.
BYD gewinnt auch in Deutschland Marktanteile, während deutsche Autobauer weiter Marktanteile in China verliert.
Die Wahrheit meint
>>>BYD strebt Weltmarktführerschaft bis 2031 an<<<
Ich gehe davon aus, dass es früher geschieht. Die aktuelle Gewinnwarnung von BMW wird sich vermutlich für alle deutschen Autobauer fortsetzen. Der reine Verbrenner wird weiter verdrängt.
@David
Nicht mehr oder nur nach TESLA schauen. Wie ich schon immer verlautbarte, der Endgegner ist China und BYD erhebt den Führungsanspruch immer lauter. Der Markt in China ist für BYD aktuell gesättigt. Jetzt drängen die Überkapazitäten nach Europa. Da könnte herbe Preisnachlässe, Aktionen und Angebote anstehen.
TESLA behauptet sich nicht nur auf dem schwierigen chinesischen Automarkt, TESLA expandiert sogar aktuell gegen den Trend mit GIGA Berlin in Grünheide. Die Produktion wurde deutlich erhöht, um die Bestellnachfrage zu decken und die Lieferzeiten zu erhöhen. Der Run auf die Erfolgsmodelle 3 und Y sind ungebrochen.
Darüberhinaus wurde die ohnehin schon gute die Software in allen Bereichen (App Integration, Supercharging, Entertainment, Navigation, Ladeplanung usw.) weiter verbessert. Stillstand gibt es bei TESLA nicht.
Der Gamechanger erobert Europa. FSD ist nicht mehr aufzuhalten. Die RDW.NL hat 18 Monate streng geprüft und genehmigt. Die Länder:
Niederlande
Estland
Litauen
Dänemark
Belgien
waren die Vorreiter für Innovation und Sicherheit.
Deutschland hinkt hinterher, schweigt zu einer Zulassung, versteckt sich hinter einer EU Abstimmung und glänzt mit Störfeuer durch Reuters, ZDF und ETSC, die allesamt mit fraglichen bis falschen Aussagen und Fakten krampfhaft den Erfolg von TESLAs FSD verhindern wollen (müssen). Hier zeigt sich der widerliche Protektionismus in Deutschland unübersehbar.
Der Produktionsstart des neuen, größeren Model Y L, als 7-Sitzer könnte bald auch in Grünheide erfolgen. Ein weiter Schub nach vorne, kein verbaler Anspruch auf Weltmarktführerschaft.
Matze meint
Meinst du den Gamechanger, der länger fürs laden braucht als ein ID4? Alles klar.
MrBlueEyes meint
„TESLA behauptet sich nicht nur auf dem schwierigen chinesischen Automarkt,“
Bisher -16% zum Vorjahr in China
Die Chinesen merken halt auch, wie technisch veraltet Tesla mittlerweile ist…
eBikerin meint
Der Gamechanger ging in Dänemark schon mal voll in diese Hose da Tesla in seinem eigenen PR Video mehrere Verkehrsverstöße zeigt. Ach ja Tesla schreibt man so .
M. meint
„Der Gamechanger erobert Europa. FSD ist nicht mehr aufzuhalten.“
Das nächste L2 System ist alles außer einem Gamechanger, der aufgehalten werden muss. Außer, um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten… das schon, ja.
„Die RDW.NL hat 18 Monate streng geprüft und genehmigt.“
Man hat die Basis von Tesla 18 Monate weiterentwickelt, bis man eine Ausnahmegenehmigung für machbar hilt. Erschöpfung spielte da sicher eine Rolle, aber natürlich auch die bekannte Tesla-Freundlichkeit dort. Streng war die Prüfung jedenfalls nicht – wie man jetzt sieht.
„Die Länder: Niederlande Estland Litauen Dänemark Belgien
waren die Vorreiter für Innovation und Sicherheit.“
Nein, man hat weniger genau hingeschaut – auf Papier. Die kleineren Länder haben vermutlich nicht mal die Ressourcen, das selbst in der Tiefe zu prüfen. Die haben den Niederländern einfach geglaubt.
Die Vorreiterrolle für Innovation und (vor allem) Sicherheit müssen nun größere Länder mit mehr Ressourcen übernehmen, und das unfertige System straßentauglich machen.
Norwegen ist dran, und Dänemark hat jetzt vielleicht auch noch ein paar Fragen…
Und die Basis, also das Auto? Das verkauft sich über den Preis. Den niedrigen Preis heben ja selbst Infaulenzer wie du / Thorsten ständig hervor. Das ist beim Dacia auch so.
Wer mehr will, kann mehr bekommen, aber dann kostet das auch mehr. So ist das eben. 🤷♂️
wosis meint
Weltherrschaft triffst eher
M. meint
Natürlich, das ist das größere Ziel, wovon das hier ein kleiner Teil ist.
Und ich freue mich schon auf unsere China-Influenzer, die das in Zweifel ziehen oder davon ablenken wollen. ;-)
David meint
Das kenne ich schon. Demnächst werden sie 20 Millionen Autos pro Jahr anstreben. Bis jetzt gehen die Karren bei uns allerdings zumeist in Miet-, CarSharing- und Kurzzeitleasing-Flotten und die Mehrzahl der zugelassenen BYD hat einen Verbrennungsmotor.
Die Wahrheit meint
Also in gewerbliche Nutzung.
Wie hoch war der Anteil gewerblicher Verkäufe im VW Konzern?
Genau da greift BYD aggressiv an.
Kann man klein reden, aber wer die Gefahr nicht frühzeitig erkennt, hat bereits verloren.
Trotzdem habe ich gerade VW Aktien gekauft. Dividenden und Kurssprünge nehme ich gerne mit und finanziere damit meinen Zweitwagen aus einer ehrenhaften Autoproduktion in Deutschland und freue mich auf die ZDF Reaktion über fragliche, einseitige Berichterstattungen finanziert aus Zwangsgeldern. Endlich bringt mal ein weiterer Player das Thema juristisch ins helle Licht der Öffentlichkeit.
David meint
Thorsten, mir ist doch egal, welche Schwänke aus deinem privaten Leben du für diesen Kommentarbereich zusätzlich zur Identität erfindest. Du solltest aber wissen, dass dein Lieblingshersteller nicht nur in den USA unter Vorjahr ist, sondern auch in China: Tesla’s retail sales in China in the January-May period were 186,035 units, down 7.9% year-on-year. Dieses Zitat ist eine Woche alt aus CNEVPOST. Du machst dir also ein falsches Bild aus deiner Blase heraus.
Rob meint
Oh ja, ich bin auch dafür mal juristisch aufzuarbeiten was da auf Elons persönlichem Social Media Sprachrohr unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit so verbreitet wird.
M. meint
„Einseitige Berichterstattung aus Zwangsgeldern“
Jetzt schwurbelt sogar Münchhausen mit eindeutigen Narrativen vom rechten Rand.
Immerhin: das passt zum beworbenen Hersteller, und zum Chef.
Allerdings dann ausgerechnet auf die von einem einzigen Mann beherrschte FakeNews-Schleuder X als Wagrheitsfinder zu verweisen, das zeigt schon vor einer weit fortgeschrittenen Wahrnehmungsstörung.
Ganz ohne den deutschen ÖRR:
https://edmo.eu/publications/how-elon-musks-powerful-disinformation-machine-works/
https://www.blaetter.de/ausgabe/2023/november/x-musks-plattform-fuer-desinformation
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/warum-fake-news-bei-x-zunehmen-19373583.html
https://www.lse.ac.uk/research/research-for-the-world/society/x-undermined-democracy-uk-riots
https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/may/28/still-on-x-ask-yourself-why-platform-twitter-malign-actors-misinformation
Ich könnte noch stundenlang weitermachen.