Polestar plant, die Reaktion auf Kundenfeedback zu intensivieren, um Softwarefehler zu beheben, Assistenzsysteme besser zu konfigurieren und das Konzept der Innenraumsteuerung zu überarbeiten. Die schwedisch-chinesische Elektroauto-Marke steht vor der Markteinführung von vier neuen Modellen innerhalb der nächsten zwei Jahre: der Sportlimousine 5, einer Kombiversion des SUV-Crossovers 4, dem mittelgroßen SUV 7 sowie der nächsten Generation der Mittelklasse-Limousine 2.
Das Unternehmen investierten eigenen Angaben zufolge massiv in die Optimierung bestehender Modelle basierend auf Rückmeldungen von Kunden. CEO Michael Lohscheller erklärte gegenüber Autocar, dass Polestar durch ein Agenturmodell einen direkten Zugang zu den Kunden besitze. Dieser enge Kontakt ermögliche es der Marke, Mängel bei aktuellen Fahrzeugen schnell zu adressieren und die nächste Generation nach den Wünschen der Nutzer zu gestalten.
Eine wesentliche Änderung betrifft die Rückkehr zu physischen Bedienelementen. Seit der Einführung des Polestar 2 im Jahr 2020 konzentrierten sich die Innenräume auf Touch-Funktionen. Als Reaktion auf Kundenwünsche wird man nun vermehrt physische Tasten integrieren. „Die Kunden sind sehr deutlich in dieser Hinsicht. Sie sagen ‚wir wollen mehr Knöpfe‘. Es ist so einfach. Und ja, wir werden Knöpfe verwenden“, so Lohscheller.
Der erste Schritt erfolgt im nächsten Jahr beim großen SUV Polestar 3. Das Modell erhält am Lenkrad deutlich klarere Tasten, um die bisherigen, unmarkierten berührungsempfindlichen Flächen für Tempomat und Displays zu ersetzen. Diese Steuereinheit wurde zuvor als schwierig während der Fahrt zu bedienen kritisiert. Zukünftige Modelle sollen die Nutzbarkeit während der Fahrt erhöhen und die Interaktion mit dem Touchscreen reduzieren.
Trotz des minimalistischen Designs von Polestar steht die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Lohscheller betonte, dass man nicht starr an Prinzipien festhalte, wenn das Feedback eindeutig sei. Die Rückkehr zu Tasten will man als direkte Antwort auf die Wünsche der Kunden verstanden wissen.
Dieser Fokus erstreckt sich auch auf die Behebung technischer Probleme, wie Schwierigkeiten mit dem digitalen Schlüssel beim Polestar 3. Durch den ständigen Dialog mit Besitzern sollen Lösungen entwickelt werden, die sowohl für bestehende Fahrzeuge als auch für nachfolgende Modelle greifen. „Was den Polestar 3 angeht, haben wir diese Punkte wirklich sehr ernst genommen und in das Modell des Modelljahres 2026 integriert“, so Lohscheller. „Das wird eine enorme Verbesserung sein.“
Die Qualität habe bei der Marke höchste Priorität, versicherte der CEO. Deshalb würden auch viele Over-the-Air-Updates genutzt, um Fehler schnellstmöglich zu korrigieren. Bevor die Entwicklung fortschrittlicher autonomer Fahrtechnologien vorangetrieben werde, liege der Fokus auf dem optimalen Betrieb bestehender Systeme.

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