Toyota arbeitet an einem System, das die Fahrweise von Elektroautos durch simulierte manuelle Schaltvorgänge beeinflussen soll. Ein kürzlich von dem Portal Carbuzz entdecktes Patent beschreibt eine Technologie, die das Verhalten eines Verbrenungsmotors nachahmt. Dabei können sogar die negativen Folgen eines ungeschickten Schaltens reproduziert werden.
Das System nutzt demnach eine Vorrichtung zur virtuellen Änderung der Drehmomentübertragung. Diese Komponente soll die Bedienung einer Kupplung bei einem Schaltwagen imitieren. Ergänzt wird dies durch einen Rechner für die virtuelle Motordrehzahl, der ermittelt, welcher Gang und welche Drehzahl in einem Verbrennungsmotor vorliegen würden.
In Verbindung mit einem simulierten manuellen Getriebesystem kann das Elektroauto bei falscher Bedienung absterben. Ein solches Absterben bedeutet im Kontext der Toytoa-Erfindung einen plötzlichen Wegfall des gesamten Drehmoments sowie das Einsetzen der Bremsen. Dies würde eine ruckartige Bewegung erzeugen, die dem Abwürgen eines Verbrenners gleicht.
Die Technologie umfasst laut dem Bericht auch ein System, das auf die Fahrfertigkeit der Person reagiert. Das Elektroauto soll beurteilen, ob man geschickt agiert oder nicht. Bei mangelnder Kompetenz könnte das System automatisch den Berganfahrassistenten aktivieren. Zudem ist ein Launch-Control-Modus vorgesehen, in dem ein abruptes Lösen der virtuellen Kupplung zu einem aggressiveren Anfahren führt als ein sanfter Vorgang.
Toyota entwickelt diese Technologie nach Informationen von Carbuzz bereits seit mehreren Jahren. Das System umfasst demnach einen Schalthebel sowie ein Kupplungspedal. Ein ähnliches, von vielen gelobtes Konzept findet sich bereits beim Hyundai Ioniq 5 N. Dort können virtuelle Begrenzer für die Drehzahl genutzt werden, um das Fahrgefühl interessanter zu gestalten. Wenn beim Hyundai die Schaltwippen nicht rechtzeitig betätigt werden, kappt der Computer die Leistung in einer Weise, die an einen Drehzahlbegrenzer erinnert.
Das neue System von Toyota geht jedoch laut Carbuzz über die reine Simulation von Drehzahlen hinaus. Es zielt darauf ab, die Konsequenzen ungeschickter Schaltvorgänge, wie das Einlegen eines zu hohen Gangs, technisch bei einem Elektroauto umzusetzen.

Frank meint
Wer so etwas haben möchte , dem empfehle ich eine Pferdekutsche !
M. meint
Hast du schon mal eine Pferdekutsche abgewürgt?
;-)
FrankyAC meint
Wenn die Hände groß genug sind… :D
FrankyAC meint
Ich sags ja, die Realität ist schon lange so bekloppt, sie hat Aprilscherze, Postillon & Co überflüssig gemacht. :D
Passt zu der Meldung Anfang des Jahres, dass Toyota seine Assistenten nicht mehr abschaltbar machen will.
Manche Hersteller scheinen sich mit Gewalt selbst abschaffen zu wollen.
cbzac meint
Das ist zum Glück so dumm, dass es dafür keine Zielgruppe gibt.
Kein Automatikfahrer hat jemals danach gefragt sein Auto abwürgen zu können. Kein E-Autofahrer ebenfalls.
Die verkrusteten Manager erdenken sich eine potentielle Zielgruppe aktueller E-Auto-Hasser, die plötzlich E-Autos will weil man sie schlechter macht.
Gibt es nicht.
Ich hatte einen GTI mit DSG und den optionalen Schaltwippen für das manuelle Feeling.
Die habe ich, obwohl ich sie wollte, im ersten Monat 5x benutzt. Dann nie wieder, denn das Auto wusste idR besser wo der optimale Schaltpunkt liegt. Und dabei waren die eigentlich Schaltungen wenigstens nicht nur simuliert.
Jürgen W. meint
Ist das ein verspäteter Aprilscherz???
Raphael meint
Meine frühesten Fahrerlebnisse gehen auf elektrische Autoscooter zurück. Dies war also meine Messlatte für das Fahrgefühl, bevor ich auf einem Verbrenner Auto fahren gelernt hatte. Moderne E-Autos konnte ich erstmals 2018 auf einer kleinen Hallenrundstrecke testen (Hyundai Ioniq und BMW i3). Mein Eindruck? Endlich ein Strassenfahrzeug, das sich so verhält, wie ich das Fahren in meiner Kindheit erleben durfte.
Schlussendlich bedient Toyota mit einem solchen System vor allem die Klientel, die das Erlernen des Fahrens mit Gangschaltung und Kupplung als persönliche Fähigkeit und nicht als technisch bedingte Notwendigkeit anschaut. Am liebsten dazu noch mit Zwischengas und -kuppeln, dann ist man der höchstrangige Fachexperte.
Wie wäre es, wenn Toyota diesen Aufwand in sinnvolle Software investieren würde? Ich hatte vor einem Jahr einen RAV4 Plug-in Hybrid als Mietfahrzeug (die kürzlich nun abgelöste Generation) und war froh, diesen nach einer Woche zurückgeben zu dürfen. Anhand des Bedienkonzepts und von diversen, nervigen Fehlern hat man einfach gespürt, dass sie ein altes System erweitert hatten, anstatt das ganze von Grund auf neu zu entwickeln. Aber eben, Toyota hat seine Strategie hauptsächlich auf die Massenproduktion von soliden, aber technisch eher anspruchslosen Modellen für Schwellenländer und konservative Märkte ausgerichtet; moderne Technologie ist nur eine Nische.
Andreas meint
Den einzigen Anwendungsfall für so etwas, finde ich in Fahrschulfahrzeugen.
Evtl. lässt sich damit eine Std. „Wir fahren heute mal Verbrenner“ simulieren.
Ob das wirklich nötig ist?
Ich kann es nicht einschätzen, wie es in der Welt aussieht bzw. was die Verleiher so anbieten.
M. meint
Dachte ich zuerst auch.
Aber´…. entweder bietet man das als Fahrschule an, weil es nachgefragt wird. Oder man bietet es nicht an, weil es nicht nachgefragt wird.
Aber solange es nachgefragt wird, gibt es auch Verbrenner. Dann nimmt man so einen als Fahrschulauto, und fertig.
Es werden heute aber keine Fahrschulkurse mehr angeboten, bei denen der Fahrer beim Schalten Zwischengas geben muss. Ich weiß z.B., wie das in der Theorie funktioniert, aber probiert hatte ich es selbst nie – nie so ein Auto gefahren.
Das ist schlicht unnötig, heute schon, und in 10 Jahren erst recht.
Andi meint
Ich glaube ja eher das Toyota dieses als Konzept für die Fahrschule anbietet (oder als Retroerlebnisfahrzeug) und der Schreiber des Artikels dieses nur nicht erwähnt hat und somit die fantastischen Reaktionen der Leser herausgekitzelt hat. ;-) Am Ende kann es doch egal sein. Wenn es solch ein Fahrzeug gibt würde es der Renner für Probefahrten sein.
one.second meint
Wow, wie innovativ! Denen gehört die Zukunft! *facepalm*
Dirk meint
Toyota. Kommt nicht hinterher mit der Umstellung auf E-Antriebe und hat dann die besch… Ideen ever.
Ich wüsste noch eins: wie wär’s mit der Simulation der hohen Betriebskosten, ständigen Wartungen und simuliertem Verschleiss der Bremsen und des Motors?
Steffen meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
MK meint
@Redaktion:
Können Sie den Hinweis „Bitte bleiben Sie sachlich.“ auch der Toyota-Entwicklungsabteilung geben? ;)
Jeff Healey meint
(…) „Das neue System von Toyota geht jedoch laut Carbuzz über die reine Simulation von Drehzahlen hinaus. Es zielt darauf ab, die Konsequenzen ungeschickter Schaltvorgänge, wie das Einlegen eines zu hohen Gangs, technisch bei einem Elektroauto umzusetzen.“
Bonk!!!
Das war das Geräusch, das nach dem Lesen dieses Absatzes aufkam, als meine Stirn auf der Tischplatte auftraf. Schon die Überschrift konnte ich kaum glauben, war versucht auf den Kalender zu schauen wegen 1. April oder so ähnlich…
Ist der kognitive Verfall der Menschheit überhaupt noch aufzuhalten?
Einige der Beiträge hier im Forum haben mir dann doch innerlich wieder Mut gemacht (Dankeschön dafür). Ich trinke normalerweise nicht so spät Abends noch einen Kaffee, aber heute mache ich mal eine Ausnahme.
Ach ja, nur das noch: RIP Toyota
M. meint
„Ist der kognitive Verfall der Menschheit überhaupt noch aufzuhalten?“
Äh… nein.
Da ist das hier ein schönes Beispiel, aber auch ohne dieses steht das an sich fest. ;-)
Werner Mauss meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
Markimax meint
Ist es nicht das perfekte Fahrschulauto?
Gerd Heinrich meint
Wirklich krankhaft !
Darüberhinaus verkehrs-behindernd,
Und für den Fahrer Unfall gefährdend !!!
Sowas sollte keine Betriebserlaubnis bekommen!
Mäx meint
Für Fahrschulen vielleicht, damit man den Menschen zumindest optional noch Schalter fahren beibringt, solange das im Bestand noch relevant ist.
Das meinte also Toyota letztens mit der Nostalgie…fehlt wirklich nur noch ein 5l Benzintank der ab und an mal abdampft beim Laden damit man mein man würde tanken…
Wenn ich es mir recht überlege, ich glaube ich patentiere mir das System noch kurz, Toyota könnte interessiert sein.
David meint
Ich denke, innerhalb ihrer Modellpalette haben sie das Elektroauto schon abgewürgt. Da ist nicht mehr viel zu tun.
Jeff Healey meint
Jeder demontiert sich selbst so gut er kann.
Tschau mit V, Toyota!
Volker A. meint
Unglaublich!!!! 😫
Wieso entwickeln sich die Autohersteller momentan alle wieder zurück? REX, Motorengeräusche von Verbrennern, und jetzt ein simuliertes Absterben eines E-Motors, wo es das dort gar nicht gibt??
Toyota – its not a bug – its a feature!!!!
Da fällt mir REMUS ein, die doch einen Auspuff für E-Autos entwickelt haben, der motordrehzahlgesteuert verschiedene TUK-Tuk-Geräusche von sich geben sollte.
Was kommt als nächstes?
• eine Ladestation, die am Stecker einen Lautsprecher hat, der „Gluck, gluck, gluck…“ macht?
Ich hoffe nur, dass das künstliche Absterben des E-Motors bei Toyota durch einen Eisenbahn-Übergangsassistenten außer Kraft gesetzt wird, wenn der Verbrenner-orientierte E-Fahrer den E-Motor auf einem Eisenbahnübergang „abwürgt“ und sich ein herannahender Zug nähert. 😆🧐😬
ChriBri meint
Toyota biegt ständig in die falsche Richtung ab. Für so einen Schwachsinn hält man hoch bezahlte Ingenieure auf der Payroll… Mal richtig und nachhaltig E Mobilität weiterentwickeln hätte Mehrwert
A124 meint
Bei Toyota muss dringend die Führung ausgetauscht werden.
Holger Steiger meint
Was kommt als nächstes? Bald gibt es wieder Dampfwagen die eine halbe Stunde vorgeheizten werden müssen und unterwegs ‚virtuell‘ Wasser und Kohle nachfüllen muss. Auch dürfen diese Autos nicht mehr in der Garage stehen wegen Vergiftungs- und Brandgefahr.
Toyota ist durch. Gerade in Asien, die unter der Sperrung der Straße von Hormus besonders leiden, baut Toyota bis heute keine echten BEV und setzt weiter auf ihre Verbrenner-Hybriden.
Peet meint
Anfahren im 2. Gang und Motorschäden kann man auch simulieren.
Paule meint
Vielleicht steckt da mehr dahinter.
Thales hat neue seine neuen SEM 91 /93 Funkgeräte für die Bundeswehr im alten SEM-Retro-Design gebaut. Ziel war es, damit langwierige Ausschreibungen zu umgehen.
Mag sein, Toyota kenn da auch ein Hintertürchen und hofft, bei der Homologisierung fällt garnicht auf, dass an dem Auto was elektrisch funktioniert.
South meint
Schon krass die Japaner. Also bevor man über sowas absurdes überhaupt mal nachdenkt, sollte man erst ein passables eAuto in ordentlichen Stückzahlen verkaufen. Ey, da bin ja mal gespannt, wie Toyota in zehn Jahren aussehen wird. Die alten Hersteller machen es den Chinesen aber auch zu leicht. Anstatt den neuen Wettbewerber das Wasser abzugraben, entwickeln sie Zeug, dass ohne Übertreibung als Witz durchgehen könnte…
Jeff Healey meint
Zu hundert Prozent getroffen! 👍
Elvenpath meint
Ich habe da den ultimativen Vorschlag: Ein kleiner Verbrennungsmotor, der nur dafür da ist, Auspuffgeräusche zu erzeugen.
Ne, ernsthaft, man fragt sich, welche Drogen die Verantwortlichen bei Toyota so konsumieren.
Mike meint
Mein Vorschlag für ein weiteres Patent: baut einen Kaminofen ein, damit man wirklich alle Nachteile der Verbrenner noch in BEV mit übernimmt.
M. meint
Welche Nachteile genau?
Backsteine?
Holzstapel?
Oder was?
So ein Kaminofen verbrennt ja nicht mal Benzin. Nein, das taugt nichts.
Aber ich habe auf mobile.de mal einen gebrauchten Leaf Gen1 gesehen, der hatte einen Dieselheizer im Kofferraum.
Rob meint
Ich mag bezweifeln, dass es nun genau die fehlende Möglichkeit ist, ein Elektroauto „abwürgen“ zu können, welche die Kunden vom Umstieg abhält.
MK meint
@Rob:
Sie haben ja keine Ahnung. Als ich das erste Mal ein Auto an einer viel befahrenen Kreuzung mitten im Berufsverkehr abgewürgt habe, war das ein erhebendes Gefühl: Nie davor wurde ich so von meinem Umfeld wahrgenommen und durch so viel aufmunterndes Hupen angefeuert…oder so ähnlich muss man sich das in der Toyota-Zentrale wohl vorstellen.
Peugeot 106 Electrique meint
Ist heute der 1.te April?
Jeff Healey meint
Genau das dachte ich mir auch.
Vielleicht fällt der ja in Japan anders, der 1. April? 🧐
Oder die Toyota Leute haben einfach nur einen krass genialen Humor 😂
Jörg2 meint
Warum fallen bei Verbrennerautos hinten keine Pferdeäpfel raus?
Es gibt doch bestimmt Pferdeliebhaber in der Käuferschaft.
mipu meint
Und für sowas wird F&E-Budget bereitgestellt … sind die denn alle nur noch bescheuert?
MK meint
Ich prognostiziere mal die nächsten Toyota-Entwicklungen:
– Ein Auto bei dem die Klimaanlage im Sommer simuliert, dass sie das Auto gar nicht kühlen könne und ein Teil der Abwärme eines Verbrennungsmotors weitergegeben werden muss.
– Ein Modell, bei dem der elektrische Fensterheber nicht durch betätigen eines Kippschalters, sondern durch betätigen einer Handkurbel bedient wird.
– Einen Touchscreen, wo alle Funktionen gesperrt sind bis auf die Einstellung der UKW-Frequenz per Drehregler
Früher war halt doch ALLES besser…
M. meint
Drehregler auf einem Touchscreen? Das funktioniert nicht. Kannst du ja nicht greifen.
Aber die Fensterkurbel hat was. Die könnte man mit einem Generator koppeln, der den Strom für den E-Motor erzeugt. Dann nur noch 2 Kabel zur Direktverbindung… perfekt. 🤔
MK meint
@M.
Das wäre ja schon wieder praktisch gedacht…
McGybrush meint
Ich hoffe…. Ich hoffe bei aller Inständigkeit… wir reden hier darüber das man das einzig und allein für ab Werk Produzierte Fahrschulautos anbietet und nicht als echtes Gimmik.
Andere Frage. Weiss einer was die neuen LG und Samsung OLED TV‘s rauskommen mit einem nach aussen gewölbten Glas und eine optionalen PAL Auflösung von 720×576 bei einer in der Mitte des screens genutzten Diagonale von 22“
Damit könnte man schöne Nostalgische Kinosabende machen.
Und das Umschalten der Sender sollte laute Knall Geräusche von Tasten machen.
Matthias meint
Umschalten der Sender? Aufstehen und am Gerät umschalten, ARD oder ZDF.
THeRacer meint
… hej Toyota – aufwachen! Der 1.April ist vorbei. Oder …? Halt – nein, die meinen das ernst 😑🤪 😖
M. meint
Ok, langsam wird’s affig.
Also, im Ernst.
Welche Autos werden heute noch beim Anfahren abgewürgt, und wer wollte das jemals haben?
Sound, ja. Virtuelle Schaltung, Grenzbereich für Nerds, aber das hier?
Toyota: setzt euch mal Prioritäten. Seit wann baut ihr Autos für 50 Menschen jährlich?
Jörg meint
Dies zeigt auf beklemmende Weise, wie retardiert Toyota ist!
Jeff Healey meint
Die haben irgendwie echt’n Problem…, ich bin nach der Meldung auch irgendwie maximal am Limit…, das irgendwie kognitiv zu verarbeiten…
Irgendwie…….