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E-Auto-Boom schwächt Widerstand gegen strengere CO₂-Regeln

30.06.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

BMW-i5-Kombi-laedt

Bild: BMW

EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra hat laut der Nachrichtenagentur Reuters kürzlich vor einem Treffen der EU-Umweltminister in Luxemburg erklärt, dass der starke Anstieg der Verkäufe von Elektroautos die Position einiger Akteure beeinflusst habe. Die Entwicklung habe dazu beigetragen, dass einige Länder nicht mehr für weniger strenge Regeln bei den zukünftigen Verkäufen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor plädieren.

Nach Angaben von Hoekstra gab es allerdings sowohl unter den Mitgliedstaaten als auch im Europäischen Parlament Stimmen, die fragten: „Ist das nicht ein Zeichen dafür, dass der Status quo bereits gut genug war?“

Diese Diskussion bezog sich auf ein ursprüngliches Ziel der EU-Politik, dass die Auspuffemissionen von Neuwagen ab dem Jahr 2035 bei null liegen sollen. Die EU-Kommission hat dieses Ziel Ende letzten Jahres nach Druck aus der Automobilbranche angepasst. Anstatt eines faktischen Verbots neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 wurde die Vorgabe auf eine Reduktion der CO2-Emissionen von 90 Prozent geändert.

Hoekstra erklärte, er bevorzuge nach wie vor den neuen Vorschlag, sagte aber auch, die steigenden Verkaufszahlen von Elektroautos seien „sehr hilfreich“. Die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen, insbesondere in den drei größten Märkten, aber auch im Gebrauchtwagenbereich, seien „wirklich sehr beeindruckend und liegen um mehrere zehn Prozentpunkte über denen des Vorjahres“.

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Tags: EUAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Justin Case meint

    30.06.2026 um 15:17

    Zitat: „Anstatt eines faktischen Verbots neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 wurde die Vorgabe auf eine Reduktion der CO2-Emissionen von 90 Prozent geändert.“
    Das ist faktisch falsch da die 90% zusätzlich durch allerlei Papiertricks unterlaufen werden.

    Antworten
  2. Futureman meint

    30.06.2026 um 12:34

    In den Niederlanden wird es ab nächsten Jahr für Firmen schon schwieriger, Verbrenner zuzulassen. Und Dänemark wird sich auch nicht unbedingt für die Verbrenner verbiegen. Mit jedem Monat und weiter steigenden Zulassungszahlen bei E-Autos wird es für die Verbrenner-Liebhaber schwieriger ihre qualmenden Dinos noch länger am Markt zu behalten.

    Antworten
    • Ben meint

      30.06.2026 um 13:48

      Schwieriger wird es erst, wenn es verboten wird. Bis das Tankstellennetz flächendeckend ausgedünnt wird, dauert es noch lange. Der Spritpreis interessiert auch nicht bzw. Nur bedingt oder hast du erlebt, dass der Freizeitverkehr weniger wurde bei Preisen von >2,10€?

      Antworten
      • MK meint

        30.06.2026 um 19:11

        @Ben:
        Sind Sie sich sicher, dass es noch dauert, bis das Tankstellennetz dünner wird? grade von heute stammt die Meldung, dass die Zahl der Tankstellen in Deutschland erstmals unter 14.000 gefallen ist.
        Der Punkt ist doch: Wenn die Verbrenner 10% weniger werden, werden es ja nicht 10% der Tankstellen, sondern wahrscheinlich 90% der Tankstellen werden defizitär.
        Aus dem gleichen Bericht, dass die Zahl der Tankstellen wieder gefallen ist, stammt eine weitere Info: die Tankstellenbetreiber selber machen nur 35% ihres Umsatzes mit Treibstoff. Der Großteil kommt durch Supermarktprodukte.
        Noch vor 2 Jahren war es z.B. in Hessen so, dass automatisierte Kleinstsupermärkte ohne Personal sonntags geschlossen sein mussten, weil es die Sonntagsruhe störe, während Tankstellen (dadurch als Monopolisten) die gleichen Produkte zum doppelten Preis problemlos auch Sonntags verkaufen durften, sogar mit Personal. Dagegen hat teo als Betreiber solcher Märkte erfolgreich geklagt: Nun gibt es Supermarktprodukte 24/7 zu Supermarktpreisen abseits der Tankstellen. Und während tegut, die Firma hinter teo, binnen mehrerer Jahre wegen fehlenden Kapitals bundesweit den Aufbau grade mal 40 solcher Märkte geschafft hat, steht teo grade vorm Verkauf an Edeka, die das Kapital haben, diese schon fertige Technik schnell großflächig auszurollen. Mit Tante Enso expandiert eine weitere Kette, die z.B. grade knapp 40 weitere der kleinen Tegut-Märkte übernimmt und umbaut (und auch unabhängig von der Übernahme im Wochentakt Filialen eröffnet): Die behalten tagsüber ihr Personal, sind aber in Zukunft auch elektronisch so ausgestattet, dass sie ohne Personal 24/7 geöffnet sind.
        Anders gesagt: Der Geschäftsbereich, in dem die Tankstellen eigentlich ihr Geld verdienen, ist grade sehr akut vom vollständigen Zusammenbruch binnen weniger Jahre bedroht.

        Lange Rede, kurzer Sinn: Ja, auch 3 € pro Liter halten die Leute offensichtlich nicht vom Verbrenner fahren ab…die Gefahr fürs Tankstellennetz kommt aus anderen Richtungen und ist viel akuter und bedrohlicher als Sie glauben mögen.

        Antworten
        • Maddin meint

          02.07.2026 um 19:19

          Das mit den 24/7 Supermärkten war mir neu, aber den Rest sehe ich genau so. Die Zahl von unter 14.000 Tankstellen wird sich bestimmt nicht mehr erholen und zeigt wohin der Trend geht.
          Zudem verbringen E-Autofahrer mehr Zeit an der Tankstelle als Verbrennerfahrer und sind so auch bessere Kunden im Shop.

          Allerdings glaube ich weniger an ein schnelles Tankstellensterben innerhalb weniger Jahre und eher daran, dass die Zapfsäulen pro Tankstelle weniger werden. Könnte also in Stoßzeiten (Ferien) spannend werden.

        • MK meint

          03.07.2026 um 12:00

          @Maddin:
          Der Trend, den ich hier bei uns sehe, ist eher, dass es immer weniger Tankstellen gibt, die dafür mehr Zapfsäulen haben.
          Das Thema ist doch, dass sich an Tankstellen Automaten nicht so richtig durchsetzen (sicher auch, weil Tankstellen eben den Verkauf von Kaffee, Zigaretten usw. zum Überleben brauchen) und ein Angestellter mit Mindestlohn, Arbeitgeberanteil Lohnnebenkosten und Zulagen an einem Sonntag Morgen bei Einberechnung von bezahltem Urlaub und Feiertagen den Betreiber mindestens 25 € die Stunde kostet…und zwar auch dann, wenn er 50 der 60 Minuten auf dem Handy rumspielt, weil keine Kunden da sind.
          Von daher sind wenige zentrale Großtankstellen aus meiner Sicht die einzigen, die überhaupt noch eine Überlebenschance haben. Da hat der eine Mitarbeiter Sonntag morgen dann nämlich vielleicht wenigstens 20 Minuten pro Stunde zu tun und nicht nur 10…und zur „Rush Hour“ gibt es dann halt zwei oder sogar drei Mitarbeiter.

          So macht es bei uns z.B. Knies & Lagotka: Die schließen reihenweise ihre kleinen Automatentankstellen und bauen dafür wenige neue Großtankstellen an verkehrsreichen Stellen neu. Ob die jetzt gebauten Tankstellen sich aber wirklich über eine Abschreibungsdauer von 25 Jahren tragen? Wahrscheinlich eher nicht.

  3. one.second meint

    30.06.2026 um 12:10

    Wisst ihr noch, wie damals die Welt untergegangen ist, als damals die Leuchtmittel effizienter sein mussten? Echt tragisch. Da muss man natürlich hysterisch werden.

    Antworten
    • Stefan S meint

      04.07.2026 um 23:37

      Ja die besonders vorsichtigen werden sich ein paar Verbrenner in den Keller legen und nach 10 Jahre dann wegwerfen 😁. Die meine Eltern mit den Glühbirnen.
      Ja eine Effizienz Richtlinie für Autos wäre auch eine Lösung gewesen. Einfach neue Autos mit Motorwirkungsgrad z. B. ab 2030 unter 30 % verbieten und dann in 1-2 % pro Jahr schrittweise weitermachen.
      Dann wären die hocheffizienten Verbrenner schnell weg vom Fenster.

      Antworten

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