Die chinesische Regierung fordert von europäischen Automobilherstellern und Branchenverbänden eine aktive Gegenposition zu den neuen Handelsbeschränkungen der Europäischen Union. Handelsminister Wang Wentao kommunizierte diesen Standpunkt in Gesprächen mit Hildegard Müller, der Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sowie Ola Källenius, dem Chef von Mercedes und Präsident des europäischen Herstellerverbandes ACEA.
Wang äußerte laut der Automobilwoche über sein Ministerium, dass China den Weg eines EU-Protektionismus vermeiden möchte, der zu Marktabschottungen und einer weltweiten gegenseitigen Ausgrenzung führen könnte. Während die Verbände VDA und ACEA keine direkten Stellungnahmen zum Inhalt der jüngsten Gespräche veröffentlichten, findet derzeit eine Neuausrichtung ihrer bisher chinafreundlichen Haltung statt.
Hintergrund dieser Entwicklung ist der zunehmende Verlust von Marktanteilen deutscher Hersteller wie BMW, Mercedes und Volkswagen in China sowie die steigenden Verkaufszahlen chinesischer Autoproduzenten auf dem EU-Markt. Innerhalb des VDA wird dem Bericht zufolge eine neue Strategie bezüglich China diskutiert, wobei die grundsätzliche Richtung bereits feststeht.
Mögliche Zölle werden demnach vom Verband nicht mehr ausgeschlossen. VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte in einer Stellungnahme, dass die EU über ein wirksames Instrumentarium zum Handelsschutz verfügen müsse. Bei der Debatte um Zusatzzölle auf chinesische Plug-in-Hybride müsse zudem sichergestellt sein, dass staatlich induzierte, selektive Vorteile vorliegen.
Seit etwa zwei Jahren bestehen bereits Zusatzzölle auf rein batterieelektrische Fahrzeuge aus chinesischer Produktion. Aktuell prüft die EU-Kommission ähnliche Maßnahmen für Plug-in-Hybride im Rahmen von Verhandlungen mit der chinesischen Regierung. Chinesische Importe üben dabei Druck auf verschiedene europäische Industriezweige aus, insbesondere auf die Automobilbranche.
China hat bereits mit Gegenmaßnahmen auf protektionistische Tendenzen gedroht. Gleichzeitig stehen Unternehmen der Volksrepublik aufgrund hoher Überkapazitäten vor der Herausforderung, den EU-Markt als Absatzmarkt nicht zu verlieren.

Die Wahrheit meint
Dir größte Handelsbeschränkung kommt doch noch erst.
Die chinesische Spionagesoftware muß schnellstens in Europa zugelassenen und künftigen Typengenehmigungen für alle Fahrzeuge gesperrt werden.
Damit wäre XPeng und Co raus und VW müsste sich verstärkt auf RIVIAN konzentrieren.
Jörg2 meint
Die KP China macht das schlauer:
Sie lässt alle ausländischen Anbieter mit ihren Lösungen ins Land und guckt sich diese über das Zulassungsverfahren gründlich an. Die heimischen Entwickler bekommen dadurch (so die ausländische Lösung innovativ sein sollte) zusätzlichen Entwicklungsdruck und können sich so an internationalen Ständen messen (was der Exportidee hilft).
Die KP China setzt allerdings durch, dass alle Daten im Land bleiben.
Der Kunde bleibt unberührt. Er hat Zugriff auf alle Produkte.
Wo es hinführt, wenn man „technologieoffen“ alte Technologien im Markt hält, zeigt die deutsche Autoindustrie. Ihr Markt reduziert sich zunehmend auf die eigene Insel. Gerade gerät Südamerika (ein VW-Markt) unter Chinadruck.
Jörg2 meint
In dem Zusammenhang:
Es wäre natürlich schön, wenn es ein europäisches Amazon (also deren Rechenzentren- und Cloudangebote) in der EU geben würde. Die würden sich um eine zwangsweise Nutzung durch die Mobilitätswirtschaft (alle Daten bleiben in der EU) natürlich freuen.
Gibt es nicht.
Nutznießer solcher Datenlösungen sitzen außerhalb der EU.
Future meint
Die Schwarz-Gruppe (Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland) baut über ihre IT-Sparte Schwarz Digits riesige Rechenzentren, um eine unabhängige Alternative zu US-Cloud-Giganten wie Amazon und Microsoft zu etablieren.
Jörg2 meint
Ja, ein Anfang ist gemacht.
In Planung/Spatenstich sind 2 (in Worten „zwei“) Rechenzentren. Amazon betreibt aktuell über 900 weltweit, davon z.Z. 18 in der EU (wenn meine Zahlen stimmen).
Ok. „Anzahl“ ist vielleicht nicht die ideale Vergleichsgröße. Aber auch bei Rechenleistung etc. sind da Welten dazwischen.
M. meint
Jaja, die eigene Medizin schmeckt bitter.
Da muss auch ein Handelsminister schon mal weinen.
Zum x-ten Mal.
Baut die Autos hier, so wie die ganzen VW, BMW und Tesla FÜR China IN China gebaut werden.
Das kann doch nicht so kompliziert sein.
Future meint
Das ist eigentlich eine gute Idee für die ganze Welt: Der Export wird abgeschafft. Es werden nur noch Produkte aus lokaler Herstellung verkauft. Von der Landwirtschaft bis zum Auto. Deutschland muss sich dann auch nicht mehr von anderen Ländern vorwerfen lassen, einen so unfairen Exportüberschuss zu haben. Und nebenbei braucht es für die 3 Mio. verkauften Autos in Deutschland auch nur noch ein paar Werke im Land. So haben die Leute auch noch Zeit für was anderes, statt zu Arbeit zu gehen. Freier Welthandel ist doch lästig, wenn man als Deutscher daran nicht mehr genug verdient und die anderen auch was vom Kuchen abhaben wollen.
SB meint
Richtig: Deutschland ist auf Exporte angewiesen. China schottet sich immer stärker ab. Freier Welthandel funktioniert nicht als Einbahnstraße. Wenn China den freien Welthandel im eigenen Land behindert, muss man ihnen auch den eigenen Markt nicht offenlassen.
Freier Welthandel bedeutet z.B. am Markt gebildete Wechselkurse ohne Währungsmanipulation, freier Export von Seltenen Erden und freie Ausreise für Fachkräfte aus der Industrie .
M. meint
Nicht weinen.
Was zu tun ist, steht in meinem Text.
Ich weiß, dass du das ignorierst, statt es nicht lesen zu können, aber das ändert nichts. Da nutzt auch dieser Ablenkungsversuch nichts.
Die Chinesen haben diese – und einige andere Regeln – selbst aufgestellt, und andere mussten sich dran halten. Die Chinesen waren das. Nicht die anderen.
Jetzt werden die Namensschildchen getauscht, sonst ändert sich nichts.
Also nimm dir ein Taschentuch. Und dann wird’s so gemacht.
eBikerin meint
„So haben die Leute auch noch Zeit für was anderes, statt zu Arbeit zu gehen. “
Korrekt, genau das passiert nämlich wenn man nur noch billigste subvensionierte Waren aus dem Ausland einkauft. Aber das wirst du einfach nicht verstehen, gelle?
Wo arbeiten eigentlich aktuell die ganzen Leute aus der PV Branche die durch die chinesischen Importe arbeitslos wurden? Was machen die Leute von Grundig etc weil die Leute nur noch Fernseher aus China gekauft haben? Usw usw usw.
Irgendwann ist dann halt gar nix mehr im Land – dann haben wir alle ganz viel Zeit.
Du auch!
Future meint
Einen »Grundig« kann man heute doch immer noch kaufen. Anders als früher soll er aber keine »Röhre« mehr haben. Da werden die Käufer überrascht sein, weil sie das dioch erwartet haben, so wie früher.
eBikerin meint
Wie immer ein absolut sinnloser Beitrag von dir.
Null Inhalt und nur ablenken. Und du gibst immer vor so gebildet und „hipp“ zu sein.
M. meint
Du mit deinem Grundig.
Den kauft aber niemand.
Röhre hin, Flatpanel her.
Sind übrigens Türken, keine Chinesen.
(nicht, dass es das besser macht)
JuergenII meint
Zum Thema Grundig: Nicht die Chinesen waren es damals. Es waren die Japaner. Teils mit besserer Technik (Sony) natürlich auch mit dem Standortvorteil billiger und in gleicher Qualität zu produzieren. Und sie haben es taktisch viel klüger angestellt wie unsere alteingesessenen Firmen. Das Beispiel JVC und VHS zeigt auf, wie es gemacht worden ist. Das interessante dabei ist, das JVC auf eine Innovation des deutschen Ingenieurs Eduard Schüller zurückgegriffen hat (Schrägspuraufzeichnung).
Und Grundig ist zu einem türkischen Hersteller geworden. Arçelik A.Ş. Die Marke gehört zur Koç Holding und wird in Europa über die Beko Europe GmbH vertrieben.
Zur „subventionierter“ Ware: Wir verdrängen sehr gerne die Milliarden, die Deutschland und die EU in die dt. Autoindustrie gepumpt hat. Im nachhinein war das mehr oder weniger verschenktes Geld. Gemacht wurde damit wenig bis gar nichts.
Den Untergang der deutschen PV-Industrie haben wir der damaligen Regierung zu verdanken, die wirklich alles unternommen hat, diese Technik zu sabotieren. Leidtragende damals waren zigtausende von Solarteuren die über Nacht ihre Arbeit verloren haben. Gleiches gilt in dem Zusammenhang auch für die Halbleiterindustrie in Deutschland.
Anstelle Deutschland wieder auf Kurs zu bringen, hat unsere politische Klasse wirklich alles erdenkliche unternommen unseren Standort zu zerstören. Stark dabei geholfen hat auch noch Brüssel. Ich glaube die Wenigsten hier begreifen, was außerhalb Deutschlands und Europa wirklich passiert.
Future meint
@Jürgenll: Ich meine, man kann die Probleme und Fehlentscheidungen der Autoindustrie nicht (nur) den Politikern anlasten. Die Industrie hat Fehler gemacht, so wie es andere Industrien früher eben auch schon gemacht haben. Hinzukommt, dass die Industrie natürlich über ihre mächtigen Lobbyisten die Politik entscheidend beeinflusst hat, falsche Entscheidungen zu treffen. Das alles hat jetzt dazu geführt, wie es ist.
Futureman meint
Die Meisten vergessen halt irgendwie immer, dass Deutschland (trotz seiner kleinen Größe) zu den größten Exporteuren der Welt gehört. Ohne Welthandel würden wir als erstes untergehen. Allerdings liegt es nicht an den Autos, denn die machen nur einen kleinen Teil aus.
Ist aber ähnlich, wie bei PV- und Sonnenstrom. Den brauche manche Gegenden angeblich auch nicht, weil schon genug erzeugt wird. Ein weiterer Schweinestall für den Export mi den ganzen negativen Folgen ist aber kein Problem.
Future meint
»Exportweltmeister« hat man das früher ja stolz genannt und es gilt ja auch weiter für viele Branchen. Beim Automobil wird das halt weniger, weil man sich halt die ganze innovative Konkurrenz nicht hat vorstellen können. Aber das gab es in anderen Branchen ja schon mal.
eBikerin meint
Ist aber ähnlich, wie bei PV- und Sonnenstrom.
Bisschen wirr deine Aussage, oder? Schon mal die Börsenstrompreise angeschaut wenn so ein schöner Sonnentag ist? Was für ein Geschäft ist es denn, andere Länder dafür zu bezahlen, dass sie unseren PV Strom abnehmen?
Ein weiterer Schweinestall für den Export mi den ganzen negativen Folgen ist aber kein Problem.
Schweinefleisch wird aber nachgefragt und man kann damit Geld verdienen.
M. meint
Ja, eBikerin.
Aber solange dann TROTZ niedriger Börsenstrompreise noch irgendwo ein fossiles Kraftwerk läuft, liegt es nicht daran, dass wir zu viel PV haben, sondern zu wenig Netz.