Der europäische Markt für Kleinstwagen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Verbrenner-Modelle wie der Ford Ka, der Peugeot 108 oder der Skoda Citigo wurden aus dem Sortiment genommen, wodurch das günstigste Segment weitgehend leer bleibt. Kunden, die nach preiswerten Optionen suchen, weichen nun verstärkt auf größere Kleinwagen wie den Skoda Fabia aus.
Skoda prüft derzeit laut Autocar Möglichkeiten, sowohl Verbrenner- als auch elektrische Modelle günstiger in das europäische Angebot aufzunehmen. Ein potenzieller Kandidat für diesen Einstieg könnte der Kylaq sein. Dieser knapp vier Meter lange, klassisch angetriebene Crossover wird aktuell auf dem indischen Markt angeboten und ist kürzer als der Fabia. In Indien kostet das Modell umgerechnet etwa rund 7000 Euro.
Skoda-CEO Klaus Zellmer erklärte gegenüber Autocar, dass die Volkswagentochter untersucht, wie Komponenten aus verschiedenen kosteneffizienten Quellen zusammengeführt werden können. Ein neues Elektroauto für den Einstiegsbereich wird laut dem Manager in diesem Jahrzehnt aber nicht erscheinen. Er verwies jedoch auf das Potenzial für ein Modell unterhalb des Fabia, welcher preislich hierzulande bei 20.190 Euro beginnt. Das günstigste E-Auto ist ab 2026 das neue kleine E-SUV Epiq für 25.900 Euro.
Die Entwicklung eines elektrischen Nachfolgers für die entsprechende Version des 3,6 Meter kurzen Citigo ist noch Jahre entfernt. Skoda war ursprünglich an der Entwicklung des ID.-Every1-Konzepts von Volkswagen beteiligt, das als Ersatz für den dem Citigo zugrundeliegenden, ebenfalls schon einige Jahre nicht mehr verfügbaren up! geplant ist, verließ dieses Projekt jedoch wieder. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns soll vorerst die Kernmarke VW den derzeit wenig präsenten Markt für Elektro-Kleinstwagen erschließen.
Zellmer betonte die Positionierung von Skoda bei Modellen mit angemessenen Margen und bewährter Technik. „Mit der langsameren als erwarteten Wachstumsgeschwindigkeit von batterieelektrischen Fahrzeugen auf dem Markt befindet sich Skoda in einer besseren Lage, beim Fabia, Scala und Kamiq zu bleiben“, so der CEO.
Der Import des Kylaq nach Europa wird als geschäftliche Möglichkeit geprüft. Zellmer sieht eine große Marktlücke zwischen einem preislich optimierten Fabia unter 20.000 Euro und dem indischen Preis des Kylaq. Er gab an, dass man prüfen könne, ob Design, Technologie und Verarbeitung auf europäisches Niveau angehoben werden können.

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