Der vom Branchenportal Automotive News veröffentlichte „Auto Industry Confidence Index“ ist im zweiten Quartal um 2,9 Punkte auf 58,5 Punkte gestiegen. Der Zuwachs wurde vor allem von höheren Erwartungen für die verbleibenden Monate des Jahres in allen vier untersuchten Sektoren getragen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich Preisen, Bezahlbarkeit für die Kunden und Zöllen.
Der Index erfasst die Stimmung von Führungskräften der weltweiten Automobilindustrie in den Bereichen Hersteller, Zulieferer, Vertragshändler und Finanzierung. Der gewichtete Gesamtwert berücksichtigt die aktuelle Geschäftsentwicklung der Unternehmen und der Branche sowie die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Auf der Skala von 0 bis 100 Punkten steht der Wert 50 für eine neutrale Einschätzung.
Erstmals seit dem Start der vierteljährlichen Erhebung liegen die Erwartungen aller vier Sektoren für die nächsten sechs Monate über der neutralen Marke. Im ersten Quartal hatte nur der Finanzsektor einen Wert von mehr als 50 Punkten erreicht. „Die Branche hat weiterhin mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, doch es besteht nach wie vor Optimismus hinsichtlich ihrer weiteren Entwicklung“, sagt Analyst Jeff Schuster von Mobility Global.
Die Zulieferer verbesserten sich im Jahresvergleich stärker als jeder andere Sektor, stehen aber weiterhin unter erheblichem Margendruck. Ihre Einschätzungen zu Inputkosten und Preissetzungsmacht verbesserten sich gegenüber dem Vorquartal, doch die Preissetzungsmacht gegenüber Kunden bleibt ihre schwächste Kategorie. Ein bedeutender Anteil der Befragten erwartet dort eine weitere Verschlechterung.
Bei den Herstellern rechnet nahezu niemand mit einer Verbesserung bei Transaktionspreisen und Verkaufsanreizen. Regulatorische und politische Unsicherheit ist für sie die am schwächsten bewertete Kategorie. Auch bei den Zulieferern liegt dieser Bereich in der unteren Hälfte der untersuchten Kategorien.
Händler bewerten ihre nachgelagerten Geschäftsbereiche deutlich positiver als den Neuwagenverkauf. Die Profitabilität von Finanzierung und Versicherung sowie des Werkstatt- und Servicegeschäfts liegt deutlich über den Margen bei Neuwagen. Die Bruttomargen bei letzteren verbesserten sich, während Fahrzeugverfügbarkeit und Profitabilität des Werkstatt- und Servicegeschäfts noch stärker zulegten.
Der Finanzsektor weist unter den vier Gruppen den höchsten Vertrauenswert auf, entwickelt sich jedoch sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich rückläufig. Die Stichprobe dieses Sektors war zu klein, um ihn eigenständig vollständig abzubilden. Das Vertrauen der Kreditgeber in die Kreditqualität der Antragsteller verzeichnete den stärksten Rückgang einer Einzelkategorie im zweiten Quartal und soll wegen der kleinen Stichprobe mit Vorsicht betrachtet werden.
Schuster verweist auf die vergleichsweise starken Verkäufe im zweiten Quartal: „Ich denke, das sind alles gute Anzeichen dafür, dass die Branche stabiler ist, als wir vielleicht alle dachten.“ Zugleich erklärt der Experte, dass letztlich die Verbraucher bestimmen würden, wie sich die Situation entwickelt.

David meint
Sicher Fake News, die Autoindustrie ist doch am Boden, das schreibt die Presse pausenlos. Obwohl schrieb, in den letzten Tagen gab ein doch ein paar mediale Hinweise, zum Beispiel einen Einblick in PowerCo sowie einen Sachstand zum autonomen Fahren bei VW, was beides darauf hindeutete, dass alles nach Plan verläuft. Ebenso kam ja jetzt die Bestellvorläufe zu den Vierlingen und die übertreffen alles. Auch scheinen erste Unternehmensberatungen gemerkt zu haben, dass die weniger benötigten Personalkapazitäten mit dem demographischen Wandel deckungsgleich sind. Aber da wird sich niemand entschuldigen sagen: Sorry, da haben wir wohl falsch gelegen. Ist auch nicht erforderlich. Man dürfte bei den OEM für die nächsten Gehaltsverhandlungen oder Wünschen der Gewerkschaft nach Toiletten für vier Geschlechter ganz froh sein, dass jeder annimmt, die Lage sei katastrophal.