Tesla plant den weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten in seinem deutschen Werk in der Gemeinde Grünheide bei Berlin. Basierend auf dem Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2025 prognostiziert das Unternehmen für das Jahr 2026 eine deutlich steigende Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr. Der Bericht zeigt zudem, dass der Standort profitabel ist.
Ziel ist es nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur, die Produktion auf bis zu 7500 Elektroautos pro Woche hochzufahren. Das entspricht einer jährlichen Menge von 375.000 Fahrzeugen. Entsprechende Berichte gab es schon im Juni, nun sind die Pläne offiziell.
Zusätzlich zur Fahrzeugproduktion soll die Batteriezellfertigung ausgebaut werden, um die gesamte Wertschöpfungskette vom Akkubau bis zum fertigen E-Auto zu bündeln. Dieses Vorhaben sei „in dieser Form einzigartig in Europa“, so der US-Konzern. Im Zuge der Expansion sollen 3500 neue Arbeitsplätze entstehen. Aktuell wird am Standort das SUV-Coupé Model Y gefertigt und über 30 Märkte werden von Grünheide aus beliefert. Weitere Märkte sollten erschlossen werden.
Das Geschäftsjahr 2025 schloss die Tesla-Tochtergesellschaft mit einem Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro ab, was einer Steigerung von rund 20 Millionen Euro gegenüber 2024 entspricht. Die Umsatzerlöse sanken von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 7,1 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Die Produktionsmenge belief sich im Jahr 2025 auf 202.000 Elektroautos, was einem Rückgang von 9000 Einheiten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Als Gründe hierfür werden Modellumstellungen sowie die Integration neuer Varianten angeführt. Die Kapazitätsauslastung sank leicht von 56 auf 54 Prozent.
Die „Gigafactory“ Berlin-Brandenburg ist seit März 2022 in Betrieb und baut seitdem das Model Y für Europa und andere Märkte. In einer ersten Phase peilte Tesla eine Produktion von 500.000 Elektroautos im Jahr an. Diese Zahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden, was jedoch wegen fehlender Nachfrage zurückgestellt wurde. Mit der nun geplanten Steigerung geht das Unternehmen die Expansion jetzt wieder an.
Das Tesla-Werk ist Brandenburgs größter Industriebetrieb und beschäftigte Ende 2025 rund 11.000 Menschen inklusive Leiharbeitern. Trotz der Expansion sieht Tesla Risiken durch geopolitische Spannungen und mögliche Unterbrechungen von Lieferketten. Zudem sei die vollständige Abbildung der Batteriewertschöpfung an ökonomische Rahmenbedingungen geknüpft, da die Akkufertigung in Europa im Vergleich zu den USA und China vor großen Herausforderungen stehe.


Powerwall Thorsten meint
Tesla exportiert aus Grünheide Fahrzeuge in 30-40 Länder, Tendenz steigend. Und hierfür muss das meist verkaufte SUV hier auch irgendwo in ausreichender Stückzahl produziert werden.
Die einen bauen ab – die anderen bauen aus – gut so Tesla.
Derweil geht die Blockadehaltung für FSD Supervised hierzulande in die nächste Runde.
Nein, Deutschland ist nicht mehr Entwicklungstreiber in Europa – Deutschland wird zum „Rustbelt“ Europas.
MK meint
Der Gewinn eines Werks ist ja nur für eine Sache relevant: Die Gewerbesteuer. Bei dem ausgewiesenen Gewinn dürfte Tesla 2025 rund 8,6 Mio. € Gewerbesteuer in Deutschland gezahlt haben (der Hebesatz in Grünheide liegt bei 320%), bei 11.000 Mitarbeitern also rund 785 € pro Mitarbeiter und Jahr.
Zum Vergleich: In Deutschland gibt es rund 45 Mio. Beschäftigte (darunter natürlich auch viele in Kleinstbetrieben, die gar keine Gewerbesteuer zahlen) und die Gesamt-Gewerbesteuereinnahmen lagen 2025 bei 76,4 Milliarden €. Macht im Bundesschnitt 1.700 € pro Mitarbeiter und Jahr, also mehr als das doppelte.
Unabhängig davon hoffe ich natürlich, dass alles klappt und die zusätzlichen Stellen kommen…nahezu eine Verdopplung der Produktionsmenge ist ja schon ambitioniert und wurde schon mehrfach angekündigt, aber nicht gehalten.
Paule meint
„Der Gewinn eines Werks ist ja nur für eine Sache relevant: Die Gewerbesteuer“
Warum schränkst Du die Bewertung der Sterelast auf die Gewerbesteuer ein? Gilt in Grünheide Befreiung von der Körperschaftssteuer usw?
Zumal die Betrachtung rein auf Gewerbesteuer Augenwischerei ist. Viele kennen§ 35 EStG gar nicht und die daraus resultierende Auswirkung auf die EkSt. Milchmädchrechnung, was Du da aufmachst. Keine Ahnung, zu welchem Zweck..