Christiane Benner, die Chefin der IG Metall, fordert im Interview mit dem Handelsblatt Zölle auf Hybridfahrzeuge aus chinesischer Produktion. Während für Elektroautos aus der Volksrepublik bereits Zölle existierten, fehlten diese bei Teilzeitstromern. Dies erzeuge „massiven Druck auf die Verkaufszahlen“ in Deutschland hergestellter Hybridmodelle.
Als Reaktion auf bestehende Zölle habe China seine Exporte auf Plug-in-Hybride verlagert, erklärt die Gewerkschafterin. Der Anteil dieser Fahrzeuge sei von 3 Prozent im Jahr 2024 auf aktuell 18 Prozent gestiegen. Die Preisunterschiede zwischen chinesischen und deutschen Hybridfahrzeugen betrügen teilweise bis zu 30 Prozent, bedingt durch die Subventionspolitik in China.
Die IG-Metall-Chefin fordert zudem stärkere sogenannte Local-Content-Regeln sowie den „Battery Booster“ zur Beschleunigung einer unabhängigen Batteriezellproduktion in Europa. Konkret würden Quoten im Rahmen des europäischen Industriestärkungspakets (Industrial Accelerator Act) benötigt, um sicherzustellen, dass Aufträge bei deutschen und europäischen Zulieferern landen. Chinesische Hersteller, die Werke in Europa aufbauen, sollten ebenfalls in Europa einkaufen müssen. Das solle für alle Branchen gelten.
„Wir brauchen temporär eine strikte Konzentration auf den deutschen und europäischen Markt. Jedoch unbürokratisch und mit flexiblen Quoten. Dafür muss sich die Bundesregierung in Brüssel einsetzen“, so Benner. „Viele glauben hier immer noch an den freien Markt und dass sich das alles von allein regelt. Das ist leider Quatsch.“
Zölle und Local-Content-Regeln würden laut der IG-Metall-Chefin kurzfristig wirken und als starke Signale an Unternehmen sowie Beschäftigte dienen. Die Politik müsse zeigen, dass sie zu dem Industriestandort steht und sich kümmert. Benner sieht die deutsche Industrie an einem Kipppunkt und warnt: „Wenn wir weiter industrielle Strukturen zerstören, geht es in eine Abwärtsspirale.“ Deutschland brauche eine stabile Wertschöpfungsnetzwerke.

Jörg2 meint
Das Lohnniveau in der deutschen Autoindustrie wurde (u.A.) auf der Grundlage der jahrzehntelangen sehr guten Ergebnislage der Unternehmen erzielt. Diese Ergebnisse fussten auf dem Chinageschäft.
Nun kommt die Unternehmenslage in die wahre Region.
Das Lohnniveau müsste jetzt eigentlich sinken.
„… wie in guten, so auch in schlechten Zeiten …“
M. meint
Was sinken muss, die die Zahlen an sich.
Die sind im Vergleich zur „übrigen Welt“ zu hoch. Lohnsteigerungen fördern auch die Inflation, die Mieten, die Lebensmittelpreise, Energiepreise – dort überall stecken ja auch Lohnkosten drin, und wenn die Löhne (als Zahl, nicht als Kaufkraft) steigen, dann steigen die anderen Kosten eben mit und fressen den Gewinn wieder auf.
Alles, was passiert: es findet eine Entfernung vom Lohnniveau der übrigen Welt statt. Und das ist schlecht für eine Exportnation, weil die Exportpreise natürlich (auch) auf dem Lohnniveau basieren und mit ihm steigen.
Das muss man stoppen. Nicht, damit die Leute weniger Kaufkraft haben, aber damit die Exportpreise sinken können und unsere Produkte einfach wieder wettbewerbsfähiger werden.
Futureman meint
Wie gut die Zölle wirken, sieht man an den langen Warteschlangen beim BYD oder MG-Händler. Auch mit den Zöllen sind die Autos so günstig, dass sie den Händler aus den Händen gerissen werden. Trotzdem werden die Rabatte weiter gegeben. Jeder deutsche Hersteller hätte schon längst, auch wegen der Prämie, die Preise nach oben angepasst. Konnte man gut bei der ersten E-Auto-Förderung sehen, VW hat erst nach Bekanntgabe der Förderhöhe die Preise für die ID-Serie veröffentlicht. Dank fehlender Alternativen wurden sie trotzdem ein (mäßiger) Erfolg. Inzwischen ist der Markt aber etwas breiter. Und die Chinesen haben zu Hause einen noch heißer umkämpften Markt und sind froh über jedes Auto, welches in einem anderen Land verkauft wird. Da reicht auch erst ein Nullsummenspiel, Hauptsache das Werk ist ausgelastet und das Geld kommt als Euro oder Dollar in die Kasse.
M. meint
Warteschlangen?
Zeig uns die mal.
Jensen meint
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die EU massive Zölle gegen die Chinesen bei bestimmten Autos umsetzen wird. Eine Zollauseinandersetzung dürften die Chinesen deutlich besser wegstecken, als die Europäer. Dann könnte China auch darüber nachdenken, z.B. deutlich weniger Produkte aus den europäischen Fleischfabriken zu kaufen.
M. meint
Aha. Und wieso?
Zölle auf BEV gibt es. Und, was ist passiert?
China ist vom Export mindestens so abhängig wie Deutschland es ist.
Die EU ist das Land, das man sich in China für die Abnahme der eigenen Fahrzeuge ausgesucht hat. Hohe Preise = hohe Margen, also das, was man in China nicht hat.
Ohne Export sind 90% der chin. Autohersteller in einem Jahr weg.
Das Exportvolumen China -> EU ist viel größer als umgekehrt. China hat viel mehr zu verlieren.
Wenn die Chinesen weniger Fleisch essen wollen, ist das trotzdem eine gute Sache. Dann muss das nicht mehr so billig produziert werden.
Aber irgendwas müssen sie wohl trotzdem essen.
Optimist meint
Wenn das kommen sollte, werden sich die Chinesen als nächstes auf reine Verbrennerfahrzeuge stürzen. Dann wird es noch schlimmer.
Wie wäre es denn mit Strafzöllen auf LED-Panele?
Dann könnte man Blaupunkt als TV-Hersteller wiederbeleben.
Oder Strafzölle auf Batterien, will hier sowieso keiner.
M. meint
Und Zölle auf Verbrenner sind nicht möglich? Nach welcher Logik?
Außerdem kosten die CO2 Strafen. Zusätzlich zu den Zöllen.
LED Panels kann man auch aus anderen Ländern kaufen.
Und ja, wir sollten (hochautomatisiert, nicht wie früher) wieder mehr davon hier in der EU machen.
Wie Batteriezellen natürlich auch.
Hersteller ist fast egal, solange er es hier macht.
Future meint
Wie wäre es denn mit mehr Innovationen und mehr Wettbewerb, liebe IG Metall? Das hat doch früher auch mal funktioniert. Es geht doch eigentlich in der Marktwirtschaft auch darum, das beste Produkt anzubieten, dann haben die fremden Konkurrrenten auch keine Chance mehr in den Märkten. Kunden wollen überall in den Märkten viel Auswahl und günstige Preise. Das ist beim Auto jetzt wohl auch so, wie es in anderen Branchen schon lange ist. Die IGM wird das bestimmt nicht lange verhindern können.
eBikerin meint
Warum kaufen wir nicht einfach alles aus China? Dann haben ganz viele Menschen Zeit für was schönes, gelle?
„betrügen teilweise bis zu 30 Prozent, bedingt durch die Subventionspolitik in China.“
Ich hab dir den wichtigsten Satz mal raus kopiert
WDSE meint
Wer glaubt dass die Preisunterschiede durch die Subventionspolitik bedingt sind glaubt auch an den Weihnachtsmann. Die Subventionspolitik wurde schrittweise reduziert – teilweise nicht mehr vorhanden – und es ist ja nun auch so, das in Deutschland die Autoindustrie immer wieder subventioniert wurde. Wie wäre es mit mehr Effizienz und anderen Kostenstrukturen. Die IG Metall vereint mit den Autobossen will also den Trump Weg gegen China.
SB meint
Weiterhin ist die chinesische Währung durch Währungseingriffe seitens Chinas um 20-30 % zu niedrig bewertet. Das kann man nicht durch Effizienz und Kostenstrukturen ausgleichen.
Powerwall Thorsten meint
@E-bikerin
Wenn man mal einen Zauberstab nehmen würde und alles was mit chinesischer Förderung des Staates produziert wurde aus deinem Haushalt herauszaubert.
Du würdest wohl relativ nackt dastehen, das hast du schon verstanden, oder?
eBikerin meint
Und darum machen wir immer so weiter? Gute Idee lieber Thorsten.
Verstanden, oder?
Powerwall Thorsten meint
Ich schimpfe hier nicht über China.
Deine Frage solltest du lieber einmal an die deutsche Verbrenner Industrie stellen – verstanden, oder?
eBikerin meint
Du solltest dir mal lieber Fragen was wohl passiert wenn wir immer so weiter machen und nur noch Produkte aus China kaufen – unabhängig von der deutschen Verbrenner-Industrie. Nun verstanden? Wohl eher nicht, denke ich.
Powerwall Thorsten meint
Ja da geh du da mal mit gutem Beispiel voran.
Berschreib der Community dann gerne einmal, wie du und dein Umfeld dann in 5 oder 10 Jahren klar kommt – ohne die billige Werkbank China.
Hypokrit nennt man Menschen wie dich, wenn man einen Euphemismus verwenden möchte.
Wasser predigen aber Wein trinken verstehst du wahrscheinlich besser.
Referendar meint
Future, nicht nur die Überschrift lesen. Bedingt duch die Subventionspolitik der Chinesen findet kein echter Wettbewerb statt. Chinesische Unternehmen erhalten bis zu achtmal soviel staatliche Hilfe als in den restlichen OECD Staaten. Deutschland braucht einen besseren Schutz vor staatlich geförderten Chinesischen Exporten. Reiche war nicht ohne Grund in der Volksrepublik um einen fairen Wettbewerb einzufordern, leider spielt China weiter mit gezinkten Karten.
Powerwall Thorsten meint
Komm doch bitte einmal statt mit irgendwelchen Plattitüden „acht mal so viel“ mit konkreten Zahlen.
Wie viel glaubst du zu wissen bekommt BYD an Förderung heute noch vom chinesischen Staat und wie viel hat BYD insgesamt für BEVs bekommen?
Wie sie das bei deutschen Firmen aus?
Nach dieser Logik dürfte zukünftig weltweit zukünftig nie ein deutscher Wasserstoff-BMW verkauft werden. Da fließen auch viele Millionen an Fördergeldern
Einfach acht mal so platt.
Hast du wenigstens eine Quelle für deine 8?
M. meint
Was du nicht schaffst, erledige ich in 8 Sekunden.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/oecd-subventionen-industrie-100.html
eBikerin meint
Ich helfe ihm mal aus:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/oecd-subventionen-industrie-100.html
Referendar meint
Quelle: Handelsblatt
Powerwall Thorsten meint
Danke für den Link – gemeinsam ist die Bürogemeinschaft doch leistungsfähig.
Was würde wohl die chinesische Quellenkritik zu dieser „Meinung“ sagen?
Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur ungern an die Bänder, die der Tagesschau und anderen Medien angeblich von einem Treffen rechter Politiker vorgelegen haben – man sucht heute noch nach dieser Bändern …..
Fragen über Fragen
Powerwall Thorsten meint
Ich lese in Euren Quellen 3-8x ???
Ihr versteht den Unterschied zu:
„Chinesische Unternehmen erhalten bis zu [3 bis] achtmal soviel staatliche Hilfe als in den restlichen OECD Staaten.
@ Herr Referendar:
Richtiges zitieren lernt man an der Uni bereits im ersten Semester?
Warum also die absichtliche Auslassung?
Übertreibung verdeutlicht – ich verstehe
;-)