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Sono Motors eröffnet Insolvenzverfahren und stellt Betrieb ein

03.08.2026 in News & Trends von Thomas Langenbucher | 21 Kommentare

Bild: Sono Solar

Die Sono Motors GmbH hat zum 31. Juli 2026 ihr operatives Geschäft eingestellt und ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das bayerische Unternehmen hatte ab 2016 mit der Entwicklung des Solar-Elektroautos Sion Bekanntheit erlangt. Nachdem der Serienstart des eigenen Solar-Elektroautos nicht realisiert werde konnte, konzentrierten sich die Münchner seit 2024 auf das B2B-Solargeschäft mit Fokus auf die entsprechende Ausstattung der Nutzfahrzeuge anderer Unternehmen.

Während einer Sanierungsphase führte Sono Motors eigenen Angaben zufolge intensive Investorengespräche, konnte jedoch keine tragfähige Finanzierung sichern. Das Sanierungsverfahren war notwendig geworden, nachdem der Hauptinvestor Sono Group N.V. im März 2026 seinen sofortigen Rückzug aus der Solarsparte bekannt gegeben hatte. Nun stehen die Marke Sono Solar und das B2B-Geschäft als Zulieferer von Solartechnologie für Fahrzeughersteller und Flotten zum Verkauf.

Die Geschäftsführer Denis Azhar und Jan Schiermeister konzentrieren sich laut einer Mitteilung auf die Veräußerung des technologischen Kernportfolios. Angeboten werden das gesamte geistige Eigentum, Hardware-Komponenten und technische Dokumentationen. Dazu gehören die spezifische Solarintegration des Fahrzeugmodells Sion, Leistungselektronik einschließlich Solarladereglern für Fahrzeuge sowie Solar Data Services.

„Dass wir die Finanzierung letztlich nicht sichern konnten, ist eine herbe Enttäuschung, nachdem wir die Gespräche mit Investoren bis zuletzt intensiv geführt haben“, erklärt Geschäftsführer Denis Azhar. „Gleichzeitig kennen wir den Wert der Technologie, die unser Team aufgebaut hat. Das Know-how einer Dekade Solar-Mobilität ist einzigartig. Unser Fokus liegt jetzt darauf, Käufer zu finden, der unsere marktreifen Produkte weiterführt und das technologische Potenzial von Sono Solar erkennt, das Gesamtgeschäft oder Teile davon erwirbt und skaliert.“

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahren richtet sich das Management auch an die Unterstützer der vergangenen Jahre. „Das ist ein harter Einschnitt. Unser ausdrücklicher Dank gilt der Sono Motors Community, unseren Kunden, Partnern und nicht zuletzt unserem Team. Sie haben Sono Motors über viele Jahre mitgetragen und unsere Pionierarbeit in der Solar Mobility durch ihr Vertrauen und ihre finanzielle Unterstützung überhaupt erst ermöglicht“, so Schiermeister. „Wir hoffen sehr, dass diese gemeinsame Arbeit durch eine Übernahme der Technologie eine Fortsetzung im Markt findet. Wir sind weiterhin überzeugt, dass Solar zukünftig ein integrierter Bestandteil von Fahrzeugen sein wird.“

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Via: Sono Solar
Tags: Solar, Sono Sion, StartupUnternehmen: Sono Motors
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Steffen meint

    03.08.2026 um 17:47

    Das Konzept PV auf Auto taugt einfach nichts. Das ist in etwa wie Batterien in Autos vor 100 Jahren, halt einfach viel zu ineffizient um irgendwie funktionieren zu können. Ich begeistere mich für PV und habe mir zu Hause nach einer gekauften PV-Anlage noch zwei selbst gebaut, weil mich das echt angefixt hat. Aber wer sich damit mal beschäftigt, der stellt schnell selbst fest, dass man eine echt große Fläche braucht, die den ganzen Tag in der Sonne steht, um relativ wenig Strom zu erzeugen.

    Und wer erst spät in Kontakt zu E-Autos kommt, dem fällt dann vielleicht noch auf, dass man eine Anzahl an kWh braucht, mit der man seinen Haushalt zwei Tage lang betreiben kann – und dann kommt man nur 100 km weit. Zumindest mir wurde damals mit dem PHEV erst so richtig deutlich, wie viel Energie ein Auto eigentlich benötigt. Beim Verbrenner hat man halt die Liter reingeschüttet, erst in kWh gemessen hatte ich einen Vergleichswert.

    Antworten
  2. elektromat meint

    03.08.2026 um 14:35

    passt halt nicht zur deutschen Vollkasko Mentalität das man immer 100% Sicherheit braucht

    Antworten
    • eBikerin meint

      03.08.2026 um 15:35

      Scheinbar hatten die einfach nichts anzubieten, wenn noch nicht mal China als Investor einsteigen wollte.

      Antworten
    • M. meint

      04.08.2026 um 12:06

      Naja.
      Beinahe alle Leute, die in Sono oder in das Auto selbst investiert haben, haben Geld verloren.
      Die haben nicht auf Vollkasko gesetzt, aber sich auch nicht mit Physik auseinandergesetzt.
      Sonst hätten sie es gelassen. Ganz ohne Vollkasko-Mentalität.

      Antworten
  3. David meint

    03.08.2026 um 13:47

    Man muss sich da nichts vormachen. Selbst in China gibt es neue Startups, die es wieder mit einem PKW versuchen, der mit Solarzellen belegt ist. Es scheint ein Menschheitstraum zu sein, zumindest gefühlt Richtung Perpetuum Mobile unterwegs zu sein. Du wirst immer wieder Leute dazu bekommen, in so etwas zu investieren. Weil Physikkenntnisse haben die Leute nicht. Dafür aber jede Menge Wishful Thinking.

    Im Grunde genommen gibt es extrem wenige Use Cases, wo es Sinn macht, Solarzellen besonders teuer und ineffizient auf ein Auto zu montieren, anstatt dieselben Zellen günstig und effizient stationär zu nutzen. Und für diese Sonderfälle wie Expeditions Mobile gibt es schon lange Lösungen.

    Antworten
  4. MK meint

    03.08.2026 um 11:10

    Wenn man meint, für den Sion ein attraktives und marktreifes Paket entwickelt zu haben und jetzt veräußern zu können, fragt man sich, warum man nicht schon früher Lizenzen an andere Hersteller vergeben hat. Wahrscheinlich lautet die für die Sono-Leute bittere Wahrheit, dass es doch gar nicht so toll ist.

    Antworten
    • elektromat meint

      03.08.2026 um 12:36

      …..weil die anderen Hersteller im noch Verbrenner bauen und was nicht ICE-Motor ist wird nur als Zulieferteil gesehen, da braucht man keine Entwicklung.

      Bin gespannt welchen der drei Autokonzerne in Deutschland als erstes drauf geht.

      Hochmut kommt vor dem Fall, und ein to-big-to-fail gibts bei einer technischen Disruption nicht.

      Antworten
      • eBikerin meint

        03.08.2026 um 14:31

        Weiss jetzt zwar nicht was das mit seinem Beitrag zu tun hat, aber offensichtlich wollte ja wirklich niemand weder in den Sion noch in die tolle PV integration investieren. Ach und als die 2016 den Sion „Vorstellten“ hatten schon einige Hersteller bessere Autos im Angebot. Die super PV Integration hat da einfach nicht so gezogen. Also sie 2023 das Aus bekanntgaben, war das Auto immer noch nicht fertig.

        Antworten
      • MK meint

        03.08.2026 um 15:06

        @elektromat:
        Wer sagt denn, dass ich von einer deutschen Firma als potentiellem Käufer rede? Hätten ja auch Tesla, BYD, Nio, Vinfast oder irgendwer ganz anderes sein können…

        Antworten
  5. Future meint

    03.08.2026 um 11:08

    Im Land der Old Economys wurde ja viel gelacht und gelästert über Sono. Natürlich ist es bitter, wenn ein Startup scheitert, aber es ist auch etwas ganz normales. Wer es nicht versucht, der wird ganz sicher nie das nächste Apple oder das nächste Tesla.

    Antworten
    • F. K. Fast meint

      03.08.2026 um 12:47

      Ja, du hast recht. Europa braucht mehr Startup-Kultur und wir alle müssen uns darauf einlassen, dass Leute, die mit ihrem Startup scheitern, nicht stigmatisiert werden. Denn dass viele Startups scheitern, gehört wohl mit dazu.

      Antworten
      • Matthias meint

        03.08.2026 um 14:06

        Sono war jedoch eines der ebenso naiven wie unbelehrbaren Möchtegern-Unternehmen. Anstatt ein komplettes Solarauto bauen zu wollen hätten sie zuerst in bestehende E-Autos, etwa Smart und BMW i3 mit abnehmbaren Kunststoff-Karosserieteilen, ihre PV (und das Moos) einbauen können. Und dann bei e.Go in Aachen einsteigen, weil deren Kleinwagen Life ebenso mit Ansage scheitern musste weil nur mit 3,7 kW AC Ladung. „So no go“ für beide Firmen.

        Antworten
      • MichaelEV meint

        03.08.2026 um 14:48

        In Europa waren Startups in diesem Segment anscheinend nie gewünscht. Die Gestaltung der CO2-Flottengrenzwerte verhindert diese effektiv. Eine Pleite ist da obligatorisch, ein Wunder ist eher, dass es überhaupt jemand versucht hat.

        Antworten
        • eBikerin meint

          03.08.2026 um 15:44

          Die Pleite war obligatorisch weil sie schlicht kein Produkt hatten.

        • MichaelEV meint

          04.08.2026 um 17:01

          Letztendlich ging es mir nicht speziell um Sono(hab ich schon lange nicht mehr verfolgt), sondern um die Systematik: Startups sind in diesem Sektor in Europa gar nicht vorgesehen und werden durch die CO2-Flottengrenzwerte gezielt unterbunden.

      • Referendar meint

        03.08.2026 um 15:17

        75% aller Startups scheitern in den ersten 10 jahren. Diese Quote ist in D und den USA ca. gleich und es wird auch deshalb niemand stigmatisiert. Wirtschaftlicher Misserfolg ist ja keine Straftat. Allerdings gab es bei Sono Auffälligkeiten und juristische Prüfungen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelte wegen Subventionsbetrug und Veruntreuung von Kundengeldern. Das wurde in den Medien und Foren rege diskutiert und ist auch völlig ok.

        Antworten
      • TomTom meint

        03.08.2026 um 15:43

        Es geht hier nicht um StartUps an sich sondern um Sono die mit Schummelei und Märchenstunde die Leute abgezogen haben die an die Idee geglaubt haben und was bewegen wollten.
        Das die Verantwortlichen nach dem platzen der Blase fröhlich und ohne Reue weitergemacht haben ist der Skandal.
        Jeder kann mal scheitern – aber vorsätzlich auf Kosten anderer bereichern geht ja mal garnicht…

        Antworten
    • Gernot meint

      03.08.2026 um 15:44

      Richtig, wir brauchen Startups – aber nicht solche wie Sono. Sono war ein Scam. Die Sono-Gründer waren meines Erachtens entweder spektakulär unfähig oder Betrüger. Oder beides.

      Ein Elektroauto, dass sich selbst per Photovoltaik wieder auflädt, klingt ja extrem logisch und genial. Halt nur für Laien. Die Sono-Gründer waren komplette Laien, ohne Berufsausbildung, ohne Studium, ohne jede Erfahrung. Spätestens nach einem Monat sollten auch die mitbekommen haben, dass das zumindest in unseren Breitengraden nicht zufriedenstellend funktionieren kann. Das hat nichts mit Versuchen, Ideen oder irgendwas zu tun, sondern mit Mathematik und Physik. Mathematische und physikalische Gesetze gelten auch für Sono. Die gehen nicht weg, nur weil man sich ganz doll wünscht, dass ein Photovoltaikauto funktioniert.

      Im Durchschnitt wäre mit dem Sono ein Solarertrag für 3-5 km pro Tag realistisch gewesen. Dafür macht die ganze teure PV-Integration überhaupt keinen Sinn. Wenn man daran etwas ändern wollte, müsste man zunächst mal PV-Zellen „erfinden“, die 100% Wirkungsgrad statt aktuell 22-25% haben. Dann wären 20 km pro Tag drin. Dann muss man auf extremem Leichtbau und extreme Effizienz setzen und es kommt so etwas wie Aptera heraus. Dass das Teil nach 7 Jahren noch nicht in der Produktion ist, hat allerdings auch Gründe.

      Antworten
      • Steffen meint

        03.08.2026 um 17:40

        Vom Lightyear hat man auch nichts mehr gehört, das Konzept PV auf Auto taugt einfach nichts. Das ist in etwa wie Batterien in Autos vor 100 Jahren, halt einfach viel zu ineffizient um irgendwie funktionieren zu können.

        Antworten
        • Gernot meint

          04.08.2026 um 08:02

          Die Kombination Photovoltaik plus E-Auto ist super. Nur die Photovoltaik gehört auf das Hausdach.

          In der Karre von Sono Motors waren 1,2 kWp PV verbaut. Auf einem perfekt ausgerichtetem Dach generiert das an einem durchschnittlichen Sommertag 4-5 kWh. An einem durchschnittlichen Wintertag 0,6 kWh. Nur sind die PV-Flächen an einem E-Auto nicht perfekt zur Sonne ausgerichtet, sondern 1/3 der PV-Fläche ist immer der Sonne abgewandt im Vollschatten und der Rest ist auch nicht perfekt ausgerichtet. Dazu werden die Autos dauernd durch Häuser, Hallen, Bäume, Hecken, LKWs, Busse, Mauern, etc. verschattet. Von Garagen, Carports, Tiefgaragen noch gar nicht angefangen. Außerdem werden die Panel im Straßenverkehr mehr verschmutzt als Panel auf dem Hausdach, was die Effizienz noch mal senkt. Am Ende bringen die PV-Flächen an den Seiten und am Heck praktisch nichts und die auf Dach und Motorhaube die Hälfte so einer PV-Fläche auf dem Hausdach. Dann ist man im Jahresmittel bei einem Solarertrag, der 3-5 km pro Tag entspricht. Die so generierte kWh kostet dann Minimum 50 Cent und auch ökologisch ist es nicht sinnvoll, PV zu verbauen, die dann so wenig Ertrag bringt.

          Wie gesagt: Jedem mit Grundkenntnissen zu dem Thema ist all das sofort klar. Die Sono Gründer haben den Schwachsinn von 35 km PV-Ertrag pro Tag trotzdem 6 Jahre erzählt und das kann dann meines Erachtens nur in purer Betrugsabsicht der Fall gewesen sein.

    • M. meint

      04.08.2026 um 12:10

      Die Idee war grundsätzlich ehrenwert, aber die Umsetzung einfach hanebüchen.
      Die ganze Konstruktion, die technischen Schwenks, die Konstruktion an sich. Ich kennen jemanden, der als Zulieferer dort Projekte betreut hat.
      Der hat nur den Kopf geschüttelt und auf Jahre vorher gesagt, dass das scheitern wird.
      Wenn nicht an der Physik für den Solar-Ertrag, dann am Unternehmen an sich.

      Ein neues Apple stand hier nie im Raum.

      Antworten

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