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HUK-E-Barometer: Wechsel auf E-Autos erreicht im privaten Bereich Rekordniveau

11.08.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Tesla-Wall-Connector

Bild: Tesla (Symbolbild)

Im 2. Quartal 2026 hat die Häufigkeit der Umstiege auf Elektroautos bei Privatpersonen in Deutschland erneut stark zugenommen und erreicht Rekordwerte, berichtet die HUK-Coburg mit ihrem neuesten „HUK-E-Barometer“. Bei jedem achten Fahrzeugwechsel (12,0 %) im Bestand des Versicherers HUK wird inzwischen von einem Auto mit Verbrennermotor auf einen rein elektrischen Pkw gewechselt. Vor Beginn des Iran-Kriegs und den daraufhin stark steigenden Spritpreisen lag die Quote nur etwa halb so hoch (6,3 % Jan & Feb 2026).

Das HUK-E-Barometer basiert auf Versicherungszahlen der HUK-Coburg und einer Online-Umfrage. Die Umstiegshäufigkeit auf gebrauchte E-Autos nahm demnach im zweiten Quartal 2026 stärker zu als die auf vollelektrische Neuwagen. Vielfahrer mit jährlich mehr als 12.000 Kilometer Fahrleistung steigen inzwischen so viel häufiger um auf E-Autos als Fahrer mit weniger Jahresleistung, dass der Abstand zwischen den beiden Fahrergruppen ein Rekordniveau erreicht hat (14,7 zu 8,0 %). Dieser Unterschied ist bei Umstiegen auf gebraucht angeschaffte E-Autos in Relation noch weit größer (10,7 zu 4,5 %).

Fast jeder vierte Befragte mit Führerschein (24 %) gibt an, nur „wegen der Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise seit Beginn des Iran-Krieges“ erstmals überhaupt über die Anschaffung eines Elektroautos nachgedacht zu haben oder dass eine geplante Anschaffung dadurch jetzt wahrscheinlich vorgezogen wird.

Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-Coburg zuständig für Kfz-Versicherung: „Der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hat eine neue Dimension erreicht, auch angetrieben durch stark gestiegene Spritpreise. Elektrische Gebrauchtwagen können dabei offenbar zum Gamechanger werden. Möglicherweise ließe sich dieser Trend noch verstärken, wenn neben den Käufern von Neuwagen auch die Käufer gebrauchter E-Autos von der staatlichen E-Autoprämie profitieren könnten.“

Akzeptanz von E-Autos steigt

Die gesellschaftliche Zustimmung zum E-Auto hat ebenfalls neue Rekorde erreicht. Erstmals seit Beginn der Quartals-Messungen durch das HUK-E-Barometer im Jahr 2024 erklärt jetzt mehr als die Hälfte der Deutschen (52 %), dass sie Elektroautos „gut“ oder „sehr gut“ finden.

Im Zeitverlauf gibt es dabei indes Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Männer standen und stehen vollelektrischen Autos deutlich positiver gegenüber als Frauen. Im 2. Quartal 2026 haben Frauen aber den Abstand besonders stark verkürzt. Ihre Zustimmung zu Elektroautos als gut oder sehr gut stieg von 37 Prozent im Vorquartal auf jetzt 45 Prozent. Der Anstieg lag damit um zwei Drittel höher als bei den Männern (von 54 auf 59 %).

Tesla mit Comeback

Die Autohersteller profitierten laut der Auswertung sehr unterschiedlich vom E-Auto-Boom im ersten Halbjahr 2026. Bei den Neuwagen-Anschaffungen stehen vor allem preisgünstigere ausländische Hersteller im Fokus. Der chinesische Hersteller BYD kann seinen Anteil an der Gruppe der Umsteiger von Verbrennern zu reinen E-Neuwagen relativ am stärksten steigern – wenn auch von einem im Jahr 2025 noch niedrigen Niveau aus (0,8 auf 3,3 %). Ähnlich ist die Situation bei der ebenfalls in China beheimateten Marke Leapmotor (1,8 auf 3,4 %). Ein Comeback gelang zudem Tesla: Nachdem der Anteil der US-E-Auto-Marke im vergangenen Jahr noch von 15,5 auf 5,6 Prozent abgestürzt war, schoss er im ersten Halbjahr nun fast im gleichen Umfang wieder nach oben auf 12,2 Prozent.

HUK-E-Barometer_Infografik_2026
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: HUK-Coburg

Ausnahmslos alle deutschen Marken (außer Opel) büßten bei Umstiegen von Verbrenner- auf neue E-Autos Anteile ein. Werden im Rahmen der Umstiege aber gebrauchte E-Autos angeschafft, sieht es anders aus. So ist bei diesen Wechseln jedes sechste Fahrzeug ein VW. Der Anteil stieg im ersten Halbjahr sogar etwas an auf jetzt 17,1 Prozent. Auch bei weiteren Marken des Volkswagen-Konzerns gab es Zuwächse beim Anteil gebrauchter E-Autos (Audi von 5,4 auf 6,8 %, Skoda 2,7 auf 5,0 % und Cupra 2,2 auf 3,0 %).

Deutlich unterschiedliche Dynamik in den Bundesländern

Beim Regionalvergleich zeigen im bisherigen Jahresverlauf 2026 Schleswig-Holstein und Niedersachsen die größte Dynamik bei der Zunahme des Bestands an privaten E-Autos vor Bayern auf Rang drei. Bei den Schlusslichtern Sachsen und Berlin erreicht dagegen diese Markt-Dynamik nur etwa die Hälfte dortiger Spitzenwerte. Unterdurchschnittlich im Deutschland-Vergleich schneidet inzwischen bei der Markt-Dynamik auch das Autoland Baden-Württemberg ab – ausgenommen die Landeshauptstadt Stuttgart. Unter den 15 größten Städten Deutschlands über 500.000 Einwohner gibt es 2026 in Stuttgart bisher die größte Veränderungsdynamik bei E-Autos. Und mit 5,3 Prozent ist der Bestand von Elektroautos im Privatbesitz innerhalb der Metropolen mit Abstand am höchsten.

Aber selbst Stuttgart ist damit weit entfernt von E-Auto-Entwicklungen in einigen ländlicheren Kommunen. So liegt der private E-Auto-Bestand beim deutschen Spitzenreiter – dem Landkreis Starnberg – mit 7,4 Prozent weit höher. Die Ranking-Schlusslichter unter den Kreisen und kreisfreien Städten sind Frankfurt/Oder (1,4 %) sowie die Landkreise Görlitz und Vogtlandkreis (je 1,5 %). Auch in Westdeutschland finden sich E-Auto-Nachzügler. So gibt es aktuell bundesweit die geringste Markt-Dynamik in der Stadt Gelsenkirchen. 2026 beträgt sie hier weniger als ein Sechstel der Spitzenreiter-Steigerungen bei den Bestandsquoten in den Landkreisen Cloppenburg (Niedersachsen) und Schweinfurt (Bayern).

Plug-in-Hybride gewinnen, Mild-Hybride verlieren

Seit Jahresanfang können Käufer von Plug-in-Hybriden ebenfalls von staatlichen Förderprämien profitieren. Ein verstärkter Umstieg auf Plug-in-Hybride mit Ladekabeln ist der Studie zufolge vor allem bei Fahrern von Benzin- und Dieselantrieben zu verzeichnen, aber auch bei Mild- und Voll-Hybriden. Das gilt im Vergleich zum Vorjahr vor allem für die Anschaffung gebrauchter Plug-in-Fahrzeuge. Die Umstiege sind zwar weniger häufig als auf reine E-Autos. Aber die HUK-Zahlen zeigen: Im Gegensatz zu den beliebter gewordenen Plug-in-Hybriden gehen Umstiege auf Mild- und Voll-Hybride, also ohne externe Lademöglichkeit, 2026 zurück. Zudem deutet einiges darauf hin, dass die Rolle der Plug-ins als Brücken-Technologie sich verstärkt: 39,4 Prozent der bisherigen Plug-in-Hybrid-Fahrer wechselten bei der Neuwagen-Anschaffung im 2. Quartal 2026 auf ein reines E-Auto. Das sind mehr, als bei den Plug-in-Hybriden geblieben sind (38,1 %).

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Via: HUK-Coburg
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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