Der Verkauf der Marke Smart stellt für viele Händler derzeit ein Verlustgeschäft dar, berichtet die Automobilwoche. Grund dafür seien vor allem die niedrigen Verkaufszahlen. In Deutschland wurden demnach im Jahr 2025 lediglich 4700 Fahrzeuge angesetzt. Zwar verbesserten sich die Zahlen zum Halbjahr auf 4200 Einheiten, doch die Gesamtabsätze gelten weiterhin als zu gering.
Die wirtschaftliche Situation der Händler ist offenbar schlecht, da viele Betriebe durch die Marke derzeit Verluste erwirtschaften. Ein Leiter einer großen Autohausgruppe bezeichnet Smart gegenüber dem Branchenportal als kein sehr attraktives Geschäftsmodell: Die geringen Stückzahlen reichten nicht aus, um die Fixkosten für komplexe Prozesse und Strukturen zu decken. Für eine wirtschaftliche Rentabilität sei etwa die doppelte Menge an Fahrzeugen erforderlich.
Kritik wird insbesondere an der aktuellen Modellpolitik geübt. Ein Smart-Partner mit Mercedes-Hintergrund sieht laut dem Bericht in der Abkehr von der Nische ein Problem, da das aktuelle, aus kompakten und mittelgroßen SUV bestehende Portfolio am Markt vorbeigehe. Mercedes hätte den ForTwo nicht einstellen dürfen, sondern ihn elektrisch weiterführen müssen.
Elektro-Kleinstwagen #2 soll das Geschäft beleben
Der zweisitzige Kleinstwagen ForTwo und der viertürige Kleinwagen ForFour wurden in den zuletzt angebotenen elektrischen Versionen eingestellt, da Mercedes-Benz die Marke mit einer neuen 50-Prozent-Beteiligung vom chinesischen Partner Geely komplett neu aufstellen wollte. Vor etwa fünf Jahren sind dazu die Entwicklung und Produktion in die Volksrepublik umgezogen. In Deutschland ist nur noch das Design angesiedelt. Das Angebot besteht hierzulande heute aus dem Kompakt-SUV #1, dem etwas größeren SUV-Coupé #3 und dem mittelgroßen SUV #5, allesamt reine Stromer. In China gibt es zudem die teilelektrische große Limousine #6.
Die Hoffnung der Branche liegt nun auf der Neuauflage des ForTwo unter dem Namen Smart #2 (Artikelbild). Ein Händler sieht in diesem bald startenden neuen Zweisitzer einen Durchbruch und erwartet bei einem kolportierten Preis von rund 20.000 Euro hohe Verkaufszahlen. Auch die Marke selbst zeigt sich „sehr zuversichtlich“, dass der #2 „ein wichtiger Wachstumstreiber“ in Deutschland sein wird.
Ein weiteres Hindernis neben den Modellen stellt der Automobilwoche zufolge die Vertriebsstruktur dar. Früher hätten Mercedes-Verkäufer Smart-Modelle als Ergänzung zum Hauptfahrzeug mitverkaufen können, was gut funktionierte. Durch getrennte Systeme dürften nun exklusiv zertifizierte Smart-Verkäufer die Fahrzeuge anbieten, wobei es davon nur wenige gebe. Ein großer Händler fordert daher, dass Mercedes-Verkäufer die Autos wieder anbieten dürfen.
Seitens der Marke wird betont, dass Smart als eigenständige Marke über „eine eigene Systemwelt und ein modernes Omnichannel-Vertriebsmodell“ verfüge. Dieses Modell und das Partnernetzwerk seien zentrale Bestandteile einer positiven Entwicklung. Man sei aber offen für Feedback zur Optimierung von Angebot und Prozessen.

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