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Volkswagen-Krise: Lies setzt auf E-Mobilität statt Werksschließungen

26.08.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 15 Kommentare

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Bild: VW (Symbolbild)

Die Bedeutung der Elektromobilität für den Volkswagen-Konzern steht im Zentrum der aktuellen politischen Debatte um dessen Zukunft. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) betont laut Ntv die Notwendigkeit, die Wachstumspotenziale des expandierenden Stromer-Marktes zu nutzen. Er verweist dabei auf die Marktführerschaft des Konzerns bei Elektroautos in Europa und fordert, diese Position weiter auszubauen.

Gleichzeitig kritisiert der SPD-Politiker den Sparkurs des Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume. Auf dessen Aussage, der Konzern sei überdimensioniert, entgegnet Lies auch in seiner Rolle als Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen AG im Deutschlandfunk, dass die Größe des Unternehmens international ein entscheidender Vorteil sei. Er weist Vorwürfe zurück, das Land Niedersachsen würde als Anteilseigner Reformen blockieren.

Hinsichtlich der im Raum stehenden Werksschließungen spricht sich Lies gegen die vom Vorstand vorgeschlagenen Maßnahmen aus. Statt Schließungen fordert er Konzepte zur besseren Auslastung bestehender Standorte durch attraktivere Fahrzeuge sowie Ergänzungen, wie etwa in der Rüstungsproduktion. Er sieht den Vorstand in der Verantwortung, die Variabilität bei Fahrzeugen und Ausstattung zu reduzieren. Der Ministerpräsident betont, dass man sich bei einigen Vorschlägen des Volkswagen-Vorstands zur Nutzung von Synergien zwischen den Marken einig sei.

Der Volkswagen-Vorstand plant, im Rahmen von mehreren außerordentlichen Betriebsversammlungen Zukunftskonzepte vorzustellen. Der Konzern befindet sich laut Lies in einer „extrem schwierigen Zeit“, insbesondere mit Blick auf den Mega-Markt China. Der SPD-Politiker fordert eine Anpassung der EU-Importzölle, die nicht nur Elektroautos, sondern auch Hybridfahrzeuge aus China umfassen sollten.

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Via: n-tv.de
Unternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. bs meint

    26.08.2026 um 23:03

    Eigentlich hat Lies genau deutlich gemacht, wo das Problem ist. Blume redet von Rentabilität, und das ist die primäre Zielsetzung jedes Unternehmen. Dann kommt der Politiker, der meistens wenig Erfahrung im Wirtschaft hat, und redet von Arbeitsplätze und sonstiges. Kein Unternehmen hat Arbeitsplätze als Ziel. Das ist nur collateral benefit für der Gesellschaft. Jedoch, die Politiker sind halt ambtswege in der Aufsichtsrat und wollen mitreden was die Firma zu tun hat. Das grundsätzliche Problem bei VW. Man muss sagen, man hat eine Weile sehr fähige Manager gehabt, auch wenn man die Piechs viel vorwerfen kann, aber sie waren Unternehmer und sehr fähig. Die Zeiten sind vorbei, Politik, Gewerkschaften und OR haben jetzt die Mehrheit im AR und das sagen. Es wird VW nicht besser gehen als Wartburg in der DDR und viele andere durch Politik geführte Unternehmen. Ich würde jeder ältere MA raten, nehme die höchst mögliche Abfindung und gehe in Ruhestand, und die jungere MA: verlasse das Schiff bevor die Tsunami aus Jobsuchende in Wolfsburg losgetreten ist.

    Antworten
  2. David meint

    26.08.2026 um 11:53

    Die Sache läuft ausgezeichnet. Dabei fragt man sich: hat das denn wirklich noch Wirkung, wenn man jedes Jahr erklärt, wie dramatisch gerade die Lage ist? Die Antwort ist: ja. Gestern hat sich die Tante von der Gewerkschaft geäußert, das war eine der beiden Adressaten und heute der Ministerpräsident, der im Aufsichtsrat sitzt, das war der andere Adressat. Was will man mehr?

    Jetzt laufen fünf neue Modellreihen an und das Erfolgsmodell ID.4, das den elektrischen Taximarkt beherrscht, wird demnächst als ID.Tiguan vorgestellt. Gnade Gott der Konkurrenz! Renault überlegt immer noch, wie man den R5 effizienter macht, obwohl sie die bessere Technik bereits da liegen haben. Stellantis ist ein Scherbenhaufen, will jetzt doch eine eigene „MEB-Plattform“ haben, dabei gehen die Jahre ins Land. Hyundai stagniert. Die Japaner gucken blöd. Tesla ist in der Bedeutungslosigkeit, Blick ins Nahfeld: nur 173 Model Y bisher im August in Norwegen.

    Antworten
    • Futureman meint

      26.08.2026 um 12:06

      Das Problem bei VW ist, dass sie mit jedem E-Auto-Verkauf Geld verbrennen und es (noch) mit den Verbrennern kompensieren. Der Verbrennermarkt verliert aber jedes Jahr 20%. Daher brennt es auch bei VW und dafür ist ein Vorstand da, dieses vorzeitig zu sagen. Selbst bei VW gehen in einem anziehenden E-Markt die reinen Verkäufe in dem Segment zurück. Von dem außereuropäischen Markt gar nicht zu reden. Und immer soll bald (ja ganz bald) der Verkaufsschlager kommen. Wenn es dann soweit ist, sind es zig verschiedene Modelle, damit auch jeder im Konzern sein eigenes Modell bekommt. Derweil nehmen andere einfach Modelle vom Markt und konzentrieren sich auf die meistverkauften Modelle der Welt.

      Antworten
      • David meint

        26.08.2026 um 14:03

        Deine Hilflosigkeit, die, dich permanent zu Lügen greifen lässt, ist schon fast rührend. Deine Aussage zur Profitabilität von Elektrofahrzeugen bei VW ist hier im Kommentarbereich mehrfach widerlegt worden.

        Aktuell greifen immer noch 70 % aller Käufer zum Verbrenner. Eine Mehrheit, mit der man Verfassungen ändern kann. Geht das mal signifikant runter, Dann wird man zuerst, wie angekündigt, die Modellvielfalt ausdünnen und nachgelagert an der Preisschraube drehen. Beides wird dann die Flucht aus dem Verbrenner beschleunigen.

        Aber da sind wir noch nicht. Dafür ist sehr erfreulich der Blick auf die Konkurrenz: Pleiten, Pech und Pannen.

        Antworten
        • South meint

          26.08.2026 um 14:56

          Yoa, hat nur mit der Realität gar nix zu tun…
          – Schon mal was von Chinesen wie BYD, XPeng gehört? Die sogar jetzt in Deutschland fussgefasst haben…
          – Mal VW Zahlen aus China und USA angekuckt?
          – Die Halbierung des Konzernergebnisses 2025, und der Umsatzrendite auf 2,8%, weit unterhalb der Wettbewerber wie Toyota oder Hyundai !
          – Porsche Gewinneinbruch von 90% !
          – SSP kommt viel später
          – VW Management/Betriebsrat/Politik total zersplittert. Wenn überhaupt, sind nur sehr moderate Reformen zu erwarten.
          Genau das stand hier in vielen der Artikel. Mal ehrlich, was ist denn noch hilfloser, als der Versucht, die technisch veralteteten ID den Kunden als Innovationen zu verkaufen?
          Und das aller Schlimmste. Bei VW müssten alle an einem Strang ziehen, aber VW hat keinen Plan, jeder Akteur hofft nur, dass sich möglichst wenig verändert. Wenn das so weitergeht, braucht VW keine Reformen mehr, sondern ein Wunder…. denn alles was da oben steht, ist kein David Gesabble ohne irgendwein eine harte Zahl, sondern das ist REALITÄT…

        • Futureman meint

          26.08.2026 um 15:47

          Merkwürdig nur, dass es bei anderen Herstellern besser läuft. Fast alle chinesischen Hersteller haben beim Export Wachstumsraten von über 50%. Und einige dortigen Hersteller haben noch gar nicht mit dem Export ihrer Fahrzeuge begonnen.
          Dagegen schafft es VW auf dem dortigen Markt nicht mal mit Schleuderpreisen E-Autos zu verkaufen. Klar kommt jetzt der Hinweis „aber die Verbrennerverkäufe laufen doch“, allerdings gehen auch in China die Verbrennerzulassungen massiv zurück. Der NEV-Anteil liegt bei über 66%. In dem Segment hat VW immer noch nichts passendes für den größten Markt der Welt zu bieten. Nur wer ein entsprechendes Alter hat, kauft da noch VW, für alle anderen sind es Oldtimer.
          Dazu nehmen sich BYD und Co nach und nach Länder vor, in denen es bisher nur VW und Toyota gab.

        • Ben meint

          26.08.2026 um 17:28

          Schein aber dann doch nicht mehr so zu laufen beim Verbrenner, liegt wohl an den 20% jährlich sinkenden Absatzzahlen der Verbrenner.
          Oder gibts nen sinnvollen Grund warum das reine Verbrennerwerk WOB den Neo aus Zwickau klaut um diesen komplet in WOB zu fertigen, zusammen auf einer Montagelinie mit dem Tiguan anstatt nur mehr Neos zu bauen damit der Kunde keine 9 Monate auf sein Fahrzeug warten muss ?

    • Future meint

      26.08.2026 um 13:08

      »Die Tante von der Gewerkschaft« und der Onkel aus dem Vorstand werden sich jetzt nicht mehr so gern haben. Wie soll es die Vorständin beschrieben haben, die vor der Aktionärsverssammlung hingeschmissen hat: Volkswagen werde geführt wie ein verkrachtes Familienunternehmen. Kann sowas gut ausgehen?

      Antworten
  3. Jörg2 meint

    26.08.2026 um 11:19

    „VW muss jetzt deutlich effizienter werden und das geht nicht mit dem alten Struktur.“

    Ich befürchte, an der Kernstruktur (mMn der Ursprung des Übels) wird sich nichts ändern. Es ist eine AG mit angestellten Verwaltern, deren Kernaufgabe es ist, in Quartals- und Jahresintervallen positive Ergebnisse, hohe Aktienstände, Dividendeausschüttungen, Bonisicherheiten… sicherzustellen. Mit welchem Produkt, mit welchen Produktionsstandorten… ist dabei eigentlich egal. Und so sind es halt Verbrenner, die in der Vergangenheit die Produktbasis waren. Und so stützt man sich auch weiterhin auf diese Produkte.

    Für den Umstieg auf Produkte des neuen Marktes (BEV) müsste wohl eine mehrjährige „Durststrecke“ durchlaufen werden (die man hätte vo 10? Jahren schon starten können). Für diese Durststrecke gibt es eher keine Bereitschaft bei Anteilseignern, Investoren, Verwaltern.

    Und so laufen die Aktivitäten eher in die Richtung: Das Verbrenneraltgeschäft so ange wie möglich aufrecht erhalten, den letzten sicheren Markt (EU) möglichst gegen Mitbewerber abschotten, auf den verscheidensten Wegen Bürgergeld einfordern…

    Antworten
  4. Eichhörnchen meint

    26.08.2026 um 10:26

    Hochmut kommt vor dem Fall. Hier im Forum beansprucht man „Lufthoheit“ und wünscht den Markt Teilnehmern die „Gnade Gottes“. Von CEO Müller’s Auftritt zu Tesla ganz zu schweigen und alles im Schatten des Abgasskandals.

    Es ist kein Wunder das selbst Deutsche Kunden angewidert sind von der VW Arroganz und einfach Tesla, BYD, Xpeng, Leapmotor usw. kaufen.

    Antworten
    • Future meint

      26.08.2026 um 14:08

      Ich finde diesen Einblick hier in diese oft arrogante und selbstherrliche Haltung von einigen ehemaligen Akteuren der deutschen Autoindustrie auch sehr vielsagend. Das geht von ablenken über moralisieren bis zur Käuferbeschimpfung. Nun kann das alles keine gute Strategie für die Zukunft sein. Blume hat das wohl erkannt in seinen Sitzungen mit den bekannten Beratern. Die älteren unter uns werden sich an andere heimische Industrien erinnern, denen das früher auch so ähnlich passiert ist. Die jüngeren kennen sowas nicht, wenn einst erfolgreiche Industrien (auch) durch massive Managementfehler einfach verschwinden.

      Antworten
  5. Futureman meint

    26.08.2026 um 09:23

    Noch mehr Zölle bringen einem Weltkonzern jedoch relativ wenig. Die einigermaßen guten Verkaufszahlen in Europa sollten nicht die schlechten weltweiten Zahlen überstrahlen. Nicht umsonst gibt es ja gerade eine Krisensitzung nach der anderen. Denn so blumig sieht die Zukunft für VW weltweit nicht aus. Es kommen „plötzlich“ neue Hersteller, die in rasender Geschwindigkeit wachsen und im Monatstakt neue Modelle auf den Markt bringen. Nur weil VW jetzt endlich mit den so viel gelobten „Vierlingen“ E-Autos für unter 30.000€ auf den europäischen Markt bringt, darf man nicht übersehen, das chinesische Hersteller im gleichen Bereich knapp über 20.000€ aufrufen. Und das trotz der Zölle. Scheint so, dass immer wenn VW meint aufzuholen sind andere Hersteller schon 2 Schritte weiter.
    Vielleicht hilft ja der Schwenk auf Rüstungsartikel, hat ja in der Vergangenheit auch schonmal geklappt.

    Antworten
    • Yoyo meint

      26.08.2026 um 11:57

      Dann aber ein richtiger Schwenk:
      Elektropanzer !
      ;-)

      Antworten
      • Futureman meint

        26.08.2026 um 16:40

        Bei Drohnen klappt es ja schon mit Elektroantrieb :-)

        Antworten
  6. South meint

    26.08.2026 um 09:23

    Davon hat Lies, mit Verlaub, keine Ahnung. oder er trällert was die Leute von ihm hören wollen. Es ist realitätsfern. VW muss jetzt deutlich effizienter werden und das geht nicht mit dem alten Struktur. VW muss schnell runter von den Kosten und das geht nur, wenn sie deutlich und schnell die Modellvielfalt und -varianten im GANZEN Konzern reduzieren allen voran bei den Verbrennern, den Mitarbeiterüberhang abbauen und teure Standorte schließen. Gleichzeitig muss VW schnell bessere und günstigere eModelle z.B. auf der SSP Plattform liefern. Selbst wenn das mal ein paar Jahre Verlust bedeuten würde und das nicht Populär ist, aber alles andere würde zu einem deutlich größerem Schaden, zu unvermeidlich größeren Einschnitten führen… ist doch unredlich, den Mitarbeiter und der Bevölkerung da vorzugaukeln, man solle einfach mehr gute eAutos bauen und der Rest kann so bleiben wie er ist….

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