Nach einem schwierigen Zeitraum verzeichnet Kia Deutschland eine Trendwende durch eine unerwartet hohe Nachfrage nach Elektroautos. Nachdem 2025 mit 60.400 Neuzulassungen das schlechteste Ergebnis seit 2015 war, zeigt sich für dieses Jahr eine positive Entwicklung.
Laut Deutschland-Geschäftsführer Thomas Djuren wird der Turnaround im laufenden Geschäftsjahr erreicht, berichtet die Automobilwoche. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sei insbesondere nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs stärker angestiegen als Ende 2025 prognostiziert. Deshalb habe auch die Produktion im ersten Halbjahr nicht mit den Aufträgen Schritt halten können.
Die aktuelle Orderbank ist Djuven zufolge dreimal so groß wie im Vorjahr, wobei der Anteil der vollelektrischen Fahrzeuge (BEV) bei rund 70 Prozent liegt. Kia plant für das Jahresende 70.000 Neuzulassungen in Deutschland, wobei der BEV-Anteil über 50 Prozent betragen soll. Damit übertrifft die Marke den ursprünglichen Plan von 40 Prozent deutlich und liegt weit über dem Branchendurchschnitt von etwas mehr als einem Viertel.
Als wichtige E-Auto-Modelle fungieren bei den Südkoreanern das Kompakt-SUV EV3 sowie das im März gestartete kleine SUV EV2, während der Sportage als Verbrenner auf dem dritten Platz steht. Kias Geschäftsführer für Deutschland rechnet damit, dass der im März gestartete EV2 schon bald den EV3 ablösen wird.
Für das Jahr 2030 strebt Kia Deutschland 100.000 Neuzulassungen an und will den BEV-Anteil auf rund 70 Prozent steigern. Dieser Plan erfolgt vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs durch chinesische Hersteller. Eine Auswertung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) für die Automobilwoche zeigt, dass jeder zweite Halter eines koreanischen Anbieters beim nächsten Kauf eine chinesische Marke in Betracht zieht. Analysen von Dataforce belegen zudem, dass ehemalige Kia-Fahrer bereits überproportional häufig Neukunden bei China-Marken wie BYD und MG sind.
Kia begegnet dem Wettbewerb mit einem Fokus auf Produktqualität, einem etablierten Händlernetz und europäischer Produktion. Djuren äußert sich selbstbewusst gegenüber der Konkurrenz und sagt, dass das Wachstum chinesischer Anbieter oft durch hohe Rabatte und taktische Zulassungen über Vermieter erkauft werde. Auch im Händlernetz herrsche Wettbewerb um neue Partner, wo chinesische Marken mit großen finanziellen Anreizen werben.

David meint
Das ist natürlich richtig. Durch den Iran Krieg zieht die Elektromobilität an und das beflügelt dann alle Marken, auch die, die vorher nicht performt hatten. Ein Geschenk von Donald. Die Ironie des Schicksals dabei ist ja, dass er so energisch gegen die Elektromobilität ist.