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Umfrage: Nur jeder Zehnte lehnt E-Autos grundsätzlich ab

16.09.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher

Kia-EV2

Bild: Kia (Symbolbild)

Nur eine kleine Minderheit lehnt Elektromobilität grundsätzlich ab – doch das bedeutet nicht automatisch, dass alle anderen Verbrenner-Fahrenden zum Umstieg auf ein E-Auto bereit sind. Das zeigt die „EV Adopter Persona Study 2026“ der Marktforscher von UScale. Für die Studie wurden im Sommer über 1000 Verbrenner-Fahrende in Deutschland repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland zu ihrer Einstellung zur Elektromobilität befragt.

Nur knapp 10 Prozent der Befragten lehnen ein E-Auto grundsätzlich ab, unabhängig von Einkommen, Wohnsituation oder Alter. Diese Haltung ist nicht an eine bestimmte Lebenssituation gekoppelt: Zwei Drittel davon leben zwar in eingeschränkten wirtschaftlichen Verhältnissen, das übrige Drittel verteilt sich über alle anderen Lebenssituationen. Ihre Ablehnung von E-Autos steht dabei nicht isoliert, sondern ist Teil einer generellen Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien: Nur 12 Prozent bezeichnen sich als neugierig auf neue technische Entwicklungen (im Schnitt aller Befragten: 37 %).

Die Studie zeigt zwei große Gruppen mit ganz unterschiedlichen Motiven für ihre Zurückhaltung. Für rund die Hälfte aller Befragten ist der Umstieg aktuell aus praktischen Gründen keine Option: Der sogenannten Ausgebremsten Mehrheit fehlt es an Budget, an einer eigenen Lademöglichkeit oder an einem passenden Gebrauchtwagenangebot. Auch die öffentliche Ladeinfrastruktur wird abseits der Autobahn, etwa im eigenen Wohnumfeld, von vielen noch als unzureichend wahrgenommen. Anders als beim harten Kern der Verweigerer ist die Zurückhaltung also keine Frage der Überzeugung, sondern der praktischen Voraussetzungen.

Eine weitere Gruppe von rund 16 Prozent, oft ältere Menschen mit geringer Fahrleistung, ist schlicht zufrieden mit dem eigenen Status quo: Die sogenannten Zufriedenen Zuschauer hätten häufig die Voraussetzungen für ein elektrisches Auto, sehen aber aktuell weder Bedarf noch Anlass für einen Wechsel.

Ein Drittel ist bereit zum Umstieg

Das übrige Drittel, die sogenannten Innovativen Statuskäufer und die Informierten Realisten mit dem höchsten Budget aller Gruppen, plant den Umstieg bereits konkret oder steht ihm grundsätzlich offen gegenüber. Sie bilden das Fundament der aktuellen Marktentwicklung, in der inzwischen gut jede vierte Neuzulassung in Deutschland ein E-Auto ist.

Für Hersteller und Anbieter heißt das laut den Studienautoren: Wachstum entsteht künftig neben der weiteren Ausschöpfung der bereits offenen Zielgruppen vor allem durch den gezielten Abbau der praktischen Hürden bei den Ausgebremsten, während die zufriedene Gruppe eher einen neuen Anlass zum Wechsel braucht als zusätzliche Aufklärung. Ein besseres Gebrauchtwagenangebot entsteht mittelfristig von selbst, wenn mehr E-Auto-Neuwagen auf den Markt kommen.

Beim Laden seien sowohl Politik als auch Industrie gefragt, sagt UScale. Die Politik könne mit besseren Rahmenbedingungen und gezielter Förderung den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur weiter unterstützen, etwa im Mehrfamilienhaus. Jetzt, wo der Hochlauf richtig in Gang komme, müsse auch die Energiewirtschaft den Ausbau weiter hochfahren, selbst wenn die Zulassungszahlen zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieben. Allgemeine Informationskampagnen dürften dagegen eher die ohnehin schon informierten Gruppen erreichen.

„Zehn Prozent harte Verweigerer klingt erstmal nach einer kleinen Zahl, aber daraus automatisch neunzig Prozent potenzielle Käufer zu machen, wäre ein Trugschluss“, so Axel Sprenger, Geschäftsführer von UScale. „Für Hersteller und Anbieter zählt der Unterschied zwischen echter Ablehnung, praktischen Hürden und schlichtem Desinteresse. Nur wer diese Gruppen sauber unterscheidet, kann sie gezielt ansprechen.“

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Via: UScale
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. xordinary meint

    16.09.2026 um 21:34

    Och, zehn Prozent finde ich gar nicht so viel. Ich hatte eher mit 44,5 Prozent gerechnet … 🙄

    Antworten
  2. Till meint

    16.09.2026 um 18:07

    …am Wochenende beim Porsche Treffen in Böblingen… …da waren nahezu 100% der 10% vertreten. Wer mit einem E Porsche kam, durfte sein Auto, etwas abgelegen, am “ Katzentisch“ parken. Und die Besucher waren nun, zumindest in finanzieller Hinsicht, nicht gerade der Bodensatz der Gesellschaft.

    Antworten
  3. EdgarW meint

    16.09.2026 um 11:35

    Positiv:
    * 30% kaufen E-Autos, den Erfahrungen und den meisten Umfragen nach wollen über 90% nicht zurück, macht 27%, die keinen Verbrenner mehr wollen.
    * Nur halb so viele wie der Anteil der blauen Partei bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen und nichtmal 1/4 bzgl Sachsen-Anhalt

    Antworten
  4. Futureman meint

    16.09.2026 um 09:34

    100% sind gegen hohe Spritpreise, trotzdem wird getankt.

    Antworten
    • M. meint

      16.09.2026 um 16:21

      Ja, bis man ein BEV kaufen UND mit vertretbarem Aufwand betreiben kann, wird für manche Menschen noch viel Zeit vergehen. Wer sich aktuell nur Autos für 5k oder 10k leisten kann, hat quasi keine Chance, umzusteigen.und wenn man hinterher dann 30 Min. wartend Strom für 60 ct. laden muss, spart man den Mehrpreis beim Kauf auch nicht mehr ein. Man steht nur mehr dumm in der Gegend rum.
      Das ist eifach keine Lösung.
      Aber… wer das Geld hat und z.H. laden kann, sollte 2026 keinen Verbrenner mehr kaufen. Aber die Wissenslücken beim BEV sind immer noch gewaltig. Selbst eine Freundin, die Leaf fährt, hat 0 Ahnung. Aber zu Hause laden kann sie.

      Antworten
      • Future meint

        17.09.2026 um 12:55

        Ich lade ja seit 10 Jahren nur öffentlich. 60 Cent habe ich noch nie für Strom bezahlt. Bei mir sind es immer zwischen 29 Cent an AC und 43 Cent an DC.

        Antworten
        • M. meint

          17.09.2026 um 16:43

          Das freut mich für dich.
          Nur hilft anekdotische Evidenz nicht weiter, solange das nicht überall so ist.

  5. South meint

    16.09.2026 um 09:05

    Mja, keine Überraschung. Wird es wirtschaftlich, dann springen so gut wie alle auf den Zug auf. Nicht jeder mag gerne Veränderungen und ich bin eher überrascht, dass mittlerweile nur noch jeder 10te grundsätzlich gegen das eAuto ist, vorallem vor dem Hintergrund des permanenten Bashing von allem Nachhaltigem. Vermutlich liegts daran, dass die Ölkonzerne aber so gar keine Zurückhaltung mehr zeigen. Da werden die Verbrennerfahrer momentan bis zu Blut ausgequetscht….
    Bei den älteren Autofahrer bleiben viele ihrem Auto sehr, sehr treu. Die kaufen sich dann einmal ihr Auto und fahren das, meist mit wenigen Kilometern im Jahr, bis zuletzt. Die Kaufen aber auch keine Neuwagen mehr, egal ob Verbrenner oder eAuto.
    Schon fast immer Lustig, genau die Alten kaufen sich da eher sehr große Autos wie große SUV oder alte S Klassen und können mit denen schon gar nicht mehr richtig fahren, erfüllen sich da so Jugendträume oder wollen hoch einsteigen.
    Natürlich gibts auch die andere Seite, ich selbst kenne ein paar eingefleischte eAutofahrer mit stolzen 80+ Jahren.
    Wie auch immer. Mit den letzten Benzin/Diesel Kundengruppen wird auf Dauer eh kein Hersteller überleben können…

    Antworten

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