Der weltweite private Autoverkehr mit Verbrennungsmotoren verursacht laut einer Auswertung jährliche Kosten von etwa 9,3 Billionen US-Dollar (rund 8 Billionen Euro). Das entspricht rund 8,3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die internationale Studie zeigt auf, dass lediglich zwei Billionen Dollar dieser Summe direkt von den Autofahrern für Fahrzeuge, Treibstoff und Reparaturen getragen werden.
Der Großteil der Kosten, etwa sieben Billionen Dollar, wird als soziale Last von der Gesellschaft getragen. Zu diesen externen Kosten zählen unter anderem Unfälle, Luftverschmutzung, Lärm, Klimaschäden, Flächenverbrauch sowie die Straßeninfrastruktur. Die Unfallkosten stellen dabei mit mehr als der Hälfte den größten Anteil an den gesellschaftlichen Belastungen dar.
„Staus werden hingegen nicht berücksichtigt, obwohl sie laut Studie in manchen Städten einen erheblichen Anteil der externen Verkehrskosten ausmachen“, berichtet der Spiegel. Die Berechnung der Analyse basiert auf einer Auswertung von Daten aus dem Jahr 2025. Viele Informationen stammen vorwiegend aus Europa sowie Nordamerika und wurden global hochgerechnet. Die Studie vergleicht die Kosten zweier Mobilitätsszenarien, stellt aber keine Kosten-Nutzen-Analyse dar.
Als alternatives Modell untersuchten die Forscher ein System, in dem autonome Elektroautos private Verbrenner weitgehend ersetzen. In diesem Szenario würden Fahrzeuge per App bestellt und pro Fahrt oder über ein Abonnement bezahlt. Durch diesen Wandel könnte die Zahl der gefahrenen Kilometer um ein Viertel sinken. In diesem theoretischen Modell würden die sozialen Kosten auf rund 2,4 Billionen Dollar fallen, auch die privaten Kosten würden sinken. Konkret könnten die Unfallkosten der Studie zufolge auf etwa 640 Milliarden Dollar reduziert werden.
Die Studienautoren betonen, dass das Alternativszenario eine theoretische Annahme und keine Prognose sei. Für eine Umsetzung wären eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr, abrufbare Fahrzeuge sowie eine reformierte Parkraumpolitik erforderlich. Weitere Faktoren wie digitale Infrastruktur oder Auswirkungen auf Strommärkte wurden nicht berücksichtigt. Zudem könnte geteilte Mobilität Wege ersetzen, die heute zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden.

eBikerin meint
Die Überschrift im Spiegel etc ist natürlich reisserisch. In der Studie wird von Automobilverkehr gesprochen The global cost of automobility weiter unten wird darauf verwiesen, dass dieser eben aktuell überwiegend mit Verbrennern statt findet.
Wenn die Hälfte der Kosten durch Unfälle entsteht, dann ist dies Antriebsunabhängig. Genau wie Flächenverbrauch und die Kosten für die Straßeninfrastruktur.
Übrigens: die Autoren der Studie schaffen etwas, was hier undenkbar ist, die benennen Verbrenner korrekt als ICEV – und nicht wie hier immer geschrieben wird ICE – das ist in Deutschland nämlich so ein Zug der DB
Futureman meint
Auf jeden Fall ist ein autonomer Verkehr der Traum der jetzigen Jugend. Denn das würde eine unterbrechungsfreie Nutzung des Smartphones ermöglichen.
Im Übrigen sind ein Großteil der weltweiten Kriege dem Öl geschuldet. Mit einer regionalen Nutzung von Sonne und Wind, wären die Gründe hinfällig. Zusätzlich bleibt das Geld im Land.
David meint
Ja, daran sieht man, dass sich das Meinungsbild etwas geändert hat. Nicht, dass es nicht doch noch Redaktionen gibt, die ihre törichste Reporterin ohne Einweisung mit einem Elektroauto auf Langstrecke losschicken, damit es entsprechend wird und alle Verbrenner-Fans zufrieden nicken. Aber jetzt gibt’s langsam auch andere Berichte in den einschlägigen Medien, nicht nur von den üblichen NGO. Jetzt sind ab und an schon die Verbrennerfahrer im Spiegel die Bösen. Und es ist nicht verwegen zu prognostizieren, dass es von diesem Kaliber noch viele, viele weitere Berichte geben wird.