Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen haben ein gemeinsames Positionspapier zur Zukunft der Automobilindustrie vorgelegt. Darin fordern die drei Landesregierungen von Bundesregierung und EU unter anderem niedrigere Energie- und Ladestromkosten, weniger Bürokratie, stärkere Investitionen in Batterien, Halbleiter und Software sowie Änderungen an der europäischen CO₂-Flottenregulierung. Das Papier richtet sich insbesondere an Bundesregierung, EU-Kommission, Rat und Europäisches Parlament.
Bei den CO₂-Vorgaben verlangen die Länder eine Absenkung des Minderungsziels für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab 2035 auf pauschal 90 Prozent ohne zusätzlichen Kompensationsmechanismus. Nach derzeit geltendem EU-Recht gilt ab 2035 weiterhin ein Flottenziel von null Gramm CO₂ pro Kilometer, entsprechend einer Reduktion um 100 Prozent. Die EU-Kommission hat allerdings bereits im Dezember 2025 vorgeschlagen, dieses Ziel auf 90 Prozent Auspuffemissionsminderung zu ändern und die verbleibenden zehn Prozent unter anderem über erneuerbare Kraftstoffe und CO₂-armen europäischen Stahl auszugleichen. Dieser Vorschlag ist noch nicht geltendes Recht.
Das Länderpapier geht bei mehreren Punkten über den Kommissionsvorschlag hinaus. Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden, sollen nach Vorstellung der drei Länder innerhalb der Flottenregulierung als Nullemissionsfahrzeuge angerechnet werden können. Außerdem fordern sie einen Mittelungszeitraum für Flottenziele von 2028 bis 2032, eine stärkere Anrechnung von erneuerbaren Kraftstoffen und Materialien wie grünem Stahl oder Aluminium sowie den Verzicht auf die geplante Verschärfung des sogenannten Utility Factors für Plug-in-Hybride ab 2027. Plug-in-Hybride, Range-Extender-Elektrofahrzeuge mit kompaktem Verbrenner als Stromgenerator und effiziente Verbrenner sollen nach dem Willen der Länder während der Transformation weiter regulatorischen Spielraum erhalten.
Autoländer fordern mehr Förderung und niedrigere Ladekosten
Bei der Förderung der Elektromobilität verlangen Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen eine Ausweitung auf gebrauchte Elektroautos. Die seit 2026 geltende staatliche Stromer-Kaufprämie fördert bislang ausschließlich den Kauf oder das Leasing von Neuwagen. Die Länder begründen ihre Forderung mit der Bedeutung des Gebrauchtwagenmarkts für Restwerte und die Bezahlbarkeit elektrischer Fahrzeuge.
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Ein weiterer Schwerpunkt sind Ladekosten und Infrastruktur. Die Länder wollen staatlich veranlasste Bestandteile des Ladestrompreises reduzieren und die Stromsteuer auf Ladestrom auf das europarechtliche Mindestniveau senken. Netzentgelte sollen flexibles und netzdienliches Laden stärker berücksichtigen. Zugleich fordern die Länder mehr Transparenz bei Ladepreisen. Beim Infrastrukturausbau halten sie das Ambitionsniveau der EU-Verordnung über alternative Kraftstoffinfrastruktur (AFIR) für unzureichend und verlangen zusätzliche Schnellladepunkte, einen stärkeren Ausbau in ländlichen Regionen sowie mehr Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge.
Industriepolitisch verlangen die drei Länder zusätzliche europäische Kapazitäten bei Batterien, Halbleitern, Fahrzeugsoftware, Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen sowie mehr Spielraum im EU-Beihilferecht. Für Batteriezellen schlagen sie grenzüberschreitende Industrieallianzen vor; bei Software, Künstlicher Intelligenz, Datenräumen, Cybersicherheit und automatisiertem Fahren sollen europäische Projekte stärker gebündelt werden. Handelspolitisch fordern die Länder zugleich eine Ausweitung von EU-Antisubventionsuntersuchungen auf Plug-in-Hybride und praktikable Local-Content-Regeln, betonen aber zugleich den Fortbestand offenen und WTO-konformen Handels sowie die Erschließung zusätzlicher Exportmärkte.
„Europa muss vom Regulierungskontinent zum Innovationskontinent werden. Das ist die Botschaft, die wir gemeinsam nach Brüssel senden“, sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir. „Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Investitionen in Batterien, Halbleiter und die eigenen Schlüsseltechnologien. Die EU muss unsere Industrie noch stärker als bisher vor unfairem Wettbewerb schützen, statt tatenlos zuzusehen, wie hochsubventionierte Importe unsere heimische Wertschöpfung verdrängen. Um wieder Fairness in den internationalen Wettbewerb zu bringen, sollten wir in Europa strategische Schutzinstrumente stärker nutzen, ohne uns dabei abzuschotten. Dafür braucht es eine starke europäische Industriepolitik. Wir wollen Autos nicht nur fahren, sondern auch hier in Deutschland bauen.“

Peter meint
Danke an die sehr ausführlichen Beiträge Nach meiner Überzeugung sind diese Forderungen klar abzulehnen.insbesondere zu BW
Solange die Bürger über jedes Windrad diskutieren jede mögliche Fläche für eine Produktionshalle kritisch gesehen wird wird sich auch keine Dynamik in Richtung neue Arbeitsplätze entwickeln. In Reutlingen gab eine Bürgerbewegung gegen die geplante Batteriefertigzung… Solange Bedenkenträger bei allen neuen Themen Probleme sehen. Der Zug ist bereits abgefahren…
Peter aus BW
Die Wahrheit meint
Fordern können die Versager viel.
Das Armutszeugnis auch noch in Forderungen zu meißel, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.
Die EU ist nicht nur für Deutschland erschaffen worden.
Future meint
»Versagt« haben ja die Vorstände, das Management und die Entwickler.
Die »Länder« müssen jetzt mit den ganzen Folgen klarkommen und wirken bei ihren Forderungen, die ihnen die Industrie einflüstert, mehr als hilflos.
Die Regionen mit Automobilindustrie müssen den Strukturwandel jetzt organisieren, denn die Arbeitsplätze werden definitiv weniger in der Branche. Es geht jetzt darum, was die 5 Prozent Wertschöpfung der Autoindustrie in Zukunft ersetzen könnte. Andere Regionen in Deutschland haben den Strukturwandel nach dem Ende von ganzen Industriebranchen ja auch bewältigen müssen.
Steffen meint
Vieles davon geht gar nicht. Und warum gebrauchte E-Autos fördern? Gibt ja eh kaum noch welche auf dem Markt…
South meint
Also wenn das noch einen Schlüsselindustrie ist. Das ist ungefähr so, als ob dich ein Arbeitskollege fragt, ah geh, mach doch gleich den ganzen Job….
Future meint
Ist eine Industrie, die nur für 5 Prozent der Wertschöpfung im Land steht, wirklich eine »Schlüsselindustrie«?
Vielleicht ist es nur eine Industrie mit besonders lautstarken Akteuren, die die Gefühle und Emotionen der Menschen erreichen wollen, obwohl die meisten Produkte immer noch so giftig und unsinnig sind.
South meint
So eine Einstellung ist eine bodenlose Frechheit. Also, wenn das alles der Staat macht und bezahlt, was zum Kuckuck macht denn dann die Branche überhaupt noch selber? Das Fließband laufen lassen und dem Kunden nen teuren Truck bezahlen lassen?
Die Kurzfassung, der Staat macht alles, schottet die Märkte ab, bitte aber keine Ausstiegsdatum und wenn’s keine Umstände macht, möchten wir so wenig selber tun als es nur geht – die Rechnung an den Staat/die Allgemeinheit und natürlich auch an den Kunden für teure Fahrzeuge…
Nachdem ich mittlerweile größtenteils branchenfremd arbeite, alle anderen Branchen/Firmen bleibt doch da nur noch der Mund offen, von solcher Dreistigkeit…
Ich sage es jetzt mal nicht mehr so diplomatisch. Das wir in den anderen Branchen eure eh schon vergoldeten Throne auch noch dauersubventionieren, nur weil ihr euch unverblümt an ein paar Bundesstaatenvertreter ranwanzt, ist an Schmarotzertum nicht zu überbieten.
Natürlich müssen wir aufpassen, dass die Chinesen nicht unsere Industrie mit unfairen Subventionen kaputt macht, aber die Liste oben… da fehlen einem die Worte… da sollte man nun wirklich ernsthaft überlegen, ob diese Branche tatsächlich eine „Schlüsselindustrie“ ist oder eher ein unveränderbares teures Sozialamt…
EdgarW meint
wie ist die Batterie- (und die E-Auto-)Industrie in China entstanden?
15 Jahre anhaltende, ununterbrochene und nachhaltige Förderung.
Grund: Die nötigen Zeiträume und Anschubfinanzierungen über viele, viele, viele Jahre, die für Aktienunternehmen einfach nicht tragbar sind.
Aber sing ruhig weiter das Märchenlied, dass allein die Privatwirtschaft die Kraft hinter Innovationen sei.
South meint
Ne, also wirklich ned. Die mangelnde Innovationskraft der europäischen Industrie hat ganz sicher nicht am Geld gelegen. Die Industrie hat jahrzehntelang Subventionen kassiert und zudem auch sehr gute Gewinne eingefahren. Die Industrie ist behäbig, ja schon dekadent geworden und das lag nicht am bösen Staat, auf den man gerne alles schiebt. Natürlich schieben Staaten mal die Industrie an, aber kein Staat kann es sich auf Dauer eine Industrie mit Vollkaskomentalität leisten. Dann sollten tatsächlich die Chinesen die Autos bauen und wir uns dann das teuerste Sozialamt auf der Welt sparen. Denn das kann sich der Rest der Gesellschaft und die anderen Industrien schlicht nicht leisten, schon gar nicht dauerhaft…
Wir müssen uns von den Chinesen nicht über den Tisch ziehen lassen, aber das muss Früchte tragen sonst vergeuden wir unseren Acker und Pflanzen teure tote Bäume…
Jeff Healey meint
EdgarW,
die deutschen Hersteller haben jahrzehntelang Milliardengewinne in China eingefahren und hatten direkten Einblick in die politischen Begleitmassnahmen für die chinesische Autoindustrie und Batterieindustrie.
Wie sind die da die ganze Zeit rumgelaufen, mit Scheuklappen auf den Augen?
Passiert ist genau Null, Zero, Nothing, Nada.
Null Reaktion, Null Vorbereitung, Null Strategie, Null Zukunftsvision.
Die Chancen waren da, als die Gewinne, die Boni und die Dividenden noch in Strömen flossen.
Die harte Wahrheit ist: Unsere Industrie-Führer haben es vermasselt.
Und zwar komplett, auf ganzer Linie.
M. meint
Wie billigerer Strom geht, wissen wir doch, oder?
– mehr EE
– Netzausbau
– Speicher
Jaja, die Dunkelflaute: je nach Definition gibt es die an 2 bis 5 Tagen im Jahr, europaweit (siehe „Netzausbau“) ist es nochmal um den Faktor 10 seltener. Bevor man dafür Gaskraftwerke für 30 Mrd. € baut statt Speicher, muss man aber auch die Frage beantworten, was man mit dem Zeug die restliche Zeit machen will. Stehen lassen? Dann kostet die kWh eben 10 Euro. Durchheizen? Dafür gibt es nicht genug Gas, das treibt den Preis. Wir bekommen die Speicher ja jetzt schon kaum gefüllt, wie soll man dann noch massenhaft Gaskraftwerke füttern…? Das ist mal ein Weg, der nicht funktioniert.
Vielleicht findet jemand im Wirtschaftsministerium einen Taschenrechner, und tippt da aus Langeweile ein paar dieser Zahlen ein. Dann müsste das eigentlich von Tisch sein.
eBikerin meint
Wie billigerer Strom geht, wissen wir doch, oder?
– mehr EE
– Netzausbau
– Speicher
Finde ich etwas pauschal. Wie billig wird den der Strom wenn wir die Kapazitäten so weit ausbauen, damit wir eben auch die 5 Tage Dunkelflaute überstehen können. Dann haben wir nämlich extrem viel Speicher die den Rest des Jahres nicht optimal genutzt werden können. Dann haben wir auch jede Menge PV und Wind die immer öfter abgeschalten werden müssen. Die Fixkosten bleiben aber gleich. Und was kostet denn eine Stromtrasse von Spanien nach zB Ungarn?
Hier mal zum Anschauen, stand 13.30 https://www.wetteronline.de/wind/europa?wrx=53.04,9.38&wrm=5.86 wie wir sehen gibt es guten Wind aktuell nur in Nordeuropa – zentral und Südeuropa ist mau.
M. meint
Jo, mit dir habe ich schon gerechnet…
Aktuell scheint hier die Sonne. Wozu brauche ich dann noch Wind?
Wie groß der jeweilige Ausbau (Wind, PV, Speicherwasser, Laufwasser, verschiedene Arten von Speicher) genau sein muss, kann ich dir auch nicht genau sagen.
Die Sache ist aber: die Dinger wachsen eh nicht mit einem Fingerschnippen aus dem Boden. Die muss man bauen. Und während man das macht, schaut man sich die Wirkung an, und passt den Ausbau an.
Klar ist: damit zu bestimmten Zeiten genug Strom im System ist (aus Erzeugung oder aus Speichern), wird man stellenweise schon etwas überdimensionieren müssen. Das heißt aber nicht, dass das ansonsten unnütz ist. Man kann das exportieren, man kann (kleinere Mengen) eFuel machen, grünen Wasserstoff, eMethan,… mit denen man einige wenige Gasbooster betreibt (als Teil es Systems, nicht als Gegenentwurf), wir wissen alle auch, dass es mit Strom nicht überall funktionirren wird. Chemische Industrie, Flugverkehr, usw.
Aber da werden wir nie hinkommen, wenn wir weiterhin so tun, als wäre Erdgas günstig, breit verfügbar und ohne Bedingungen zu bekommen.
Donald freut sich schon auf den Winter.
Jeff Healey meint
Nicht nur Donald freut sich, auch die AfD steht schon in den Startblöcken um möglichst schnell wieder russisches Gas einzuführen. Und Freund Putin freut sich jetzt schon über die neuerlichen Einnahmen für seine Kriegskasse, damit sein weltweites Zündeln, Manipulieren, Drohen und Morden noch ein bisschen weiter gehen kann.
eBikerin meint
Du hast leider wie immer meine Frage nicht beantwortet. Stattdessen kommst du mit der – sorry dämlichen Aussage, dass gerade bei dir die Sonne scheint. Funfakt – auch bei dir war nachts keine Sonne.
So Thema exportieren: wir können jetzt schon im Sommer den Strom entweder gar nicht exportieren oder eben nur zu negativen Preisen. Negative Preise heißen aber nicht dass der Strom billig wäre – es heisst nur das jemand anders es bezahlt – und das kommt dann eben auf der Stromrechnung zurück.
dann gehst du auch eFuels, Methan und Wasserstoff ein – ja kann man machen, aber wenn eben diese Produktion nur auf wenige Stunden am Tag beschränkt ist, dann steigt logischerweise der Preis. Sollte nicht so schwer sein. Und natürlich kommst du wieder mit Erdgas – worauf ich gar nicht eingegangen bin – aber egal. Wenn du für die vielleicht 2 Tage ihm Jahr H2 Kraftwerke vorhalten musst, dann ist der Strom zwar Grün aber ebenso teuer. Genau das gleiche passiert, wenn du ein Europaweites „hardcore“ Stromnetrz baust. Dieses wird dann ebenfalls nur sehr selten genutzt werden. Di Fixkosten bleiben aber. Selbiges mit den ach so günstigen Batteriespeichern. Selbst wenn du nur für 2 Tage und nur für 50% Last diese vorhältst – dann sind diese Speicher den Rest des Jahres im Dornröschenschlaf- heisst die Fixkosten verteilen sich auf wenige Volllastunden. Das selbe gilt übrigens auch für PV – hier wird seit 2025 (neuanlagen) keine Vergütung mehr bezahlt wenn der Börsenstrompreis negativ ist. Heißt neue Anlagen können weniger Strom, verkaufen. Selbes gilt für Wind.
So und nun bitte erkläre mir wie der Strom günstiger werden soll, wenn sämtliche Investitionen teurer werden, weil sie weniger Strom verkaufen können?.
Bin mal gespannt ob du das irgendwie schaffst ohne irgendwie AFD, Gaskraftwerke, oder sonst irgend einen populistischen Unsinn zu schreiben.
M. meint
Du kommst mir mit einem dämlichen Link, wo aktuell kein Wind weht,,und dann wunderstvdu dich über die Antwort? Das nennt man Echo.
Wenn du eine konkrete Frage hast – gerne. Aber die Kamellen von 1990 wärmen wir nicht mehr auf.
Übrigens kann man auch den Strom für H2 abseits der Erzeugungsseiten für einige Stunden zwischenspeichern. Bei richtigem Ausbau wird quasi jeden Tag einige Stunden etwas als Überschuss anfallen. Ich frage mich manchmal, woher diese Denkblockaden kommen.
Die Nennung von „Gaskraftwerke“ ist Unsinn?
Da bin ich dabei.
Jeff Healey meint
Wieso sollten die Speicher nicht über das gesamte Jahr genutzt werden können? Wir haben ein europäisches Strom-Verbundnetz. Irgendwo weht fast immer Wind, in Südeuropäischen Ländern gibt es auch im Winter mehr Sonnenstunden als bei uns.
Das geniale an den Speicherparks ist ja auch, dass Investoren dafür aufkommen, und nicht der Steuerzahler.
An die aktuell schon vorhandenen Knotenpunkte angebunden ist das eine extrem kostengünstige Lösung, und sollte der wichtigste nächste Schritt in der Energiewende sein. Das bedeutet nicht, daß es gar keine Gaskraftwerke als Backup braucht. Nur braucht es dann absehbar deutlich weniger Gas-Backups als von Frau Reiche und Ihren Partnern gewünscht wird.
Ich empfehle zur Info die letzten Beiträge vom Gutachter Kail auf YT.
Da wird die Thematik gut erklärt, wie zum Beispiel die Kaskadierung der Speicher, etc.
SEDE meint
eBikerin, hast du Dich damit mal beschäftigt? Keiner ausser du möchte 5 Tage Dunkelflaute mit Speicher überstehen. Der Plan ist, dass wir endlich in die Wasserstoffproduktion in DE kommen. Dann soll überschüssiger Strom (Wind und Solar) in Wasserstoff umgewandelt werden das ganze Jahr über. Die Erdgaskraftwerke werden H2Ready und können diesen Wasserstoff wieder in den fünf Tagen in Strom umwandeln. Der restliche Wasserstoff wird an die Industrie verkauft. Höre bitte auf, falsche behauptungen hier zu plazieren wenn du Themenfremd bist.
MichaelEV meint
„Netzausbau“ lässt bei aktueller Regulation Strom bisher eher nur teurer werden. HGÜs fehlen, ganz klar, das ist ein politisches Thema und sehr eindeutig an Bayern (vermutlich auch BW) zurückzuspielen.
Aber ansonsten sollte Netzausbau erst zum Zuge kommen, wenn die anderen sehr viel sinnvolleren Werkzeuge angewendet wurden: Anreize für die Auslastung freier Kapazitäten, Speicher (wobei Speicher in dem jetzigen System leider auch nicht uneingeschränkt positiv sind).
Das Thema Gaskraftwerke zeigt ja wie verlogen diejenigen mit Technologieoffenheit und Marktwirtschaft selber agieren. Weder technologieoffen noch vom Markt geregelt…
Eine KI beziffert den Preis auf 45-85 Cent/kWh, inkl. dynamisches Netzentgelt (für das Netz ist es ja auch eine Notlage, die sich auf den Preis niederschlägt) 73-123 Cent/kWh. Für diese Preise würden sich massig alternative Lösungen finden. Selbst EE wären trotz minimaler Auslastung nicht als Lösung raus, wenn sie in diesen Zeiten pro kWh solche Preise monetarisieren können (Stichwort Merit-Order).
M. meint
HGÜ gehört für mich zum Netzausbau dazu.
Einfach mal wild irgendwelche Leitungen zu legen, war definifiv nicht gemeint.
Aber wenn man mal schaut, was an Wind- und PV-Strom abgeregelt werden muss, während woanders fossile Kraftwerke einspringen müssen, zeigt das schon auf, wo was getan werden muss.
Bayern ist dabei eine der größten Bremsen, aber zu Söder passt das halt.
MichaelEV meint
HGÜs müssen kommen – aber was vor vielen Jahren versaut wurde, lässt sich nicht in kurzer Zeit reparieren. Ist ja leider ein sehr politisches Thema, HGÜs einmal quer durchs Land zu legen.
Netzausbau als Lösung für kurzzeitige Überkapazitäten sind großer Teil des Problems. Die Netzentgelte steigen damit dort, wo Überkapazitäten bestehen und eigentlich Anreiz da sein müsste lokal zu verbrauchen. Das Problem wird damit immer größer – in den Regionen mit Überkapazitäten wird die Nachfrage gedämpft und am anderen Ende des Landes ist der Strom günstiger obwohl gar nicht lieferbar. Es entstehen aktive Anreize für Redispatch – das Gegenteil einer Lösung.
M. meint
Wenn du eine einfach zu erklärende Lösung in zwei Sätzen hast, gerne her damit.
Aktuell sehe ich nur Strompreiszonen, damit sich die Regionalregierungen selbst kümmern müssen, bevor die Bürger mit der Mistgabel anrücken.
Vielleicht 1 pro Bundesland, Saarland zu RLP, Berlin zu Brandenburg usw., damit das noch Sinn macht.