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Daimler-Truck-Betriebsratschef warnt vor Batterie-Abhängigkeit von China

18.09.2026 in Politik, Transport von Thomas Langenbucher

Mercedes-Benz-eActros-600

Bild: Daimler Truck

Der Betriebsratschef von Daimler Truck äußerte sich gegenüber der WirtschaftsWoche zur Zukunft der Elektromobilität und den damit verbundenen Herausforderungen für deutsche Standorte. Michael Brecht geht davon aus, dass die Antriebswende nicht zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen wird. Durch neue Komponenten wie Kühlsysteme, Kompressoren und elektrische Bauteile werde die Beschäftigung am Ende nicht geringer sein als bei Dieselmotoren.

Hinsichtlich der Marktdurchdringung von E-Trucks in Europa verzeichnet Brecht derzeit einen Anteil von lediglich fünf Prozent bei den Neuzulassungen. Daimler Truck nehme mit dem eActros eine Marktführerrolle ein, doch viele Kunden kauften wegen der derzeitigen Rahmenbedingungen noch keine elektrischen Lkw. Der Gewerkschafter fordert eine flächendeckende CO2-Maut, günstige Industriestrompreise sowie eine ausreichende Ladeinfrastruktur. Zudem müsse die Genehmigung von Depotladeeinheiten bei Spediteuren verbessert werden, hier gebe es in Deutschland teilweise zwei bis drei Jahre Wartezeit.

Ein weiteres Thema ist der Wettbewerb durch chinesische Anbieter, die mit subventionierten und preiswerten Fahrzeugen auf den europäischen Markt drängen. Brecht plädiert hierfür für „Local-Content“-Regeln zur Sicherung eines bestimmten Wertschöpfungsgrades in der EU sowie für eine Anpassung des Beihilferechts, um Arbeitsplatzabwanderungen nach Osteuropa zu verhindern.

Kritik übt der Betriebsratschef von Daimler Truck zudem an der Geschwindigkeit der Batterie-Strategie und der Abhängigkeit von China. „Wenn ich solche Technologien nur zukaufe, wird das wohl kaum gehen. Was ist bei der Batterie unsere Zukunftsstrategie? Das frage ich bei uns immer wieder“, so Brecht. „Wenn wir von China weniger abhängig sein wollen, müssen wir mutiger investieren und auch bereit sein, höhere Risiken einzugehen. Im Moment vermisse ich bei der Geschäftsführung mehr Mut und die Geschwindigkeit, um diese Fragen zu beantworten.“

Als Lösung schlägt Brecht eine europäische Batterieinitiative vor, bei der Hersteller kooperieren und der Staat sich an einem möglichen Joint Venture beteiligt. Sobald die Serienproduktion etabliert sei, könne der Staat die Unterstützung schrittweise reduzieren. Dies wäre laut Brecht sinnvoller als die reine Subventionierung von Batteriefabriken. Angesichts einer Prognose, dass in 20 bis 30 Jahren 70 Prozent der Fahrzeuge in Europa batterieelektrisch fahren könnten, müsse man sich auch „um das Herz des elektrischen Antriebsstranges“ kümmern.

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Tags: Batterie, Jobs, LkwUnternehmen: Daimler Truck
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jeff Healey meint

    18.09.2026 um 16:55

    Solche Blitzmerker…
    Mindestens 15 Jahre zu spät aufgewacht.

    Zum Antworten anmelden
  2. volsor meint

    18.09.2026 um 11:45

    „Daimler-Truck-Betriebsratschef warnt vor Batterie-Abhängigkeit von China.“
    Wer hat den seine Batteriefertigung zwei mal eingestampft? Das war nicht China.

    Zum Antworten anmelden
  3. M. meint

    18.09.2026 um 11:12

    Daimler hatte doch mal eine eigene Batterie-Tochter.
    Die war damals nicht rentabel. Aber das ist sowas zum Start nie, diese Erfahrungen haben inzwischen so einige Akteure gemacht.
    Inzwischen wäre sie wohl, aber… den Weg hat man jetzt wieder vor sich.

    Zum Antworten anmelden
  4. Future meint

    18.09.2026 um 11:00

    Der Betriebsratschef ruft nach dem Staat, damit Daimler nicht so abhängig von China ist. Schöne Idee aus der Gewerkschaftsecke. Ich habe gehört, Tesla baut sich für die Trucks die Batterien einfach selbst. Na, warum macht Daimler das nicht so wie Tesla? Dann wäre Daimler auch weniger abhängig, sobald sie sich mehr als 1,5 Prozent Elektrotrucks bauen.

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