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Britischer E-Auto-Boom könnte deutsche Pro­duk­tions­stand­orte stützen

22.09.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher

VW-ID4-England

Bild: Audi (Symbolbild)

In Groß­bri­tan­nien, Deutsch­lands größtem Zielmarkt für Pkw-Exporte, gewinnen Elektro­autos an Bedeutung. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Ver­brennungs­motor geht hingegen stark zurück. Eine neue Analyse der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND) zeigt: Wer auch künftig in diesem Schlüsselmarkt erfolgreich sein will, muss die Nachfrage nach elektrischen Antrieben bedienen. Deutsche Pro­duk­tions­stand­orte wie die von Schließung gefährdeten VW-Werke Emden und Zwickau könnten davon profitieren.

Der britische Automarkt wandelt sich: Elektro­autos machen laut der Auswertung im ersten Halbjahr 2026 ein Viertel der Neu­zu­lassung­en aus. Innerhalb von sieben Jahren stieg der Anteil batterie­elek­trisch­er Fahrzeuge am gesamten deut­schen Pkw-Export nach Groß­bri­tan­nien von nahezu 0 auf über 40 Pro­zent. Im selben Zeitraum sanken die exportierten Stückzahlen an Ben­zin­fahr­zeu­gen um 62 Pro­zent, die an Diesel­fahr­zeugen um 93 Pro­zent.

„Das Beispiel Groß­bri­tan­nien zeigt, wie schnell sich für Deutsch­land wichtige Export­märkte in Europa verändern. Für die deutsche Auto­mo­bil­in­du­strie liegt darin vor allem eine Chance: Wer die steigende Nachfrage nach Elektro­fahr­zeu­gen mit pas­sen­den Modellen bedient, kann seine Position auf wichtigen Auslands­märkten sichern. Gerade für Pro­duk­tions­stand­orte wie Emden und Zwickau, die aktuell nicht ausgelastet sind, können sich so neue Perspektiven eröffnen“, sagt Adrien Pagano, Referent Verkehrspolitik der IKND.

Erfolgreiche Elektromodelle aus deutscher Produktion sind in Groß­bri­tan­nien bereits etabliert. Dazu zählen Fahrzeuge aus den Werken in Emden, Zwickau, München und Ingolstadt.

Politische Rahmen­bedingungen beschleunigen diesen Wandel zusätzlich. Die britische Regierung sieht aktuell vor, ab 2030 keine neuen reinen Benzin- und Diesel­fahr­zeuge mehr zuzulassen. Ab 2035 sollen auch keine Hybrid­fahr­zeuge mehr zu­ge­las­sen werden.

Gleichzeitig ist der britische Markt stark von Fir­men­flott­en geprägt. 2024 entfielen rund 82 Pro­zent aller neuen batterie­elekt­rischen Pkw auf gewerbliche Zulassungen. Davon profitieren laut IKND insbesondere die deut­schen Hersteller, da sie im Mittel- und Oberklassesegment stark sind.

Ein Blick in die Exportdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt: Groß­bri­tan­nien ist kein Sonderfall. Auch in anderen für deutsche Hersteller wichtigen Absatzmärkten steigt der Anteil ele­ktrischer Fahrzeuge deutlich, beispielsweise in Frankreich auf 28 Pro­zent und in Belgien auf 36 Pro­zent. „Groß­bri­tan­nien steht also exemplarisch für eine internationale Entwicklung, bei der Ele­ktro­fahr­zeuge Marktanteile gewinnen und Fahrzeuge mit Ver­brennungs­motor an Bedeutung verlieren“, so die Studienautoren.

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Via: IKND
Tags: Großbritannien, ProduktionAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. eBikerin meint

    22.09.2026 um 12:58

    Mal sehen, ob es so bleibt,
    Ja mal sehen. Beschlossen 2020 von Boris Johnson
    2023 von Rishi Sunak auf 2035 verschoben
    2024 von Keir Starmer wieder auf 2030 zurück geschoben.
    Also wenn da noch einer sagt in Deutschland gäbe es ein hin und her.
    Ach und dass da gerade Ausnahmen und ein aufweichen diskutiert wird hast du auch mitbekommen.

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    • Egon_meier meint

      22.09.2026 um 21:27

      Das kann sehr gut so bleiben denn den britischen Politikern ist die pkw-Produktion sch*** egal, denn es gibt so gut wie keine im Land, dafür gibt es jede Menge WEA in der Nordsee, deren Auslastung man gut mit BEV regeln kann – schließlich gibt es da drüben jede Menge Intelligente Meßsysteme und die Option auf flexible Tarife.

      Ich möchte in GB nicht tot überm Zaun hängen aber in diesem Bereich ist die Konstellation sehr BEV-freundlich.

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    • South meint

      22.09.2026 um 21:42

      Das ist es ja genau, die Diskussion ist schon lange rum ums Eck, das spielt, wenn überhaupt, nur noch eine untergeordnete Rolle. Wir haben mittlerweile ein originiäres Wachstum, sprich der Markt treibt die Nachfrage. Im Grunde waren diese Deadlines schon immer eine grobe Richtschnur für die Hersteller…
      Und da haben wir Deutschen echt einen 100% Tick, der schon fast schmerzt. Wenn wir bei 100% sind, dann reden wir nicht mehr von einer Transformation, sondern da ist diese Transformation ABGESCHLOSSEN. Wann gar kein Benziner/Diesel oder auch Hybrid mehr zugelassen wird und wann genau in welchem Markt, dass wird vermutlich mal ein paar Historiker interessieren, aber für die Hersteller ist das schon lange Schicht im Schacht… und wie man an den Terminen sehen kann, der Zug ist schon abgefahren, denn ein Hersteller kann nicht über Nacht entwickeln und umstellen. Wer nicht heute schon angefangen hat, der wird’s wohl eher auch nicht mehr schaffen können…

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  2. Besser-BEV-Wisser meint

    22.09.2026 um 12:57

    Interessant ist schon das die Standorte Grünheide oder Köln so völlig übergangen werden in diesen Artikeln…

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    • MK meint

      22.09.2026 um 20:54

      …und Baunatal (baut Motoren sowohl für die VW-Modelle aus Emden UND Zwickau als auch z.B. für die Ford-Modelle aus Köln sowie für viele Skoda, Cupra und Audi-Modelle), Salzgitter und Braunschweig (bauen u.a. die Achsen für all diese Fahrzeuge all der vorher genannten Werke) oder Rüsselsheim usw.
      Da muss man doch sagen: Das VW Management hat viele Fehlentscheidungen, insbesondere in Bezug auf Elektromobilität getroffen…aber das haben sie schon grandios gemacht: Die gesamte deutsche Medienlandschaft und damit ein Großteil der Wähler schaut auf ein paar wenige deutsche VW PKW-Montagewerke. Und damit dürfte auch die Politik bereit sein, große Summen an Steuergeld für eben diese Werke einzusetzen, während die Gesamtwirtschaft aus dem Blick gerät. Vielleicht sollte Tesla auch einfach mal verkünden, in Grünheide irgendwann in der Zukunft „bis zu“ tausende Mitarbeiter entlassen zu wollen und das Werk eventuell vielleicht in den 2030ern schließen zu wollen: Hunderte Presseartikel, Titelseiten der Bild und Sondersitzungen im zuständigen Landtag wären Tesla sicher. Aber Stellenaufbau? Interessiert doch niemanden…VW konnte ja auch für Baunatal 3.500 neue Stellen verkünden ohne, dass es von der Öffentlichkeit groß wahrgenommen wurde.

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      • Peter meint

        23.09.2026 um 09:13

        Drama verkauft sich halt besser und Jammern ist in D ein beliebter Volkssport.
        Hier in Ostwestfalen lautet der Spruch „Nicht gemeckert ist genug gelobt.“.

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        • Mäx meint

          24.09.2026 um 11:11

          So siehts aus: Kann man nicht meckern
          Das höchste Lob was man aussprechen kann :D

  3. Future meint

    22.09.2026 um 11:50

    Klarheit ist meistens besser. Ab 2030 hat die Britische Regierung die Zulassung von Verbrennern verboten. Ab 2035 werden auch Hybride verboten. Das ist gut für die Menschen und gut für die deutsche Exportwirtschaft. Und das beste ist, dass UK das hinbekommen hat trotz starker Fossilwirtschaft im Land. Wie hat diese Regierung das nur gemacht? Mal sehen, ob es so bleibt, falls die Extremisten dort ans Regieren gehen,

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    • Egon_meier meint

      22.09.2026 um 14:58

      Klar ist das eine richtige Entscheidung – diese Handlungen fallen immer Ländern/Regierungen leicht, die keine oder fast keine pkw-Industrie haben.

      Norwegen, Dänemark, UK ..

      Das sieht schon ganz anders aus, wenn die Beschäftigten der pkw-Industrie eine große Wählermacht darstellen.

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      • GuteFrage meint

        22.09.2026 um 16:19

        Dänemark ist ein EU Land und darum gelten die EU Regeln.

        Zum Antworten anmelden
      • Future meint

        22.09.2026 um 20:57

        Nach allen aktuellen Erhebungen wählen die Arbeiter und Handwerker in Deutschland ja mehrheitlich die AfD. Falls diese Partei also in Regierungsverantwortung kommen sollte, dann wird sie vielleicht Verbrennung und fossiles Wirtschaften im Land wieder fördern, um »gute Gefühle« im Volk auszulösen. Aber das hilft auch alles nichts, wenn weiter 70 Prozent der heimatlichen Autoproduktion ins fremde Ausland exportiert wird und dort keiner mehr die überteuerten giftigen Karren aus dem AfD-Land haben möchte.

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        • M. meint

          23.09.2026 um 11:10

          Zu viele Deutsche hören auf Elon Musk.
          Ich werbe ja ständig dafür, dass das aufhört, aber auf dem Ohr sind nicht wenige hier plötzlich taub.
          https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nur-die-afd-kann-deutschland-retten-musk-greift-in-den-wahlkampf-ein/100095973.html

        • Future meint

          23.09.2026 um 12:07

          Auf dich hört eben keiner ;-) Moral gab es vielleicht als Storytelling in der alten BRD – aber damit ist es seit den Baseballschlägerjahren vorbei. Jetzt zählt nur noch der Erfolg und damit sind wieder beim Thema, was die beste Strategie ist, um die letzten dreckigen Diesel auf den Schrottplatz der Automobilgeschichte zu befördern.

        • MichaelEV meint

          23.09.2026 um 13:10

          Soll die Erzählung jetzt sein, dass die Partei wegen Musk gewählt wird? Die werden gewählt, weil andere Parteien keine Lösungen schaffen und immer wieder das Gegenteil von dem praktizieren, was sie vorher versprochen haben.
          Tatsächlich wünschen sich viele dieser Wähler alte Zeiten zurück, Musk steht voll für viel stärkeren Veränderungsdruck (Elektroautos, Energiewende, autonomes Fahren, KI, Robotik). Alles Themen, die bei diesen Wählern auf Ablehnung treffen, vor allem bei Arbeitern, die aus diesen Änderungen negative Konsequenzen für sich antizipieren.

          Ganz neutral betrachtet, ist Demokratie in einer Krise und schafft es nicht langfristige Probleme zu lösen. In Deutschland ist nach der Wahl vor der nächsten Wahl und dementsprechend richtet Politik sich vorrangig darauf aus, womit man kurzfristig Wähler gewinnt (vor allem mit falschen Versprechungen). Statt Kritik zu verteufeln, sollte man vielleicht mal darüber nachdenken, was man besser machen könnte (gibt bekannte Vorschläge wie längere Amtszeiten, Zusammenlegung aller Wahlen, begrenzte Wiederwahl).

        • MainTower meint

          23.09.2026 um 15:21

          Unter den Gewerkschaftsmitgliedern ist der Anteil an afd Wählern wesentlich geringer. Daran sieht man wie wichtig politische Bildung ist. Die IGM zb. klärt regelmäßig über die wahren Ziele der afd auf.

        • M. meint

          23.09.2026 um 19:44

          Nein, Micheal, du liegst falsch. Das hier ist der Grund:
          https://www.npr.org/2025/03/15/nx-s1-5305259/musk-salute-humor-controversy
          https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-09/elon-musk-afd-ulrich-siegmund-sachsen-anhalt-gxe

          Und das kommt raus:
          https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/warum-tesla-in-afd-hochburgen-so-beliebt-ist-accg-200670790.html

          Die AfD hat auch keinen Plan, was zu tun ist, aber es gibt Studien, die besagen, dass das den Wählern egal ist. Die Schuld für das Versagen wird einfach faktenfern auf andere geschoben. Und das wird geglaubt.
          Naja. Zumindest kann dieses Mal niemand mehr sagen, er hätte von nichts gewusst. 😉

        • Mäx meint

          24.09.2026 um 11:24

          Ich würde MichaelEV da schon zustimmen.
          Demokratie ist in einer Krise.
          Den Grund teile ich auch, Machtbesessenheit.
          Langfristig agieren die wenigsten Politiker, die nächsten 4 Jahre müssen überstanden werden, nach mir die Sintflut.
          Es gibt keine Konsequenzen für Fehlverhalten, dazu wird man bis zum Lebensende gütlich versorgt, was die meisten zu Lebzeiten nicht mal als Bruttolohn haben.
          Dass der Job eine hohe Verantwortung mit sich bringt und gut bezahlt werden soll, um weniger bestechlich zu sein erschließt sich mir ja noch.
          Aber augenscheinlich interessiert das keinen mehr, wenn man sich die teils offene Korruption, eh Entschuldigung, Lobbyarbeit anguckt.

          Dass das irgendwann sauer aufstößt, weil man an sich selber sieht, dass das was da beschlossen wird irgendwie an einem vorbeigeht, ist doch wenig überraschend.

          Dazu die Dauerbeschallung von Social Media aus der populistischen Ecke und da würde ich aber auch M. zustimmen und sagen, Musk ist ein Teil davon.
          Schürt Hass und Hetze unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, legt sich mit Konservativen ins Bettchen dabei müsste er für Fortschritt auf die Straße gehen.

          Und dann kommen eben die Bauernfänger, versprechen das blaue (wie passend) vom Himmel, machen sich die eigenen Taschen aber noch voller als alle anderen (siehe Gehalt Weidel/Chrupalla, Vetternwirtschaft usw.) und scheren sich einen Dreck um Ihre Wählerschaft mit den Reformen die sie im Wahlprogramm stehen haben, im Gegensatz zu dem was sie immer erzählen.
          Und dann hat man da einen Merz der auch noch fleißig zuarbeitet.
          Es nervt wirklich ganz gewaltig.

        • MichaelEV meint

          25.09.2026 um 11:00

          Auf Anhieb findet man eine Studie zur Bundestagswahl 2025, die genau Parität zwischen Gewerkschafter und Nicht-Gewerkschafter sieht (also wohl frei erfunden).
          Die Wahlergebnisse mit Musk entgegen jeglicher Logik in Zusammenhang zu bringen, ist ganz offensichtlich großer BS.

          Danke Mäx, wenigstens einer der sich konstruktiv damit auseinander setzen kann.
          Populismus ist ja nicht Phänomen einer Partei, damit glänzen fast alle, Am schlimmsten fand ich die Rolle der CDU in der Opposition der letzten Regierung. Statt konstruktiver Mitarbeit hat man gehetzt und mit falschen Versprechungen um sich geworfen, die einem jetzt erwartungsgemäß vor die Füße fallen.
          Einzige Ausnahmen sind für mich die Grünen (speziell im Bundestagswahlkampf) und wohl auch die FDP, die sich so am Versprechen der Schuldenbremse aufgehangen haben, dass sie alles haben platzen lassen und sich in die Bedeutungslosigkeit gestürzt haben.
          Es zeigte sich bei den Grünen, dass Ehrlichkeit sich nicht auszahlt. Und an der Kompromisslosigkeit der FDP zeigt sich, dass man sich ohne Kompromisse noch viel weiter vom eigenen Ziel entfernt (statt 3 Mrd. Schulden gibt es jetzt ein großes Vielfaches) und nahezu alle Wähler verliert.

          Das schlimme ist, dass besagte Partei fast nichts selber unternehmen muss. Die anderen Parteien schaffen die Lösungen nicht und die letzten Wahlergebnisse führen wahrscheinlich zu einer weiteren Entfremdung zwischen CDU und SDP, was Lösungsfindungen noch unwahrscheinlicher macht.
          Besagte Partei wird ihre Versprechen ebenso nicht halten können. Aber erstens haben andere Parteien einen belastbaren Track Record gebrochener Versprechungen, diese Partei nicht. Und vielen Wählern geht es gar nicht darum, dass die Partei etwas löst, sondern sich aus vielen Themen zurückzieht.

          Bei Social Media ist hoch problematisch, dass polarisierende Positionen belohnt werden bzw. manche Medien algorithmisch (v.a TikTok) dediziert darauf ausgelegt sind und Nutzer in eine Blase mit zunehmender Extremisierung der Position ziehen.
          Andererseits dürfen soziale Medien auch nur filtern, was gerichtsfest zu filtern ist und nichts was darüber hinaus geht. Demokratie setzt voraus, dass Wähler vollständig informiert werden. Und wenn ein Teil weggefiltert wird, ist das nicht demokratisch, weswegen Meinungsfreiheit einen so hohen Stellenwert eingeräumt bekommt.

      • South meint

        22.09.2026 um 21:59

        Das stimmt schlicht nicht, gleich in mehrfacher Hinsicht. Auch wenn mittlerweile die eAutos wirtschaftlich wie technisch deutlich vorne sind, die Initialzündung war ja die Reduzierung der Treibhausgase und da haben richtigerweise auch Länder mit großen Autoindustrien wie Frankreich und übrigens auch Deutschland mitgestimmt und Ausstiegsdeadlines genannt.
        Auch der Punkt mit der Wählermacht ist doch an Naivität nicht zu überbieten. Die Politik könnte natürlich kurzsichtig agieren, aber es würden sich trotzdem die BEV durchsetzen. Selbst wenn wir in Deutschland sogar offensive gegen eAutos vorgehen würden, international wäre das bedeutungslos.
        Wenn die Autoindustrie sich nicht wandeln kann oder will, wird sie schlicht aussterben… und zwar in wenigen Jahren…
        Das ist auch keine abstrakte Theorie. Das kann man sogar schon am Absatz ablesen. Die Umfragen zeigen überdeutlich, die Kunden haben immer weniger ein Problem ein chinesisches Auto zu kaufen, wenn die Europäer kein passendes Produkt liefern. Wir sind hier nicht in einem abgeschlossenen Sozialistischen System wie in der DDR. Die Kunden werden ohne mit der Wimper zu zucken ausländische Fabrikate kaufen….

        Zum Antworten anmelden
    • Heinz Pelk meint

      22.09.2026 um 15:00

      .. halt ein Land mit schwacher eigener Automobilwirtschaft nun schon seit Jahrzehnten.

      Zum Antworten anmelden
      • South meint

        22.09.2026 um 22:02

        Es bestimmen ja nicht die Länder mit der Automobilwirtschaft was gekauft wird, sondern die Kunden…

        Zum Antworten anmelden
        • MK meint

          23.09.2026 um 16:19

          @South:
          Zum Prinzip „Angebot und Nachfrage“ gehört natürlich die Nachfrage der Kunden, aber eben auch das Angebot der Kunden. Ich meine: Der europäische Marktführer VW steigt jetzt grade im Herbst 2026 mal ganz gemächlich überhaupt erst in das Geschäft der elektrischen Kleinwagen ein…ein elektrischer Skoda Fabia? Fehlanzeige…ein ID.3 Kombi als Pendant zum Verbrenner Golf Variant? Fehlanzeige usw.
          Und wenn man dann trotz der lückenhaften Auswahl ein BEV aus dem VW Konzern (oder von BMW) haben will, vertröstet einen der Händler auch mal mit einem Jahr Wartezeit. Wer ein neues Auto braucht, weil sein altes durch Unfall, Defekt oder einfach Alter ersetzt werden muss, greift dann notgedrungen oft wieder zum Verbrenner.

          Und damit bestimmt durchaus auch die Automobilwirtschaft und auch die dortige Politik (die grade bei VW sehr viel mehr Möglichkeiten, auf mehr Elektroangebote zu drängen), was gekauft wird. Ein Beispiel: Die Förderung für BEV in Deutschland wäre 2023 nicht abrupt gestoppt worden, wenn die Union nicht explizit dagegen geklagt hätte (um selber die neue Förderung dann übrigens aus dem KTF zu bezahlen, aus dem laut Urteil die Förderung von EV-Käufen illegal ist). Auch Diskussionen wie Senkungen der Energiesteuer (und zwar einseitig auf Benzin und Diesel, während sie auf Strom voll weiterbezahlt werden muss) oder Spritpreisdeckel helfen der Elektromobilität eher nicht.
          Und wenn die großen Märkte in Europa, die aber auch stark in der Herstellung sind (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien) politisch so schlingern, beeinflusst das natürlich auch das Angebot der Konzerne in anderen Ländern.

        • South meint

          24.09.2026 um 08:27

          Naja, da wackelt der Schwanz mit dem Hund. Natürlich gibt es nicht zwangläufig für jede Nische ein Angebot, aber bei der eMobiliät reden wir von einem breiten internationalen Markt. Wer nicht mithält, geht Pleite. Übrigens das größte, zentrale Prinzip von Angebot und Nachfrage… ist doch an Arroganz gar nicht mehr zu überbieten, dass man als Autoindustrie denkt, diese Gesetzmäßigkeiten würden für sie nicht gelten….

        • MK meint

          24.09.2026 um 14:56

          @South:
          Kleinwagen und Mittelklassekombis sind für Sie in Europa also „Nischenmodelle“? Aber betrachten wir es noch mal anders: VW meint z.B., unter der Kernmarke VW sechs verschiedene Verbrenner-SUV-Modelle zu brauchen, um seine Kunden zu bedienen (Taigo, T-Roc, T-Cross, Tiguan, Tayron, Tuareg)…das macht man ja nicht aus Spaß an der Entwicklungsarbeit, sondern weil man es wirklich für notwendig hält. Bei den BEV gab es bisher mit ID.4/5 letztlich genau eines (der 5er ist ja nur eine Ableitung vom 4er und T-Roc Cabrio usw. bei den Verbrennern habe ich hier ja grade auch nicht aufgezählt), mit dem ID.Cross bringt man dann bald mal langsam ein zweites. Weitere sind darüber hinaus nicht angekündigt.

          Und ja, natürlich: Wenn Kunden etwas wirklich wollen, findet sich auch jemand, der es ihnen verkauft. Kunden, die schon vor Monaten einen ID.Polo gebraucht hätten und nicht bekommen konnten, haben dann halt z.B. zum BYD Dolphin Surf gegriffen. Aber es zeigt doch: Diese Alternativanbieter brauchen Zeit, um ihr Geschäft aufzubauen…und die etablierten Hersteller nutzen dies, um die Umstellung zumindest deutlich zu verzögern…und die Politik hilft dabei, in dem CO2-Grenzwerte wieder aufgeweicht, Fördermöglichkeiten für BEV abrupt gestoppt und die Energiesteuer auf Benzin- und Diesel gesenkt wird.
          Was glauben Sie, wie viele Menschen, die grade vor einer Kaufentscheidung stehen und noch vor 2 Wochen auf Grund der Spritpreise sicher zum BEV tendiert haben, grade wieder Richtung Verbrenner tendieren, weil die Bundesregierung ihnen verspricht, das bis zur Auslieferung des neuen Fahrzeugs eine „Preisgrenze“ für Benzin und Diesel etabliert sein werde, die hohe Preise angeblich verhindere? Eine Spritpreisbremse übrigens, die sich jeweils an den tagesaktuellen Herstellkosten orientieren muss und von den Politikern vorgeschlagen wurde, die noch im Sommer gesagt habe, dass eine Übergewinnsteuer auf Sprit nicht möglich sei, da sich die Herstellkosten nicht ermitteln ließen…
          Was ich damit sagen will: Teils sind es nicht mal Handlungen oder gar Ergebnisse von Politikern, die dafür sorgen, dass Teile der Bevölkerung sich zurücklehnen und sagen „dann mache ich alles wie früher“…teils reicht schon die rein populistische und einfach durchschaubare Behauptung wenige Tage vor einer wichtigen Wahl, etwas tun zu wollen: Menschen sind bequem und suchen gerne Ausreden, warum sich etwas in ihrem Leben NICHT ändern müsse. Und die Umstellung „Laden statt Tanken“ ist nun Mal erstmal eine Veränderung.

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